Im Labor bereiten die Studierenden die Pflanzen vor
WDR. 02:41 Min.. Verfügbar bis 16.06.2028.
Es ist ein besonderer Moment, Anspannung ist in der Luft. Seit etwa einem Jahr überlegen diese Studierenden schon, wie Pflanzen besser vor Viren geschützt werden können. Um zu beweisen, dass ihre bisherigen Überlegungen und Forschungen richtig waren, wollen sie eine Pflanze zum Leuchten bringen.
"Es wäre schon sehr wichtig, dass das heute klappt. Das ist unser "Proof of Concept", der uns sagt, ob die Überlegungen sinnvoll gewesen sind oder nicht." Melda, Master-Studentin Mikrobiologie
Neon-Schwarzlicht-Pflanze simuliert Virusbefall
Freude kommt auf: Als die studentische Forschungsgruppe der Uni Bonn zum ersten Mal die Blätter der behandelten Pflanze mit UV-Licht anleuchtet, wird ein neon-grünes Schimmern erkennbar.
Das leuchtende Protein beweist, dass die Überlegungen der Studierenden sinnvoll waren.
"Man sieht, dass die Arbeit sich gelohnt hat und dass es funktioniert." Julia, Master-Studentin Molekulare Zellbiologie
Auch Melda ist begeistert: "Da ist jetzt ja auch sehr viel Vorarbeit reingegangen und wenn man jetzt sieht, dass es klappt, ist das ein super toller Moment."
Die Forschungsgruppe simuliert so einen Virusbefall. "Nur auf Grund der Anwesenheit eines Virus, wird das Leuchten ermöglicht", ergänzt Julia. Somit ist das ein Beweis, dass ihr Forschungsansatz richtig war und sie die nächsten Schritte gehen können.
Probleme lösen, die weltweit relevant sind
Mit den Ergebnissen ihrer Forschung wollen die Studierenden im Herbst 2026 in Paris beim weltweit größten Wettbewerb für synthetische Biologie teilnehmen. Rund 400 Teams werden da gegeneinander antreten und ihre Projekte vorstellen. "Die Idee dahinter ist, Probleme zu lösen, die weltweit relevant sind.", erklärt Julia aus dem Team.
Der Ansatz, Pflanzen vor Viren zu schützen sei besonders durch Forschungen in der Landwirtschaft nicht neu. Allerdings wollen sie mit ihren Überlegungen herausfinden, warum manche Pflanzen gegen bestimmte Viren resistent sind. Mit diesem neuen Forschungsansatz hofft das Team auf eine gute Platzierung bei dem internationalem Wettbewerb.
Jeden Tag im Labor
Die 14 Studierenden aus den verschiedensten naturwissenschaftlichen Fächern treffen sich jede Woche täglich zum Forschen und Experimentieren. Zusammengefunden haben sie sich durch einen Aufruf der Uni, aber auch durch Gespräche in der Mensa und in Seminaren.
Dazu gehören auch Forschungen in der Dunkelkammer
Sie alle machen das nebenbei. "Es ist natürlich auch viel Arbeit, wenn man es neben dem Studium macht. Aber wenn man sieht, die Idee funktioniert auch, dann ist das natürlich was super Cooles", sagt Melda.
Dabei läuft nicht immer alles rund, erklärt Friedrich aus dem Team: "Es gibt Sachen, die haben jetzt nicht auf Anhieb geklappt, aber das ist natürlich bei Laborarbeit immer so."
Unsere Quellen:
- Gespräche mit dem Forschungsteam
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Studierende der Uni Bonn bringen Pflanze zum Leuchten, 17.06.2026, 15:03 Uhr