Aus Bonn zum Rap-Star: Xatars Geschichte

WDR 04:10 Min. Verfügbar bis 07.05.2028

Rapper aus Bonn Xatars Geschichte zum ersten Todestag

Stand:

Mit dem Bonner Giwar Hajabi (Xatar) verbinden viele den Überfall auf einen Goldtransporter. Doch Xatar war mehr als ein Gangster-Rapper.

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Tobias Al Shomer

Xatar wurde im Iran geboren, seine Eltern flohen mit ihm nach Deutschland, nach Bonn, als er drei Jahre alt war, weil sie Kurden waren und verfolgt wurden.

Kurdische Identität

Die kurdische Abstammung war ein wichtiger Teil seiner Identität. Die erste Folge des 1Live-Podcasts "Xatar-Legacy" trägt deshalb auch den Titel "Kurdistan im Herzen". Er wuchs am Brüser Berg auf, ein Stadtviertel mit vielen Bundesbeamten, weil dort das Verteidigungsministerium auf der Hardthöhe seinen Sitz hat.

In der großen ARD-Doku "Xatar- ein Leben ist nicht genug" besucht seine Ehefrau Farvah Heidari-Renani mit Xatars bestem Freund Samy Shamsedin den Brüser Berg - ihre alte Heimat und auch die von Xatar.

Hier geht es zur Doku:

Intime Einblicke

Einen besonderen Stellenwert für Farvah hat eine Brücke im Viertel über eine vierspurige Straße. Hier, erzählt sie, habe Giwar zum ersten Mal versucht mit ihr anzubandeln, aber sie habe das, wie sie in der ARD-Doku erzählt, damals mit einem Lachflash abgelehnt und ihn abblitzen lassen.

Cover zur Doku-Serie „XATAR – Ein Leben ist nicht genug“: Xatar sitzt an einem Klavier.

Ausschnitt aus Doku-Serie: "XATAR - Ein Leben ist nicht genug"

Unter einem Internetcafe im Keller hatte Xatar ein kleines Studio. Hier haben sie Musik aufgenommen. Der inzwischen selbst bekannte Bonner SSIO gilt als Ziehsohn Xatars und war damals mit dabei. "Das war der dubioseste Ort, den ich in meinem Leben gesehen hab", erinnert er sich heute. Warum dürfe er nicht sagen.

Goldraub wegen geplatztem Drogendeal

Auf dem Brüser Berg fühlte sich Xatar wohl. Der Song "Ich will hier nicht weg" ist eine Liebeserklärung an seinen Kiez. Doch "seine Stadt" hat ihn auch auf Abwege geführt. Er stieg in den Drogenhandel ein, verkaufte Kokain, wie sein Vertrauter Samy Shamsedin erzählt. Deshalb wurde er per Haftbefehl gesucht und floh nach London.

Als eine Koks-Ladung verloren ging, hätten sie eine halbe Million Euro auftreiben müssen, erzählt Shamsedin in der ARD-Doku. Deshalb hätten sie im Dezember 2009 den Goldtransporter überfallen. Damit sorgten sie damals für viele Schlagzeilen. Der Überfall beschäftigt die Boulevard-Presse bis heute.

Musik aus dem Knast

Xatar wurde damals zu acht Jahren Haft verurteilt. In der JVA Rheinbach nahm er heimlich Musik auf und veröffentlichte die Lieder als Album. Das war der Anfang seines musikalischen Aufstiegs, der ihn schließlich mit mehreren Alben an die Spitze der Charts brachte.

Unsere Quellen:

  • Farvah Heidari-Renani (Ehefrau von Giwar Hajabi / Xatar)
  • Samy Shamsedin, Vertrauter
  • ARD-Doku
  • 1 Live-Podcast

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 06.05.2026, 19:30 Uhr

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