Radarüberwachung am Trinkpavillon

WDR 02:39 Min. Verfügbar bis 19.06.2028

Einbrüche, Vandalismus, Müll Bonn will mehr öffentliche Räume per Radar überwachen

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Kleine Dreiecke, die sich auf dem Monitor bewegen - gegen Vandalismus und zu viel Müll haben sie in Bonn große Wirkung.

Einbrüche, Vandalismus, Müll – damit hat die Stadt Bonn in ihren Gebäuden, auf Spielplätzen und in Parks immer wieder zu kämpfen. Deshalb hatte sie vor einem Jahr das Pilotprojekt Radarüberwachung vorgestellt, das zunächst an der Kreuzbergschule und am Trinkpavillon in Bad Godesberg ausprobiert wurde.

Kleine Technik, große Wirkung

Ein kleiner Kasten hängt am Trinkpavillon in Bad Godesberg. Darin steckt die Technik zur Radarüberwachung. Insgesamt vier Stück davon hängen dort. Und die senden Live-Bilder an die Mitarbeitenden vom Ordnungsamt.

auf einem Laptop läuft ein Programm wo man die Überwachungszone der Kamera einsehen kann.

Überwachungszone der Kamera.

Chantal Roos vom Beschwerdemanagement der Stadt Bonn schaut auf ihren Monitor. Da kann sie nicht nur erkennen, welche Bilder vom Trinkpavillon gesendet werden, sondern auch die vom Schulhof der elf Kilometer entfernten Kreuzbergschule. Da ist gerade viel los, große Pause.

Datenschutzkonforme Überwachung

"Das ist komplett datenschutzkonform, weil keine Personen abgebildet werden, sondern tatsächlich nur rote Dreiecke", sagt Chantal Roos vom Beschwerdemanagement der Stadt Bonn.

Wenn sich dann zum Beispiel abends mehrere Menschen dort aufhalten, bekommt die Leitstelle eine Meldung und kann sich live aufschalten. So kann das Ordnungsamt einschätzen, ob es sich lohnt, dass jemand zur Überprüfung rausfährt.

Weniger Kontrollfahrten nötig

ein blaues Schild mit einem Warnhinweis das in der Zone vom Schild Radarüberwachung stattfindet.

Hinweisschild Radarüberwachung.

"Wir sind also deutlich effizienter geworden", zieht Ordnungsamtsleiter Sascha Hessenbruch nach knapp einem Jahr erste Bilanz. Die Fahrten seien auf ein Drittel zurückgegangen. An der Kreuzbergschule sei man in diesem Jahr nur sechs Mal gewesen. Dort hatte es vor der Überwachung immer wieder Ärger mit Vandalismus und Müll gegeben.

Weniger Müll, kein Vandalismus

Auch Schulleiterin Sabine Hermanns sieht einen positiven Effekt. "Es ist deutlich ruhiger geworden", sagt sie. "Wir haben keinen Vandalismus mehr feststellen können". Ab und zu seien die Mülleimer voller mit Inhalt, der nicht von den Grundschülern stamme. Aber insgesamt sei sie sehr zufrieden. Vielleicht schreckt das große Hinweisschild vor dem Schulgelände auch ab.

Gelungener Versuch Radarüberwachung

Angestellte vom Ordnungsamt stehen vor einem Gebäude und stellen die Radarüberwachung vor.

Ordnungsamtsleiter Sascha Hessenbruch und Chantal Roos vom Beschwerdemanagement der Stadt Bonn sind zufrieden mit der Radarüberwachung.

Auch beim Ordnungsamt sieht man das Pilotprojekt als gelungenen Versuch, auch wenn sich Sascha Hessenbruch gerade im Godesberger Stadtpark noch weniger Müll wünschen würde. Vandalismus habe es aber auch dort nicht mehr gegeben, seit die Radarkästen hängen. Deshalb sollen in Zukunft noch mehr solcher Bewegungsmelder auch an anderen Orten aufgehängt werden.

Künftig weitere Standorte für Radarüberwachung

Hauptsächlich an weiteren Schulen, vielleicht auch auf Spielplätzen und in Parks könnte Hessenbruch sich eine solche Überwachung künftig vorstellen. Ob fest installiert oder mobil werde noch überlegt. Jedes neue Radargerät würde rund 1.500 Euro kosten, die KI-Technik, um die Bilder zu senden ist ja bereits vorhanden und verursacht keine weiteren Kosten.

Unsere Quellen

  • WDR-Gespräch mit Chantal Roos, Stadt Bonn
  • WDR-Gespräch mit Ordnungsamtsleiter Sascha Hessenbruch
  • WDR-Gespräch mit Sabine Hermanns, Schulleiterin Kreuzbergschule

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 18.06.2026, 19:30 Uhr

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