WDR Zeitzeichen

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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Der Vater der Tigerente: Janosch wird 95

Der Vater der Tigerente: Janosch wird 95 WDR Zeitzeichen 11.03.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 12.03.2099 WDR 5

Mit "Oh wie schön ist Panama" gelingt Janosch (geb. am 11.3.1931) ein Welterfolg. Dabei wollte er mit einem Kitschbuch Rache an der Welt nehmen. Es kommt zum Glück anders!  

In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer, wie Janosch unter dem Pseudonym "Wondrak" zum Kolumnisten im "Zeit-Magazin" wird, wer dem Endzwanziger Horst Eckert den Künstlernamen "Janosch" gibt und wie Janosch die Rechte an seinen eigenen Werken verliert. Geboren wird "Janosch" als Horst Eckert in Oberschlesien. Schon als Kind bekommt er den ersten Tuschkasten geschenkt. Er will Maler werden. Doch zunächst macht er eine Lehre als Schmied, besucht später eine Textilfachschule und arbeitet anschließend mehrere Jahre in einer Weberei. Sein Ziel bleibt aber die Kunst. Nach einigen Misserfolgen gelingt ihm 1978 mit der illustrierten Kindergeschichte "Oh wie schön ist Panama" ein internationaler Erfolg. Auch das Nachfolgewerk "Post für den Tiger" wird ein weltweiter Bestseller. Doch Janosch hadert mit dem Erfolg und dem Leben. Er gerät in Konflikte mit seinen Verlegern, verfällt wie sein Vater dem Alkohol, hat körperliche und seelische Probleme. Ruhe findet Janosch schließlich auf den Kanarischen Inseln. Seit den 1990er-Jahren lebt er dauerhaft auf Teneriffa. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Tillmann Prüfer (Leitender Redakteur bei der "Zeit" und betreuender Redakteur der "Wondrak"-Kolumne im "Zeit-Magazin" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fritz Schaefer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:
  • wie Janosch unter dem Pseudonym "Wondrak" zum Kolumnisten im Zeit-Magazin wird,
  • wer dem Endzwanziger Horst Eckert den Künstlernamen "Janosch" gibt,
  • wie Janosch die Rechte an seinen eigenen Werken verliert,
  • warum Janosch gegen eine bestimmte Leberwurst eine Aversion hat.

Geboren wird "Janosch" als Horst Eckert in Oberschlesien. Schon als Kind bekommt er den ersten Tuschkasten geschenkt. Er will Maler werden. Doch zunächst macht er eine Lehre als Schmied, besucht später eine Textilfachschule und arbeitet anschließend mehrere Jahre in einer Weberei. Sein Ziel bleibt aber die Kunst.

Nach einigen Misserfolgen gelingt ihm 1978 mit der illustrierten Kindergeschichte "Oh wie schön ist Panama" ein internationaler Erfolg. Auch das Nachfolgewerk "Post für den Tiger" wird ein weltweiter Bestseller. Doch Janosch hadert mit dem Erfolg und dem Leben. Er gerät in Konflikte mit seinen Verlegern, verfällt wie sein Vater dem Alkohol, hat körperliche und seelische Probleme.

Ruhe findet Janosch schließlich auf den Kanarischen Inseln. Seit den 1990er-Jahren lebt er dauerhaft auf Teneriffa.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Tillmann Prüfer (Leitender Redakteur bei der "Zeit" und betreuender Redakteur der "Wondrak"-Kolumne im "Zeit-Magazin"

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Fritz Schaefer
Redaktion: Matti Hesse

Des Königs neue Kleiderordnung und der Hutaufstand von Madrid

Des Königs neue Kleiderordnung und der Hutaufstand von Madrid WDR Zeitzeichen 10.03.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 10.03.2099 WDR 5

Am 23. März 1766 eskaliert in Spaniens Hauptstadt ein Volksprotest. Was mit neuen Kleidungsvorschriften begonnen hat, wächst sich zur veritablen Staatskrise aus.

In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk, mit welchen Maßnahmen Minister Esquilache und König Karl III. Spanien modernisieren, wovon König Karl III. und seine Frau Maria Amalia beim Einzug in Madrid schockiert sind und warum der König die Bewohner Madrids mit Kindern vergleicht. Als Karl III. im Jahr 1759 die Nachfolge auf dem Spanischen Thron antritt, wird das Land von Adelsfamilien und der Kirche dominiert. Karl beschneidet zu deren Missfallen die Privilegien beider Gruppen und belegt sie mit Steuern. Mit Verboten weckt er auch den Zorn des Volkes. Der Minister des Königs, der Marqués de Esquilache, überspannt schließlich den Bogen: Am 10. März 1766 verbietet er das Tragen breitkrempiger Sombreros und langer Mäntel. Es kommt zum Aufstand. Karl gibt dem Druck nach und macht den Aufständischen weitgehende Zugeständnisse. Eines ist die Verbannung von Esquilache, der aus der Regierung ausgeschlossen und als Botschafter nach Venedig geschickt wird. Das ist unsere wichtigste Quelle und unser Interviewpartner: Professor Christian von Tschilschke, Uni Münster Walther L. Bernecker und Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens. Stuttgart 1993 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
  • warum besonders der Marqués de Esquilache den Zorn der Spanier weckt,
  • mit welchen Maßnahmen dieser Minister und König Karl III. Spanien modernisieren,
  • wovon König Karl III. und seine Frau Maria Amalia beim Einzug in Madrid schockiert sind,
  • unter welchem Beinamen König Karl III. in die Geschichte eingehen möchte,
  • warum der König die Bewohner Madrids mit Kindern vergleicht.

Als Karl III. im Jahr 1759 unverhofft die Nachfolge auf dem Spanischen Thron antreten muss, unternimmt er große Anstrengungen, um sein Reich zu modernisieren. Das Land wird von Adelsfamilien und der Kirche dominiert. Karl beschneidet zu deren Missfallen die Privilegien beider Gruppen und belegt sie mit Steuern.

Mit Verboten weckt er auch den Zorn des Volkes. Der Minister des Königs, der Marqués de Esquilache, überspannt schließlich den Bogen: Am 10. März 1766 verbietet er das Tragen breitkrempiger Sombreros und langer Mäntel. Den Spaniern wird befohlen, französische Kleidung zu tragen, kurze, enge Jacken und dazu einen Dreispitz.

Es kommt zum Aufstand. Karl gibt dem Druck nach und macht den Aufständischen weitgehende Zugeständnisse. Eines ist die Verbannung von Esquilache, der aus der Regierung ausgeschlossen und als Botschafter nach Venedig geschickt wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Christian von Tschilschke, Uni Münster
  • Walther L. Bernecker und Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens. Stuttgart 1993
  • Horst Pietschmann: Karl III. (1759–1788). In: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel und Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige. 18 historische Porträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1997

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Maren Gottschalk
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek

Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler?

Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler? WDR Zeitzeichen 09.03.2026 14:49 Min. Verfügbar bis 09.03.2099 WDR 5

Amerigo Vespucci: Nach seinem Vornamen ist der Kontinent Amerika benannt. Doch wer war er (geboren wohl am 9.3.1451): Seefahrer und großer Entdecker - oder ein Hochstapler? 

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath, wie Vespucci 32 Seiten unsterblich machen, warum er selbst nichts von seinem Ruhm mitbekommt und wie aus dem Kaufmann Vespucci einer der besten Seefahrer seiner Zeit wird. Amerigo Vespucci ist der Mann, der Amerika den Namen gibt. Vespuccis Stunde schlägt erst nach den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus: Mit mehreren Expeditionen, die endlich Reichtümer finden sollen, macht sich der Florentiner Patriziersohn und Buchhalter der Medici auf den Weg gen Westen. Sein Reisebericht "Mundus Novus" aus dem Jahr 1502 wird zum Bestseller, denn Vespucci präsentiert darin eine Sensation: Dort im Westen liegt nicht Indien, sondern ein riesiger, aus europäischer Sicht bisher unbekannter Kontinent. Diesen nennt der elsässische Kartograf Martin Waldseemüller in seiner neu erstellten Weltkarte von 1507 "Amerika". Immerhin hat Vespucci die für Europäer "Neue Welt" als solche erkannt. Das ist unsere wichtigste Quelle und Interviewpartnerin: Ingrid Schwamborn, Romanistin und Übersetzerin des Soderini-Briefes Robert Wallisch: Der Mundus Novus des Amerigo Vespucci, Wien 2012 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
  • wie Vespucci 32 Seiten unsterblich machen,
  • warum er selbst nichts von seinem Ruhm mitbekommt,
  • wie aus dem Kaufmann Vespucci einer der besten Seefahrer seiner Zeit wird.

Ist Amerigo Vespucci ein Hochstapler oder ein wagemutiger Seefahrer? Daran scheiden sich lange die Geister. Fest steht: Er ist der Mann, der Amerika den Namen gibt. Vespuccis Stunde schlägt erst nach den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus: Mit mehreren Expeditionen, die endlich Reichtümer finden sollen, macht sich der Florentiner Patriziersohn und Buchhalter der Medici auf den Weg gen Westen.

Sein Reisebericht "Mundus Novus" aus dem Jahr 1502 wird zum Bestseller, denn Vespucci präsentiert darin eine Sensation: Dort im Westen liegt nicht Indien, sondern ein riesiger, bisher unbekannter Kontinent. Diesen nennt der elsässische Kartograf Martin Waldseemüller in seiner neu erstellten Weltkarte von 1507 "Amerika" - in Anlehnung an Amerigo. Vespucci und Kolumbus teilen sich den Ruhm: Denn der hat die für Europäer "Neue Welt" entdeckt, aber Vespucci sie als solche erkannt.

Das ist unsere wichtigste Quelle und Interviewpartnerin:
  • Ingrid Schwamborn, Romanistin und Übersetzerin des Soderini-Briefes
  • Robert Wallisch: Der Mundus Novus des Amerigo Vespucci, Wien 2012

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen gibt's zu hören in ARD-Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Kath
Redaktion: Matti Hesse

Geschichte des Frauentags: Langer Kampf um Gleichberechtigung

Geschichte des Frauentags: Langer Kampf um Gleichberechtigung WDR Zeitzeichen 08.03.2026 15:10 Min. Verfügbar bis 08.03.2099 WDR 5

Was für eine Geschichte steckt hinter dem Internationalen Frauentag, der im März 1911 zum ersten Mal stattfindet - und wie hat er sich seitdem verändert? Eine Zeitzeichen‑Sonderfolge zusammen mit Lost‑Sheroes‑Host Milena Straube.

In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe, wie der Frauentag nach Deutschland kommt, warum er während der NS-Zeit zwar verboten, aber nicht vergessen ist, und welceh Bedeutung der Tag heute noch hat. Die Geschichte des Internationalen Frauentags beginnt im Jahr 1910. Die Sozialistin Clara Zetkin setzt sich für einen Tag ein, an dem Frauen aus aller Welt zusammenkommen und ihre Forderungen nach internationaler Gleichberechtigung im Mittelpunkt stehen. Im März 1911 wird der Internationale Frauentag zum ersten Mal in Deutschland und seinen Nachbarländern gefeiert. Damals geht es vor allem um das Wahlrecht und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen. Erst seit 1921 ist der 8. März Weltfrauentag. Das Datum erinnert an den Streik russischer Textilarbeiterinnen gegen das zaristische Russland. Es dauert noch bis 1977, ehe die UN-Generalversammlung den Frauentag offiziell anerkennt. Beendet ist der Kampf um Gleichberechtigung damit längst nicht. Das ist unsere wichtigste Quelle und Interviewpartnerin: Birgit Kiupel, Historikerin und Musikwissenschaftlerin, tätig beim Digitalen Deutschen Frauenarchiv Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2020 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe:
  • wie der Frauentag nach Deutschland kommt,
  • warum der Frauentag während der NS-Zeit zwar verboten, aber nicht vergessen ist,
  • welche Bedeutung der Tag heute noch hat.

Die Geschichte des Internationalen Frauentags beginnt im Jahr 1910. Die Sozialistin Clara Zetkin setzt sich für einen Tag ein, an dem Frauen aus aller Welt zusammenkommen und ihre Forderungen nach Gleichberechtigung im Mittelpunkt stehen. Im März 1911 wird der Internationale Frauentag zum ersten Mal in Deutschland und seinen Nachbarländern gefeiert. Damals geht es vor allem um das Wahlrecht und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen.

Erst seit 1921 ist der 8. März Weltfrauentag. Das Datum erinnert an den Streik russischer Textilarbeiterinnen gegen das zaristische Russland. Es dauert noch bis 1977, ehe die UN-Generalversammlung den Frauentag offiziell anerkennt. Heute ist der Internationale Frauentag in 28 Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Beendet ist der Kampf um Gleichberechtigung damit längst nicht.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

Weiterführende Links:

Hörtipp: Lost Sheroes mit Host Milena Straube

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Franziska Rempe
Redaktion: Matti Hesse

"Weiberwirtschaft": das Scheitern der ersten Frauenbank

"Weiberwirtschaft": das Scheitern der ersten Frauenbank WDR Zeitzeichen 07.03.2026 14:30 Min. Verfügbar bis 07.03.2099 WDR 5

Im Jahr 1916 schließt im Deutschen Reich die erste Bank von Frauen für Frauen. Ihr Ende markiert einen Rückschlag auf dem Weg zu finanzieller Gleichstellung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp, wie sich Frauen durch eine eigene Bank mehr Einfluss erhoffen, wer zu den Kundinnen der Frauenbank zählt und warum das Projekt scheitert. Anfang des 20. Jahrhunderts haben Frauen zwar erste Rechte erkämpft, doch über ihr eigenes Geld bestimmen Väter, Ehemänner oder ein Vormund. Abhilfe schafft 1910 ein mutiges Projekt: ein ausschließlich von Frauen geführtes Kreditinstitut. In Berlin können Frauen nun erstmals selbstbestimmt ein Konto eröffnen, Geld anlegen oder Kredite aufnehmen. Das nötige Finanzwissen liefert die hauseigene Zeitschrift "Frauenkapital". Die männlich dominierte Finanzwelt ist empört und warnt, vor einer angeblichen "Übernahme des Kapitals" durch die Frauen. Einige fürchten sogar eine weibliche Weltherrschaft. Dazu kommt es nicht, die Frauenbank muss wegen Zahlungsunfähigkeit 1916 wieder schließen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen: Dr. Gilla Dölle, Archiv der Deutschen Frauenbewegung Kassel Helma Sick, Autorin und Gründerin einer der ersten Frauenfinanzberatungen (Frau & Geld) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Das sind die Macher und Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Doris Arp Redaktion: Christoph Tiegel und Seva Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp:
  • warum sich die Frauenbewegung kaum für Geld interessiert,
  • wie sich Frauen durch eine eigene Bank mehr Einfluss erhoffen,
  • wer zu den Kundinnen der Frauenbank zählt,
  • warum das Geldinstitut scheitert.

Anfang des 20. Jahrhunderts haben Frauen zwar erste Rechte erkämpft, doch über ihr eigenes Geld bestimmen Väter, Ehemänner oder ein Vormund. Abhilfe schafft 1910 ein mutiges Projekt: ein ausschließlich von Frauen geführtes Kreditinstitut. In Berlin können Frauen nun erstmals selbstbestimmt ein Konto eröffnen, Geld anlegen oder Kredite aufnehmen.

Das nötige Finanzwissen liefert die hauseigene Zeitschrift "Frauenkapital". Die männlich dominierte Finanzwelt ist empört und warnt vor einer angeblichen "Übernahme des Kapitals" durch die Frauen. Einige fürchten sogar eine weibliche Weltherrschaft. Dazu kommt es nicht, die Frauenbank muss wegen Zahlungsunfähigkeit 1916 wieder schließen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Gilla Dölle, Archiv der Deutschen Frauenbewegung Kassel
  • Helma Sick, Autorin und Gründerin einer der ersten Frauenfinanzberatungen (Frau & Geld)
  • Gilla Dölle: Die (un)heimliche Macht des Geldes. Finanzierungsstrategien der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland zwischen 1865 und 1933. Frankfurt a.M. 1997
  • Helma Sick und Renate Fritz: Frau und Geld. Wie Frauen finanziell unabhängig werden. München 2021
  • Helma Sick und Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist. München 2019

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Doris Arp
Redaktion: Christoph Tiegel und Seva Inci Suvak

Kosmische Heldin und Putins Satellit: Walentina Tereschkowa

Kosmische Heldin und Putins Satellit: Walentina Tereschkowa WDR Zeitzeichen 06.03.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 06.03.2099 WDR 5

Sie war die erste Frau im Weltall - bis heute ist Walentina Tereschkowa die einzige Frau, die alleine die Erde umkreist hat. Die 89-jährige Duma-Abgeordnete (geb. am 6.3.1937) sehnt sich nun auf den Mars.

In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger, dass der Flug von Tereschkowa nicht so glatt läuft, wie sie lange behauptet, von einem Wettkampf im All zwischen der Sowjetunion und den USA und von der bis heute männerdominierten Welt der Raumfahrt. Sie wird gefeiert als Heldin des Sozialismus: Walentina Tereschkowa ist 1963 die erste Frau im Weltraum. Tereschkowa war Arbeiterin in einer Textilfabrik, jetzt jubeln ihr tausende Menschen auf dem Roten Platz in Moskau zu. Unter den Gratulanten ist auch Staatschef Nikita Chruschtschow. Ihr Porträt im weißen Kosmonautenhelm erscheint auf Plakaten, Briefmarken - und in den Geschichtsbüchern. Trotzdem kommt die Gleichberechtigung im All auch nach ihrem Weltraumflug nur langsam voran. Walentina Tereschkowa geht unterdessen in die Politik. Sie sitzt für Putins Partei "Geeintes Russland" im Parlament. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen: Julia Richers, Osteuropa-Expertin, Historisches Institut Uni Bern Maiken Nielsen, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin Nicole Sehrig, stellvertretende Leitung Volkssternwarte Bochum Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:
  • dass der Flug von Tereschkowa nicht so glatt läuft, wie sie lange behauptet,
  • warum ihre Fähigkeiten beim Fallschirmsprung für sie überlebenswichtig sind,
  • von einem Wettkampf im All zwischen der Sowjetunion und den USA,
  • von der bis heute männerdominierten Welt der Raumfahrt.

Sie wird gefeiert als Heldin des Sozialismus: Walentina Tereschkowa ist 1963 die erste Frau im Weltraum. Knapp drei Tage verbringt sie im All, in der engen Raumkapsel "Wostok 6".

Tereschkowa war Arbeiterin in einer Textilfabrik, jetzt jubeln ihr tausende Menschen auf dem Roten Platz in Moskau zu. Unter den Gratulanten ist auch Staatschef Nikita Chruschtschow. Ihr Porträt im weißen Kosmonautenhelm erscheint auf Plakaten, Briefmarken - und in den Geschichtsbüchern. Trotzdem kommt die Gleichberechtigung im All auch nach ihrem Weltraumflug nur langsam voran.

Heute sitzt Walentina Tereschkowa seit über zehn Jahren im russischen Parlament. Für die Partei, die vom alten Sowjetreich träumt, das sie so geprägt hat. Seite an Seite mit Wladimir Putin.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
  • Julia Richers, Osteuropa-Expertin, Historisches Institut Uni Bern
  • Maiken Nielsen, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin
  • Nicole Sehrig, stellvertretende Leitung Volkssternwarte Bochum
  • Maiken Nielsen: Space Girls, Hamburg 2019

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Frank Zirpins

Rosa Luxemburg: Mut gegen Macht

Rosa Luxemburg: Mut gegen Macht WDR Zeitzeichen 05.03.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 05.03.2099 WDR 5

Nur 1,48 Meter groß, musste sich Rosa Luxemburg (geboren am 5.3.1871) oft auf einen Stuhl stellen, um gesehen zu werden. Was die mutige Denkerin und Politikerin zu sagen hatte, ist auch heute noch wichtig zu hören.

In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock, warum Rosa Luxemburg in der DDR zur verehrten Ikone wird und zugleich umstritten bleibt und wie hinter der politischen Kämpferin ein sensibler, naturverbundener Mensch steckt. Rosa Luxemburg, ein Name voller Gefühl, geprägt von Verehrung und Ablehnung zugleich. Geboren 1871 im damals russisch besetzten Polen, wächst sie unter einfachen Bedingungen auf, erfährt früh Diskriminierung und entwickelt einen unstillbaren Wissensdurst. In Zürich findet sie zur Politik, wird zur brillanten Rednerin, scharfzüngigen Denkerin und führenden Stimme der Arbeiterbewegung. Sie kämpft gegen Krieg, für soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit, und scheut auch den Widerspruch in den eigenen Reihen nicht. Gleichzeitig zeigen ihre Briefe eine andere Seite: eine Frau, die Natur, Musik und die kleinen Momente des Lebens liebt. 1919 wird Rosa Luxemburg ermordet. Sie bleibt eine prägende Figur der deutschen Geschichte, deren Leben und Denken bis heute viele Menschen beschäftigt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sahra Wagenknecht, Politikerin Jörn Schütrumpf, Historiker Uwe Sonnenberg, Jörn Schütrumpf: Rosa Luxemburg in der deutschen Revolution. Eine Chronik, o.O., 2020 Rosa Luxemburg: Briefe. Herzlichst Ihre Rosa, Berlin, 1990 Max Gallo: Rosa Luxemburg. Eine Biographie, Zürich, 1993 Erhard Lucas-Busemann: Die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, Oldenburg, 1990 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:
  • warum Rosa Luxemburg in der DDR zur verehrten Ikone wird und zugleich umstritten bleibt,
  • wie hinter der politischen Kämpferin ein sensibler, naturverbundener Mensch sichtbar wird,
  • und weshalb ihr kompromissloses Eintreten für Freiheit bis heute nachwirkt.

Rosa Luxemburg, ein Name voller Gefühl, geprägt von Verehrung und Ablehnung zugleich. Geboren 1871 im damals russisch besetzten Polen, wächst sie unter einfachen Bedingungen auf, erfährt früh Diskriminierung und entwickelt einen unstillbaren Wissensdurst.

