Rapper Omed kämpft für mehr Vielfalt in der Szene

WDR 03:13 Min. Verfügbar bis 29.05.2028

Queere Stimme Wie Omed aus Bonn die Rap-Szene verändern will

Stand:

Omed rappt über sein Aufwachsen in Tannenbusch - als queerer Sohn migrantischer Eltern.

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Judith Reuber

Er steht im Tonstudio, bunte Neonlichter erleuchten den Raum, die Vorhänge sind zugezogen. Der Rapper Omed setzt die Kopfhörer auf, nickt seinem Produzenten zu und fängt an zu rappen. Die Beats für seinen neuen Song klingen aus den Boxen.

Talahomo soll der Song heißen, so wie das Jugendwort Talahon, eine negative Bezeichnung für migrantische Männer. "Ich mach das Wort für mich ein bisschen anders und mach da halt so ein homo mit rein", sagt Omed und lacht.

Bonner Rapper wünscht sich mehr queere Stimmen im Rap

Der 23-Jährige arbeitet ständig an neuer Musik. Auf Social Media ist er selbstbewusst, rappt als 53Omed in TikTok-Videos, trägt große Sonnenbrillen - eigentlich wie die meisten Rapper. Aber ganz dazugehörig fühlt er sich nicht immer.

Ich habe manchmal das Gefühl, ich musste mich in meinem Leben zweimal outen: einmal als schwul und einmal als schwuler Rapper. Omed

In der Szene seien zu wenige queere Stimmen. Ein wichtiges Vorbild für ihn war auch Rapperin Shirin David, die mehrmals auf Platz eins der deutschen Charts landete.

"Ich habe Rap konsumiert, Rap gehört. Aber für mich wurde Rap erst hörbar, als ich dieses verweiblichte gehört habe in der Szene", erzählt er.

Omed wuchs in Bonn-Tannenbusch auf

Jetzt steht Omed vor einem orangefarbenen Hochhaus in Bonn-Tannenbusch. Er ist schwarz angezogen, gestikuliert mit seinen Händen, die Nägel lang und manikürt. Das war unsere Wohnung, sagt er und deutet auf ein paar Fenster.

Ein Mann mit Locken steht vor einem orangenen Hochhaus. Er hat seine Hände gefalten, seine Nägel sind manikürt. Er trägt goldene Creolen. Seine Kleidung ist schwarz.

Omed wuchs in Bonn-Tannenbusch auf

Er war lange nicht mehr hier. Jetzt wieder davor zu stehen, sei komisch - mit so vielen Menschen auf einem Fleck zu leben, sei nicht einfach gewesen, oft laut.

Zu Omeds Vorbildern gehören Xatar und SSIO aus Bonn

Mit dem Haus verbindet er aber auch ein Gefühl von Heimat. Man sei immer füreinander da gewesen. Damals hörte er Musik von Schwester Ewa und Bonner Rappern wie SSIO oder dem inzwischen verstorbenen Xatar.

Wenn dann da so ein Ausländer steht und darüber rappt, in diesen Vierteln aufzuwachsen, dann ist es ganz schön, das als kleiner Junge zu sehen. Omed

Beim Musikhören stellte er sich vor, wie es wäre, selber ein Musikvideo in Tannenbusch zu drehen - mit seiner eigenen Musik. Es war ihm wichtig aufzufallen, erzählt Omed.

Obwohl Angst ein Begleiter auf seinem Schulweg ist, fordert er sich selbst heraus, geht geschminkt in die Schule, trägt Brillen, "die ein klassischer Junge aus Tannenbusch nicht tragen würde".

Kurz die Jacke auf durch Mitte
Mache eine Szene
Bemerke die Blicke
Und sie bellen wieder
Wuff Wuff, Omed

Diese Herausforderung an sich selbst zeigt sich auch in seiner Musik. Mit einem konkreten Ziel: Wer an Schwulen-Rap denkt, soll auch an ihn denken, sagt Omed.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke WDR-Reporterin im Gespräch mit Omed

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 18.05.2026, 19:30 Uhr

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