Bonner Nordbrücke bleibt gesperrt
Aktuelle Stunde . 19.06.2026. 38:20 Min.. UT. Verfügbar bis 19.06.2028. WDR. Von Annette Holtmeyer.
Nordbrücke Bonn : Zwei Jahre Sperrung und Neubau
Stand:
Die Bonner Nordbrücke wird bis auf Weiteres nicht wieder freigegeben, weder für Lkw noch für Pkw. Radfahrer und Fußgänger können sie bald wieder nutzen.
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Jetzt mitdiskutierenDie Schäden an der Brücke sind so groß, dass ein Teil abgerissen und neu gebaut werden muss. Das teilte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Bonn mit. Die Auftragsvergabe soll sofort beginnen.
Neubau der Bonner Nordbrücke dauert zwei Jahre
Die linksrheinische Vorlandbrücke der Nordbrücke
Die Nordbrücke besteht aus drei Teilen: der linksrheinischen Vorlandbrücke, der Strombrücke - das ist der Teil, der an den Stahlriemen über dem Rhein hängt - und der rechtsrheinischen Vorlandbrücke. Kaputt ist nur der linksrheinische Teil. Der Neubau dieser Vorlandbrücke soll rund zwei Jahre dauern. Der rechtsrheinische Teil und der Abschnitt über dem Rhein sind noch intakt.
Bonner Nordbrücke bleibt für Autos und Lkw gesperrt
Schnelligkeit habe aktuell die höchste Priorität. Deshalb sollen alle notwendigen Schritte zum Abriss der Brücke schon direkt nach der Pressekonferenz am Freitag eingeleitet werden, so Verkehrsminister Schnieder.
Verkehrsminister Patrick Schnieder bei der Pressekonferenz in Bonn
Schon im Juli soll eine Firma mit dem Abriss beauftragt werden. Ende des Jahres könnte dann bereits der Neubau beginnen. Schnelligkeit werde eines der wichtigsten Kriterien bei der Vergabe, so Schnieder.
"Wir sind uns bewusst, dass es eine riesige Belastung für die gesamte Region ist." Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU)
Lichtblick für Radfahrer und Fußgänger
Eine gute Nachricht gibt es am Freitag aber doch noch: Radfahrer und Fußgänger werden die Nordbrücke schon ab Spätsommer wieder nutzen können. Bis dahin soll auf der linken Rheinseite eine neue Zufahrt fertig sein, denn die alten werden mit dem kaputten Brückenteil auch abgerissen.
Verbreiterung der Nordbrücke weiterhin unklar
Ob eine Verbreiterung der Hauptbrücke, wie sie bisher diskutiert wurde, in Frage kommt, werde in der Zukunft entschieden. Die Vorlandbrücke werde neugebaut, unabhängig davon, wie viele Spuren die Hauptbrücke zukünftig haben wird.
Nordbrücke bleibt gesperrt: Die Stimmung ist schlecht
Erste Maßnahmen zur Verkehrsentlastung in Bonn und Region
Die Stadt Bonn hatte bereits Maßnahmen beschlossen, um den Verkehr zu entlasten. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Park-and-Ride-Flächen, zeitweise kostenloser Nahverkehr und geänderte Fahrbahnaufteilungen auf einzelnen Straßen.
Doch den kostenlosen ÖPNV wird es nur noch bis Ende Juni geben. Die Kosten liegen bei 350.000 Euro pro Woche. Das könne sich Bonn dauerhaft nicht leisten, erklärte Bonns Oberbürgermeister Guido Déus (CDU).
"Ohne externe Hilfe, wo auch immer sie herkommt, werden wir das Angebot nicht auf Dauer aufrechterhalten können." Oberbürgermeister Guido Déus (CDU)
Ab Juli kein kostenloser ÖPNV mehr
Der Bund werde helfen, wo er könne, versicherte Bundesverkehrsminister Schnieder (CDU) auf der Pressekonferenz. Dies sei allerdings nur für bestimmte Dinge möglich. Der ÖPNV gehört nicht dazu, weil er eine kommunale Aufgabe ist.
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz im Bundesverkehrsministerium
Sendung: WDR.de, Bonn: Nordbrücke bleibt gesperrt, wird teils neu gebaut, 19.6.2026, 11.37 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 19.06.2026, 12:45 Uhr
20 Kommentare
Kommentar 20: Maestro schreibt am heute, 20:32 Uhr :
Wenn die Brücke für Radfahrer (und Fußgänger) bald wieder freigegeben wird, ist das zumindest schon mal eine gute Nachricht. Verstehe nicht, warum sowas nicht in der Überschrift steht, sondern irgendwo unten im Text versteckt wird...
Antwort von WDR.de , geschrieben am 19.06.2026, 20:51 Uhr :
Danke für den Hinweis! Wir haben die Info entsprechend weiter nach oben gezogen.
Kommentar 19: Karin schreibt am heute, 20:06 Uhr :
Oh Wunder: nach 65 Jahren ist sie kaputt die Bonner Nordbrücke. Man hätte schon mindestens 20 Jahre früher eine Alternative entwickeln können. Brücken sind nun mal (noch) nicht unkaputtbar !