In Zürich findet sie zur Politik, wird zur brillanten Rednerin, scharfzüngigen Denkerin und führenden Stimme der Arbeiterbewegung. Sie kämpft gegen Krieg, für soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit, und scheut auch den Widerspruch in den eigenen Reihen nicht. Gleichzeitig zeigen ihre Briefe eine andere Seite: eine Frau, die Natur, Musik und die kleinen Momente des Lebens liebt.

1919 wird Rosa Luxemburg ermordet. Sie bleibt eine prägende Figur der deutschen Geschichte, deren Leben und Denken bis heute viele Menschen beschäftigt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Sahra Wagenknecht, Politikerin
  • Jörn Schütrumpf, Historiker
  • Uwe Sonnenberg, Jörn Schütrumpf: Rosa Luxemburg in der deutschen Revolution. Eine Chronik, o.O., 2020
  • Rosa Luxemburg: Briefe. Herzlichst Ihre Rosa, Berlin, 1990
  • Max Gallo: Rosa Luxemburg. Eine Biographie, Zürich, 1993
  • Erhard Lucas-Busemann: Die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, Oldenburg, 1990

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
Redaktion: David Rother

Unschön fotografiert: So kam die Nofretete vom Nil an die Spree

Unschön fotografiert: So kam die Nofretete vom Nil an die Spree WDR Zeitzeichen 04.03.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 05.03.2099 WDR 5

Im 14. Jahrhundert v. Chr. entsteht die berühmte Büste der Nofretete. Das altägyptische Meisterwerk ist bis heute rätselbehaftet – und Gegenstand einer Rückgabedebatte.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann, warum 1912 ein deutsches Grabungsteam einen Sandhügel in Tell el-Armana freilegt, wie dabei die Büste der Nofretete entdeckt wird und mit welcher List die Ausfuhr des Kunstschatzes nach Berlin erreicht wird. "Lebensgroße bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Farben wie eben aufgelegt. Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen!", notiert Ludwig Borchert am Abend des 6. Dezembers 1912 in sein Grabungstagebuch. Was der deutsche Forschungsleiter beschreibt, ist das rund 3.000 Jahre alte Abbild der Nofretete. Die Darstellung einer Frau, deren Schönheit die Zeit überdauert hat und über deren Leben und Tod wenig bekannt ist. Das deutsche Ausgrabungsteam spielt den Sensationsfund gegenüber den zuständigen Beamten bewusst herunter, um die Büste nach Berlin bringen zu können. Erst 1924 wird sie dort erstmals öffentlich ausgestellt. Seither zählt Nofretete zu den großen Publikumsmagneten der Berliner Museen – und bis heute wird um ihre Rückgabe gestritten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Friederike Seyfried, Leiterin des Ägyptischen Museums in Berlin Professor Sebastian Conrad, Historiker mit dem Schwerpunkt Kolonialgeschichte Sebastian Conrad: Die Königin. Nofretetes globale Karriere, Berlin 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Das sind die Macher und Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Chistoph Tiemann Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Sufak Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:
  • warum 1912 ein deutsches Grabungsteam einen Sandhügel in Tell el-Armana freilegt,
  • mit welcher Systematik Forschungsleiter Ludwig Borchard vorgeht,
  • wie am 6. Dezember 1912 die Büste der Nofretete ausgegraben wird,
  • mit welcher List er die Ausfuhr des Kunstschatzes nach Berlin erreicht.

"Lebensgroße bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Farben wie eben aufgelegt. Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen!", notiert Ludwig Borchert am Abend des 6. Dezembers 1912 in sein Grabungstagebuch. Was der deutsche Forschungsleiter beschreibt, ist das rund 3.000 Jahre alte Abbild der Nofretete. Die Darstellung einer Frau, deren Schönheit die Zeit überdauert hat und über deren Leben und Tod wenig bekannt ist.

Das deutsche Ausgrabungsteam spielt den Sensatonsfund gegenüber den zuständigen Beamten bewusst herunter, um die Büste nach Berlin bringen zu können. Erst 1924 wird sie dort erstmals öffentlich ausgestellt. Seither zählt Nofretete zu den großen Publikumsmagneten der Berliner Museen – und bis heute wird um ihre Rückgabe gestritten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Friederike Seyfried, Leiterin des Ägyptischen Museums in Berlin
  • Professor Sebastian Conrad, Historiker mit dem Schwerpunkt Kolonialgeschichte
  • Sebastian Conrad: Die Königin – Nofretetes globale Karriere. Berlin 2024

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Autor: Christoph Tiemann
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Moritz Raestrup

Hollywoods Leinwandgöttin: Platinblond und selbstbewusst

Hollywoods Leinwandgöttin: Platinblond und selbstbewusst WDR Zeitzeichen 03.03.2026 13:00 Min. Verfügbar bis 03.03.2099 WDR 5

Geboren als Harlean Harlow Carpenter (am 3.3.1911) wird Jean Harlow zu einem der größten Stars der Leinwand - bis zu ihrem frühen Tod. Ihr Look macht sie zur Ikone des Kinos.

In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten, wie aus Harlean Carpenter durch Zufall und Inszenierung der Star Jean Harlow wird, warum die "Platinblonde" zum Symbol einer neuen, selbstbestimmten Frauengeneration avanciert, und weshalb Ruhm, Rollenbilder und Studiosystem ihren frühen Tod mitprägen. Hollywood, 1937: Jean Harlow steht vor der Kamera- jung, berühmt, erschöpft. Wenige Tage später ist sie tot, mit nur 26 Jahren. Geboren 1911 in Kansas City, wächst Harlean behütet auf, folgt ihrer Mutter nach Kalifornien und rutscht eher zufällig ins Filmgeschäft. Aus kleinen Statistenrollen entsteht rasch ein Starimage: platinblondes Haar, selbstbewusst, provokant. Sie prägt ein neues Frauenbild- aktiv, sichtbar, eigenständig. Doch mit dem Ruhm wächst der Druck. Verträge, Rollenklischees und gesundheitliche Probleme bestimmen ihr Leben. Während Hollywood sie zur Ikone macht, verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihr eigenes Bild. Jean Harlow wird zur Projektionsfläche einer Branche, und bezahlt dafür einen hohen Preis. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Vinzenz Hediger (Leiter der Cinémathèque suisse, der Filmwissenschaftler) David Stenn: Bombshell: The Life and Death of Jean Harlow, 1993 Curtis F. Brown: Jean Harlow: ihre Filme - ihr Leben, Heyne, 1979 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Gianna Felicita Scholten Redaktion: Frank Zirpins Technik: Nikita Sulzhenko


In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten:
  • wie aus Harlean Carpenter durch Zufall und Inszenierung der Star Jean Harlow wird,
  • warum die "Platinblonde" zum Symbol einer neuen, selbstbestimmten Frauengeneration avanciert,
  • und welchen Anteil Ruhm, Rollenbilder und Studiosystem an ihrem frühen Tod haben.

Hollywood, 1937: Jean Harlow steht vor der Kamera - jung, berühmt, erschöpft. Wenige Tage später ist sie tot, mit nur 26 Jahren. Geboren 1911 in Kansas City, wächst Harlean Carpenter behütet auf, folgt ihrer Mutter nach Kalifornien und rutscht eher zufällig ins Filmgeschäft. Aus kleinen Statistenrollen entsteht rasch ein Starimage: platinblondes Haar, selbstbewusst, provokant.

Sie prägt ein neues Frauenbild - aktiv, sichtbar, eigenständig. Doch mit dem Ruhm wächst der Druck. Verträge, Rollenklischees und gesundheitliche Probleme bestimmen ihr Leben. Während Hollywood sie zur Ikone macht, verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihr eigenes Bild. Jean Harlow wird zur Projektionsfläche einer Branche, und bezahlt dafür einen hohen Preis.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Vinzenz Hediger (Leiter der Cinémathèque suisse, Filmwissenschaftler)
  • David Stenn: Bombshell: The Life and Death of Jean Harlow, 1993
  • Curtis F. Brown: Jean Harlow: ihre Filme - ihr Leben, Heyne, 1979

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Anna Maria Christmann: Als Mann verkleidet zog sie in den Krieg

Anna Maria Christmann: Als Mann verkleidet zog sie in den Krieg WDR Zeitzeichen 02.03.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 02.03.2099 WDR 5

Am 2. März 1761 stirbt Anna Maria Christmann -  eine weitgehend unbekannte Frau, die sich als Mann verkleidete und im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg kämpfte. Doch ist die Geschichte auch wahr?

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, wie ein Bettelmädchen aus Dürnau in Männerkleidern in den Krieg zieht, warum Anna Maria Christmann lange Zeit als Legende gilt, und wie ein unscheinbares Archivdokument ihre Geschichte schließlich bestätigt. Anna Maria Christmann wächst um 1700 in bitterer Armut auf, verliert früh ihre Eltern und schlägt sich als Bettelmädchen durch. Um zu überleben, verkleidet sie sich als Mann, arbeitet als Knecht und lässt sich schließlich als Soldat anwerben - unter dem Namen ihres Vaters. Sie kämpft im Türkenkrieg, wird verwundet, desertiert, wird zum Tode verurteilt und erst in letzter Minute begnadigt. Ihr bewegtes Leben endet schließlich in Stuttgart, wo sie als Briefträgerin arbeitet. Lange bleibt unklar, ob ihre Geschichte wirklich stimmt, die Quellen sind lückenhaft. Doch ein wiederentdecktes Gnadenschreiben des Herzogs belegt: Anna Maria Christmann hat tatsächlich als Soldat gedient. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Manfred Wolfhard, Heimatforscher aus Dürnau (Geburtsort Anna Maria Christmann) Charlotte Wagner (Studentin, die ihre Bachelor-Arbeit über Anna Maria Christmann geschrieben hat) Dorothea Keuler: Provokante Weibsbilder: Historische Skandale aus Baden und Württemberg. Silberburg, Tübingen 2011 Allgemeine deutsche Bürger- und Bauern-Zeitung: ein Organ zur Verhandlung allgemein interessanter Volks-Angelegenheiten, […], Bd. 3, Regensburg 1833, S. 614 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redakteur: Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • wie ein Bettelmädchen aus Dürnau in Männerkleidern in den Krieg zieht,
  • warum Anna Maria Christmann lange Zeit als Legende gilt,
  • und wie ein unscheinbares Archivdokument ihre Geschichte bestätigt.

Anna Maria Christmann wächst um 1700 in bitterer Armut auf, verliert früh ihre Eltern und schlägt sich als Bettelmädchen durch. Um zu überleben, verkleidet sie sich als Mann, arbeitet als Knecht und lässt sich schließlich als Soldat anwerben - unter dem Namen ihres Vaters.

Sie kämpft im Türkenkrieg, wird verwundet, desertiert, wird zum Tode verurteilt und erst in letzter Minute begnadigt. Ihr bewegtes Leben endet schließlich in Stuttgart, wo sie als Briefträgerin arbeitet. Lange bleibt unklar, ob ihre Geschichte wirklich stimmt, die Quellen sind lückenhaft. Doch ein wiederentdecktes Gnadenschreiben des Herzogs belegt: Anna Maria Christmann hat tatsächlich als Soldat gedient.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Manfred Wolfhard, Heimatforscher aus Dürnau (Geburtsort Anna Maria Christmann)
  • Charlotte Wagner (Studentin, die ihre Bachelor-Arbeit über Anna Maria Christmann geschrieben hat)
  • Dorothea Keuler: Provokante Weibsbilder: Historische Skandale aus Baden und Württemberg. Silberburg, Tübingen 2011
  • Allgemeine deutsche Bürger- und Bauern-Zeitung: ein Organ zur Verhandlung allgemein interessanter Volks-Angelegenheiten, […], Bd. 3, Regensburg 1833, S. 614

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Frauen in der Polizei: Von der Notbesetzung zur Gleichstellung

Frauen in der Polizei: Von der Notbesetzung zur Gleichstellung WDR Zeitzeichen 01.03.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 01.03.2099 WDR 5

Im März 1961 sorgen vier Frauen in Uniform für Aufsehen: Erstmals überwachen Polizistinnen den Parkraum. Ein Erfolg im jahrelangen Kampf um Gleichberechtigung im Dienst.

In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz, wann eine Frau zum ersten Mal die Mitarbeit von Frauen im Polizeidienst fordert, welche Aufgaben die Weibliche Kriminalpolizei in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus hat und wie es heute mit der Gleichberechtigung bei der Polizei aussieht. Frankfurt am Main ist die erste Stadt im Bundesgebiet, in der auch Frauen die Polizeiuniform tragen. Die ersten vier Hilfspolizistinnen erhalten vier Wochen lang eine Kurzausbildung. Auch wenn sie zunächst nur prüfen, ob die Parkuhren abgelaufen sind – ihr Einsatz in Uniform ist ein Meilenstein, nachdem Frauen lange von der klassischen Polizeiarbeit ausgeschlossen waren. Frauen fordern damals zwar seit langem, zum Polizeiberuf zugelassen zu werden. Erlaubt wird ihnen das 1961 aber nur, weil Arbeitskräfte fehlen. Davor hat es immer mal wieder Frauen bei der Polizei gegeben. 1903 wird Henriette Arendt als erste Frau Polizeiassistentin, in Stuttgart bei der kommunalen Polizei. Sie kümmert sich um verwahrloste Kinder, kriminelle Jugendliche und weibliche Opfer von Straftaten. Auch in anderen Städten werden später Frauen bei der Polizei zunächst nur für soziale Aufgaben eingesetzt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dirk Götting (Historiker, Lehrbeauftragter Polizeiakademie, Leiter Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte) Cathrin Bergjohann (Polizeikommissarin, Leiterin der Geschäftsstelle Polizeischutz für die Demokratie an der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte) Ute Dirks (Polizistin) Bettina Blum: "Frauenwohlfahrtspolizei" - "Emma Peels" - "Winkermiezen", Frauen in der deutschen Polizei 1903 bis 1970. SIAK-Journal 2012, https://kurz.wdr.de/aocraeob Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:
  • wann eine Frau zum ersten Mal die Mitarbeit von Frauen im Polizeidienst fordert,
  • welche Aufgaben die Weibliche Kriminalpolizei in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus hat,
  • wie holprig die Integration von Frauen in den regulären Polizeidienst ab den 1970er-Jahren verläuft,
  • wie es heute mit der Gleichberechtigung bei der Polizei aussieht.

Frankfurt am Main ist die erste Stadt im Bundesgebiet, in der auch Frauen die Polizeiuniform tragen. Die ersten vier Hilfspolizistinnen erhalten vier Wochen lang eine Kurzausbildung. Auch wenn sie zunächst nur prüfen, ob die Parkuhren abgelaufen sind – ihr Einsatz in Uniform ist ein Meilenstein, nachdem Frauen lange von der klassischen Polizeiarbeit ausgeschlossen waren.

Frauen fordern damals zwar seit Langem, zum Polizeiberuf zugelassen zu werden. Erlaubt wird ihnen das 1961 aber nur, weil Arbeitskräfte fehlen. Davor hat es immer mal wieder Frauen bei der Polizei gegeben. 1903 wird Henriette Arendt als erste Frau Polizeiassistentin, in Stuttgart bei der kommunalen Polizei. Sie kümmert sich um verwahrloste Kinder, kriminelle Jugendliche und weibliche Opfer von Straftaten. Auch in anderen Städten werden später Frauen bei der Polizei zunächst nur für soziale Aufgaben eingesetzt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Jana Magdanz
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek

Ein AKW spaltet die Gesellschaft: Protest gegen Brokdorf

Ein AKW spaltet die Gesellschaft: Protest gegen Brokdorf WDR Zeitzeichen 28.02.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 28.02.2099 WDR 5

Zehntausende ziehen schon in den Tagen vor dem 28.2.1981 zur Baustelle der Atomanlage von Brokdorf - um gegen Atomenergie zu protestieren, notfalls ohne Genehmigung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting, mit welchen Argumenten die Stromwirtschaft ein AKW in der Wilstermarsch bauen will, welche Sorgen und Bedenken die Atomkraft-Gegner haben und warum die Situation am 28. Februar 1981 zum Teil eskaliert. Am 6. Februar 1981 rollen Bagger auf das Baugelände des geplanten AKW Brokdorf. Das löst eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik aus: 50 Organisationen von Atomkraftgegnern rufen zu einer Demonstration auf, die man heute als "Großdemonstration Brokdorf" kennt. Am 23. Februar 1981, fünf Tage vor der Großdemo, erlässt der Landrat des Kreises Steinburg eine Allgemeinverfügung: Sie verbietet jegliche Proteste am Bauplatz und in der gesamten Wilstermarsch. Zunächst können die Veranstalter die Durchführung der Demonstration gerichtlich durchsetzen. Einen Tag vor der Großdemo bestätigt wiederum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Versammlungsverbot in weiten Teilen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Demonstranten längst auf der Anreise. Rund 10.000 Polizisten und 100.000 Protestierende treffen aufeinander. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Uekötter (Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum) Heinrich Voss (Landwirt und Demonstrant aus Brokdorf) Frank Uekötter: Atomare Demokratie. Eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Stuttgart 2023 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Das sind die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:
  • mit welchen Argumenten die Stromwirtschaft ein AKW in der Wilstermarsch bauen will,
  • welche Sorgen und Bedenken die Atomkraft-Gegner haben,
  • was mit der "Schlacht von Brokdorf" gemeint ist,
  • warum die Situation am 28. Februar 1981 zum Teil eskaliert,
  • wie 1985 der Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts die Demokratie stärkt.

Am 6. Februar 1981 rollen Bagger auf das Baugelände des geplanten AKW Brokdorf. Das löst eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik aus: 50 Organisationen von Atomkraftgegnern rufen zu einer Demonstration auf, die man heute als "Großdemonstration Brokdorf" kennt.

Am 23. Februar 1981, fünf Tage vor der Großdemo, erlässt der Landrat des Kreises Steinburg eine Allgemeinverfügung: Sie verbietet jegliche Proteste am Bauplatz und in der gesamten Wilstermarsch. Zunächst können die Veranstalter die Durchführung der Demonstration gerichtlich durchsetzen.

Einen Tag vor der Großdemo bestätigt wiederum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Versammlungsverbot in weiten Teilen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Demonstranten längst auf der Anreise. Rund 10.000 Polizisten und 100.000 Protestierende treffen aufeinander.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Frank Uekötter (Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum)
  • Heinrich Voss (Landwirt und Demonstrant aus Brokdorf)
  • Frank Uekötter: Atomare Demokratie. Eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Stuttgart 2023

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Das sind die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Stephan Beuting
Redaktion: Frank Zirpins

Iwan Pawlow: Mehr als der berühmte "Pawlowsche Hund"

Iwan Pawlow: Mehr als der berühmte "Pawlowsche Hund" WDR Zeitzeichen 27.02.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 28.02.2099 WDR 5

Warum war die Entdeckung des Speichelreflexes vom "Pawlowschen Hund" ein derartiger Paukenschlag? Und wieso prägte Iwan Pawlow (gestorben am 27.2.1936) Medizin und Psychologie dauerhaft?  

In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg, wie ein Zufall im Labor den Physiologen Iwan Pawlow auf die Spur des Lernens durch Reize bringt, warum seine Forschung die bisher vorherrschende Trennung von Körper und Geist infrage stellt, warum seine Experimente mit Hunden heute auch kritisch gesehen werden, und weshalb seine Ideen dennoch bis heute Psychologie und Verhaltenstherapie prägen. Wer den Namen Pawlow hört, denkt fast automatisch an den Hund, der beim Klang einer Glocke zu sabbern beginnt. Was wie ein simples Experiment wirkt, ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Sensation: Der russische Physiologe Iwan Pawlow zeigt, dass Körperreaktionen erlernt werden können: Wird die Futtergabe immer wieder mit einem Ton gekoppelt, reicht irgendwann der Ton allein, um Speichelfluss auszulösen. Geboren 1849 als Sohn eines Priesters, sollte Pawlow selbst Geistlicher werden. Doch im Seminar entdeckt er seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften. In St. Petersburg erforscht er Herz, Nerven und Verdauung, erhält 1904 den Nobelpreis und wird weltberühmt. Seine Versuche zeigen: Verhalten lässt sich durch Reize formen. Sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Damit wird Pawlow zu einem Pionier der modernen Verhaltensforschung und Psychosomatik. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Igor Polianski, Medizinhistoriker an der Universität Ulm Daniel P. Todes: Ivan Pavlow, A Russian Life in Science, 2014. The Nobel Prize: Ivan Pavlov Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:
  • wie ein Zufall im Labor Pawlow auf die Spur des Lernens durch Reize bringt,
  • warum seine Forschung die bisher vorherrschende Trennung von Körper und Geist infrage stellt,
  • warum seine Experimente mit Hunden heute auch kritisch gesehen werden,
  • und weshalb seine Ideen dennoch bis heute Psychologie und Verhaltenstherapie prägen.

Wer den Namen Pawlow hört, denkt fast automatisch an den Hund, der beim Klang einer Glocke zu sabbern beginnt. Was wie ein simples Experiment wirkt, ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Sensation. Der russische Physiologe Iwan Pawlow zeigt, dass Körperreaktionen erlernt werden können: Wird die Futtergabe immer wieder mit einem Ton gekoppelt, reicht irgendwann der Ton allein, um Speichelfluss auszulösen.

