Hip-Hop-Kollektiv Patina Records haben als Schulfreunde begonnen

WDR 03:20 Min. Verfügbar bis 04.05.2028

PATINA Records bringen Album raus Neuer Hip-Hop-Hotspot Ruhrgebiet?

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Das Ruhrgebiet hat eine jahrzehntelange Hip-Hop-Historie. Mittlerweile wird der Pott für junge Artists wieder attraktiver.

Von Luisa Becher

"Bro keine Ahnung, wieso noch mehr Leute in Berlin?" Katanna schüttelt ihre braunen Locken. Die Künstlerin kommt aus dem Ruhrgebiet. Hier will sie Musik machen - zusammen mit ihren Freunden des Hip-Hop-Kollektivs PATINA Records aus Dortmund. Die 26-Jährige studiert Soziale Arbeit, rappt seit ihrer Schulzeit. Seit mittlerweile vier Jahren steht sie zusammen mit ihren Freunden auf der Bühne.

PATINA Records - das sind Tarek One, Isi I, Malik, Yako Ok, Calli, Katanna und die Produzenten Nikita und Marlo. Die acht kommen aus drei verschiedenen Freundeskreisen. Kennengelernt haben sie sich in der Schulzeit und über das Internet. Bei einer Newcomer-Veranstaltung im FZW in Dortmund haben sie dann alle zum ersten Mal gemeinsam Musik gemacht. Und schnell gemerkt, dass sie alle das Gleiche wollen.

Das Albumcover von PATINA Records: zwei Hände mit langen Fingernägeln halten ein Magazin mit der Aufschrift "Playboinnen". Darunter Bilder der Künstler von PATINA Records.

Das neue Albumcover: die Playboy-Innen von PATINA Records

Im April hat die Gruppe PATINA Records ihr erstes Album herausgebracht. "Alle hassen Patina" heißt es und beinhaltet 11 Songs, die die acht Freunde in monatelanger Arbeit gemeinsam geschrieben und produziert haben. Ihr Release-Konzert haben sie nicht in den Hip-Hop-Hochburgen Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Stuttgart gegeben. Sondern in ihrer Heimat: im Ruhrgebiet, in Dortmund.

"In der Gruppe, da hat jeder so seine eigene Nische. Und man kann sich so gegenseitig hochziehen!" Katanna ist überzeugt, dass Kunst im Kollektiv zusammen besser werden kann, als alleine. Und dafür sieht die Rapperin vor allem Vorteile im Pott.

Der Pott ist geschichtlich und von der Infrastruktur her sehr dafür gemacht, ein neuer Hotspot für Kultur zu sein! Katanna, Rapperin bei PATINA Records

Ruhrbeat - Rap aus dem Pott

Und das war er auch schon einmal. Als Hip-Hop in den 1980er-Jahren aus den USA nach Deutschland herüberkam, bildete sich auch schnell eine Szene im Ruhrgebiet. Die Metropolregion verband Künstler von Mülheim über Witten und Gelsenkirchen bis Dortmund. Im Ruhrgebiet hatte man eine gemeinsame Sprache. Es ging um Arbeiterkultur, soziale Ungerechtigkeit und Strukturwandel. Die Ruhrgebietsthemen waren einzigartig in Deutschland.

Doch die Szene im Ruhrgebiet verpasste es, anders als in Berlin oder Hamburg, eine nachhaltige Labelstruktur aufzubauen. Erfolgreiche Künstler beendeten ihre Karrieren frühzeitig oder verließen den Pott, bevor sich dieser als Hip-Hop-Hochburg etablieren konnte. Davon erzählt auch die dreiteilige Dokumentation RuhrBeat. Auch PATINA Records kommen hier vor. Denn sie könnten zu einer neuen Ära des Raps aus dem Pott gehören.

Eine neue Rap-Kultur im Ruhrgebiet?

Mittlerweile etabliert sich im Ruhrgebiet eine neue Rap-Kultur. Viele junge Künstler sind ihrer Heimat verbunden, so wie PATINA Records. Die Vernetzung über das Internet und Algorithmen geben die Möglichkeit, aus dem eigenen Wohnzimmer heraus Musik zu machen und berühmt zu werden. Das Dortmunder Kollektiv ist gut vernetzt. Seit ihren Anfängen spielen sie beim Juicy Beats, dieses Jahr gehören sie auch zum Lineup auf dem Splash Festival.

Die Kamera schaut von oben auf die Künstler von PATINA Records

Für PATINA Records steht ihre Freunschaft an erster Stelle

Bekannte Größen aus dem Ruhrgebiet sind zum Beispiel Miami Yacine, Lakmann One oder die 257ers. Und vielleicht bald auch PATINA Records und neue Rapper der 2020er Jahre.

Unsere Quellen:

  • Gespräche der WDR-Reporterin mit PATINA Records bei ihrem Releasekonzert
  • WDR-Dokumentation RuhrBeat - Die vergessene Rap-Story
  • HipHop.de
  • Strobo

Sendung: WDR.de, Hip-Hop-Kollektiv Patina Records haben als Schulfreunde begonnen, 04.05.2026, 9:51 Uhr

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