Kommentar 18: Axel schreibt am heute, 19:34 Uhr :
Es gibt zu viele Regelungen in Deutschland. Wir ersticken an Vorschriften. Gut, dass die Planung beschleunigt werden soll. Soll das Ganze gerne generell vereinfacht werden.
Kommentar 17: Henne schreibt am heute, 19:29 Uhr :
Mein pragmatischer Vorschlag: Die Region Bonn-Beuel, Sankt Augustin, Siegburg wird komplett abgebaggert. Mit dem Abraum werden die Tagebaue Hambach und Inden verfüllt. Dorthin werden die vorgenannten Orte umgesiedelt. Die Orte könnten dann ohne Rheinquerung erreicht werden, die Rheinwassertransportleitung in Dormagen könnte entfallen und das rechtsrheinische Loch wäre ein prima Auffangbecken um z.B. Köln vor Rheinhochwasser zu schützen. Im Ernst: Zwei Jahre für den Neubau sind sportlich. Wenn der Bund das hinkriegt, ziehe ich den Hut.
Kommentar 16: bonnistschön schreibt am heute, 18:22 Uhr :
Deutscher Bundestag Drucksache 18/6654 18. Wahlperiode Lesenswert
Kommentar 15: DeBönnsche schreibt am heute, 17:12 Uhr :
Da müssen doch massivste Versäumnisse in den Vorjahren passiert sein? Wird das irgendwelche Konsequenzen haben? Und was ist während der 2 Jahre mit der Rheinbrücke? Steht die 2 Jahre Rum und verfällt, oder wird da auch saniert? Damit man die Zeit sinnvoll nutzt. Und die Brücken in Wesseling?? Als Ersatzbau für den Ausfall der Nordbrücke in paar Jahren??
Antwort von Ronald , geschrieben am 19.06.2026, 19:51 Uhr :
Nein, die Vorlandbrücke, um die es geht steht auf Bonner Seite im Bereich der Auffahrt Bonn Auerberg. Da gibt es ausschließlich Span-beton-Konstruktionen. Ohne die Brücke zu zersägen, kann man nur Prognosen auf den (inneren) Erhaltungszustand machen. Dieser wir entweder nie sichtbar - dann ist er gut - oder wenn er sichtbar wird, dann ist er schlecht.
Kommentar 14: Planer schreibt am heute, 16:53 Uhr :
Schon seit 2022 ist die Rheinspange von der BAB 555/553 auf die BAB 59 zwischen Wesseling und Siegburg/Troisdorf in Planung. Mit Weitblick und dem Wissen, dass die Nordbrücke Bonn irgendwann in den nächsten Jahren schlapp macht, hätte hier eine Alternative zur Verfügung gestanden. Die Rheinbrücke Rodenkirchen, BAB 4, wird nun noch mehr belastet und fällt wohl auch bald aus. Bürokratieabbau und Planungsbeschleunigung sieht anders aus.
Kommentar 13: Jupp Schmitz schreibt am heute, 16:42 Uhr :
Mein Einziger Kommentar ist das wir eine andere Regierung brauchen und die wird kommen
Antwort von nrw-bürger , geschrieben am 19.06.2026, 18:53 Uhr :
@Schmitz - Andere Regierung? Hatten wir in NRW doch. Falls Sie die AfD meinen - die interessiert sich nicht für Politik. Die wollen Deutschland zerstören und sind Fans von Diktatoren. Wüst weiß hoffentlich, dass er jetzt schnell liefern muss.
Kommentar 12: Hugo aus R. schreibt am heute, 16:33 Uhr :
Überraschung!!!! Das war ja auch wirklich nicht vorherzusehen, nach Leverkusen, Lüdenscheid/Ramede und all den anderen völlig maroden Brücken. Verantwortlich ist eh nichts und niemand, und die Bonner haben zwei Jahre den Trostpreis. Hoffentlich hat irgendein Entscheidungsträger wenigstens die Idee, den Rest der Brücke ebenfalls zeitnah neu zu planen und zu beauftragen, der Zustand kann meiner Meinung nach nicht wesentlich besser sein. Sonst geht das Theater in wenigen Jahren von vorne los. Aber soviel Weitsicht kann man heutzutage nicht erwarten.
Kommentar 11: Georg schreibt am heute, 16:06 Uhr :
Ich plädiere für mehr Fähren an den Nato Rampen zb. Oberwinter Rheinbreitbach. Ideale Zufahrten
Kommentar 10: Knut Goede schreibt am heute, 16:04 Uhr :
Da stellt sich mir die Frage der Verantwortlichkeit, wer ist für die Misere zuständig? Mir kann doch keiner erzählen das die Schäden in den letzten Jahren nicht bemerkt worden sind. Eine Brücke geht doch nicht innerhalb von Monaten kaputt, da werden gerade viele Versäumnisse unter den Teppich gekehrt ! Warum werden keine Fotos von den Schäden in der Presse veröffentlicht, Geheimsache ?