Geboren 1849 als Sohn eines Priesters, sollte Pawlow selbst Geistlicher werden.
Doch im Seminar entdeckt er seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften. In St. Petersburg erforscht er Herz, Nerven und Verdauung, erhält 1904 den Nobelpreis und wird weltberühmt. Seine Versuche zeigen: Verhalten lässt sich durch Reize formen. Sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Damit wird Pawlow zu einem Pionier der modernen Verhaltensforschung und Psychosomatik.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Igor Polianski, Medizinhistoriker an der Universität Ulm
  • Daniel P. Todes: Ivan Pavlow, A Russian Life in Science, 2014.
  • The Nobel Prize: Ivan Pavlov

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Autorin: Daniela Wakonigg
Redaktion: Matti Hesse
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Prädikat Spätlese: Qualitätswein aus faulen Trauben

Prädikat Spätlese: Qualitätswein aus faulen Trauben WDR Zeitzeichen 26.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 27.02.2099 WDR 5

Ein verspäteter Reiter, verschrumpelte Trauben und ein überraschend süßer Geschmack: So entsteht 1776 am Johannisberg aus einem Zufall die berühmte Spätlese.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, wie ein verspäteter Bote im Rheingau die erste berühmte Spätlese möglich machte, warum ein Fürstabt im 18. Jahrhundert auf weniger Menge, aber bessere Qualität setzte, und wie verschrumpelte, von Edelfäule befallene Trauben plötzlich als kostbarer Wein galten. Seit mehr als tausend Jahren wird am Johannisberg im Rheingau Wein angebaut. Doch im Jahr 1775 geschieht dort ein kleines "Ohngefähr", wie man damals Zufall sagt: Der Bote, der die Erlaubnis zur Lese aus Fulda bringen soll, kommt viel zu spät zurück. Die Trauben hängen länger am Stock, schrumpeln, werden von einem Pilz befallen. Die Mönche haben keine Wahl, sie keltern trotzdem. Das Ergebnis überrascht alle: ein süßer, aromatischer Wein, wie ihn noch niemand gekostet hat. Aus diesem Missgeschick wird eine neue Regel. Fortan wartet man bewusst länger mit der Ernte. So entsteht die Spätlese, ein Zufallsprodukt, das den Johannisberg weltberühmt macht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Leo Gros (Weinkenner und Liebhaber, Chemiker) Stefan Doktor (Geschäftsführer Weingut Johannisberg) die Rheingauer Weinprinzessin "Alina" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • wie ein verspäteter Bote im Rheingau die erste berühmte Spätlese möglich macht,
  • warum ein Fürstabt im 18. Jahrhundert auf weniger Menge, aber bessere Qualität setzt,
  • und wie verschrumpelte, von Edelfäule befallene Trauben zu kostbarem Wein werden.

Seit mehr als tausend Jahren wird am Johannisberg im Rheingau Wein angebaut. Doch im Jahr 1775 geschieht dort ein kleines "Ohngefähr", wie man damals Zufall sagt: Der Bote, der die Erlaubnis zur Lese aus Fulda bringen soll, kommt viel zu spät zurück. Die Trauben hängen länger am Stock, schrumpeln, werden von einem Pilz befallen. Die Mönche haben keine Wahl, sie keltern trotzdem.

Das Ergebnis überrascht alle: ein süßer, aromatischer Wein, wie ihn noch niemand gekostet hat. Aus diesem Missgeschick wird eine neue Regel. Fortan wartet man bewusst länger mit der Ernte. So entsteht die Spätlese, ein Zufallsprodukt, das den Johannisberg weltberühmt macht.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Leo Gros (Weinkenner und Liebhaber, Chemiker)
  • Stefan Doktor (Geschäftsführer Weingut Johannisberg)
  • die Rheingauer Weinprinzessin "Alina"

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Carolin Rückl , Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

Renoir: Mit angebundenen Pinseln malt er gegen den Schmerz

Renoir: Mit angebundenen Pinseln malt er gegen den Schmerz WDR Zeitzeichen 25.02.2026 14:00 Min. Verfügbar bis 26.02.2099 WDR 5

Als die Welt der Moderne grauer wird, findet Pierre-Auguste Renoir im Impressionismus sein Glück in den Farben- und malt auch im Rollstuhl weiter.

In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch, wie ein Schneidersohn aus Limoges zu einem der berühmtesten Maler Frankreichs wird, warum ein Mangel an schwarzer Farbe den Impressionismus mitprägt, und wieso Renoir trotz schwerer Krankheit bis zuletzt Bilder voller Lebensfreude malt. Am 25. Februar 1841 wird Pierre-Auguste Renoir geboren. Seine Eltern sind Schneider, die Familie lebt bescheiden. Als Teenager arbeitet er zunächst als Porzellanmaler, lernt präzises Handwerk, bevor er an der Kunsthochschule seine Leidenschaft entdeckt. In Paris erlebt er eine Stadt im Umbruch: neue Boulevards, ein wachsendes Bürgertum, ein neues Lebensgefühl. Mit Freunden wie Claude Monet malt Renoir draußen in der Natur. Statt strenger Linien setzt er auf helle Farben und flüchtige Eindrücke. So entsteht der Impressionismus, zunächst verspottet, später weltberühmt. Renoir zeigt vor allem das schöne Leben: tanzende Paare, elegante Frauen, Menschen im Grünen. Doch im Alter macht ihm rheumatische Arthritis schwer zu schaffen. Er sitzt im Rollstuhl, lässt sich die Pinsel an die Hände binden, und malt weiter. Bis zu seinem Tod 1919 bleibt ihm die Kunst Trost und Lebenselixier. Oder, wie er selbst sagt: Der Schmerz vergeht, die Schönheit bleibt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Markus Stegmann, Kunsthistoriker und Direktor des Museum Langmatt, Baden, Schweiz Julius Meier-Graefe: Auguste Renoir, 1920. Alexander Eiling: Renoir. Rococo Revival, 2022. Barbara Schaefer (Hg.): Paris 1863 · 1874: Revolution in der Kunst. Vom Salon zum Impressionismus, 2024. Barbara Schaefer: Meisterwerke des Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Langmatt, 2025. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Laura Dresch Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch:
  • wie ein Schneidersohn aus Limoges zu einem der berühmtesten Maler Frankreichs wird,
  • warum ein Mangel an schwarzer Farbe den Impressionismus mitprägt,
  • und wieso Renoir trotz schwerer Krankheit bis zuletzt Bilder voller Lebensfreude malt.

Am 25. Februar 1841 wird Pierre-Auguste Renoir geboren. Seine Eltern sind Schneider, die Familie lebt bescheiden. Als Teenager arbeitet er zunächst als Porzellanmaler, lernt präzises Handwerk, bevor er an der Kunsthochschule seine Leidenschaft entdeckt. In Paris erlebt er eine Stadt im Umbruch: neue Boulevards, ein wachsendes Bürgertum, ein neues Lebensgefühl.

Mit Freunden wie Claude Monet malt Renoir draußen in der Natur. Statt strenger Linien setzt er auf helle Farben und flüchtige Eindrücke. So entsteht der Impressionismus, zunächst verspottet, später weltberühmt. Renoir zeigt vor allem das schöne Leben: tanzende Paare, elegante Frauen, Menschen im Grünen.

Doch im Alter macht ihm rheumatische Arthritis schwer zu schaffen. Er sitzt im Rollstuhl, lässt sich die Pinsel an die Hände binden, und malt weiter. Bis zu seinem Tod 1919 bleibt ihm die Kunst Trost und Lebenselixier. Oder, wie er selbst sagt: Der Schmerz vergeht, die Schönheit bleibt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Markus Stegmann, Kunsthistoriker und Direktor des Museum Langmatt, Baden, Schweiz
  • Julius Meier-Graefe: Auguste Renoir, 1920.
  • Alexander Eiling: Renoir. Rococo Revival, 2022.
  • Barbara Schaefer (Hg.): Paris 1863 · 1874: Revolution in der Kunst. Vom Salon zum Impressionismus, 2024.
  • Barbara Schaefer: Meisterwerke des Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Langmatt, 2025.

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Laura Dresch
Redaktion: David Rother

Kopernikus vs. Kirche: Kampf um das Weltbild

Kopernikus vs. Kirche: Kampf um das Weltbild WDR Zeitzeichen 24.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 25.02.2099 WDR 5

Nikolaus Kopernikus entwirft ein Weltbild, das mit dem Alten Testament nicht vereinbar ist. Aufsehen erregt seine Theorie aber erst lange nach seinem Tod.

In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg, warum Kopernikus alles andere als ein Revolutionär war, vom ptolemäischen Weltbild mit der Erde als Zentrum, wie Kopernikus' Theorie erst von Galilei verteidigt und dann von Kepler verbessert wird. Mit seiner Theorie, dass die Erde die Sonne umkreise und nicht umgekehrt, stellt Nikolaus Kopernikus das seit fast eineinhalb Jahrtausenden gültige Weltbild in Frage. Als bibelfester Wissenschaftler zögert er lange, ehe er sie der breiten Öffentlichkeit vorstellt. Als sein Werk "De Revolutionibus Orbium Caelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper") 1543 erscheint, liegt Kopernikus bereits im Sterben. Großes Aufsehen erregt seine Schrift zunächst nicht. Erst Jahrzehnte später fühlt sich die katholische Kirche herausgefordert: Galileo Galilei kommt zu dem Schluss dass das heliozentrische Weltbild des Kopernikus richtig sein müsse. Am 24. Februar 1616 wird die Lehre des Kopernikus von der Inquisition offiziell zur Irrlehre erklärt. Wenige Tage später landet sein Hauptwerk auf dem Index der verbotenen Bücher. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Martin Carrier, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Bielefeld und Kopernikus-Biograf Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Sefa İnci Suvak Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:
  • warum Kopernikus alles andere als ein Revolutionär war,
  • vom ptolemäischen Weltbild mit der Erde als Zentrum,
  • wie ein heimlich ergänztes Vorwort in Kopernikus' Werk die katholische Kirche beruhigt,
  • wie Kopernikus' Theorie erst von Galilei verteidigt und dann von Kepler verbessert wird.

Mit seiner Theorie, dass die Erde die Sonne umkreise und nicht umgekehrt, stellt Nikolaus Kopernikus das seit fast eineinhalb Jahrtausenden gültige Weltbild in Frage. Als bibelfester Wissenschaftler zögert er lange, ehe er sie der breiten Öffentlichkeit vorstellt. Als sein Werk "De Revolutionibus Orbium Caelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper") 1543 erscheint, liegt Kopernikus bereits im Sterben.

Großes Aufsehen erregt seine Schrift zunächst nicht. Die Theorien gelten eher als Hypothesen, denn als Umsturz der alten Ordnung. Erst Jahrzehnte später fühlt sich die katholische Kirche herausgefordert - durch Galileo Galilei. Er kommt zu dem Schluss dass das heliozentrische Weltbild des Kopernikus richtig sein müsse.

Um Galilei anklagen zu können, wird am 24. Februar 1616 die Lehre des Kopernikus von der Inquisition offiziell zur Irrlehre erklärt. Wenige Tage später landet sein Hauptwerk auf dem Index der verbotenen Bücher. Aufhalten lässt sich die "kopernikanische Wende" dadurch aber nicht mehr.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Martin Carrier, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Bielefeld und Kopernikus-Biograf
  • Martin Carrier: Nikolaus Kopernikus. München 2001
  • Hubert Wolf: Kontrolle des Wissens. Kirche im Spannungsfeld zwischen Forschung und Zensur. S. 11-21. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 2009, Band 28. Ostfildern 2011

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Autorin: Daniela Wakonigg
Redaktion: Sefa İnci Suvak
Technik: Moritz Raestrup

Das bewegte Leben von "Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig

Das bewegte Leben von "Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig WDR Zeitzeichen 23.02.2026 14:56 Min. Verfügbar bis 24.02.2099 WDR 5

Mehr als Bauwagen, Latzhose und Erfindertum: Das Leben von "Löwenzahn"‑Moderator Peter Lustig (gestorben am 23.2.2016) war geprägt von Kreativität, Traumata und Brüchen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer, was ein Ei und eine Glatze mit Lustigs Karriere zu tun haben, von Peters traumatischer Flucht aus Breslau und von seiner Ehe mit "Bibi Blocksberg"-Autorin Elfie Donnelly. Peter Lustig ist das Gesicht von "Löwenzahn". Klar, so kennt man ihn. Fast 25 Jahre lang gibt er für die junge Zielgruppe den Tüftler-Eremiten in Latzhose. Doch Peter Lustig ist nicht nur Kinderfernsehpionier. Er ist auch Flüchtlingskind, Bhagwan-Anhänger und Patient. 1984 wird bei Lustig Lungenkrebs diagnostiziert. Trotzdem macht er weiter. Neben seiner Neugier ist vor allem seine Authentizität ein Erfolgsfaktor. Für die Arbeit an "Löwenzahn" wird Peter Lustig unter anderem mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet. Zudem erhält er das Bundesverdienstkreuz. Am 23. Februar 2016 stirbt der sanfte "Welterklärer" im Alter von 78 Jahren. Das ist unsere wichtigste Quelle und unsere Interviewpartnerin: Elfie Donnelly, Autorin; Ex-Frau von Peter Lustig und Mutter des gemeinsamen Sohnes Elfie Donnelly: Peters Flucht. Wien 1986 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fritz Schaefer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:
  • was ein Ei und eine Glatze mit Lustigs Karriere zu tun haben,
  • von Peters traumatischer Flucht aus Breslau,
  • von seiner Ehe mit "Bibi Blocksberg"-Autorin Elfie Donnelly,
  • von Lustigs Leben als Bhagwan-Jünger,
  • wie eine Krebserkrankung sein Leben radikal ändert.

Peter Lustig ist das Gesicht von "Löwenzahn". Klar, so kennt man ihn. Fast 25 Jahre lang gibt er für die junge Zielgruppe den Tüftler-Eremiten in Latzhose. Wohnhaft in einem umgebauten Bauwagen, umgeben von den für ihn typischen Erfindungen. Darunter etwa eine Treppe aus Stühlen oder die sprechende Ukulelen-Türklingel "Klaus-Dieter".

Doch Peter Lustig ist nicht nur Kinderfernsehpionier. Er ist auch Flüchtlingskind, Bhagwan-Anhänger und Patient. 1984 wird bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert. Nach mehreren Operationen bleibt ihm nur ein Lungenflügel. Trotzdem macht er weiter. Neben Lustigs Neugier ist vor allem seine Authentizität ein Erfolgsfaktor: Er ist kein Lehrertyp, doziert nicht streng pädagogisch. Lustig bricht mit Konventionen und erzählt Wissen neu.

Für die Arbeit an "Löwenzahn" wird Peter Lustig unter anderem mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet. Zudem erhält er das Bundesverdienstkreuz. Am 23. Februar 2016 stirbt der sanfte "Welterklärer" im Alter von 78 Jahren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Elfie Donnelly, Autorin; Ex-Frau von Peter Lustig und Mutter des gemeinsamen Sohnes
  • Elfie Donnelly: Peters Flucht. Wien 1986

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Fritz Schaefer
Redaktion: Matti Hesse

People Power Revolution: Manila, Marcos und die Macht der Straße

People Power Revolution: Manila, Marcos und die Macht der Straße WDR Zeitzeichen 22.02.2026 14:18 Min. Verfügbar bis 23.02.2099 WDR 5

Am 22. Januar 1986 beginnt auf den Philippinen ein Volksaufstand gegen Wahlbetrug und autoritäre Herrschaft. Er gilt als Beispiel für gewaltfreien politischen Umbruch.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi wie der Schuss auf Benigno Aquino die Philippinen verändert, von Corazon Aquino - einer starken Witwe, die den Kampf ihres Mannes weiterführt und von einer friedlichen Revolution, die letztlich nichts revolutioniert. Nach dreijährigem Exil kehrt Benigno Aquino auf die Philippinen zurück. Er wird noch auf dem Flugfeld erschossen. Ob der Oppositionsführer gegen das Regime von Ferdinand Marcos mit Billigung oder gar auf Befehl des Diktators erschossen wird, ist bis heute ungeklärt. Dieses Attentat markiert den Anfang vom Ende der Marcos-Ära. Ferdinand Marcos regiert das Land über Jahre diktatorisch mit Hilfe des Kriegsrechts. Sein dreister Wahlbetrug, um den Sieg von Aquinos Witwe Corazon zu verhindern, ist schließlich der Tropfen auf dem heißen Stein. Am 22. Februar 1986 revoltieren philippinische Militäreinheiten gegen den Diktator. Binnen Stunden schließen sich Hunderttausende Zivilisten an. Drei Tage lang, stellen sich die Philippiner friedlich gegen Waffen. Dann akzeptiert Marcos den US-Vorschlag, mitsamt seiner Frau das Land in Richtung Hawaii zu verlassen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Diana Ramos-Dehn, Zeitzeugin und Aktivistin Mirjam Overhoff, philippinenbüro e.V. Stephanie Schüller, Missio Deutschland Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
  • wie der Schuss auf Benigno Aquino die Philippinen verändert,
  • von Corazon Aquino - einer starken Witwe, die den Kampf ihres Mannes weiterführt,
  • von Imelda Marcos, die in Reichtum schwelgt, während die Philippiner hungern,
  • von einer friedlichen Revolution, die letztlich nichts revolutioniert.

Nach dreijährigem Exil kehrt Benigno Aquino auf die Philippinen zurück. Er wird noch auf dem Flugfeld erschossen. Ob der Oppositionsführer gegen das Regime von Ferdinand Marcos mit Billigung oder gar auf Befehl des Diktators erschossen wird, ist bis heute ungeklärt. Dieses Attentat vor den Augen der Weltöffentlichkeit markiert den Anfang vom Ende der Marcos-Ära.

Ferdinand Marcos plündert das Land aus und regiert es über Jahre diktatorisch mit Hilfe des Kriegsrechts. Sein dreister Wahlbetrug, um den Sieg von Aquinos Witwe Corazon zu verhindern, ist schließlich der Tropen auf dem heißen Stein. Am 22. Februar 1986 revoltieren philippinische Militäreinheiten gegen den Diktator. Binnen Stunden schließen sich Hunderttausende Zivilisten an und blockieren Manilas berühmten EDSA-Boulevard. Drei Tage lang, stellen sich die Philippiner friedlich gegen Waffen. Dann akzeptiert Marcos den US-Vorschlag, mitsamt seiner Frau das Land in Richtung Hawaii zu verlassen.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Diana Ramos-Dehn, Zeitzeugin und Aktivistin
  • Mirjam Overhoff, philippinenbüro e.V.
  • Stephanie Schüller, Missio Deutschland

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Autor: Murat Kayi
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

Tod in Moskau: Potsdams Bürgermeister verschwindet aus der DDR

Tod in Moskau: Potsdams Bürgermeister verschwindet aus der DDR WDR Zeitzeichen 21.02.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 22.02.2099 WDR 5

Erwin Köhler und seine Frau setzen sich für eine unabhängige CDU ein. Wegen Antisowjethetze und Spionage verurteilt, werden sie im Februar 1951 hingerichtet - fernab der DDR.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug wie der Potsdamer CDU-Politiker Erwin Köhler und seine Frau Charlotte 1950 verhaftet werden, warum ein sowjetisches Militärtribunal ihnen "Antisowjethetze" und Spionage vorwirft, wie ihre Kinder jahrelang über das Schicksal der Eltern im Ungewissen bleiben. Potsdam, Frühjahr 1950: Erwin Köhler, Vizebürgermeister und CDU-Kreisvorsitzender, setzt sich für die Unabhängigkeit seiner Partei ein. In der jungen DDR ist das nicht erwünscht. Ein eingeschleuster Spitzel drängt ihn aus dem Amt, kurz darauf verhaften sowjetische Sicherheitskräfte ihn und seine Frau. Das Urteil fällt vor einem sowjetischen Militärtribunal. Grundlage ist der berüchtigte Artikel 58, ein Gummiparagraph, mit dem im Stalinismus politische Gegner ausgeschaltet werden. Der Vorwurf: Spionage, unter anderem wegen einer Fahrt durch West-Berlin. Das Todesurteil wird in Moskau vollstreckt. Erst Jahre später erfahren die Kinder, dass ihre Eltern 1951 "verstorben" seien. Ihre Namen werden aus der Potsdamer Stadtgeschichte und der Geschichte der CDU gelöscht. Ein Beispiel für das stalinistische Prinzip, Menschen nicht nur zu töten, sondern auch aus der Geschichte verschwinden zu lassen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Anna Kaminsky (Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) Dr. Jörg Morré (Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Carolin Rückl, Matti Hesse Technik: Holger Maerten


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:
  • wie der Potsdamer CDU-Politiker Erwin Köhler und seine Frau Charlotte 1950 verhaftet werden,
  • warum ein sowjetisches Militärtribunal ihnen "Antisowjethetze" und Spionage vorwirft,
  • wie ihre Kinder jahrelang über das Schicksal der Eltern im Ungewissen bleiben.

Potsdam, Frühjahr 1950: Erwin Köhler, Vizebürgermeister und CDU-Kreisvorsitzender, setzt sich für die Unabhängigkeit seiner Partei ein. In der jungen DDR ist das nicht erwünscht. Ein eingeschleuster Spitzel drängt ihn aus dem Amt, kurz darauf verhaften sowjetische Sicherheitskräfte ihn und seine Frau.

Das Urteil fällt vor einem sowjetischen Militärtribunal. Grundlage ist der berüchtigte Artikel 58, ein Gummiparagraph, mit dem sich mit der passenden Auslegung im Stalinismus politische Gegner ausschalten ließen. Der Vorwurf: Spionage, unter anderem wegen einer Fahrt durch West-Berlin. Das Todesurteil wird in Moskau vollstreckt.

Ihre Namen werden aus der Potsdamer Stadtgeschichte und der Geschichte der CDU gelöscht. Ein Beispiel für das stalinistische Prinzip, Menschen nicht nur zu töten, sondern auch aus der Geschichte verschwinden zu lassen. Erst Jahre später erfahren die Kinder, dass ihre Eltern 1951 "verstorben" seien.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Anna Kaminsky (Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
  • Dr. Jörg Morré (Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst)

Weiterführende Links:
  • Digitales Totenbuch Donskoje 1950-1953
  • Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
  • Planet Wissen: Leben in der DDR
  • bpb: DDR kompakt: 1949 - 1953

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Autor: Thomas Klug
Redaktion: Carolin Rückl, Matti Hesse
Technik: Holger Maerten

Das Green Book: Überlebenshilfe für Schwarze auf US-Straßen

Das Green Book: Überlebenshilfe für Schwarze auf US-Straßen WDR Zeitzeichen 20.02.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 21.02.2099 WDR 5

Ohne das "Green Book" wird für Schwarze Familien jede Autofahrt zum Risiko. Der unscheinbare Reiseführer von 1936 weist ihnen den Weg zu sicheren Orten in einem streng getrennten Amerika.

In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock, warum afroamerikanische Familien auf Reisen ein spezielles Handbuch brauchen, wie Postboten in den USA ein landesweites Netzwerk sicherer Adressen aufbauen und weshalb selbst berühmte Musiker ohne dieses Buch oft keine Unterkunft finden. 1936 erscheint in den USA ein unscheinbares Heft: das "Negro Motorist Green Book", so der offizielle Titel. Für Schwarze Reisende wird es schnell unverzichtbar. Denn Hotels, Restaurants oder Tankstellen weisen sie vielerorts ab. In manchen Städten, den sogenannten "Sundown Towns", ist es für Nichtweiße lebensgefährlich, nach Sonnenuntergang zu bleiben. Herausgeber Victor Green, ein Postbote aus Harlem, sammelt deshalb Adressen von Pensionen, Werkstätten und Geschäften, die afroamerikanische Kunden willkommen heißen. Kollegen aus dem Postnetz liefern ihm Hinweise aus allen Bundesstaaten. Das jährlich erscheinende "Green Book" wird so zu einem Symbol für Sicherheit, Selbsthilfe und Reisefreiheit. Längst ist mehr ist als ein kleiner Ratgeber für Autofahrer, es ist jetzt ein richtiger Reiseführer für Schwarze. Auf über 100 Seiten listet das "Green Book" nun Ziele in allen 50 Bundesstaaten, Kanada und der Karibik auf. 1966 wird die letzte Ausgabe gedruckt. Nach dem Ende der gesetzlichen Rassentrennung verschwindet das "Green Book" aus den Autos und aus dem kollektiven Gedächtnis. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Candacy Taylor, Historikerin, Autorin, Dokumentarin (USA) Smithsonian Institution Traveling Exhibition Service: The Negro Motorist Green Book: https://negromotoristgreenbook.si.edu/ Library of congress: The Negro motorist Green-book: https://www.loc.gov/item/2016298176/ National Underground Railroad Center: The Negro Motorist Green Book: https://freedomcenter.org/the-green-book/ Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:
  • warum afroamerikanische Familien auf Reisen ein spezielles Handbuch brauchen,
  • wie Postboten in den USA ein landesweites Netzwerk sicherer Adressen aufbauen
  • und weshalb selbst berühmte Musiker ohne dieses Buch oft keine Unterkunft finden.

1936 erscheint in den USA ein unscheinbares Heft: das "Negro Motorist Green Book", wie es offiziell heißt. Für Schwarze Reisende wird es schnell unverzichtbar. Denn Hotels, Restaurants oder Tankstellen weisen sie vielerorts ab. In manchen Städten, den sogenannten "Sundown Towns", ist es für Nichtweiße lebensgefährlich, nach Sonnenuntergang zu bleiben. So wird das "Green Book" zur Hilfe gegen den Rassenterror.

Herausgeber Victor Green, ein Postbote aus Harlem, sammelt deshalb Adressen von Pensionen, Werkstätten und Geschäften, die afroamerikanische Kunden willkommen heißen. Kollegen aus dem Postnetz liefern ihm Hinweise aus allen Bundesstaaten. Das jährlich erscheinende "Green Book" wird so zu einem Symbol für Sicherheit, Selbsthilfe und Reisefreiheit. Längst ist mehr ist als ein kleiner Ratgeber für Autofahrer, es ist jetzt ein richtiger Reiseführer für Schwarze. Auf über 100 Seiten listet das "Green Book" nun Ziele in allen 50 Bundesstaaten, Kanada und der Karibik auf.

1966 wird die letzte Ausgabe gedruckt. Nach dem Ende der gesetzlichen Rassentrennung verschwindet das "Green Book" aus den Autos und aus dem kollektiven Gedächtnis.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

Weiterführende Links:

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Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
Redaktion: Matti Hesse

War selbst ziemlich verrückt nach Tulpen: Carolus Clusius

War selbst ziemlich verrückt nach Tulpen: Carolus Clusius WDR Zeitzeichen 19.02.2026 14:44 Min. Verfügbar bis 20.02.2099 WDR 5

Carolus Clusius, am 19.2.1526 in Flandern geboren, wird zum Mitbegründer der modernen Botanik und maßgeblich mitverantwortlich für den sogenannten Tulpenwahn.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka, wie der weitgereiste Gelehrte Carolus Clusius zum "Vater der Tulpe" wird, warum ihn die farbenprächtigen Blumen aus dem Osmanischen Reich nicht mehr loslassen und wie seine Pflanzenleidenschaft den berühmten Tulpenwahn auslöst. Handelt es sich wirklich um die erste große Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte? Als der alte, gebrechliche Botaniker 1593 in Leiden ankommt, gilt er als einer der bekanntesten Pflanzenkundler Europas: Carolus Clusius, geboren 1526 im damals spanisch beherrschten Arras, hat in mehreren Ländern studiert, sieben Sprachen gelernt und ein riesiges Netzwerk von Gelehrten aufgebaut. Statt als Arzt zu arbeiten, widmet er sich ganz der Schönheit und Vielfalt der Pflanzen. Sein größter Schatz: eine Sammlung Tulpenzwiebeln aus dem Osmanischen Reich. Im Botanischen Garten von Leiden pflanzt er die seltenen Gewächse an – und macht sie damit in den Niederlanden begehrt. Reiche Bürger reißen sich um die exotischen Blumen. Aus der Leidenschaft eines Gelehrten entsteht so ein Fieber, das bald ganz Holland erfasst. Bis heute gilt die Tulpenmanie als Musterbeispiel für eine Spekulationsblase. Sie soll die gesamte Wirtschaft der Niederlande schwer geschädigt und unzählige Menschen ruiniert haben. Doch neuere Forschungen sprechen dafür, dass dies so nicht der historischen Realität entspricht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Gerda van Uffelen (Botanikerin, ehemalige Kuratorin des Hortus botanicus in Leiden) Apl. Professor Dr. Ralf Banken (Wirtschaftshistoriker, Goethe-Universität Frankfurt) Mike Dash: Tulpenwahn. Die verrückteste Spekulation der Geschichte, Berlin 2005 Anne Goldgar: Tulipmania. Money, Honor, and Knowledge in the Dutch Golden Age, Chicago und London 2007 Anna Pavord: Die Tulpe. Eine Kulturgeschichte, Frankfurt am Main und Leipzig 2003 Peter M. Garber: Famous First Bubbles: The Fundamentals of Early Manias, Cambrige 2000 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:
  • wie der weitgereiste Gelehrte Carolus Clusius zum "Vater der Tulpe" wird,
  • warum ihn die farbenprächtigen Blumen aus dem Osmanischen Reich nicht mehr loslassen,
  • wie seine Pflanzenleidenschaft den berühmten Tulpenwahn auslöste
  • und ob all die Erzählungen um ihn als erste große Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte wirklich stimmen.

Als der alte, gebrechliche Botaniker 1593 in Leiden ankommt, gilt er als einer der bekanntesten Pflanzenkundler Europas: Carolus Clusius, geboren 1526 im damals spanisch beherrschten Arras, hat in mehreren Ländern studiert, sieben Sprachen gelernt und ein riesiges Netzwerk von Gelehrten aufgebaut. Statt als Arzt zu arbeiten, widmet er sich ganz der Schönheit und Vielfalt der Pflanzen.

Sein größter Schatz: eine Sammlung Tulpenzwiebeln aus dem Osmanischen Reich, die er in Wien kennengelernt hat. Im Botanischen Garten von Leiden pflanzt er die seltenen Gewächse an – und macht sie damit in den Niederlanden begehrt. Reiche Bürger reißen sich um die exotischen Blumen. Aus der Leidenschaft eines Gelehrten entsteht so ein Fieber, das bald ganz Holland erfasst. Bis heute gilt die Tulpenmanie als Musterbeispiel für eine Spekulationsblase. Sie soll die gesamte Wirtschaft der Niederlande schwer geschädigt und unzählige Menschen ruiniert haben. Doch neuere Forschungen sprechen dafür, dass dies so nicht der historischen Realität entspricht.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Gerda van Uffelen (Botanikerin, ehemalige Kuratorin des Hortus botanicus in Leiden)
  • Apl. Professor Dr. Ralf Banken (Wirtschaftshistoriker, Goethe-Universität Frankfurt)
  • Mike Dash: Tulpenwahn. Die verrückteste Spekulation der Geschichte, Berlin 2005
  • Anne Goldgar: Tulipmania. Money, Honor, and Knowledge in the Dutch Golden Age, Chicago und London 2007
  • Anna Pavord: Die Tulpe. Eine Kulturgeschichte, Frankfurt am Main und Leipzig 2003
  • Peter M. Garber: Famous First Bubbles: The Fundamentals of Early Manias, Cambrige 2000

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Autorin: Christiane Kopka
Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse
Technik: Sascha Schiemann

Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten

Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten WDR Zeitzeichen 18.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 19.02.2099 WDR 5

Die Engländer bejubeln Maria, als sie den Thron besteigt. Geboren als Tochter von Heinrich VIII. (am 18.2.1516), bringt sie das Volk als strenge Katholikin und Gewaltherrscherin rasch gegen sich auf.

In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer, warum die Wahl von Marias Ehemann in England für einen Aufschrei sorgt, was Calais mit ihrem politischen Niedergang zu tun hat und von ihrer Nachfolgerin Elisabeth I., der Begründerin des englischen Weltreichs. Am 18. Februar 1516 kommt Mary Tudor zur Welt. Da der einzige männliche Nachkomme ihres Vaters Heinrich VIII. bereits mit 15 Jahren stirbt, steigt sie 1553 zur ersten Königin Englands auf. Kaum an der Macht, leitet Maria I. die Rekatholisierung ihres Reiches ein. Ketzer werden unerbittlich verfolgt. Selbst abtrünnige Geistliche und Adelige in höchsten Ämtern sterben auf dem Scheiterhaufen. In ständiger Angst vor Marias katholischem Terrorregime wendet sich das Volk von ihr ab - und jubelt regelrecht, als sie 1558 an Grippe stirbt. Etwa 300 Protestanten hat Maria I. in ihren gerade einmal fünf Regierungsjahren brutal hinrichten lassen. Sie geht als "Bloody Mary" in die Geschichte ein. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Helga Schnabel-Schüle, Historikerin, Uni Trier Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:
  • wie sich Heinrich VIII. für einen männlichen Nachkommen gegen den Papst stellt,
  • warum die Wahl von Marias Ehemann in England für einen Aufschrei sorgt,
  • was Calais mit ihrem politischen Niedergang zu tun hat,
  • von ihrer Nachfolgerin Elisabeth I., Begründerin des englischen Weltreichs.

Am 18. Februar 1516 kommt Mary Tudor zur Welt. Da der einzige männliche Nachkomme ihres Vaters Heinrich VIII. bereits mit 15 Jahren stirbt, steigt sie 1553 zur ersten Königin Englands auf.

Kaum an der Macht, leitet Maria I. die Rekatholisierung ihres Reiches ein. Gilt sie zunächst noch als milde und tolerante, vom Volk umjubelte Hoffnungsträgerin, wandelt sie sich rasch zur mörderischen Monarchin. Ketzer werden unerbittlich verfolgt. Selbst abtrünnige Geistliche und Adelige in höchsten Ämtern sterben auf dem Scheiterhaufen.

In ständiger Angst vor Marias katholischem Terrorregime wendet sich das Volk von ihr ab - und jubelt regelrecht, als sie 1558 an Grippe stirbt. Was bleibt, ist eine lange Opferliste: Etwa 300 Protestanten hat Maria I. in ihren gerade einmal fünf Regierungsjahren brutal hinrichten lassen. Sie geht als "Bloody Mary" in die Geschichte ein.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Helga Schnabel-Schüle, Historikerin, Uni Trier
  • Peter Wende (Hg.): Englische Könige und Königinnen der Neuzeit. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II., München 1982

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Herwig Katzer
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

Heinrich Heine: Warum ein Dichter für seine Worte fliehen muss

Heinrich Heine: Warum ein Dichter für seine Worte fliehen muss WDR Zeitzeichen 17.02.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 18.02.2099 WDR 5

Am 17.2.1856 stirbt Heinrich Heine im Exil in Paris - der Dichter, den Zensur und Anfeindungen aus Deutschland treiben, weil seine Worte zu frei und zu politisch sind.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz, wie sehr Heine der Einzug Napoleons in Düsseldorf prägt, dass ihn seine Heimat Deutschland trotz aller Zensur nie loslässt und von seinen letzten Jahren, in denen er krank, aber nicht einsam ist. Heinrich Heine ist einer der größten, scharfsinnigsten und populärsten Dichter deutscher Sprache. Der gebürtige Düsseldorfer ist gerade 25, da erscheint ein schmaler Band mit Lyrik: 58 Texte, darunter später so berühmte Gedichte wie "Belsatzar" oder "Die Grenadiere". Wegen seiner Kritik an bestimmten kirchlichen Zusammenhängen, an Willkürherrschaften oder Fürstentümern kommen seine Werke in Deutschland auf den Index. 1831 flüchtet Heine nach Paris, wo er den Rest seines Lebens bleiben wird. In seinen letzten Jahren ist er an sein Bett gefesselt. Trotz der schweren Nervenkrankheit lassen seine Schaffenskraft und sein Wille zur politischen Kritik bis zum Tod nicht nach. Der Dichter stirbt am 17. Februar 1856 mit nur 58 Jahren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf Manfred Windfuhr und das Heinrich-Heine-Institut (Hg.): Heinrich Heine. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Hamburg 1973-97 Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. Stuttgart 1987 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:
  • wie sehr Heine der Einzug Napoleons in Düsseldorf prägt,
  • dass ihn seine Heimat Deutschland trotz aller Zensur nie loslässt,
  • von Heines Ironie und seinen oft verkannten Musikkritiken,
  • von seinen letzten Jahren, in denen er krank, aber nicht einsam ist.

Heinrich Heine ist einer der größten, scharfsinnigsten und populärsten Dichter deutscher Sprache. Der gebürtige Düsseldorfer ist gerade 25, da erscheint in Berlin ein schmaler Band mit Lyrik: 58 Texte, darunter später so berühmte Gedichte wie "Belsatzar" oder "Die Grenadiere". Heine entpuppt sich als genauer Beobachter mit spitzer Zunge. Wegen seiner Kritik an bestimmten kirchlichen Zusammenhängen, an Willkürherrschaften und Fürstentümern kommen seine Werke in Deutschland auf den Index.

1831 flüchtet Heine nach Paris, wo er den Rest seines Lebens bleiben wird. Hier lernt er seine große Liebe kennen und macht den Zensoren zuhause auf seine unvergleichliche Art den Prozess: in Feuilletons, Reiseberichten und Gedichten. In seinen letzten Jahren ist Heine an sein Pariser Bett gefesselt. Trotz der schweren Nervenkrankheit lassen seine Schaffenskraft und sein Wille zur politischen Kritik bis zum Tod nicht nach. Der Dichter stirbt am 17. Februar 1856 mit nur 58 Jahren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf
  • Manfred Windfuhr und das Heinrich-Heine-Institut (Hg.): Heinrich Heine. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Hamburg 1973-97
  • Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. Stuttgart 1987
  • Joseph A. Kruse (Hg.): "Ich Narr des Glücks". Heinrich Heine 1797-1856. Bilder einer Ausstellung. Stuttgart/Weimar 1997
  • Michael Mann: Heinrich Heines Musikkritiken. Hamburg 1971

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Autor: Christoph Vratz
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Voyeur für die Wissenschaft: Der Sex-Forscher William Masters

Voyeur für die Wissenschaft: Der Sex-Forscher William Masters WDR Zeitzeichen 16.02.2026 14:28 Min. Verfügbar bis 17.02.2099 WDR 5

Die Forschung von William H. Masters zur menschlichen Sexualität ist bahnbrechend - auch Dank seiner Partnerin Virginia Johnson. Er stirbt am 16.2.2001.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi, warum Masters' erste Untersuchungen nicht im Labor, sondern im Bordell stattfinden, wie Masters seine junge Assistentin zum Sex zwingt und wie sich der Sexualforscher letztlich ins wissenschaftliche Abseits spielt. William Masters leistet gemeinsam mit seiner Ehefrau Virginia Johnson Pionierarbeit in der Sexualforschung. Dabei widerlegt er viele falsche Vorstellungen über Sexualität. Denn anders als seine Vorgänger setzt er nicht nur auf Befragungen, sondern beobachtet seine Probandinnen und Probanden beim Sex. Er will den Sex buchstäblich vermessen, will wissen, was vor, während und nach einem Orgasmus im Körper passiert. Zusammen bringen Masters und Johnson 1966 ihr bahnbrechendes Werk "Die sexuelle Reaktion" auf den Markt - es wird ein Riesenerfolg. Doch Ende der 1970er-Jahre verspielt Masters seinen Ruhm, als er behauptet, er könne schwule Männer zu Heterosexuellen umformen. Später schürt er entgegen des Forschungsstands die Angst vor Aids. Am 16. Februar 2001 stirbt William Masters im Alter von 85 Jahren an Parkinson. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Richard Kühl, Sexualforscher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Johannes Fuß, forensischer Psychiater, Sexualforscher, LVR-Universitätsklinik Essen Heinz-Jürgen Voß, Sexualforscher, Uni Merseburg William Masters und Virginia Johnson: Das verdrängte Risiko. Sexualverhalten im Aidszeitalter, München 1988 William Masters und Virginia Johnson: Liebe und Sexualität, Frankfurt am Main 1993 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
  • warum Masters' erste Untersuchungen nicht im Labor, sondern im Bordell stattfinden,
  • wie Johnson trotz fehlender akademischer Meriten seine Forschung in Schwung bringt,
  • wie Masters seine junge Assistentin hinter den Kulissen zum Sex zwingt,
  • wie sich Masters durch seine steinzeitlichen Ansichten ins wissenschaftliche Abseits spielt.

William Masters leistet gemeinsam mit seiner Ehefrau Virginia Johnson Pionierarbeit in der Sexualforschung. Dabei widerlegt er viele falsche Vorstellungen über Sexualität. Denn anders als seine Vorgänger - etwa Alfred Kinsey - setzt er nicht nur auf Befragungen, sondern beobachtet seine Probandinnen und Probanden beim Sex. Er will den Sex buchstäblich vermessen, will wissen, was vor, während und nach einem Orgasmus im Körper passiert.

Zusammen bringen Masters und Johnson 1966 ihr bahnbrechendes Werk "Die sexuelle Reaktion" auf den Markt - es wird ein Riesenerfolg. Doch Ende der 1970er-Jahre verspielt Masters seinen Ruhm, als er behauptet, er könne schwule Männer zu Heterosexuellen umformen. Später schürt er entgegen des Forschungsstands die Angst vor Aids. Am 16. Februar 2001 stirbt William Masters im Alter von 85 Jahren an Parkinson.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Richard Kühl, Sexualforscher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Johannes Fuß, forensischer Psychiater, Sexualforscher, LVR-Universitätsklinik Essen
  • Heinz-Jürgen Voß, Sexualforscher, Uni Merseburg
  • William Masters und Virginia Johnson: Das verdrängte Risiko. Sexualverhalten im Aidszeitalter, München 1988
  • William Masters und Virginia Johnson: Liebe und Sexualität, Frankfurt am Main 1993

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Autor: Murat Kayi
Redaktion: Frank Zirpins

Die ENIAC-Frauen: Die wahre Geschichte des ersten Universalcomputers

Die ENIAC-Frauen: Die wahre Geschichte des ersten Universalcomputers WDR Zeitzeichen 15.02.2026 14:46 Min. Verfügbar bis 16.02.2099 WDR 5

Am 15.2.1946 wird der erste programmierbare elektronische Computer vorgestellt und ändert unsere Welt. Doch die Frauen, die ihn programmierten, geraten in Vergessenheit.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte, warum die sechs ENIAC-Frauen ohne den Krieg nie als Mathematikerinnen hätten arbeiten dürfen, warum Frauen in der Tech-Branche bis heute im Schatten stehen und warum die ENIAC-Frauen trotz allem stolze Pionierinnen waren. Ab 1942 entwickelt das US-Militär einen Universalrechner, der die komplizierten Flugbahnen von Geschossen berechnet soll. Der ENIAC ist ein gigantische Ungetüm: 27 Tonnen schwer und im Rohzustand nicht mehr als eine Ansammlung von Stahl, Röhren und Kabeln. Zum Leben erwecken sollen ihn sechs Mathematikerinnen, die zuvor stundenlang Flugbahnen per Hand berechnet haben: Jean Jennings Bartik, Betty Snyder Holberton, Frances Bilas Spence, Ruth Lichterman Teitelbaum, Kathleen "Kay" McNulty Mauchly und Marlyn Meltzer Wescoff. Eine Mammutaufgabe, denn es gibt keine Programmiersprache, sondern lediglich einen Schaltplan. Die sechs Frauen müssen sich alleine zurechtfinden - und leisten echte Pionierarbeit. Am 15. Februar 1946 ist es soweit: Der ENIAC wird öffentlich vorgestellt und spuckt in sekundenschnelle eine Flugbahn aus. Politiker, Militärs und Geldgeber sind begeistert und feiern sich selbst - nicht aber die sechs Frauen, die den Computer ans Laufen gebracht haben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathy Kleiman, Professorin für Internet-Gesetzgebung, American University Washington Kathy Kleiman: Proving Ground. The Untold Story of the Six Women Who Programmed the World's First Modern Computer, New York 2023 Jennifer S. Light: When women were computers, in Technology and Culture, Baltimore 1999 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Werthschulte Redaktion: Matti Hesse Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte:
  • dass die sechs ENIAC-Frauen ohne den Krieg nie als Mathematikerinnen hätten arbeiten dürfen,
  • warum Frauen in der Tech-Branche bis heute im Schatten stehen,
  • wie der Fokus auf die Hardware und weniger aufs Programmieren gelegt wird,
  • warum die ENIAC-Frauen trotz fehlender Wertschätzung stolze Pionierinnen waren.

Ab 1942 entwickelt das US-Militär einen Universalrechner, der die komplizierten Flugbahnen von Geschossen berechnet soll. Der ENIAC ist ein gigantische Ungetüm: 27 Tonnen schwer und im Rohzustand nicht mehr als eine Ansammlung von Stahl, Röhren und Kabeln.

Zum Leben erwecken sollen ihn sechs Mathematikerinnen, die zuvor stundenlang Flugbahnen per Hand berechnet haben: Jean Jennings Bartik, Betty Snyder Holberton, Frances Bilas Spence, Ruth Lichterman Teitelbaum, Kathleen "Kay" McNulty Mauchly und Marlyn Meltzer Wescoff. Eine Mammutaufgabe, denn es gibt keine Programmiersprache, sondern lediglich einen Schaltplan. Die sechs Frauen müssen sich alleine zurechtfinden – und leisten echte Pionierarbeit.

Am 15. Februar 1946 ist es dann soweit: Der ENIAC wird öffentlich vorgestellt und spuckt in sekundenschnelle eine Flugbahn aus. Politiker, Militärs und Geldgeber sind begeistert und feiern sich selbst - nicht aber die Mathematikerinnen, die den Computer ans Laufen gebracht haben.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kathy Kleiman, Professorin für Internet-Gesetzgebung, American University Washington
  • Kathy Kleiman: Proving Ground. The Untold Story of the Six Women Who Programmed the World's First Modern Computer, New York 2023
  • Jennifer S. Light: When women were computers, in Technology and Culture, Baltimore 1999

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Autor: Christian Werthschulte
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Nicolas Dohle

Ägyptens vergessener Rivale: die antike Großmacht der Hethiter

Ägyptens vergessener Rivale: die antike Großmacht der Hethiter WDR Zeitzeichen 14.02.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 15.02.2099 WDR 5

Die Hethiter schließen im 12. Jahrhundert v. Chr. den wohl ältesten Friedensvertrag der Geschichte, dann verschwinden sie spurlos. Erst Jahrtausende später wird ihr Weltreich wiederentdeckt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach wie Zufallsfunde im 19. Jahrhundert das Großreich der Hethiter wieder ans Licht der Geschichte bringen und weshalb der britische Forscher Archibald Sayce Ausgangs des 19. Jahrhunderts für seine Theorien belächelt wird. Das Reich der Hethiter ist zwischen 1.600 und 1.200 v. Chr. der große Rivale Ägyptens. Vielleicht sogar der militärisch überlegene Rivale. Funde belegen, dass die Hethiter als erste das Speichenrad verwenden, leichter und wendiger als die behäbigen Scheibenräder der Ägypter. Sie sind Pioniere der Eisenverarbeitung und entwickeln eine frühe Form der Stahlgewinnung. Ideal für Waffen und Werkzeug. Ihr Untergang ist rätselhaft und ihre Spuren verlieren sich für über 3.000 Jahre im Dunkel der Geschichte. Doch im 19. Jahrhundert gibt es Zufallsfunde. Seit 120 Jahren graben Archäologen nun in Hattuscha/Boğazköy (Zentralanatolien) und sammeln jedes Jahr mehr Wissen über das Reich der Hethiter und lässt bringen ihr Großreich Stück für Stück wieder ins Licht der Geschichte. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Professor Dr. Andreas Schachner, Altorientalischer Archäologe, Deutsches Archäologisches Institut Istanbul Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • wie Zufallsfunde im 19. Jahrhundert das Großreich der Hethiter wieder ans Licht der Geschichte bringen,
  • warum der britische Forscher Archibald Sayce Ausgangs des 19. Jahrhunderts für seine Theorien belächelt wird,
  • wer hinter dem etwas merkwürdigen Namen Schuppiluliuma steckt,
  • warum das hethitische Reich von Anbeginn auf Messers Schneide steht.

Das Reich der Hethiter ist zwischen 1.600 und 1.200 v. Chr. der große Rivale Ägyptens. Vielleicht sogar der militärisch überlegene Rivale. Funde belegen, dass die Hethiter als erste das Speichenrad verwenden, leichter und wendiger als die behäbigen Scheibenräder der Ägypter. Sie sind Pioniere der Eisenverarbeitung und entwickeln eine frühe Form der Stahlgewinnung. Ideal für Waffen und Werkzeug.

Ihr Untergang ist rätselhaft und ihre Spuren verlieren sich für über 3.000 Jahre im Dunkel der Geschichte. Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, erwähnt sie schon im 5. Jahrhundert vor Chr. nicht mehr.

Doch im 19. Jahrhundert gibt es Zufallsfunde. Ohne Zusammenhang, Tausende Kilometer voneinander entfernt. Seit 120 Jahren graben Archäologen nun in Hattuscha/Boğazköy (Zentralanatolien) und sammeln jedes Jahr mehr Wissen über die Hethiter. Das archäologische Puzzle fügt sich Stück für Stück zusammen und lässt das versunkene Großreich der Hethiter wieder ins Licht der Geschichte treten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Dr. Andreas Schachner, Altorientalischer Archäologe, Deutsches Archäologisches Institut Istanbul
  • Andreas Schachner: Hattuscha - Auf der Suche nach dem sagenhaften Großreich der Hethiter. 2021.
  • C.W. Ceram: Enge Schlucht und Schwarzer Berg. 1955.
  • Jörg Klinger: Die Hethiter. 2012.
  • Horst Klengel: Hattuschili und Ramses - ihr langer Weg zum Frieden. 2002.

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
Technik: Nicolas Dohle

Verschiffte Winterkälte in die Karibik: Eiskönig Frederic Tudor

Verschiffte Winterkälte in die Karibik: Eiskönig Frederic Tudor WDR Zeitzeichen 13.02.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 14.02.2099 WDR 5

Im kalten Nordosten der USA lässt er tonnenweise Natureis ernten, um es in der Karibik zu Geld zu machen. Am 13.2.1806 startet Frederic Tudor sein kühnstes Unternehmen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand, dass viele von Frederic Tudors gewagten Geschäftsideen scheitern, warum die Bostoner Handelsleute ihn für "verrückt" halten und wie seine tollkühne Eis-Export-Idee ihn zunächst sogar ins Gefängnis bringt. Anstatt die Schulbank zu drücken, verbringt Frederic Tudor seine Jugend auf dem Landgut seiner Familie in der Nähe von Boston. Fasziniert beobachtet er dort, wie Arbeiter mächtige Eisblöcke aus dem zugefrorenen See schneiden und für den Sommer einlagern. Der junge Tudor fragt sich: Ließe sich mit dem kostenlosen Eis nicht eine Menge Geld verdienen, dort wo es heiß ist - etwa in der Karibik? Kurzerhand investiert Tudor sein ganzes Geld in ein eigenes Schiff, das am 13. Februar 1806 Richtung Karibik ausläuft. Tatsächlich übersteht das Eis die Fahrt erstaunlich gut. Doch mangels geeigneter Lager schmilzt es ebenso schnell wie sein Kapital. Trotz dieser und noch vieler weiterer Rückschläge gibt Frederic Tudor seine Vision nicht auf - und wird schließlich als "Eiskönig von Boston" in die Geschichte eingehen. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Andrew Robichaud, Historiker, Boston University Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:
  • warum sein Vater Frederic Tudor als Enttäuschung sieht,
  • wie viele seiner gewagten Geschäftsideen scheitern,
  • warum die Bostoner Handelsleute ihn für "verrückt" halten,
  • wie seine kühne Eis-Export-Idee ihn sogar ins Gefängnis bringt
  • und ihn schließlich doch zu einem reichen Mann macht.

Anstatt die Schulbank zu drücken, verbringt Frederic Tudor seine Jugend auf dem Landgut seiner Familie in der Nähe von Boston. Fasziniert beobachtet er dort, wie Arbeiter mächtige Eisblöcke aus dem zugefrorenen See schneiden und für den Sommer einlagern. Der junge Tudor fragt sich: Ließe sich mit dem kostenlosen Eis nicht eine Menge Geld verdienen, dort wo es heiß ist - etwa in der Karibik?

Kurzerhand investiert Tudor sein ganzes Geld in ein eigenes Schiff, das am 13. Februar 1806 Richtung Karibik ausläuft. Tatsächlich übersteht das Eis die Fahrt erstaunlich gut. Doch mangels geeigneter Lager schmilzt es ebenso schnell wie sein Kapital.

Trotz dieser und noch vieler weiterer Rückschläge gibt Frederic Tudor seine Vision nicht auf - und wird schließlich als "Eiskönig von Boston" in die Geschichte eingehen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Andrew Robichaud, Historiker, Boston University
  • Gavin Weightman: The Frozen Water Trade. How Ice from New England Lakes Kept the World Cool. New York: 2002
  • Carl Seabrug; Stanley Paterson: The Ice King: Frederic Tudor and His Circle. Hrsg. Alan Seaburg. Boston/Mystic: 2003
  • Philip Chadwick Foster Smith: Crystal Blocks of Yankee Coldness: The Development of the Massachusetts Ice Trade from Frederick Tudor to Wenham Lake, 1806-1886. Salem, Massachusetts: 1962

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Kolja Sand
Redaktion: Christoph Tiegel/David Rother

Freiheitshunger und Wissensdurst: Denkerin Lou Andreas-Salomé

Freiheitshunger und Wissensdurst: Denkerin Lou Andreas-Salomé WDR Zeitzeichen 12.02.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 13.02.2099 WDR 5

Friedrich Nietzsche liegt ihr zu Füßen, ohne Chancen: Lou Andreas-Salomé ist eine Femme fatale. Die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin wird am 12.2.1861 geboren.

In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti von der damals unkonventionellen Dreier-Wohngemeinschaft, in die Lou Andreas-Salomé 1882 einzieht und wie die Begegnung mit dem 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke für beide zur Lebenswende wird. Louise von Salomé wird am 12. Februar 1861 in Sankt Petersburg in eine wohlhabende deutsch-russische Familie mit fünf wesentlich älteren Brüdern geboren. Ihr Vater vergöttert sie, die Mutter ist eher kühl. Sie erdenkt sich schon als kleines Mädchen Beistand von höchster Stelle, von Gott. Sie tut ausschließlich, was sie für richtig hält, ohne Rücksicht auf Konvention oder auf Gefühle anderer Menschen. Eine von Lous Lebensregeln lautet, "ich habe getan, wozu mich mein total entriegelter Freiheitsdrang veranlasste." Im Herbst 1911 lernt Lou Andreas-Salomé auf dem Weimarer psychoanalytischen Kongress Sigmund Freud kennen. Der bekannte Psychoanalytiker lacht sie für ihre Vehemenz, die Psychoanalyse lernen zu wollen, aus. Tatsächlich wird sie aber eine der ersten Psychoanalytikerinnen. Zuvor üben nur Männer diesen Beruf aus. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Brigitte Rempp, Psychoanalytikerin am Lou Andreas-Salomé-Institut, Göttingen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Dänzer-Vanotti Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel


In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti:
  • in welche damals unkonventionelle Dreier-Wohngemeinschaft Lou Andreas-Salomé 1882 einzieht,
  • welche teils dramatischen Folgen es hat, dass Lou Andreas-Salomé Männer magnetisch anzieht, ohne ihrem Werben nachzugeben,
  • warum der Tod Paul Rées für Spekulationen über einen Suizid aus verschmähter Liebe sorgt,
  • wie die Begegnung mit dem 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke für beide zur Lebenswende wird.

Louise von Salomé wird am 12. Februar 1861 in Sankt Petersburg in eine wohlhabende deutsch-russische Familie mit fünf wesentlich älteren Brüdern geboren. Ihr Vater vergöttert sie, die Mutter ist eher kühl. Lou erdenkt sich schon als kleines Mädchen Beistand von höchster Stelle, von Gott.

Sie tut ausschließlich, was sie für richtig hält, ohne Rücksicht auf Konvention oder auf Gefühle anderer Menschen. Eine von Lous Lebensregeln lautet, "ich habe getan, wozu mich mein total entriegelter Freiheitsdrang veranlasste."
Ihr erstes Buch heißt "Im Kampf um Gott", wobei sie als Jugendliche auch mit der Kirche ringt. Dabei spielt der Pfarrer Hendrik Gillot eine Rolle, manche vermuten: eine prägende, unheilvolle Rolle, denn er wird übergriffig und bestürmt schon die 16-Jährige ihn zu heiraten. Er wird der erste, den sie ablehnt. Noch etliche Jahre lang hält sie Männer, die sie umschwärmen, auf Distanz.

Im Herbst 1911 lernt Lou Andreas-Salomé auf dem Weimarer psychoanalytischen Kongress Sigmund Freud kennen. Der bekannte Psychoanalytiker lacht sie für ihre Vehemenz die Psychoanalyse lernen zu wollen, aus. Tatsächlich wird sie aber eine der ersten Psychoanalytikerinnen. Zuvor üben nur Männer diesen Beruf aus.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
  • Iris Radisch, Biografin von Rainer Maria Rilke, ZEIT-Redakteurin
  • Dr. Brigitte Rempp, Psychoanalytikerin am Lou Andreas-Salomé-Institut, Göttingen
  • Kerstin Decker: Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich - Biographie. 2010
  • Lou Andreas-Salomé: Lebensrückblick. 1951

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Autorin: Irene Dänzer-Vanotti
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Christina Gabriel

Paul Bocuse: Der Mann, der Köche zu Stars machte

Paul Bocuse: Der Mann, der Köche zu Stars machte WDR Zeitzeichen 11.02.2026 15:20 Min. Verfügbar bis 12.02.2099 WDR 5

Vom Wirtshaus der Eltern zur Weltrevolution der Küche - das ist der Lebensweg von Paul Bouse, geboren vor 100 Jahren am 11.2.1926. Die Geschichte des Star-Kochs der "Nouvelle Cuisine", der Sahne, Butter und Käse liebte.

In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer, warum sich der Begriff "Nouvelle Cuisine" nicht allein auf die Speisen bezieht, was der Spitzenkoch Paul Bocuse überhaupt nicht mag und an welchem Bocuse-Gericht man Gefahr läuft, sich die Nase zu verbrennen. Bocuse steht bis heute für die Erneuerung der französischen Küche im 20. Jahrhundert, leicht, saisonal, modern. Schon zu Lebzeiten baut er als einer der ersten, ganz ohne Internet und soziale Medien, ein regelrechtes Gastro-Imperium auf. Es existiert noch heute, und Herzstück ist weiterhin das Restaurant seiner Vorfahren. Seine Kinder haben es inzwischen von "Restaurant Paul Bocuse" wieder umgetauft auf den ursprünglichen Namen, den schon Bocuses Eltern geführt haben. Und obwohl es inzwischen "nur" noch zwei statt drei Sterne hat, läuft es immer noch blendend und hat fast 100 Mitarbeiter. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Lea Linster, Sterneköchin und Gewinnerin des "Bocuse d’Or" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Fabian Elsäßer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer:
  • warum Paul Bocuse scherzhaft sagt, dass auch amerikanisches Blut in seinen Adern fließt,
  • warum sich der Begriff "Nouvelle Cuisine" nicht allein auf die Speisen bezieht,
  • was der Spitzenkoch Paul Bocuse überhaupt nicht mag,
  • an welchem Bocuse-Gericht man sich leicht die Nase verbrennt.

Paul Bocuse wird am 11. Februar 1926 im Gasthaus "L’Auberge du Pont" in Collonges au Mont d’or in der Nähe von Lyon geboren. Seine Eltern und Großeltern sind Gastronomen. Der kleine Paul assistiert seinem Vater schon mit neun Jahren in der Küche. Mit 16 schicken ihn seine Eltern in die Kochlehre nach Lyon ins Restaurant "La Soierie".

Bocuse steht bis heute für die Erneuerung der französischen Küche im 20. Jahrhundert, leicht, saisonal, modern. Ein Trend, der sich weltweit durchsetzt. Schon zu Lebzeiten baut er als einer der ersten, ganz ohne Internet und soziale Medien, ein regelrechtes Gastro-Imperium auf, das noch heute existiert. Herzstück ist weiterhin das Restaurant seiner Vorfahren.

Nach dem Tod des Vaters 2018 taufen seine Kinder es von "Restaurant Paul Bocuse" wieder auf den Namen um, unter dem es schon Bocuses Eltern geführt haben. Und obwohl es inzwischen "nur" noch zwei statt drei Sterne hat, läuft es immer noch blendend und hat fast 100 Mitarbeiter.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Franz Keller, Sternekoch und Bocuse-Lehrling
  • Lea Linster, Sterneköchin und Gewinnerin des "Bocuse d’Or"
  • Éva-Marie Zizza-Lalu: Paul Bocuse, Le feu sacré. Édition Glénat. Grenoble 2005

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Hörtipp:
Alles in Butter zur Winterküche - aber auf italienisch.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Fabian Elsäßer
Redaktion: Matti Hesse

Der Gangsterboss, der das Verbrechen organisierte

Der Gangsterboss, der das Verbrechen organisierte WDR Zeitzeichen 10.02.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 11.02.2099 WDR 5

Es ist der amerikanische Traum: "Lucky" Luciano arbeitet sich von ganz unten zum Boss hoch. Und erfindet das organisierte Verbrechen neu. Am 10.2.1946 muss er die USA für immer verlassen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog, warum Lucky Luciano als "sizilianischer Robin Hood" gilt, warum er in der Geschichte der Mafia eine bedeutende Rolle spielt und was ihn von Al Capone unterscheidet. Erst dealt er mit Heroin, dann steigt er ins Alkohol-Geschäft ein. Schließlich kommen noch Glücksspiel und Prostitution hinzu: Lucky Luciano ist in den 1920er und frühen 1930er Jahren einer der mächtigsten Gangsterbosse New Yorks. Wie andere Mafiosi auch sieht er sich selbst weniger als Kriminellen denn als Geschäftsmann. Luciano entwirft eine völlig neue Art von Mafia-Organisation: "die Kommission", organisiert wie ein Aktienunternehmen. Doch Mitte der 1930er Jahre dreht sich der Wind in New York. Luciano wird verhaftet und zu mindestens 30 Jahren Haft verurteilt. Doch die muss er nicht in den USA absitzen. 1946 wird er nach Italien überführt. Dort ist er wenig später zwar ein freier, aber auch ein deprimierter Mann, weil er nie wieder in die USA zurückkehren kann. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christian Cipollini, True-Crime-Historiker, San Jose Claire White, Historikerin, The National Mob Museum, Las Vegas Christian Cipollini: Lucky Luciano. Mysterious Tales of a Gangland Legend, Strategic Media Inc., Rock Hill 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • warum Lucky Luciano als "sizilianischer Robin Hood" gilt,
  • was ihn von Al Capone unterscheidet,
  • wie Luciano es an die Spitze seiner Organisation schafft,
  • warum er in der Geschichte der Mafia eine bedeutende Rolle spielt,
  • warum er nach Italien abgeschoben wird.

Erst dealt er mit Heroin, dann steigt er ins Alkohol-Geschäft ein. Schließlich kommen noch Glücksspiel und Prostitution hinzu: Lucky Luciano ist in den 1920er und frühen 1930er Jahren einer der mächtigsten Gangsterbosse New Yorks. Wie andere Mafiosi auch sieht er sich selbst weniger als Kriminellen denn als Geschäftsmann. Luciano entwirft eine völlig neue Art von Mafia-Organisation: "die Kommission", organisiert wie ein Aktienunternehmen.

Doch Mitte der 1930er Jahre dreht sich der Wind in New York. Luciano wird verhaftet und zu mindestens 30 Jahren Haft verurteilt. Doch die muss er nicht in den USA absitzen. 1946 wird er nach Italien überführt. Dort ist er wenig später zwar ein freier, aber auch ein deprimierter Mann, weil er nie wieder in die USA zurückkehren kann.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Christian Cipollini, True-Crime-Historiker, San José
  • Claire White, Historikerin, The National Mob Museum, Las Vegas
  • Christian Cipollini: Lucky Luciano. Mysterious Tales of a Gangland Legend, Strategic Media Inc., Rock Hill 2014

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Autor: Martin Herzog
Redaktion: Frank Zirpins

Laut, witzig, unangepasst: Sophie Tuckers unglaubliche Karriere

Laut, witzig, unangepasst: Sophie Tuckers unglaubliche Karriere WDR Zeitzeichen 09.02.2026 13:41 Min. Verfügbar bis 10.02.2099 WDR 5

Die Rolle als hübsche Frau auf der Bühne ist ihr zu wenig - schon in den 1920ern. Mit Witz, Selbstbewusstsein und einer tollen Jazz-Stimme schafft es Sophie Tucker (gestorben am 9.2.1966) aus den schäbigen Theatern bis an den Broadway.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau, warum Sophie Tuckers Karriere mit Blackfacing beginnt, warum sie lange nicht vor ihren Eltern auftreten will und wie sie lange vor Social Media ein analoges Netzwerk erschafft. Sophie Tucker begeistert schon früh durch ihre Stimme. Aber sie entspricht nicht den Schönheitsidealen ihrer Zeit. Am Anfang ihrer Karriere wird sie deshalb gezwungen, verkleidet auf die Bühne zu gehen. Erst nach Jahren kann sie sich so zeigen, wie sie ist. Das Publikum liebt sie dennoch - oder gerade deswegen. Durch ihre Offenheit und ihr Selbstbewusstsein gewinnt sie auch viele prominente Freunde wie Charlie Chaplin oder auch Frank Sinatra. Bette Midler nimmt sie sogar als Vorbild für ihre eigenen Shows. Sie alle verehren Tucker für ihren schlagfertigen Humor, ihr großes Herz - und ihren geschickten Umgang mit den Zumutungen des Showbusiness. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Prof. Lauren Rebecca Sklaroff, University of South Carolina, Columbia Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:
  • warum Sophie Tuckers Karriere mit Blackfacing beginnt,
  • wie sie es schafft, sich davon zu befreien,
  • warum sie lange nicht vor ihren Eltern auftreten will,
  • dass sie für ihre Karriere Mann und Kind verlässt,
  • wie sie lange vor Social Media ein analoges Netzwerk erschafft.

Sophie Tucker begeistert schon früh durch ihre Stimme. Aber sie entspricht nicht den Schönheitsidealen ihrer Zeit. Am Anfang ihrer Karriere wird sie deshalb gezwungen, verkleidet auf die Bühne zu gehen. Erst nach Jahren kann sie sich so zeigen, wie sie ist. Das Publikum liebt sie dennoch - oder gerade deswegen.

Durch ihre Offenheit und ihr Selbstbewusstsein gewinnt sie auch viele prominente Freunde wie Charlie Chaplin oder Frank Sinatra. Bette Midler nimmt sie sogar als Vorbild für ihre eigenen Shows. Sie alle verehren Tucker für ihren schlagfertigen Humor, ihr großes Herz - und ihren geschickten Umgang mit den Zumutungen des Showbusiness.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Lauren Rebecca Sklaroff, University of South Carolina, Columbia
  • Lauren Rebecca Sklaroff: Red Hot Mama - The Life of Sophie Tucker. Austin 2018
  • Sophie Tucker: Some of these days. The Autobiography of Sophie Tucker. New York 1945

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Mau
Redaktion: David Rother

"German Hair Force": Mit langem Haar im Bundeswehr-Dienst

"German Hair Force": Mit langem Haar im Bundeswehr-Dienst WDR Zeitzeichen 08.02.2026 13:29 Min. Verfügbar bis 09.02.2099 WDR 5

In den 70ern will die SPD das Land modernisieren, auch die Bundeswehr. Der Haarnetz-Erlass vom 8.2.1971 erlaubt Soldaten lange Haare - allerdings nur im Netz und nur für 15 Monate.

In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolas Fischer, warum das Haarnetz bei der Bundeswehr zu mehr Krankschreibungen führt, welchen Orden Helmut Schmidt für die Idee erhält und wie die Bundeswehr im Ausland verspottet wird. Ende der 1960er Jahre, mitten im Kalten Krieg, ist Abschreckung eine wichtige Eigenschaft einer Armee - auch der Bundeswehr. Lange Haare passen da nicht ins Bild. Doch die sind gerade sehr in Mode, auch bei vielen Wehrpflichtigen. Das muss auch Verteidigungsminister Helmut Schmidt anerkennen - und erlaubt, dass Haare vor Dienstantritt nicht mehr abgeschnitten werden müssen. Ganz offen dürfen lange Haare aber nicht getragen werden. Sie müssen unter Haarnetzen verborgen werden. Doch das führt zu vielen Problemen: Es gibt nicht genügend Haarnetze, Soldaten werden öfter krank und die Bundeswehr wird im Ausland als "German Hair Force" verspottet. Ab Mai 1972 muss Männerhaar wieder so geschnitten werden, dass es den Uniformkragen nicht berührt. Frauen dürfen ihre langen Haare behalten - auch ohne Haarnetz. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kapitänleutnant Mischa Bose, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam Prof. Dr. Elisabeth Rossa, Universität der Bundeswehr, München Sven Lange und Heiner Möllers (Hg.): Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten, Berlin 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nikolas Fischer Redaktion: Carolin Rückl, David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolas Fischer:
  • warum lange Haare bei der Bundeswehr erlaubt werden,
  • welchen Orden Helmut Schmidt dafür erhält,
  • warum das Haarnetz zu mehr Krankschreibungen führt,
  • weshalb auch Lockenwickler im Gespräch sind,
  • wie die Bundeswehr im Ausland verspottet wird.

Ende der 1960er Jahre, mitten im Kalten Krieg, ist Abschreckung eine wichtige Eigenschaft einer Armee - auch der Bundeswehr. Lange Haare passen da nicht ins Bild. Doch die sind gerade sehr in Mode, auch bei vielen Wehrpflichtigen. Das muss auch Verteidigungsminister Helmut Schmidt anerkennen - und erlaubt, dass Haare vor Dienstantritt nicht mehr abgeschnitten werden müssen.

Ganz offen dürfen lange Haare aber nicht getragen werden. Sie müssen unter Haarnetzen verborgen werden. Doch das führt zu vielen Problemen: Es gibt nicht genügend Haarnetze, Soldaten werden öfter krank und die Bundeswehr wird im Ausland als "German Hair Force" verspottet. Ab Mai 1972 muss Männerhaar wieder so geschnitten werden, dass es den Uniformkragen nicht berührt. Frauen dürfen ihre langen Haare behalten - auch ohne Haarnetz.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kapitänleutnant Mischa Bose, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam
  • Prof. Dr. Elisabeth Rossa, Universität der Bundeswehr, München
  • Sven Lange und Heiner Möllers (Hg.): Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten, Berlin 2025

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Nikolas Fischer
Redaktion: Carolin Rückl, David Rother

Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen

Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen WDR Zeitzeichen 07.02.2026 13:23 Min. Verfügbar bis 08.02.2099 WDR 5

Als boulevardtauglicher Intellektueller erobert Roger Willemsen Anfang der 90er die Herzen des TV-Publikums. Er bleibt bis zu seinem Tod am 7.2.2016 eine wichtige Stimme.

In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert, welche drei Leben Roger Willemsen in seine kurzen 60 Jahre packt, warum Willemsen Ende der 1990er-Jahre aus dem Talkshow-Geschäft aussteigt, wie es der Womanizer mit der Liebe hält. Roger Willemsen hat über Robert Musil promoviert und ist eigentlich auf dem Weg zum Germanistik-Professor, als das Fernsehen in sein Leben platzt. Seine Moderationen sind legendär: Er staunt, hört zu, ist scharf und witzig zugleich und fragt wie keiner sonst.  Roger Willemsen gilt als Fernseh-Wunder und wird preisgekrönt - unter anderem mit dem Grimme-Preis in Gold. Seine Produktivität kennt keine Grenzen: Er verfasst auch 36 Bücher. Darunter sind viele Bestseller. Dazu kommen Essays, Aufsätze, Artikel und unzählige Reisen zu den entlegensten Enden der Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Insa Wilke (Nachlassverwalterin) Insa Wilke: Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Frankfurt am Main 2018 Roger Willemsen: Liegen Sie bequem. Frankfurt am Main 2025 Roger Willemsen: Das Hohe Haus. Frankfurt am Main 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anke Rebbert Redaktion: Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert:
  • welche drei Leben Roger Willemsen in seine kurzen 60 Jahre packt,
  • mit welchen vier Zahlen sein öffentliches Leben beginnt,
  • warum Willemsen Ende der 1990er-Jahre aus dem Talkshow-Geschäft aussteigt,
  • wie es der Womanizer mit der Liebe hält,
  • aus welcher besonders exotischen Idee ein Bestseller wird.

Roger Willemsen hat über Robert Musil promoviert und ist eigentlich auf dem Weg zum Germanistik-Professor, als das Fernsehen in sein Leben platzt. Seine Moderationen sind legendär: Er staunt, hört zu, ist scharf und witzig zugleich und fragt wie keiner sonst.

Roger Willemsen gilt als Fernseh-Wunder und wird preisgekrönt - unter anderem mit dem Grimme-Preis in Gold. Seine Produktivität kennt keine Grenzen: Er verfasst auch 36 Bücher. Darunter sind viele Bestseller. Dazu kommen Essays, Aufsätze, Artikel und unzählige Reisen zu den entlegensten Enden der Welt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Insa Wilke (Nachlassverwalterin)
  • Insa Wilke: Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Frankfurt am Main 2018
  • Roger Willemsen: Liegen Sie bequem. Frankfurt am Main 2025
  • Roger Willemsen: Das Hohe Haus. Frankfurt am Main 2024

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Anke Rebbert
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Sarah Fitzek

Palast der Republik: Wie eine Abrissdebatte Deutschland spaltet

Palast der Republik: Wie eine Abrissdebatte Deutschland spaltet WDR Zeitzeichen 06.02.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 07.02.2099 WDR 5

1990 wird der Palast der Republik wegen Asbest geräumt. Es folgt eine 15-jährige Debatte über deutsche Identität, die auch mit dem Abriss-Start am 6.2.2006 nicht endet.

In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl, dass es in der Diskussion um den Abriss um mehr geht als nur die Asbest-Belastung, wofür der Palast der Republik bei seiner Eröffnung 1973 steht, und dass Karten für das Theater im Palast als "Goldstaub" gelten. Die Räumung des Palastes der Republik bildet am 19. September 1990 den Auftakt zu einem Streit, der zeigt, dass der Umgang mit Erinnerungskultur auch über ein Gebäude ausgetragen werden kann. Spätestens mit der Wende wird der Palast zum Ballast der Republik. Der verbaute Spritzasbest ist seit 1969 verboten. Doch im Palast sind 5.000 Tonnen als Brandschutz und auch als Mörtel verwendet worden. Der gesamte Palast muss bei der Sanierung regelrecht ausgekratzt werden. Trotzdem stimmt der Bundestag 2006 für den Abriss. Der läuft nach ausgeklügeltem Konzept. Kleinste Erschütterungen können umliegende Gebäude wie den Berliner Dom gefährden. Daher wird der Koloss schichtweise abgetragen. Und parallel Sand in eine Beton-Wanne unterhalb des Gebäude gefüllt. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Hartmut Dorgelow, Generalintendant Humboldt Forum im Berliner Schloss Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Susanne Rabsahl Redaktion: Carolin Rückl und


In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl:
  • dass es in der Diskussion um den Abriss um mehr als nur die Asbest-Belastung geht,
  • warum der Abriss als beispielhaft für den Umgang mit dem Erbe der DDR bezeichnet wird,
  • wofür der Palast der Republik bei seiner Eröffnung 1973 steht,
  • dass Karten für das Theater im Palast als "Goldstaub" gelten.

Die Räumung des Palastes der Republik bildet am 19. September 1990 den Auftakt zu einem Streit, der zeigt, dass der Umgang mit Erinnerungskultur auch über ein Gebäude ausgetragen werden kann.
Spätestens mit der Wende wird der Palast zum Ballast der Republik. Der verbaute Spritzasbest ist seit 1969 verboten. Doch im Palast sind 5.000 Tonnen als Brandschutz und auch als Mörtel verwendet worden. Der gesamte Palast muss bei der Sanierung regelrecht ausgekratzt werden.

Danach besteht der ehemalige Prunkbau nur noch aus Stahl, Glas und Beton. Aber auch die Tage dieser Ruine sind gezählt. Der Bundestag stimmt 2006 zum 2. Mal für den Abriss.

Der Abriss läuft nach ausgeklügeltem Konzept. Kleinste Erschütterungen können umliegende Gebäude wie den Berliner Dom gefährden. Daher wird der Koloss schichtweise abgetragen. Und parallel Sand in eine Beton-Wanne unterhalb des Gebäude gefüllt. Ein Teil des Stahls wird in VW-Motoren verbaut, ein weiterer Teil steckt in dem höchsten Gebäude der Welt in Dubai.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Hartmut Dorgelow Generalintendant Humboldt Forum im Berliner Schloss

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Susanne Rabsahl
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Annette Skrzydlo

Zeitzeugnis und hohe Tratschkunst: Marie de Sévignés Briefe

Zeitzeugnis und hohe Tratschkunst: Marie de Sévignés Briefe WDR Zeitzeichen 05.02.2026 13:38 Min. Verfügbar bis 06.02.2099 WDR 5

Ihre zahlreichen Briefe sind persönlich, klug, witzig und machen sie zur Chronistin Frankreichs im 17. Jahrhundert. Marie de Sévigné wird am 5.2.1626 geboren.

In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey von einer Frau, die kein größeres Vergnügen kennt als das Schreiben, was diese Madame de Sévigné über die Willkür des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., schreibt und was der Schriftsteller Marcel Proust an ihr bewundert. Marie de Sévigné wird am 5. Februar 1626 als Marie de Rabutin-Chantal in Paris geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern bildet die reiche Verwandtschaft die Waise zu einer mehrsprachigen, kulturell bewanderten jungen Frau aus. In Adelskreisen ist Marie de Sévigné eine beliebte Gesprächspartnerin. Als ihre Tochter das Haus verlässt, lässt sie sie über Briefe an ihrem Leben teilhaben. Sie berichtet vom Hof des Sonnenkönigs. Marie de Sévigné beschreibt in ihren Briefen, was der Tag bringt, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie aus Erlebnissen zieht. Auf sehr persönliche Weise wird sie zur Chronistin ihrer Zeit. Noch heute werden ihre Briefe als Zeitzeugnisse gerne gelesen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jacob Burckhardt, Historiker Madame de Sévigné: Briefe, übersetzt von Theodora von der Mühl, 2019 Gerlinde Krau: Bedeutende Französinnen, 2006 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Monika Buschey Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel


In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey:
  • von einer Frau, die kein größeres Vergnügen kennt als das Schreiben,
  • über welche Trennung Madame de Sévigné sich mit dem Schreiben tröstet,
  • was Madame de Sévigné über die Willkür des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., schreibt,
  • was der Schriftsteller Marcel Proust an Madame de Sévigné bewundert.

Marie de Rabutin-Chantal wird am 5. Februar 1626 in Paris geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern bildet die reiche Verwandtschaft die Waise zu einer mehrsprachigen, kulturell bewanderten jungen Frau aus.
An ihrem 25. Geburtstag wird Marie de Sévigné schon Witwe und nutzt die neue Freiheit, um abwechselnd in Paris und in ihrem Schloss Les Rochers in der Bretagne Hof zu halten.

In Adelskreisen ist sie eine beliebte Gesprächspartnerin. Als ihre Tochter das Haus verlässt, lässt sie diese über Briefe an ihrem Leben teilhaben. Sie berichtet vom Hof des Sonnenkönigs.

Marie de Sévigné beschreibt in ihren Briefen an Verwandte und vor allem an ihre Tochter, was der Tag bringt, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie aus Erlebnissen zieht. Auf sehr persönliche Weise wird sie zur Chronistin ihrer Zeit. Noch heute werden ihre Briefe als Zeitzeugnisse gerne gelesen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Jacob Burckhardt, Historiker
  • Madame de Sévigné: Briefe, übersetzt von Theodora der Mühll, 2019
  • Gerlinde Krau: Bedeutende Französinnen, 2006

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Monika Buschey
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Christina Gabriel

Die moderne Redefreiheit: Soll man alles sagen dürfen?

Die moderne Redefreiheit: Soll man alles sagen dürfen? WDR Zeitzeichen 04.02.2026 14:36 Min. Verfügbar bis 05.02.2099 WDR 5

Das wird man ja noch sagen dürfen - finden zumindest Thomas Gordon und John Trenchard in ihrem 15. Cato-Brief, den sie am 4.2.1721 veröffentlichen. Der Beginn eines Missverständnisses.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen vom Platzen der Südseeblase, wie Zeitungen als neue Massenmedien eine erste Kommunikationsrevolution auslösen und vom Abwägen zwischen der Redefreiheit und ihrem Missbrauch. Nach der Revolution von 1688 ist die Macht des Königs entscheidend eingeschränkt. Ideale Voraussetzungen für das Entstehen einer völlig neuen Idee: das Recht auf freie Rede. Es ist das erste Zeitalter der Zeitungen in London. Eine dieser neuen Zeitungen in London heißt "The London Journal". Im November 1720 erscheint hier der erste von insgesamt 144 "Cato-Briefen". Die anonymen Autoren nutzen den Namen eines römischen Senators, der als Kämpfer gegen die Tyrannei Julius Caesars in die Geschichte eingeht. Die Cato-Briefe von John Trenchard und Thomas Gordon machen das London Journal zur meistgelesenen Zeitung in England. Doch ihre größte Wirkkraft erreichen die Cato-Briefe in den englischen Kolonien auf der anderen Seite des Atlantiks. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Fara Dabhoiwala, Historiker, Princeton University CATO, oder Briefe von der Freyheit und dem Glücke eines Volkes unter einer guten Regierung. Nach der fünften Englischen Ausgabe, aus dem Englischen von Johann Gottfried Gellius, Göttingen, 1756–1757 Jonathan Swift: Über die Kunst der politischen Lüge, in: Das Blättchen, 17. Jahrgang, Nummer 22, 27. Oktober 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jürgen Beiner


In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:
  • vom Platzen der Südseeblase und der darauf folgenden Finanzkrise,
  • wie Zeitungen als neue Massenmedien eine erste Kommunikationsrevolution auslösen,
  • vom Abwägen zwischen der Redefreiheit und ihrem Missbrauch,
  • welchen Einfluss die Cato-Briefe auf den ersten Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung haben,
  • wie man im Kalten Krieg in den USA beginnt, das First Amendment enger zu interpretieren.

Nach der Revolution von 1688 ist England eine parlamentarische Monarchie, die Macht des Königs ist entscheidend eingeschränkt. Ideale Voraussetzungen für das Entstehen einer völlig neuen Idee: das Recht auf freie Rede.

Es ist das erste Zeitalter der Zeitungen in London. Eine dieser neuen Zeitungen heißt "The London Journal". Im November 1720 erscheint hier der erste von insgesamt 144 "Cato- Briefen". Die anonymen Autoren der Kolumne nutzen den Namen eines römischen Senators, der als Kämpfer gegen die Tyrannei Julius Caesars in die Geschichte eingeht. Am 4. Februar 1721 erscheint der fünfzehnte Brief mit der zentralen Feststellung: "Die Meinungsfreiheit ist die Grundlage aller anderen Freiheiten."

Die Cato-Briefe von John Trenchard und Thomas Gordon machen das London Journal zur meistgelesenen Zeitung in England. Doch ihre größte Wirkkraft erreichen die Cato-Briefe in den englischen Kolonien auf der anderen Seite des Atlantiks.

Als 1776 die amerikanische Revolution ausbricht, greifen die Kolonisten auf die Cato-Briefe zurück. Aus ihnen geht 1789 das First Amendment hervor, der erste Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Fara Dabhoiwala, Historiker, Princeton University
  • CATO, oder Briefe von der Freyheit und dem Glücke eines Volkes unter einer guten Regierung. Nach der fünften Englischen Ausgabe, aus dem Englischen von Johann Gottfried Gellius, Göttingen, 1756–1757
  • Jonathan Swift: Über die Kunst der politischen Lüge, in: Das Blättchen, 17. Jahrgang, Nummer 22, 27. Oktober 2014

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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Uli Hufen
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Jürgen Beiner

Der Chef testet selbst: Der Autobauer August Horch

Der Chef testet selbst: Der Autobauer August Horch WDR Zeitzeichen 03.02.2026 14:44 Min. Verfügbar bis 04.02.2099 WDR 5

August Horch heuert zunächst bei Carl Benz an. Doch der lässt ihn keine Autos bauen. Trotzdem hat er Erfolg: Bis zu seinem Tod am 3.2.1951 gründet er zwei Automarken.

In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe, warum August Horch mehr Konstrukteur als Unternehmer ist, was der Name Horch und die Automarke Audi miteinander zu tun haben, und welcher Diktator dem Autokonstrukteur zu dessen 75. Geburtstag gratulierte. August Horch kommt am 12. Oktober 1868 als Sohn des Dorfschmieds von Winningen an der Mosel auf die Welt. Er studiert in Mittweida Maschinen- und Motorenbau. Bei einem Besuch der Leipziger Pferderennbahn erlebt er zum ersten Mal die Vorführung eines Motorrades. Das löst in ihm den Wunsch aus, Kraftfahrzeuge zu konstruieren. Nach einer Stippvisite bei Carl Benz setzt Horch seine eigenen Ideen um. Nicht immer hat er dabei unternehmerischen Erfolg. Doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten macht er noch einmal Karriere. Auf Druck der NS-Führung wird er 1933 in den Aufsichtsrat der Auto-Union gewählt. August Horch ist zwar kein NSDAP-Mitglied, aber mindestens ein patriotischer Mitläufer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der 81-jährige Horch noch einmal in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Auto-Union in Ingolstadt berufen. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Peter Kirchberg (Automobil-Historiker und Autor) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:
  • warum August Horch mehr Konstrukteur als Unternehmer ist,
  • was der Name Horch und die Automarke Audi miteinander zu tun haben,
  • welche seiner Ideen Horch "den dümmsten Einfall" seines Lebens nennt,
  • welcher Diktator dem Autokonstrukteur zu dessen 75. Geburtstag gratuliert,
  • welches Holz-Fahrzeug der August Horst als Letztes baut.

August Horch kommt am 12. Oktober 1868 als Sohn des Dorfschmieds von Winningen an der Mosel auf die Welt. Er studiert in Mittweida Maschinen- und Motorenbau. Bei einem Besuch der Leipziger Pferderennbahn erlebt er zum ersten Mal die Vorführung eines Motorrades. Das löst in ihm den Wunsch aus, Kraftfahrzeuge zu konstruieren.

Nach einer Stippvisite bei Carl Benz setzt Horch seine eigenen Ideen um. Nicht immer hat er dabei unternehmerischen Erfolg. Doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten macht er noch einmal Karriere. Auf Druck der NS-Führung wird er 1933 in den Aufsichtsrat der Auto-Union gewählt.

August Horch ist zwar kein NSDAP-Mitglied, aber mindestens ein patriotischer Mitläufer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der 81-jährige Horch noch einmal in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Auto-Union in Ingolstadt berufen.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Peter Kirchberg (Automobil-Historiker und Autor)

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Burkhard Hupe
Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins

Symbol imperialer Größe: die Verbotene Stadt in Peking

Symbol imperialer Größe: die Verbotene Stadt in Peking WDR Zeitzeichen 02.02.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 03.02.2099 WDR 5

Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle sein neues Machtzentrum in Peking ein. Der prachtvolle Palastkomplex wird für fast 500 Jahre Sitz der chinesischen Kaiser sein.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen warum die Verbotene Stadt zu Kaiserzeiten für geschlechtsfähige Männer verschlossen bleibt, mit welchen Tricks es der Palast schafft, dass man sich als Person ganz klein fühlt und vom Wandel zum Weltkulturerbe und täglichen Touristenscharen. Die Verbotene Stadt in Peking ist eine der größten Palastanlagen der Welt. Nach 14 Jahren Bauzeit weiht Kaiser Yongle sie am 2.2.1421 als Herrschaftszentrum ein. Damals heißt sie noch schlicht "Kaiserpalast". Doch lange kann er sein beeindruckendes Machtzentrum nicht nutzen. Nur dreieinhalb Jahre nach der Einweihung stirbt Kaiser Yongle. Nach ihm werden noch dreiundzwanzig weitere Kaiser die Palastanlage bewohnen, bis die Revolution 1911 die Monarchie in China beendet. Danach ist für jedemann möglich, die Verbotene Stadt zu besuchen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Eduard Kögel, Bauhistoriker aus Berlin Geo Epoche Nr. 93: "Das kaiserliche China" Geo Epoche Nr. 31: "China - Kaiserzeit und Kommunismus: Die Geschichte einer Großmacht von 221 v. Chr. bis heute" Pearl S. Buck: Das Mädchen Orchidee, Zürich 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Christina Gabriel


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
  • warum die Verbotene Stadt zu Kaiserzeiten für geschlechtsfähige Männer verschlossen bleibt,
  • mit welchen Tricks es der Palast schafft, dass Menschen sich klein darin fühlen,
  • dass das Herrschaftszentrum eines der vollkommensten Feng-Shui-Bauwerke der Welt ist,
  • vom Wandel zum Weltkulturerbe und täglichen Touristenscharen.

Die Verbotene Stadt in Peking ist eine der größten Palastanlagen der Welt. Äußerlich ein Prachtbau, kann sie für die, die in ihr leben müssen, auch zu einem Gefängnis werden. Errichtet wird sie innerhalb von 14 Jahren von mehr als einer Million Arbeitern und 100.000 Handwerkern. Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle die Verbotene Stadt als Herrschaftszentrum ein. Damals heißt sie noch schlicht "Kaiserpalast".

Doch lange kann er sein beeindruckendes Machtzentrum nicht nutzen. Nur dreieinhalb Jahre nach der Einweihung stirbt Kaiser Yongle während eines Kampfes gegen die Mongolen. Nach ihm werden noch dreiundzwanzig weitere Kaiser die Palastanlage bewohnen, bis die Revolution 1911 die Monarchie in China beendet. Dann ist es auch "Normalsterblichen" möglich, in die Verbotene Stadt vorzudringen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Eduard Kögel, Bauhistoriker aus Berlin
  • Geo Epoche Nr. 93: "Das kaiserliche China"
  • Geo Epoche Nr. 31: "China - Kaiserzeit und Kommunismus: Die Geschichte einer Großmacht von 221 v. Chr. bis heute"
  • Pearl S. Buck: Das Mädchen Orchidee, Zürich 2025

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Autorin: Andrea Klasen
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Christina Gabriel

Rotes Kreuz: Leben retten zwischen Waffen

Rotes Kreuz: Leben retten zwischen Waffen WDR Zeitzeichen 01.02.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 02.02.2099 WDR 5

Als am 1.2.1871 französische Soldaten in der Schweiz Zuflucht suchen, beginnt die erste Bewährungsprobe des Roten Kreuzes: Ist im Krieg Hilfe für alle möglich?

In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer, wie der Schweizer Kaufmann Henri Dunant zum "Vater des Roten Kreuzes" wird, warum das Logo ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist, was in den Kriegen des 19. Jahrhunderts wertvoller ist als ein Soldat. Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1870/71 ist historisch der erste bewaffnete Konflikt, in dem die Genfer Konvention befolgt wird. Die besagt unter anderem, dass alle Verwundeten mit Menschlichkeit behandelt werden sollen. So finden am 1. Februar 1871 knapp 90.000 französische Soldaten der Bourbaki-Armee Zuflucht in der Schweiz. Für das Land ist es die bis dahin größte Flüchtlingsaufnahme seiner Geschichte. In vielen Gemeinden wird alles, was ein Dach hat, als Notunterkunft genutzt. An die 5.000 Soldaten müssen medizinisch behandelt werden. Das gerade einmal acht Jahre alte Rote Kreuz bildet das Rückgrat dieser Großaktion - die erste große Bewährungsprobe, die ein voller Erfolg wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andrea Brinckmann, Universität Hamburg, Historikergenossenschaft Christina Wildenauer, Gabriele Rössler: Menschlichkeit im Sozialmarkt. Die Grundsätze des Roten Kreuzes. Wiesbaden 2007 Kurt W. Böhme: Gesucht wird … - Die dramatische Geschichte des Suchdienstes. München 1970 Andrea Brinckmann: Beständig im Wandel. Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hamburg 1864-1990. Hamburg 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:
  • wie der Schweizer Kaufmann Henri Dunant zum "Vater des Roten Kreuzes" wird,
  • warum das Logo ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist,
  • was in den Kriegen des 19. Jahrhunderts wertvoller ist als ein Soldat,
  • vom Stellenwert der Frauen in der Hilfsgesellschaft.

Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1870/71 ist historisch der erste bewaffnete Konflikt, in dem die Genfer Konvention befolgt wird. Die besagt unter anderem, dass alle Verwundeten mit Menschlichkeit behandelt werden sollen. So finden am 1. Februar 1871 knapp 90.000 französische Soldaten der Bourbaki-Armee Zuflucht in der Schweiz.

Für das Land ist es die bis dahin größte Flüchtlingsaufnahme seiner Geschichte. In vielen Gemeinden wird alles, was ein Dach hat, als Notunterkunft genutzt. An die 5.000 Soldaten müssen medizinisch behandelt werden. Das gerade einmal acht Jahre alte Rote Kreuz bildet das Rückgrat dieser Großaktion - die erste große Bewährungsprobe, die ein voller Erfolg wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Andrea Brinckmann, Universität Hamburg, Historikergenossenschaft
  • Christina Wildenauer, Gabriele Rössler: Menschlichkeit im Sozialmarkt. Die Grundsätze des Roten Kreuzes. Wiesbaden 2007
  • Kurt W. Böhme: Gesucht wird … - Die dramatische Geschichte des Suchdienstes. München 1970
  • Andrea Brinckmann: Beständig im Wandel. Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hamburg 1864-1990. Hamburg 2014

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Autor: Wolfgang Meyer
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Grönland - Objekt der Begierde: Von Hans Egede bis Donald Trump

Grönland - Objekt der Begierde: Von Hans Egede bis Donald Trump WDR Zeitzeichen 31.01.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 01.02.2099 WDR 5

Hans Egede (geb. 31.1.1686) will dort Wikinger missionieren - es kommt anders: Grönland erlebt Jahrhunderte der Fremdbestimmung - bis heute mit dem US-Anspruch unter Trump.

In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger, wie Egede in Grönland statt vom "täglichen Brot" vom "täglichen Seehund" predigt, warum das Christentum auch Seuchen ins Land bringt und warum sich Donald Trump im Kampf um Grönland auf dünnes Eis begibt. Hans Egede wird auch der "Apostel der Grönländer" genannt. Denn der am 31. Januar 1686 in Norwegen geborene Pastor leitet die protestantische Missionierung und europäische Kolonisierung Grönlands ein. Die Missionierung verfolgt Egede mit Eifer und Härte - und wenn nötig auch mit Zwangstaufen. Er baut eine Kirche und gründet eine Siedlung, aus der später die grönländische Hauptstadt Nuuk hervorgeht. Seit 1922 steht dort ein Denkmal des Missionars. Doch seine Rolle in der grönländischen Geschichte wird mittlerweile kritisch gesehen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ebbe Volquardsen, Politik- und Kulturwissenschaftler Joachim Grage, Skandinavist an der Uni Freiburg Joachim Grage: Die zweite Landnahme - Hans Egede und die dänische Kolonialisierung Grönlands im 18.Jahrhundert. Im Sammelband: "Land in Sicht". Berlin 2021 Ebbe Volquardsen: Der Kampf um Grönland - Versöhnung als Geopolitik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (1/2026) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:
  • wie Egede statt vom "täglichen Brot" vom "täglichen Seehund" predigt,
  • warum das Christentum auch Seuchen ins Land bringt,
  • warum sich Donald Trump im Kampf um Grönland auf dünnes Eis begibt,
  • wie ausgerechnet Trumps Pläne dafür sorgen, dass Dänemark Grönland endlich ernst nimmt.

Hans Egede wird auch der Apostel der Grönländer genannt. Denn der am 31. Januar 1686 in Norwegen geborene Pastor leitet die protestantische Missionierung und europäische Kolonisierung Grönlands ein.

Im 18. Jahrhundert reist Egede in diese kalte Gegend, um Grönlands "verschollene Wikinger" zu suchen. Doch statt christlichen Siedlern findet er "nur heidnische" Inuit, die an eine beseelte Natur, an Geister und an das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur glauben. Die Missionierung verfolgt Egede mit Eifer und Härte - und wenn nötig auch mit Zwangstaufen. Er baut eine Kirche und gründet eine Siedlung, aus der später die grönländische Hauptstadt Nuuk hervorgeht.

Seit 1922 steht dort auf einer Anhöhe ein Denkmal des Missionars. Doch seine Rolle in der grönländischen Geschichte wird mittlerweile kritisch gesehen. So wird im Sommer 2020 Egedes Statue mit roter Farbe beschmiert. Samt der Parole: "Decolonize!"

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Ebbe Volquardsen, Politik- und Kulturwissenschaftler
  • Joachim Grage, Skandinavist an der Uni Freiburg
  • Joachim Grage: Die zweite Landnahme - Hans Egede und die dänische Kolonialisierung Grönlands im 18.Jahrhundert. Im Sammelband: "Land in Sicht". Berlin 2021
  • Ebbe Volquardsen: Der Kampf um Grönland - Versöhnung als Geopolitik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (1/2026)

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Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Matti Hesse

Wie eine Bombe Martin Luther King zur Gewaltfreiheit motiviert

Wie eine Bombe Martin Luther King zur Gewaltfreiheit motiviert WDR Zeitzeichen 30.01.2026 13:30 Min. Verfügbar bis 31.01.2099 WDR 5

Am 30.1.1956 explodiert eine Bombe vor Kings Familienhaus. Statt einzuschüchtern, wird der Anschlag zum Wendepunkt für den gewaltfreien Widerstand der Bürgerrechtsbewegung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman, wie nicht nur der Ku-Klux-Klan mit Terror und Einschüchterung die Rassentrennung sichern will, von Rosa Parks und dem Busboykott von Montgomery und wie Kings Frau ihren Mann trotz aller Drohungen unterstützt. Im Montgomery der 1960er Jahre sind explodierende Bomben keine Seltenheit. Der Süden der USA ist ein Hotspot politisch motivierter Gewalt gegen die Schwarze Bevölkerung. In der Nacht des 30. Januar 1956 trifft es das Haus von Martin Luther King. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt auf einer Kirchenversammlung. Seine Frau und das wenige Wochen alte Baby sind zu Hause - beide bleiben aber unverletzt. Die Attentäter werden nie gefasst. Der Anschlag auf Kings Haus soll Angst verbreiten. Stattdessen entsteht aus ihm ein öffentliches Versprechen zur Gewaltfreiheit. Tausende Schwarze folgen Kings Forderung: "Greift nicht zu den Waffen. Wir müssen Hass mit Liebe begegnen." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Britta Waldschmidt-Nelson, Autorin und Historikerin Tahir Della, Sprecher der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland" Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben. München 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Jonas Colsman Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman:
  • wie nicht nur der Ku-Klux-Klan mit Terror und Einschüchterung die Rassentrennung sichern will,
  • von Rosa Parks und dem Busboykott von Montgomery,
  • wie gewaltfreier Massenprotest das Machtgefüge in den USA erschüttert,
  • wie Kings Frau ihren Mann trotz aller Drohungen unterstützt.

Im Montgomery der 1960er Jahre sind explodierende Bomben keine Seltenheit. Der Süden der USA ist ein Hotspot politisch motivierter Gewalt gegen die Schwarze Bevölkerung. In der Nacht des 30. Januar 1956 trifft es das Haus von Martin Luther King. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt auf einer Kirchenversammlung. Seine Frau und das wenige Wochen alte Baby sind zu Hause - beide bleiben aber unverletzt. Die Attentäter werden nie gefasst.

Der Anschlag auf Kings Haus soll Angst verbreiten. Stattdessen entsteht aus ihm ein öffentliches Versprechen zur Gewaltfreiheit. Tausende Schwarze folgen Kings Forderung: "Greift nicht zu den Waffen. Wir müssen Hass mit Liebe begegnen."

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Britta Waldschmidt-Nelson, Autorin und Historikerin
  • Tahir Della, Sprecher der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland"
  • Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben. München 2024

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Autor: Jonas Colsman
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Sascha Schiemann

Zeppeline gegen Paris: die Erfindung des Bombenterrors

Zeppeline gegen Paris: die Erfindung des Bombenterrors WDR Zeitzeichen 29.01.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 30.01.2099 WDR 5

Am 29.1.1916 wird Paris Ziel eines deutschen Zeppelin-Angriffs. Militärisch ist der Schaden begrenzt. Psycholgisch wirkt der Angriff aus der Luft umso stärker.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog wie Zeppeline im Ersten Weltkrieg Angst, aber auch Neugier wecken, warum die Bombardements aus der Luft wenig militärischen Wert haben und weshalb gut zwei Drittel der Luftschiffe im Laufe des Ersten Weltkriegs verloren gehen. Bis heute ist der Ruf der Zeppelin-Luftschiffe bestimmt vom Bild des freundlichen Giganten der Lüfte. Doch das ist bestenfalls die halbe Geschichte. Die Nacht des 29. Januar 1916 zeigt, dass Zeppeline auch eine militär- und machtpolitische Rolle spielen: Ein deutsches Luftschiff wirft über Paris Brandbomben ab, die mit brennbaren Materialien und weißem Phosphor gefüllt sind. Das Bombardement dauert nur wenige Minuten, fordert aber 26 Menschenleben. Es ist nur einer von vielen Zeppelinangriffen während des Ersten Weltkriegs - danach haben Luftschiffe als Waffe ausgedient. Flugzeuge sind inzwischen billiger und schneller. Was dagegen überlebt, ist die Idee von der Zermürbung der Zivilbevölkerung durch den Terror von oben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jürgen Bleibler, Zeppelin-Museum Friedrichshafen Guillaume de Syon: Zeppelin! Germany and the Airship 1900-1939. Baltimore 2002 Felix Banzhaf: Die militärische Nutzung von Zeppelinen: https://kurz.wdr.de/06bflxbe Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • wie Zeppeline im Ersten Weltkrieg Angst, aber auch Neugier wecken,
  • von der Idee des Zeppelins bis zum ersten Modell im Jahr 1900,
  • warum die Bombardements aus der Luft wenig militärischen Wert haben,
  • weshalb gut zwei Drittel der Luftschiffe im Laufe des Ersten Weltkriegs verloren gehen.

Bis heute ist der Ruf der Zeppelin-Luftschiffe bestimmt vom Bild des freundlichen Giganten der Lüfte. Doch das ist bestenfalls die halbe Geschichte. Die Nacht des 29. Januar 1916 zeigt, dass Zeppeline auch eine militär- und machtpolitische Rolle spielen: Ein deutsches Luftschiff wirft über Paris Brandbomben ab, die mit brennbaren Materialien und weißem Phosphor gefüllt sind. Das Bombardement dauert nur wenige Minuten, fordert aber 26 Menschenleben.

Es ist nur einer von vielen Zeppelinangriffen während des Ersten Weltkriegs - danach haben Luftschiffe als Waffe ausgedient. Flugzeuge sind inzwischen billiger und schneller. Was dagegen überlebt, ist die Idee von der Zermürbung der Zivilbevölkerung durch den Terror von oben.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Autor: Martin Herzog
Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

Traum in Trümmern: Warum die "Challenger" explodierte

Traum in Trümmern: Warum die "Challenger" explodierte WDR Zeitzeichen 28.01.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 29.01.2099 WDR 5

Sieben Menschen sind tot, weil eine dünne Dichtung nicht gehalten hat. Dabei hätte die Katastrophe beim Start der "Challenger" am 28.1.1986 verhindert werden können.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz warum die Explosion der Raumfähre Challenger kein Zufall ist, wie Warnungen von Ingenieuren unter Entscheidungsdruck überhört werden und weshalb dieses Unglück die Raumfahrt für immer verändert hat. Der 28. Januar 1986 ist ein kalter Morgen in Florida. Eis liegt auf der Startrampe, als die Challenger abhebt. Wenige Sekunden später zerbricht sie am Himmel. Sieben Menschen sterben. Was wie technisches Versagen aussieht, entpuppt sich später als vorhersehbare Katastrophe. Seit Monaten wissen Ingenieure von beschädigten Dichtungsringen in den Feststoffraketen. Doch Zeitdruck, Routine und politischer Ehrgeiz wiegen schwerer als Zweifel. Und führen in ein Unglück, das weit über die Raumfahrt hinaus bis heute nachwirkt. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dirk Wagner, Journalist und Weltraumexperte der ARD Roger Boisjoly, Maschinenbau-Ingenieur beim NASA-Zulieferer Morton Thiokol Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:
  • warum die Explosion der Raumfähre Challenger kein Zufall ist,
  • wie Warnungen von Ingenieuren unter Entscheidungsdruck überhört werden,
  • weshalb dieses Unglück die Raumfahrt für immer verändert hat.

Der 28. Januar 1986 ist ein kalter Morgen in Florida. Eis liegt auf der Startrampe, als die Challenger abhebt. Wenige Sekunden später zerbricht sie am Himmel. Sieben Menschen sterben.

Was wie technisches Versagen aussieht, entpuppt sich später als vorhersehbare Katastrophe. Seit Monaten wissen Ingenieure von beschädigten Dichtungsringen in den Feststoffraketen. Doch Zeitdruck, Routine und politischer Ehrgeiz wiegen schwerer als Zweifel. Und führen in ein Unglück, das weit über die Raumfahrt hinaus bis heute nachwirkt.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Dirk Wagner, Journalist und Weltraumexperte der ARD
  • Roger Boisjoly, Maschinenbau-Ingenieur beim NASA-Zulieferer Morton Thiokol

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Uwe Schulz
Redaktion: Frank Zirpins

"Regenmacher" Charles Hatfield setzt San Diego unter Wasser

"Regenmacher" Charles Hatfield setzt San Diego unter Wasser WDR Zeitzeichen 27.01.2026 14:54 Min. Verfügbar bis 28.01.2099 WDR 5

Charles Hatfield verspricht, Regen in die Dürre Kaliforniens zu bringen. Oft hat er Erfolg, manchmal vielleicht aus Zufall. Im Januar 1916 endet seine Arbeit in einer Katastrophe.

In diesem Zeitzeichen erzählt Francis Nenik, wie ein unscheinbarer Mann aus Kansas zum Hoffnungsträger durstender Farmer wird, wie er zwischen Wissenschaft und Beschwörung einen Regen-Mythos erschafft, und weshalb sein größter Erfolg zur Katastrophe wird. Anfang des 20. Jahrhunderts träumen viele Amerikaner davon, das Wetter zu beherrschen. Einer, der diesen Traum scheinbar Wirklichkeit werden lässt, heißt Charles Hatfield. Geboren 1875 in Kansas, wächst er in einem von Dürre geprägten Land auf. Während andere beten, baut Hatfield Türme, erhitzt Chemikalien und schickt Dunst in den Himmel. Oft folgt Regen. Hatfield reist durchs Land, wird verehrt und angefeindet. Doch solange es regnet, glaubt man ihm. 1915 erhält er seinen größten Auftrag: San Diego braucht Wasser. Hatfield verspricht "biblischen Regen". Und der kommt. Im Januar 1916 ziehen Stürme durch die Region, Dämme brechen, Menschen sterben. Bezahlt wird Hatfield nicht, sein Geheimnis bleibt ungelüftet. Als er stirbt, nimmt er es mit ins Grab. Am Tag seiner Beerdigung bleibt der Himmel blau. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Manuel Kaiser, Institut für Medizingeschichte der Uni Bern Mark Arax, US-amerikanischer Schriftsteller Manuel Kaiser: Den Himmel zähmen. Wetter- und Klimabeeinflussung im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2024 Mark Arax: Risse in der Erde. Auf den Spuren von Wasser und Staub durch Kalifornien, Berlin 2023 Larry Dane Brimner: The Rain Wizard. The Amazing, Mysterious, True Life of Charles Mallory Hatfield, Honesdale 2015 Milford Wayne Donaldson: Charles Mallory Hatfield. Pluviculturist Extraordinaire, San Diego 2000 Steve Schoenherr: The Great Flood of 1916, Chula Vista 2016 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Francis Nenik Redaktion: David Rother Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Francis Nenik:
  • wie ein unscheinbarer Mann aus Kansas zum Hoffnungsträger durstender Farmer wird,
  • wie er zwischen Wissenschaft und Beschwörung einen Regen-Mythos erschafft,
  • weshalb sein größter Erfolg zur Katastrophe wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts träumen viele Amerikaner davon, das Wetter zu beherrschen. Einer, der diesen Traum scheinbar Wirklichkeit werden lässt, heißt Charles Hatfield. Geboren 1875 in Kansas, wächst er in einem von Dürre geprägten Land auf. Während andere beten, baut Hatfield Türme, erhitzt Chemikalien und schickt Dunst in den Himmel. Oft folgt Regen.

Hatfield reist durchs Land, wird verehrt und angefeindet. Doch solange es regnet, glaubt man ihm. 1915 erhält er seinen größten Auftrag: San Diego braucht Wasser. Hatfield verspricht "biblischen Regen". Und der kommt. Im Januar 1916 ziehen Stürme durch die Region, Dämme brechen, Menschen sterben.

Bezahlt wird Hatfield nicht, sein Geheimnis bleibt ungelüftet. Als er stirbt, nimmt er es mit ins Grab. Am Tag seiner Beerdigung bleibt der Himmel blau.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Manuel Kaiser, Institut für Medizingeschichte der Uni Bern
  • Mark Arax, US-amerikanischer Schriftsteller
  • Manuel Kaiser: Den Himmel zähmen. Wetter- und Klimabeeinflussung im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2024
  • Mark Arax: Risse in der Erde. Auf den Spuren von Wasser und Staub durch Kalifornien, Berlin 2023
  • Larry Dane Brimner: The Rain Wizard. The Amazing, Mysterious, True Life of Charles Mallory Hatfield, Honesdale 2015
  • Milford Wayne Donaldson: Charles Mallory Hatfield. Pluviculturist Extraordinaire, San Diego 2000
  • Steve Schoenherr: The Great Flood of 1916, Chula Vista 2016

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Autor: Francis Nenik
Redaktion: David Rother
Technik: Nicolas Dohle

Der erste Eremit: Wie Antonius das Mönchtum erfand

Der erste Eremit: Wie Antonius das Mönchtum erfand WDR Zeitzeichen 26.01.2026 13:51 Min. Verfügbar bis 27.01.2099 WDR 5

Nach dem Tod seiner Eltern sucht Antonius Hilfe bei Gott. Bis zu seinem Tod im Jahr 356 lebt er einsam und in strenger Askese in der Wüste - und wird damit zum Pionier des Mönchtums.

In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer, wie ein junger Erbe aus dem ägyptischen Niltal alles aufgibt, was Sicherheit verspricht, was Antonius zum Begründer des Mönchtums macht und wie aus einem Einsiedler eine der prägendsten Gestalten des frühen Christentums wird. Antonius wächst behütet auf, bis der frühe Tod der Eltern sein Leben erschüttert. Kaum zwanzig Jahre alt, hört er in der Kirche einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der ihn nicht mehr loslässt: Verkaufe alles und folge mir nach. Antonius nimmt diese Worte wörtlich. Er versorgt seine Schwester, verschenkt seinen Besitz und zieht sich zurück. Was folgt, ist ein radikales Leben der Askese: wenig Schlaf, kaum Nahrung, Gebet statt Komfort. Antonius stirbt hochbetagt im Jahr 356, längst als gläubiger Einsiedler berühmt. Er prägt ein Ideal, das bis heute nachwirkt: Konzentration auf das Wesentliche. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Gemeinhardt, Kirchenhistoriker, Universität Göttingen Athanasius von Alexandrien: Leben des Antonius. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Peter Gemeinhardt. Freiburg im Breisgau 2017 Benedicta Ward (Hg.): The Desert Fathers. Sayings of the Early Christian Monks, London 2003 Peter Gemeinhardt: Antonius. Der erste Mönch. Leben, Lehre, Legende. München 2023 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Suvak Technik: Holger Maerten


In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:
  • wie ein junger Erbe aus dem ägyptischen Niltal alles aufgibt, was Sicherheit verspricht,
  • warum er für seinen Glauben in die Wüste zieht,
  • was Antonius zum Begründer des Mönchtums macht,
  • wie aus einem Einsiedler eine der prägendsten Gestalten des frühen Christentums wird.

Antonius wächst behütet auf, bis der frühe Tod der Eltern sein Leben erschüttert. Kaum zwanzig Jahre alt, hört er in der Kirche einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der ihn nicht mehr loslässt: Verkaufe alles und folge mir nach. Antonius nimmt diese Worte wörtlich. Er versorgt seine Schwester, verschenkt seinen Besitz und zieht sich zurück.

Was folgt, ist ein radikales Leben in Askese: wenig Schlaf, kaum Nahrung, Gebet statt Komfort. Antonius stirbt hochbetagt im Jahr 356, längst als gläubiger Einsiedler berühmt. Er prägt ein Ideal, das bis heute nachwirkt: Konzentration auf das Wesentliche.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Peter Gemeinhardt, Kirchenhistoriker, Universität Göttingen
  • Athanasius von Alexandrien: Leben des Antonius. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Peter Gemeinhardt, Freiburg im Breisgau 2017
  • Benedicta Ward (Hg.): The Desert Fathers. Sayings of the Early Christian Monks, London 2003
  • Peter Gemeinhardt: Antonius. Der erste Mönch. Leben, Lehre, Legende, München 2023

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Tobias Sauer
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Suvak
Technik: Holger Maerten

China nach Mao: Abrechnung mit der "Viererbande"

China nach Mao: Abrechnung mit der "Viererbande" WDR Zeitzeichen 25.01.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 26.01.2099 WDR 5

25.1.1981: In China fällt das Urteil gegen die "Viererbande" um Maos Witwe. Gerechtigkeit für die Opfer der Kulturrevolution - oder ein Schauprozess mit Sündenböcken?

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath, wie der 1958 von Mao propagierte "Große Sprung nach vorne" in einer Katastrophe für China endet, was die "Kulturrevolution" von 1966 damit zu tun hat, welcher Machtkampf nach Maos Tod in der Kommunistischen Partei Chinas ausbricht. Jiang Qing gilt als die Anführerin der "Viererbande", die nach dem Tod Maos im September 1976 die Macht in China an sich reißen will. Doch die Clique scheitert und wird nur einen Monat später festgenommen. Nun wird vor allem Jiang Qing, Maos Witwe, in der Öffentlichkeit dargestellt als das personifizierte Böse. Sie sei verantwortlich für die grausamen Exzesse während der chinesischen Kulturrevolution. Das sind offiziell die Jahre 1966 bis 1976 - eine der finstersten Zeiten der chinesischen Geschichte. Doch eigentlich handelt es sich um eine "Fünferbande", zu der auch der frühere Große Vorsitzende Mao gehört. Er bestimmte seit Ende der 1940er-Jahre maßgeblich die Politik Chinas. Doch die neue Führung Chinas will Mao von allen Vorwürfen freihalten. Der Prozess gegen die "Viererbande" soll dazu dienen, Mao als Lichtgestalt der Kommunistischen Partei des Landes zu erhalten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Daniel Leese (Sinologe an der Universität Freiburg und Experte für chinesische Geschichte und Politik) Zhang Man (Sinologin an der Universität München und Expertin für chinesische Geschichte und Politik) Daniel Leese: Die Chinesische Kulturrevolution 1966-1976. München 2016 Daniel Leese: Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit. München 2020 Man Zhang: Die politischen Strafprozesse gegen die Viererbande im China nach Mao. In: Lexikon der politischen Strafprozesse. Hamburg 2025: https://kurz.wdr.de/aocraeob Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
  • wie der 1958 von Mao propagierte "Große Sprung nach vorne" in einer Katastrophe für China endet,
  • was die "Kulturrevolution" von 1966 damit zu tun hat,
  • wie brutal die "Roten Garden zur Verteidigung der Mao-Zedong-Ideen" gegen die Bevölkerung vorgehen,
  • welcher Machtkampf nach Maos Tod in der Kommunistischen Partei Chinas ausbricht,
  • zu welchen Strafen die Mitglieder der "Viererbande" verurteilt werden.

Jiang Qing gilt als die Anführerin der "Viererbande", die nach dem Tod Maos im September 1976 die Macht in China an sich reißen will. Doch die Clique scheitert und wird nur einen Monat später festgenommen. Nun wird vor allem Jiang Qing, Maos Witwe, in der Öffentlichkeit dargestellt als das personifizierte Böse.

Sie sei verantwortlich für die grausamen Exzesse während der chinesischen Kulturrevolution. Das sind offiziell die Jahre 1966 bis 1976 - eine der finstersten Zeiten der chinesischen Geschichte. Doch eigentlich handelt es sich um eine "Fünferbande", zu der auch der frühere Große Vorsitzende Mao gehört. Er bestimmte seit Ende der 1940er-Jahre maßgeblich die Politik Chinas.

Doch die neue Führung Chinas will Mao von allen Vorwürfen freihalten. Der Prozess gegen die "Viererbande" soll dazu dienen, Mao als Lichtgestalt der Kommunistischen Partei des Landes zu erhalten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Daniel Leese (Sinologe an der Universität Freiburg und Experte für chinesische Geschichte und Politik)
  • Zhang Man (Sinologin an der Universität München und Expertin für chinesische Geschichte und Politik)
  • Daniel Leese: Die Chinesische Kulturrevolution 1966-1976. München 2016
  • Daniel Leese: Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit. München 2020
  • Zhang Man: Die politischen Strafprozesse gegen die Viererbande im China nach Mao. In: Lexikon der politischen Strafprozesse. Hamburg 2025

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Kath
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Sascha Schiemann

Antikes Rom: Warum Kaiser Caligula besser war als sein Ruf

Antikes Rom: Warum Kaiser Caligula besser war als sein Ruf WDR Zeitzeichen 24.01.2026 13:30 Min. Verfügbar bis 25.01.2099 WDR 5

Am 24.1.41 wird der römische Kaiser Gaius, genannt Caligula, ermordet. In Geschichtsbüchern gilt er lange als wahnsinnig. Doch inzwischen gibt es Zweifel an diesem Bild.

In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk, dass Culigula eigentlich "Gaius" heißt, wieso Caligula sein Pferd angeblich zum Konsul machen will und was Caligula mit Donald Trump verbindet. Caligula ist nach Augustus und Tiberius erst der dritte Kaiser Roms. Die Senatoren der einst mächtigen Republik wollen – wie seit Jahrhunderten zuvor – weiterhin Einfluss auf die Regierung nehmen. Doch Caligula macht schnell klar: Er allein herrscht – ohne sie. Das bringt die Senatoren gegen ihn auf, sie nennen ihnen einen Tyrannen und Despoten. Der junge Kaiser zögert nicht und ordnet Hinrichtungen an. Am 24. Januar 41 endet seine Herrschaft abrupt: Caligula wird mit nur 28 Jahren erstochen. Nach seinem Tod schmücken Geschichtsschreiber seine Regierungszeit als Horrormärchen aus. Zu Unrecht, wie die moderne Forschung zeigt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Aloys Winterling, (Historiker, Humboldt Universität, Berlin) Aloys Winterling: Caligula. München 2025 Sueton: Cäsarenleben. Stuttgart 1986 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Jakob Schiffer, Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
  • dass "Caligula" eigentlich "Gaius" heißt,
  • warum der Name ihn diffamiert,
  • dass der Kaiser bei der Bevölkerung beliebt ist,
  • ob Caligula sein Pferd wirklich zum Konsul machen will,
  • was Caligula und Donald Trump verbindet.

Caligula ist nach Augustus und Tiberius erst der dritte Kaiser Roms. So wollen die Senatoren der einst mächtigen Republik – wie seit Jahrhunderten zuvor – weiterhin Einfluss auf die Regierung nehmen. Doch Caligula macht schnell klar: Er allein herrscht – ohne sie.

Das bringt die Senatoren gegen ihn auf, sie nennen ihn einen Tyrannen und Despoten. Der junge Kaiser zögert nicht und ordnet Hinrichtungen an. Am 24. Januar 41 endet seine Herrschaft abrupt: Caligula wird mit nur 28 Jahren erstochen.

Erst lange nach seinem Tod schmücken Geschichtsschreiber seine Regierungszeit als Horrormärchen aus. Caligula gilt nun als wahnsinnig. Zu Unrecht, wie die moderne Forschung zeigt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Aloys Winterling, (Historiker, Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Aloys Winterling: Caligula. München 2025
  • Sueton: Cäsarenleben. Stuttgart 1986

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Autorin: Maren Gottschalk
Redaktion: Jakob Schiffer und Matti Hesse

Wilbur Atwater: Der Vater aller Diäten

Wilbur Atwater: Der Vater aller Diäten WDR Zeitzeichen 23.01.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 24.01.2099 WDR 5

Körperfülle galt lange als Wohlstandssymbol. 1896 misst Wilbur Atwater Nahrung erstmals genau. Die Kalorie wird Maß für Disziplin – und prägt ein neues Schönheitsideal.

In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer, wie sich der Körperkult vom Dicksein zum Schlanksein im Laufe der Jahrhunderte wandelt, warum der US-Bestatter William Banting die Ernährung von Millionen Amerikanern verändert und woher das Zitat "lasst dicke Männer um mich gehen" stammt. Um den Kalorienverbrauch des Körpers zu messen, entwickelt der US-Agrarwissenschaftler Wilbur Atwater ein Kalorimeter: Ein spezieller Respirationsapparat erfasst bei freiwilligen Probanden die Einnahmen und Ausscheidungen des Körpers. Aus seinen Erkenntnissen leitet Atwater Ernährungsempfehlungen für arme Familien ab – und befeuert damit zugleich einen Schlankheitskult im Bürgertum. Doch die Forschungen werden nicht nur zum Wohl der Menschen eingesetzt: Großindustrielle nutzen sie, um Mindestrationen für ihre Arbeiter festzulegen. Später tragen sie zu Vorgaben für Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangene bei. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Uwe Spiekermann (Ernährungshistoriker, Göttingen) Uwe Spiekermann: Die erste moderne Diät – William Bantings Kur gegen Korpulenz in Mitteleuropa. 2022. https://kurz.wdr.de/ycllgo1k Sam Prescott: Quantifying the Calorie: The Mixed-Up Files of Mr. Wilbur O. Atwater. 2017. https://kurz.wdr.de/7sg6rihb Podcast: Was bisher geschah - Die Geschichte der Diät. https://kurz.wdr.de/trxsevmk Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Sefa-Inci Suvak Technik: Nico Söllner


In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:
  • woher das Zitat "lasst dicke Männer um mich gehen" stammt,
  • wie sich der Körperkult vom Dicksein zum Schlanksein im Laufe der Jahrhunderte wandelt,
  • warum der US-Bestatter William Banting die Ernährung von Millionen Amerikanern verändert,
  • dass Atwaters Experimente von Münchner Ernährungswissenschaftlern inspiriert sind.

Um den Kalorienverbrauch des Körpers zu messen, entwickelt der US-Agrarwissenschaftler Wilbur Atwater ein Kalorimeter: Ein spezieller Respirationsapparat erfasst bei freiwilligen Probanden die Einnahmen und Ausscheidungen des Körpers.

Aus seinen Erkenntnissen leitet Atwater Ernährungsempfehlungen für arme Familien ab – und befeuert damit zugleich einen Schlankheitskult im Bürgertum.

Die Forschungen werden nicht nur zum Wohl der Menschen eingesetzt: Großindustrielle nutzen sie, um Mindestrationen für ihre Arbeiter festzulegen. Später tragen sie zu Vorgaben für Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangene bei.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Autor: Erik Hlacer
Redaktion: Sefa-Inci Suvak
Technik: Nico Söllner

Einzug der Schweizergarde: Vom Söldnertrupp zur Vatikan-Legende

Einzug der Schweizergarde: Vom Söldnertrupp zur Vatikan-Legende WDR Zeitzeichen 22.01.2026 13:42 Min. Verfügbar bis 23.01.2099 WDR 5

Am 22.1.1506 gründet der Papst die Schweizergarde. Anfangs ist sie nur eine Söldnertruppe unter vielen. Doch eine Bewährungsprobe macht sie unsterblich.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi, wie ausgerechnet ein Papst zum Beinamen "der Schreckliche" kommt, welche Meisterwerke Renaissance-Papst Julius II. ermöglicht und warum die Vereidigung der neuen Schweizergardisten bis heute am 6. Mai begangen wird. Als Giuliano della Rovere 1503 zum Papst Julius II. gewählt wird, geht das nicht ohne Bestechungen ab. Angesichts zu vieler Feinde will er seine Wahl nicht dem Zufall überlassen. Aber die Angst vor Rache begleitet ihn durch die Korridore des Vatikans. Den Römern traut er nicht mehr über den Weg. Für Julius II. ist klar: Für seinen Schutz müssen Fremde her. In der Schweiz wird er fündig. Am 22. Januar 1506 nehmen die ersten bis an die Zähne bewaffneten Schweizer ihren Dienst im Vatikan auf. Gut 20 Jahre später beweisen die Gardisten ihre versprochene Treue: Sie schützen Papst Clemens VII. vor dem Söldnerheer Kaiser Karls V. und verteidigen Rom während der Plünderung durch die Kaisertruppen. In der Verteidigungsschlacht sterben 147 Schweizer. Die Garde wird fast ausgelöscht. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dr. Arne Karsten, Privatdozent, Uni Wuppertal Prof. em. Volker Reinhardt, Uni Freiburg, Schweiz Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:
  • wie ausgerechnet ein Papst zum Beinamen "der Schreckliche" kommt,
  • welche Meisterwerke Renaissance-Papst Julius II. ermöglicht,
  • warum die Schweiz in der frühen Neuzeit ein beliebter Ort für das Söldnertum ist,
  • warum die Vereidigung der neuen Schweizergardisten bis heute am 6. Mai begangen wird.

Als Giuliano della Rovere 1503 zum Papst Julius II. gewählt wird, geht das nicht ohne Bestechungen ab. Angesichts zu vieler Feinde will er seine Wahl nicht dem Zufall überlassen. Aber die Angst vor Rache begleitet ihn durch die Korridore des Vatikans. Den Römern traut er nicht mehr über den Weg. Für Julius II. ist klar: Für seinen Schutz müssen Fremde her. In der Schweiz wird er fündig.

Am 22. Januar 1506 nehmen die ersten bis an die Zähne bewaffneten Schweizer ihren Dienst im Vatikan auf. Gut 20 Jahre später beweisen die Gardisten ihre versprochene Treue: Sie schützen Papst Clemens VII. vor dem Söldnerheer Kaiser Karls V. und verteidigen Rom während der Plünderung durch die Kaisertruppen. In der Verteidigungsschlacht sterben 147 Schweizer. Die Garde wird fast ausgelöscht.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Dr. Arne Karsten, Privatdozent, Uni Wuppertal
  • Prof. em. Volker Reinhardt, Uni Freiburg, Schweiz

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Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Murat Kayi
Redaktion: Matti Hesse

Röstverbot und Kaffee-Spitzel: Preußens Prohibitionszeit

Röstverbot und Kaffee-Spitzel: Preußens Prohibitionszeit WDR Zeitzeichen 21.01.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 22.01.2099 WDR 5

Im 18. Jahrhundert trinkt ganz Preußen Kaffee - der Staatskasse Friedrichs des Großen nutzt es wenig. Darum verbietet er am 21.1.1781 das private Rösten. Mit fatalen Folgen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich, aus welchen feinen Porzellantassen Friedrich der Große seinen Kaffee trinkt, welchen Job die sogenannten Kaffeeriecher im Auftrag des Königs verrichten, warum Friedrich II. zwei Jahre nach dem privaten Röstverbot nachgibt und den Kaffeepreis senkt. Kaffee ist zu der Zeit von Friedrich dem Großen ein Luxus-Trank. Genossen wird er vom Adel. Aus Sicht des Königs soll das auch so bleiben. Als sich das wohlriechende Elixier in Preußen immer mehr verbreitet, belegt der Herrscher die Bohnen mit hohen Einfuhrzöllen und Luxussteuern. Ab 1766 ist die freie Kaffee-Einfuhr ganz verboten. Das lässt sich die Bevölkerung nicht gefallen. Der Schmuggel blüht - und der Staat reagiert: Auf das Einfuhrverbot folgt 1781 das Röstverbot. Handel und Rösten liegen nun ganz in staatlicher Hand. Wer dagegen verstößt, muss empfindliche Geldstrafen bezahlen. Trotzdem steigt der Kaffeekonsum: Die Bestechungszahlungen für die Kontrolleure des Röstverbots sind höher als deren Provisionen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jürgen Luh (Direktor des Research Center Sanssouci) Katja Mutschelknaus (Kulturwissenschaftlerin) Tim Blanning: Friedrich der Große. König von Preußen. Eine Biographie. München 2022 Johannes Kunisch: Friedrich der Große. München 2012 Jürgen Luh: Der Große. Friedrich II. von Preußen. München 2011 Katja Mutschelknaus: Kaffeeklatsch. Die Stunde der Frauen. Berlin 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:
  • wie der Kaffee um 1660 nach Europa kommt und zum edlen Kultgetränk wird,
  • aus welchen feinen Porzellantassen Friedrich der Große seinen Kaffee trinkt,
  • welchen Job die sogenannten Kaffeeriecher im Auftrag des Königs verrichten,
  • warum Friedrich II. zwei Jahre nach dem privaten Röstverbot nachgibt und den Kaffeepreis senkt,
  • wie die ungehorsamen Untertanen schließlich für mehr Steuereinnahmen sorgen.

Kaffee ist zur Zeit von Friedrich dem Großen ein Luxus-Trank. Genossen wird er vom Adel. Aus Sicht des Königs soll das auch so bleiben. Als sich das wohlriechende Elixier in Preußen immer mehr verbreitet, belegt der Herrscher die Bohnen mit hohen Einfuhrzöllen und Luxussteuern. Ab 1766 ist die freie Kaffee-Einfuhr ganz verboten.

Das lässt sich die Bevölkerung nicht gefallen. Der Schmuggel blüht - und der Staat reagiert: Auf das Einfuhrverbot folgt 1781 das Röstverbot. Handel und Rösten liegen nun ganz in staatlicher Hand. Wer dagegen verstößt, muss empfindliche Geldstrafen bezahlen. Trotzdem steigt der Kaffeekonsum: Die Bestechungszahlungen für die Kontrolleure des Röstverbots sind höher als deren Provisionen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Jürgen Luh (Direktor des Research Center Sanssouci)
  • Katja Mutschelknaus (Kulturwissenschaftlerin)
  • Tim Blanning: Friedrich der Große. König von Preußen. Eine Biographie. München 2022
  • Johannes Kunisch: Friedrich der Große. München 2012
  • Jürgen Luh: Der Große. Friedrich II. von Preußen. München 2011
  • Katja Mutschelknaus: Kaffeeklatsch. Die Stunde der Frauen. Berlin 2014

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Autorin: Claudia Friedrich
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins