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Michael Gartenschlägers Kampf gegen die DDR‑Todesautomaten

Michael Gartenschlägers Kampf gegen die DDR‑Todesautomaten WDR Zeitzeichen 30.04.2026 14:40 Min. Verfügbar bis 30.04.2099 WDR 5

Michael Gartenschläger beweist die Existenz der DDR‑Selbstschussanlagen. Doch bei seiner letzten Aktion am 30.4.1976 wird er von einem Stasi-Kommando erwartet und erschossen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Ulli Schäfer, warum Michael Gartenschläger die Selbstschussanlagen an der deutsch-deutschen Grenze demontieren will, wie aus einem unangepassten Jugendlichen aus Strausberg ein entschiedener Gegner des SED-Regimes wird und weshalb sein Tod bis heute für viele als Symbol für das Unrecht an der innerdeutschen Grenze steht. Knapp 1.400 Kilometer Metallgitterzaun, Stacheldraht, Minen, Wachtürme und tausende Selbstschussanlagen: Michael Gartenschläger kennt das System, mit dem die DDR ihre Grenze sichert. Der 1944 geborene Strausberger hört als Jugendlicher Westmusik, protestiert nach dem Mauerbau gegen das Regime und wird 1961 zu lebenslanger Haft verurteilt. Fast zehn Jahre sitzt er im Gefängnis, bis ihn die Bundesrepublik freikauft. Doch Gartenschläger schweigt nicht. 1976 demontiert er zwei Selbstschussanlagen vom Typ SM-70 und macht damit öffentlich, was die DDR leugnet. Als er am 30. April 1976 eine dritte Anlage abbauen will, gerät er in einen Hinterhalt und wird erschossen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Thomas Köckeritz, Neffe von Michael Gartenschläger Freya Klier: Michael Gartenschläger. Kampf gegen Mauer und Stacheldraht, Leipzig 2012 Lothar Lienicke und Franz Bludau: Todesautomatik. Die Staatssicherheit und der Tod des Michael Gartenschläger an der Grenzsäule 231, Frankfurt am Main 2003 Andreas Frost: Michael Gartenschläger. Der Prozess: mutmaßliches DDR-Unrecht vor einem bundesdeutschen Gericht, Schwerin 2002 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ulli Schäfer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Ulli Schäfer:
  • warum Michael Gartenschläger die Selbstschussanlagen an der deutsch-deutschen Grenze demontieren will,
  • wie aus einem unangepassten Jugendlichen aus Strausberg ein entschiedener Gegner des SED-Regimes wird,
  • weshalb sein Tod bis heute für viele als Symbol für das Unrecht an der innerdeutschen Grenze steht.

Knapp 1400 Kilometer Metallgitterzaun, Stacheldraht, Minen, Wachtürme und tausende Selbstschussanlagen: Michael Gartenschläger kennt das System, mit dem die DDR ihre Grenze sichert.

Der 1944 geborene Strausberger hört als Jugendlicher Westmusik, protestiert nach dem Mauerbau gegen das Regime und wird 1961 zu lebenslanger Haft verurteilt. Fast zehn Jahre sitzt er im Gefängnis, bis ihn die Bundesrepublik freikauft.

Doch Gartenschläger schweigt nicht. 1976 demontiert er zwei Selbstschussanlagen vom Typ SM-70 und macht damit öffentlich, was die DDR leugnet. Als er am 30. April 1976 eine dritte Anlage abbauen will, gerät er in einen Hinterhalt und wird erschossen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Thomas Köckeritz, Neffe von Michael Gartenschläger
  • Freya Klier: Michael Gartenschläger. Kampf gegen Mauer und Stacheldraht, Leipzig 2012
  • Lothar Lienicke und Franz Bludau: Todesautomatik. Die Staatssicherheit und der Tod des Michael Gartenschläger an der Grenzsäule 231, Frankfurt am Main 2003
  • Andreas Frost: Michael Gartenschläger. Der Prozess. Mutmaßliches DDR-Unrecht vor einem bundesdeutschen Gericht, Schwerin 2002

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Ulli Schäfer
Redaktion: Matti Hesse

Warum der Osteraufstand Irland geprägt hat

Warum der Osteraufstand Irland geprägt hat WDR Zeitzeichen 29.04.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 29.04.2099 WDR 5

Am Ostermontag 1916 starten irische Rebellen einen Aufstand gegen die britische Kolonialmacht. Er endet nach wenigen Tagen am 29. April 1916. Trotzdem stilisiert ihn Irland zur Geburtsstunde der Nation.

In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck wie ein Pilzbefall der irischen Kartoffeln den Hass auf die Briten schürt und wie die gescheiterte Rebellion zum nationalen Gründungsmythos avanciert. Als rund 150 irische Nationalisten am Ostermontag 1916 das Hauptpostamt in Dublin mit Waffengewalt einnehmen, feiern die meisten Iren gerade ein friedliches Osterfest mit ihren Familien. Die Zustimmung für den Kampf gegen die verhasste britische Kolonialmacht ist verhalten - zu groß ist die Angst vor den Briten. Die Befürchtungen bewahrheiten sich. Fünf Tage später, am 29. April 1916, sind rund 500 Menschen tot, darunter viele Zivilisten und Kinder, und die Anführer werden öffentlich hingerichtet. Das brutale Vorgehen der Briten erschüttert die Bevölkerung zutiefst und sie solidarisiert sich mit den Rebellen. Aus dem Schock von 1916 entsteht die irische Unabhängigkeitsbewegung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Katharina Rennhak (Bergische Universität Wuppertal, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt irische Literatur und Erinnerungskultur) Charles Townshend: Easter 1916. The Irish Rebellion. London 2005, 2015 Richard S. Grayson und Fearghal McGarry: Remembering 1916. The Easter Rising, The Somme and the Politics of Memory in Ireland. Cambridge 2016 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Jakob Schiffer, Sefa Inci Sufak


In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
  • wie ein Pilzbefall der irischen Kartoffeln den Hass auf die Briten schürt,
  • dass während des Osteraufstands noch viele Iren Seite an Seite mit den Briten im Ersten Weltkrieg kämpfen,
  • warum Patrick Pearse und James Connolly zu Märtyrern werden,
  • wie die gescheiterte Rebellion zum nationalen Gründungsmythos avanciert.

Als rund 150 irische Nationalisten am Ostermontag 1916 das Hauptpostamt in Dublin mit Waffengewalt einnehmen, feiern die meisten Iren gerade ein friedliches Osterfest mit ihren Familien. Die Zustimmung für den Kampf gegen die verhasste britische Kolonialmacht ist verhalten - zu groß ist die Angst vor den Briten.

Die Befürchtungen bewahrheiten sich. Fünf Tage später, am 29. April 1916, sind rund 500 Menschen tot, darunter viele Zivilisten und Kinder, und die Anführer werden öffentlich hingerichtet. Das brutale Vorgehen der Briten erschüttert die Bevölkerung zutiefst und sie solidarisiert sich mit den Rebellen. Aus dem Schock von 1916 entsteht die irische Unabhängigkeitsbewegung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professorin Katharina Rennhak (Bergische Universität Wuppertal, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt irische Literatur und Erinnerungskultur)
  •  Charles Townshend: Easter 1916. The Irish Rebellion. London 2005, 2015
  • Richard S. Grayson und Fearghal McGarry: Remembering 1916. The Easter Rising, The Somme and the Politics of Memory in Ireland. Cambridge 2016

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Almut Finck
Redaktion: Jakob Schiffer, Sefa Inci Suvak
Technik: Annette Skrzydlo

Die Piratin Mary Read: Seemannsgarn oder wahres Abenteuer?

Die Piratin Mary Read: Seemannsgarn oder wahres Abenteuer? WDR Zeitzeichen 28.04.2026 14:40 Min. Verfügbar bis 28.04.2099 WDR 5

Mary Read stirbt am 28. April 1721 in Haft auf Jamaika. Brutale Piratin, mutiger als viele Männer, angeblich Geliebte von Anne Bonny. Doch was ist historisch belegbar?

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath, warum Mary Read ein Leben als Mann verkleidet führt, warum sie vor Gericht auf „nicht schuldig“ plädiert, wie kurz ihre Karriere als Piratin tatsächlich ist, und weshalb ihr Ruf bis heute zwischen Mythos und Wirklichkeit schwankt. 28. November 1720, Jamaika: Vor Gericht bestreitet Mary Read die Vorwürfe der Piraterie. Viel mehr als diese Prozessakten ist über sie kaum bekannt. Sicher ist: Im Goldenen Zeitalter der Piraterie kämpft sie an der Seite von Anne Bonny auf dem Schiff des Piraten John Rackham. Mit Pistolen, Entermesser und großem Mut. Vermutlich lebt Mary Read schon früh als Mann, dient als Soldat und fährt zur See. Für Frauen ist ein selbstbestimmtes Leben damals kaum möglich. Doch ihre Geschichte ist lückenhaft. Vieles stammt aus späteren Erzählungen, manches ist wohl ausgeschmückt. Nach ihrer Verhaftung wird sie zum Tode verurteilt und stirbt 1721 auf Jamaika. Ihr Grab bleibt unbekannt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Peter Lehr (Senior Lecturer in Terrorismusstudien an der Universität von St. Andrews/Schottland, Spezialgebiet Piraterie) Roxanne Gregory (Sachbuchautorin) Captain Charles Johnson: A General History of the Pirates. From Their First Rise and Settlement in the Islands of Providence to the Present Time, London 1724 Peter Lehr: Pirates. A New History From Vikings to Somali Raiders, New Haven 2019 Roxanne Gregory: A History of Women in Piracy. Life Under the Black Flag, Barnsley 2025 Robert Baldwin (Hg.): The Tryals of Captain John Rackham and Other Pirates. A True Copy of the Act of Parliament made for the more effectual suppression of Piracy, Jamaika 1721 Das ist unser Hör-Tipp: Das fikitionale WDR-Hörspiel "Anne Bonny. Die Piratin" https://deals-line.online/radio/hoerspiel/podcast/annebonny/index.html Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Matti Hesse Technik: Christina Gabriel


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
  • warum Mary Read ein Leben als Mann verkleidet führt,
  • warum sie vor Gericht auf „nicht schuldig“ plädiert,
  • wie kurz ihre Karriere als Piratin tatsächlich ist,
  • weshalb ihr Ruf bis heute zwischen Mythos und Wirklichkeit schwankt.

28. November 1720, Jamaika: Vor Gericht bestreitet Mary Read die Vorwürfe der
Piraterie. Viel mehr als diese Prozessakten ist über sie kaum bekannt.

Sicher ist: Im "Goldenen Zeitalter" der Piraterie kämpft sie an der Seite von Anne Bonny auf dem Schiff des Piraten John Rackham. Mit Pistolen, Entermesser und großem Mut. Vermutlich lebt Mary Read schon früh als Mann, dient als Soldat und fährt zur See. Für Frauen ist ein selbstbestimmtes Leben damals kaum möglich.

Doch ihre Geschichte ist lückenhaft. Vieles stammt aus späteren Erzählungen, manches ist wohl ausgeschmückt. Nach ihrer Verhaftung wird sie zum Tode verurteilt und stirbt 1721 auf Jamaika. Ihr Grab bleibt unbekannt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Peter Lehr (Senior Lecturer in Terrorismusstudien an der Universität von St. Andrews/Schottland, Spezialgebiet Piraterie)
  • Roxanne Gregory (Sachbuchautorin)
  • Captain Charles Johnson: A General History of the Pirates. From Their First Rise and Settlement in the Islands of Providence to the Present Time, London 1724
  • Peter Lehr: Pirates. A New History From Vikings to Somali Raiders, New Haven 2019
  • Roxanne Gregory: A History of Women in Piracy. Life Under the Black Flag, Barnsley 2025
  • Robert Baldwin (Hg.): The Tryals of Captain John Rackham and Other Pirates. A True Copy of the Act of Parliament made for the more effectual suppression of Piracy, Jamaika 1721

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Kath
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Christina Gabriel

Hunger und Terror: Die deutsche Wehrmacht besetzt Athen

Hunger und Terror: Die deutsche Wehrmacht besetzt Athen WDR Zeitzeichen 27.04.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 27.04.2099 WDR 5

Am 27.4.1941 marschieren deutsche Truppen in Athen ein. Hinrichtungen, Plünderungen und Hunger werden Alltag. Aber es entsteht auch Widerstand gegen die Besatzer.

In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich, wie der Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1941 viele Griechen in großes Leid, Hunger und Gewalt stürzt. Sie schildert, wie Athen schon wenige Wochen nach der Besetzung ins Chaos gerät und wie erste Streiks sowie symbolische Aktionen den Widerstand gegen die Besatzung entfachen. Am 27. April 1941 marschieren deutsche Truppen in Athen ein. Anfangs schauen viele neugierig zu, doch schnell weicht die Neugier blankem Entsetzen. Die Besatzer plündern Geschäfte, errichten ein Terrorregime und treiben die Stadt in eine verheerende Hungersnot: Tausende sterben, allein in Athen bis zu 700 Menschen täglich. In Kellern der Besatzungsmacht werden Gefangene verhört, gefoltert und auf ihre Hinrichtung vorbereitet. Orte wie der Schießstand von Kaisariani werden zu Schauplätzen von Massenexekutionen. Gleichzeitig wächst der Widerstand. Aus Hunger, Verzweiflung und dem Willen zur Freiheit. Bis heute bleiben diese Orte Mahnmale: für das Leid, und für eine Erinnerung, die bleibt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kostas Gavrilakis, Ehrenamtlicher Mitarbeiter Gedenkstätte Kaisariani Ioulia Oikonomopoulou, Archäologin, Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin Gedenkstätte Kaisariani Menelaos Charalampidis, Historiker und Buchautor, Athens History Walks Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Claudia Friedrich Redaktion: Sefa Inçi Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:
  • wie der Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1941 viele Griechen in Hunger, Gewalt und Plünderungen stürzt,
  • warum sich Athen schon wenige Wochen nach der Besetzung im Chaos befindet,
  • und wie erste Streiks und symbolische Aktionen den Widerstand gegen die Besatzung entfachen.

Am 27. April 1941 marschieren deutsche Truppen in Athen ein. Anfangs schauen viele neugierig zu, doch schnell weicht die Neugier blankem Entsetzen. Die Besatzer plündern Geschäfte, errichten ein Terrorregime und treiben die Stadt in eine verheerende Hungersnot: Tausende sterben, allein in Athen bis zu 700 Menschen täglich. In Kellern der Besatzungsmacht werden Gefangene verhört, gefoltert und auf ihre Hinrichtung vorbereitet. Orte wie der Schießstand von Kaisariani werden zu Schauplätzen von Massenexekutionen.

Gleichzeitig wächst der Widerstand. Aus Hunger, Verzweiflung und dem Willen zur Freiheit. Bis heute bleiben diese Orte Mahnmale: für das Leid, und für eine Erinnerung, die bleibt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kostas Gavrilakis, Ehrenamtlicher Mitarbeiter Gedenkstätte Kaisariani
  • Ioulia Oikonomopoulou, Archäologin, Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin Gedenkstätte Kaisariani
  • Menelaos Charalampidis, Historiker und Buchautor, Athens History Walks
  • Menelaos Charalampidis: εμπειρία της Κατοχής και της Αντίστασης στην Αθήνα (dt.: Die Erfahrung der Besatzung und des Widerstands in Athen), Athen 2012.
  • Ioannis Zelepos: Kleine Geschichte Griechenlands. Von der Staatsgründung bis heute, München 2014.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Claudia Friedrich
Redaktion: Sefa Inçi Suvak

Vom Mittelalter zur Renaissance: Petrarca auf dem Mont Ventoux

Vom Mittelalter zur Renaissance: Petrarca auf dem Mont Ventoux WDR Zeitzeichen 26.04.2026 16:02 Min. Verfügbar bis 26.04.2099 WDR 5

Aus Neugier erklimmt der Dichter den Gipfel. Sein Bericht vom 26.4.1336 beschreibt göttliche Erkenntnis, aber auch die schöne Aussicht - und gilt als kulturhistorischer Wendepunkt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen, warum der Aufstieg auf den Mont Ventoux vielleicht nie stattgefunden hat, wieso ein Dichter des 14. Jahrhunderts als moderner Mensch gilt und weshalb ein Gipfelerlebnis manchmal mehr Zweifel als über Triumph auslöst. Ein Mann macht sich auf den Weg, angeblich nur aus Neugier. Francesco Petrarca, Dichter, Gelehrter, ein früher Intellektueller Europas. Sein Ziel: der Mont Ventoux, ein windumtoster Riese in der Provence. 1336 soll er den Gipfel erklommen haben. Doch ob er wirklich oben war, bleibt ungewiss. Petrarca berichtet von Mühen, Umwegen und einem atemberaubenden Blick über Wolken und Berge. Doch oben angekommen, geschieht etwas Unerwartetes: In einem Buch des Kirchenvaters Augustinus liest er eine Mahnung, wer nur die Welt bestaunt, verliere sich selbst. Zwischen Neugier und Glauben, zwischen Naturbegeisterung und Selbstzweifel: Sein Ventoux-Brief erzählt weniger von einem Sieg über den Berg als von einem inneren Konflikt. Vielleicht war der Aufstieg am Ende kein reales Abenteuer, sondern eine Reise in die eigene Seele. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Andreas Kablitz, Romanist und ehemaliger Direktor des Kölner Petrarca-Instituts Das ist unser Hör-Tipp: Tschernobyl. Die Katastrophe und wir https://1.ard.de/tschernobyl-die-katastrophe-und-wir Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Raoul Mörchen Redaktion: Sefa Suvak und Carolin Rückl


In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen:
  • warum der Aufstieg auf den Mont Ventoux vielleicht nie stattgefunden hat,
  • wieso ein Dichter des 14. Jahrhunderts als moderner Mensch gilt,
  • und weshalb ein Gipfelerlebnis mehr über Zweifel als über Triumph verrät.

Ein Mann macht sich auf den Weg, angeblich nur aus Neugier. Francesco Petrarca, Dichter, Gelehrter, ein früher Intellektueller Europas. Sein Ziel: der Mont Ventoux, ein windumtoster Riese in der Provence. 1336 soll er den Gipfel erklommen haben. Doch ob er wirklich oben war, bleibt ungewiss.

Petrarca berichtet von Mühen, Umwegen und einem atemberaubenden Blick über Wolken und Berge. Doch oben angekommen, geschieht etwas Unerwartetes: In einem Buch des Kirchenvaters Augustinus liest er eine Mahnung, wer nur die Welt bestaunt, verliere sich selbst.

Zwischen Neugier und Glauben, zwischen Naturbegeisterung und Selbstzweifel: Sein oft zitierter Ventoux-Brief erzählt weniger von einem Sieg über den Berg als von einem inneren Konflikt. Vielleicht war der Aufstieg am Ende kein reales Abenteuer, sondern eine Reise in die eigene Seele.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Andreas Kablitz, Romanist und ehemaliger Direktor des Kölner Petrarca-Instituts.
  • Francesco Petrarca: Der Aufstieg auf den Mont Ventoux (Fam. IV,1), in: Epistolae familiares, z. B. Stuttgart, 1999.

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Das ist unser Hör-Tipp:
Tschernobyl. Die Katastrophe und wir

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Autor: Raoul Mörchen
Redaktion: Sefa Suvak und Carolin Rückl

Meilensteine der Weltliteratur: Homer schreibt Ilias und Odyssee

Meilensteine der Weltliteratur: Homer schreibt Ilias und Odyssee WDR Zeitzeichen 25.04.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 25.04.2099 WDR 5

Zwei Epen, ein Mythos: Ilias und Odyssee prägen bis heute das Erzählen von Krieg, Heimkehr und Sinnsuche. Wer war Homer - und warum wirken diese Geschichten bis heute?

In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger warum warum Ilias und Odyssee schon in der Antike echte "Blockbuster" sind und wie Gewalt, Trauma und Rückkehr die Menschen damals wie heute beschäftigen. Es sind zwei Geschichten: Die Ilias erzählt vom Zorn des Achill und vom Krieg um Troja. Die Odyssee schildert die lange, gefährliche Heimfahrt des Odysseus nach Ithaka. Beide Epen entstehen vermutlich im 8. oder frühen 7. Jahrhundert vor Christus und treffen den Nerv einer Zeit voller Gewalt und Unsicherheit. Ob Homer ein einzelner genialer Dichter ist oder das Werk professioneller Sänger verdichtet, bleibt offen. Sicher ist: Die Geschichten verbinden individuelle Schicksale mit großen Fragen nach Ehre, Gemeinschaft und Identität. Genau darin liegt ihre bis heute ungebrochene Wirkung – als Ursprung europäischer Literatur und als Erzählungen, die immer wieder neu gelesen werden können. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jonas Grethlein (Professor für Altphilologe, Universität Heidelberg) Bernhard Zimmermann (emeritierter Professor für klassische Philologie, Universität Freiburg) Homer: Ilias - Odyssee. München 2002 Jonas Grethlein: Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens. München 2017 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:
  • warum Ilias und Odyssee schon in der Antike echte "Blockbuster" sind,
  • weshalb bis heute unklar bleibt, ob es Homer als einzelne Person überhaupt gegeben hat,
  • wie mündliche Erzähltraditionen zu zwei zusammenhängenden Epen werden,
  • wie Gewalt, Trauma und Rückkehr die Menschen damals wie heute beschäftigen.

Es sind zwei Geschichten: Die Ilias erzählt vom Zorn des Achill und vom Krieg um Troja. Die Odyssee schildert die lange, gefährliche Heimfahrt des Odysseus nach Ithaka. Beide Epen entstehen vermutlich im 8. oder frühen 7. Jahrhundert vor Christus und treffen den Nerv einer Zeit voller Gewalt und Unsicherheit.

Ob Homer ein einzelner genialer Dichter ist oder das Werk professioneller Sänger verdichtet, bleibt offen. Sicher ist: Die Geschichten verbinden individuelle Schicksale mit großen Fragen nach Ehre, Gemeinschaft und Identität. Genau darin liegt ihre bis heute ungebrochene Wirkung – als Ursprung europäischer Literatur und als Erzählungen, die immer wieder neu gelesen werden können.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Jonas Grethlein (Professor für Altphilologe, Universität Heidelberg)
  • Bernhard Zimmermann (emeritierter Professor für klassische Philologie, Universität Freiburg)
  • Homer: Ilias - Odyssee. München 2002
  • Jonas Grethlein: Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens. München 2017

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Matti Hesse

Frankreich zwischen Ruhm und Schuld: Henri Philippe Pétain

Frankreich zwischen Ruhm und Schuld: Henri Philippe Pétain WDR Zeitzeichen 24.04.2026 16:01 Min. Verfügbar bis 24.04.2099 WDR 5

Henri Philippe Pétain, geb. am 24.4.1856, wird als General im 1. Weltkrieg zum Nationalhelden. Im 2. Weltkrieg führt er das Vichy-Regime und kollaboriert mit Deutschland.

In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz, wie eng die Leben von Henri Philippe Pétain und Charles de Gaulle miteinander verflochten sind, welche rechtsradikalen Ziele Pétain auch unabhängig von den Nationalsozialisten verfolgt und wie das Vichy-Regime und die SS konkret bei der Judenverfolgung zusammenarbeiten. Die Karriere von Henri Philippe Pétain beginnt im Ersten Weltkrieg. In der Schlacht von Verdun gilt er als besonnener Militär, der das Leben seiner Soldaten schont. Dieser Ruf macht ihn nach 1918 zu einer nationalen Integrationsfigur. Als Frankreich im Zweiten Weltkrieg von Nazi-Deutschland überfallen wird, erscheint der 84-jährige Marschall vielen als letzter Garant für Ordnung und Ehre. Pétain übernimmt 1940 Frankreichs Regierung und kollaboriert mit dem Angreifer. Das Land wird geteilt: in einen von den Deutschen besetzten Norden und einen von Pétain verwalteten Süden. Dort errichtet er in Vichy einen autoritären Staat, in dem politische Gegner verfolgt werden, antisemitische Gesetze gelten und man sich an der Deportation von Juden beteiligt. Nach der Befreiung Frankreichs wird Pétain zum Tod verurteilt, dann aber begnadigt. Er stirbt 1951 in der Verbannung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Matthias Waechter (Historiker, Buchautor und Direktor des Hochschulinstituts CIFE in Nizza) Matthias Waechter: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. München 2019 Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt 1995 Michael R. Marrus, Robert O. Paxton: Vichy France and the Jews. Stanford 1995 Robert O. Paxton: Vichy France. Old Guard and New Order 1940-1944. New York 1982 Das ist unser Hör-Tipp: Alles Geschichte: Leni Riefenstahl - Influencerin des Bösen https://1.ard.de/zeitzeichen-tipp-riefenstahl Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Joachim Heinz und Markus Harmann Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse Technik: Annett Bastian


In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:
  • wie eng die Leben von Henri Philippe Pétain und Charles de Gaulle miteinander verflochten sind,
  • welche rechtsradikalen Ziele Pétain auch unabhängig von den Nationalsozialisten verfolgt,
  • wie das Vichy-Regime und die SS konkret bei der Judenverfolgung zusammenarbeiten,
  • wann Pétain jeden Rückhalt in der französischen Bevölkerung verliert,
  • wo im Juli 1945 der Prozess gegen den 89-jährigen Marschall und Politiker beginnt.

Die Karriere von Henri Philippe Pétain beginnt im Ersten Weltkrieg. In der Schlacht von Verdun gilt er als besonnener Militär, der das Leben seiner Soldaten schont. Dieser Ruf macht ihn nach 1918 zu einer nationalen Integrationsfigur. Als Frankreich im Zweiten Weltkrieg von Nazi-Deutschland überfallen wird, erscheint der 84-jährige Marschall vielen als letzter Garant für Ordnung und Ehre.

Pétain übernimmt 1940 Frankreichs Regierung und kollaboriert mit dem Angreifer. Das Land wird geteilt: in einen von den Deutschen besetzten Norden und einen von Pétain verwalteten Süden. Dort errichtet er in Vichy einen autoritären Staat, in dem politische Gegner verfolgt werden, antisemitische Gesetze gelten und man sich an der Deportation von Juden beteiligt. Nach der Befreiung Frankreichs wird Pétain zum Tod verurteilt, dann aber begnadigt. Er stirbt 1951 in der Verbannung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Matthias Waechter (Historiker, Buchautor und Direktor des Hochschulinstituts CIFE in Nizza)
  • Matthias Waechter: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. München 2019
  • Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt 1995
  • Michael R. Marrus, Robert O. Paxton: Vichy France and the Jews. Stanford 1995
  • Robert O. Paxton: Vichy France. Old Guard and New Order 1940-1944. New York 1982

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Das ist unser Hör-Tipp:
Alles Geschichte: Leni Riefenstahl - Influencerin des Bösen

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Autor: Joachim Heinz und Markus Harmann
Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
Technik: Annett Bastian

Aethelred "the Unready": Mythos eines schwachen Königs

Aethelred "the Unready": Mythos eines schwachen Königs WDR Zeitzeichen 23.04.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 23.04.2099 WDR 5

Ein Versager, unbereit, unfähig gegen die Wikinger: So lautet das Urteil der Chronisten über Aethelred (gest. 23.4.1016). Dabei erzählt sein Beiname eigentlich eine andere Geschichte.

In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer, warum der englische König Aethelred bis heute als "der Unfertige" gilt, wie ein ungeklärter Mord seine Herrschaft überschattet und weshalb England immer wieder von Wikingerangriffen erschüttert wird. Aethelred, geboren um 967, kommt früh auf den Thron, nach dem gewaltsamen Tod seines Halbbruders. Ein Verbrechen, das nie aufgeklärt wird und wie ein Schatten über seiner Regentschaft liegt. Schon seine Zeitgenossen urteilen hart über ihn. Doch sein Beiname „the Unready“ bedeutet wohl eher „schlecht beraten“ als unfähig. Als junger König ringt Aethelred mit mächtigen Adligen, trennt sich von Beratern und trifft Entscheidungen, die für Unruhe sorgen. Die Lage eskaliert, als Aethelred 1002 ein Massaker an Dänen anordnet. Schließlich muss er ins Exil fliehen, kehrt später jedoch zurück in seine Heimat. Als er 1016 stirbt, ist sein Ruf längst beschädigt. Heute vermuten Historiker, dass ungerecht über ihn geurteilt wurde. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Dominik Waßenhoven, Historisches Institut, Universität Köln Prof. emer. Hannah Vollrath, Historikerin Ann Williams: Aethelred the Unready. The Ill-Counselled King, Hambeldon und London 2003 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:
  • warum König Aethelred bis heute als "der Unfertige" gilt,
  • wie ein ungeklärter Mord seine Herrschaft überschattet,
  • weshalb England immer wieder von Wikingerangriffen erschüttert wird.

Aethelred, geboren um 967, kommt früh auf den Thron, nach dem gewaltsamen Tod seines Halbbruders. Ein Verbrechen, das nie aufgeklärt wird und wie ein Schatten über seiner Regentschaft liegt. Schon seine Zeitgenossen urteilen hart über ihn. Doch sein Beiname "the Unready" bedeutet wohl eher "schlecht beraten" als unfähig. Als junger König ringt Aethelred mit mächtigen Adligen, trennt sich von Beratern und trifft Entscheidungen, die für Unruhe sorgen.

Die Lage eskaliert, als Aethelred 1002 ein Massaker an Dänen anordnet. Die Folge: noch heftigere Angriffe der Wikinger. Schließlich muss er ins Exil fliehen und kehrt doch zurück. Als er 1016 stirbt, ist sein Ruf längst beschädigt. Doch vielleicht, so vermuten Historiker heute, wurde auch ungerecht über ihn geurteilt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Dominik Waßenhoven, Historisches Institut, Universität Köln
  • Prof. emer. Hannah Vollrath, Historikerin
  • Ethelred the Unready
  • Ann Williams: Aethelred the Unready, Hambledon and London, 2003

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Autor: Herwig Katzer
Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

"Gottes Freund, aller Welt Feind": Die Störtebeker-Legende

"Gottes Freund, aller Welt Feind": Die Störtebeker-Legende WDR Zeitzeichen 22.04.2026 13:39 Min. Verfügbar bis 22.04.2099 WDR 5

Der Freibeuter Klaus Störtebeker gilt als eine Art Robin Hood auf hoher See - erst recht nach seiner Festnahme am 22.4.1401. Wieviel Wahrheit steckt in der Geschichte?

In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner, warum die Legende um Klaus Störtebeker viele Ungereimtheiten aufweist, warum manche Piraten zu Störtebekers Zeit ganz legal Schiffe kapern und Waren plündern und wie selbst Störtebekers Hinrichtung zur Heldensage wird. Um 1400 versetzt ein Mann namens Klaus Störtebeker als Piratenanführer der so genannten Vitalienbrüder das norddeutsche Küstengebiet in Angst und Schrecken und überfällt Hamburger und englische Schiffe. Der wirtschaftliche Schaden, den die Vitalienbrüder anrichten, ist groß. Auf Störtebeker und seine Mannen wird verstärkt Jagd gemacht. Nach erbittertem Kampf vor Helgoland wird Klaus Störtebeker am 22. April 1401 mit seinen Getreuen festgenommen und nach Hamburg verfrachtet. Dort erwartet ihn ein grausames Ende. So zumindest besagt es die Legende. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Prof. Martin Krieger, Historiker, Universität Kiel Prof. Gregor Rohmann, Historiker, Universität Rostock Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:
  • warum die Legende um Klaus Störtebeker viele Ungereimtheiten aufweist,
  • warum manche Piraten zu Störtebekers Zeit ganz legal Schiffe kapern und Waren plündern,
  • wie selbst Störtebekers Hinrichtung zur Heldensage wird.

Um 1400 macht ein Mann namens Klaus Störtebeker als Piratenanführer der so genannten Vitalienbrüder das norddeutsche Küstengebiet unsicher. Er überfällt Hamburger und englische Schiffe und verursacht einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Auf Störtebeker und seine Mannen wird verstärkt Jagd gemacht.

Nach erbittertem Kampf vor Helgoland wird Klaus Störtebeker am 22. April 1401 mit seinen Getreuen festgenommen und nach Hamburg verfrachtet. Dort erwartet ihn ein grausames Ende. So zumindest besagt es die Legende. Doch wieviel Wahrheit steckt in dieser Erzählung?

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Martin Krieger, Historiker, Universität Kiel
  • Prof. Gregor Rohmann, Historiker, Universität Rostock
  • Gregor Rohmann: Der Kaperfahrer Johann Stortebeker aus Danzig. Beobachtungen zur Geschichte der "Vitalienbrüder". Hansische Geschichtsblätter 07/2020

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Autorin: Martina Meißner
Redaktion: Frank Zirpins

80er-Mega-Star Prince: geniales Multitalent und King of Funk

80er-Mega-Star Prince: geniales Multitalent und King of Funk WDR Zeitzeichen 21.04.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 21.04.2099 WDR 5

Am 21.4.2016 stirbt einer der innovativsten Künstler der Popgeschichte: Der US-Musiker Prince wird nur 57 Jahre alt. Sein Nachlass wird bis heute aufgearbeitet.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff von Prince' Kindheit in der "weißen" Stadt Minneapolis, von seinem ganz eigenen Stil, der Rock-, Soul-, Funk- und Jazzelemente vereint und warum der Sänger in den USA für Warnaufkleber auf Platten sorgt. Prince Rogers Nelson, genannt "Prince", ist nur 1,58 Meter groß. Aber vielen Kritikern gilt er als eines der größten Musikgenies aller Zeiten. Er schreibt Hits wie "Purple Rain", "Kiss" oder "Nothing compares 2 U". Weltweit verkauft er über 100 Millionen Tonträger. Prince stirbt am 21. April 2016 an einer Überdosis Schmerzmittel. Sein Einfluss auf die Popwelt bleibt bis heute enorm und lebt in zahlreichen Bands, deren Auftritten und Veröffentlichungen weiter. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Norman Müller, Prince-Experte und Moderator beim Internet-Musiksender Byte FM Dave Hill: Prince. A Pop Life. New York 1989 Diedrich Diederichsen: Prince. Der Herr der Gegensätze. Die Zeit Nr. 19/2016 https://www.zeit.de/2016/19/prince-tod-nachruf-fuenf-thesen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak Technik: Nikita Sulzhenko


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:
  • von Prince' Kindheit in der "weißen" Stadt Minneapolis,
  • von seinem ganz eigenen Stil, der Rock-, Soul-, Funk- und Jazzelemente vereint,
  • warum der Sänger in den USA für Warnaufkleber auf Platten sorgt,
  • von seiner Zeit als "The artist formerly known as Prince" - einer Zeit zwischen Befreiung und kommerziellem Selbstmord.

Prince Rogers Nelson, genannt "Prince", ist nur 1,58 Meter groß. Aber vielen Kritikern gilt er als eines der größten Musikgenies aller Zeiten. Er schreibt Hits wie "Purple Rain", "Kiss" oder "Nothing compares 2 U". Weltweit verkauft er über 100 Millionen Tonträger.

Auf der Bühne wirkt Prince cool, sexy und extrovertiert - trägt High Heels, lilafarbene Jacken und Rüschenhemden. Sein Privatleben dagegen hält der Vollblutmusiker und Workaholic streng geheim.

Prince stirbt am 21. April 2016 an einer Überdosis Schmerzmittel. Sein Einfluss auf die Popwelt bleibt bis heute enorm und lebt in zahlreichen Bands, deren Auftritten und Veröffentlichungen weiter.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Norman Müller, Prince-Experte und Moderator beim Internet-Musiksender Byte FM
  • Dave Hill: Prince. A Pop Life. New York 1989
  • Diedrich Diederichsen: Prince. Der Herr der Gegensätze. Die Zeit Nr. 19/2016

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Pfaff
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Nikita Sulzhenko

Bargeld als Geschichtsbuch: Harriet Tubman auf der 20-Dollar-Note

Bargeld als Geschichtsbuch: Harriet Tubman auf der 20-Dollar-Note WDR Zeitzeichen 20.04.2026 14:39 Min. Verfügbar bis 20.04.2099 WDR 5

Wer mit Dollar-Noten bezahlt, der hält die Gesichter weißer Männer in der Hand. Die ehemals versklavte Harriet Tubman soll das ändern - seit dem Beschluss vom 20.4.2016 aber ist wenig passiert.

In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Marek, warum die Entscheidung für Harriet Tubman weit mehr ist als ein neues Banknoten‑Design, wie eine Analphabetin zur Schlüsselfigur der "Underground Railroad" wird und warum ausgerechnet Andrew Jackson auf den Geldscheinen weichen soll. Harriet Tubman gilt in den USA als Freiheitsikone, in Europa ist sie kaum bekannt. Geboren als Araminta Ross wächst sie in Maryland in der Sklaverei auf. Nach ihrer eigenen Flucht kehrt sie immer wieder in die Südstaaten zurück, um andere zu befreien - organisiert, mutig und mit großem strategischem Geschick. Als die Obama‑Regierung 2016 ankündigt, Tubmans Portrait auf die 20‑Dollar‑Note zu setzen, entbrennt eine landesweite Debatte. Es geht um Rassismus, um nationale Mythen und um die Frage, wessen Gesicht ein Land auf sein Geld druckt. Die Banknote wird so zum Symbol für den Kampf der USA mit ihrer eigenen Vergangenheit. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Ernestine Wyatt (Nachfahrin von Harriet Tubman) Angela Crenshaw (Rangerin, Harriet Tubman Underground Railroad Visitor Center) Frank Noll (Historiker, Bureau of Engraving and Printing) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Michael Marek Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Marek:
  • warum die Entscheidung für Harriet Tubman weit mehr ist als ein neues Banknoten‑Design,
  • wie eine Analphabetin zur Schlüsselfigur der "Underground Railroad" wird,
  • weshalb Tubman als Spionin und Militärführerin in den Bürgerkrieg zieht,
  • warum ausgerechnet Andrew Jackson auf den Geldscheinen weichen soll,
  • dass der Plan aber vermutlich niemals umgesetzt werden wird.

Harriet Tubman gilt in den USA als Freiheitsikone, in Europa ist sie kaum bekannt. Geboren als Araminta Ross wächst sie in Maryland in der Sklaverei auf. Nach ihrer eigenen Flucht kehrt sie immer wieder in die Südstaaten zurück, um andere zu befreien - organisiert, mutig und mit großem strategischem Geschick.

Als die Obama‑Regierung 2016 ankündigt, Tubmans Portrait auf die 20‑Dollar‑Note zu setzen, entbrennt eine landesweite Debatte. Es geht um Rassismus, um nationale Mythen und um die Frage, wessen Gesicht ein Land auf sein Geld druckt. Die Banknote wird so zum Symbol für den Kampf der USA mit ihrer eigenen Vergangenheit.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Ernestine Wyatt (Nachfahrin von Harriet Tubman)
  • Angela Crenshaw (Rangerin, Harriet Tubman Underground Railroad Visitor Center)
  • Frank Noll (Historiker, Bureau of Engraving and Printing)

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Michael Marek
Redaktion: Frank Zirpins

Desaster in der Schweinebucht oder: Der kubanische Stachel

Desaster in der Schweinebucht oder: Der kubanische Stachel WDR Zeitzeichen 19.04.2026 15:57 Min. Verfügbar bis 19.04.2099 WDR 5

Am 19.4.1961 scheitert die Invasion in der Schweinebucht. Kuba ist bis heute ein Stachel im Selbstbild der US-Amerikaner - was bedeutetet das für die Zukunft der Insel?  

In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe, warum die CIA die Unterstützung für Fidel Castro auf Kuba dramatisch unterschätzt, wie Präsident John F. Kennedy zwischen Kaltem Krieg und politischem Neuanfang gerät und weshalb das Scheitern der Invasion direkt in die Kuba‑Krise von 1962 führt. Die Invasion in der Schweinebucht ist von Anfang an riskant geplant. Rund 1.500 Exilkubaner landen im April 1961 an Kubas Südküste, ausgebildet und bewaffnet von der CIA. Doch Überraschung, Gelände und Rückhalt in der Bevölkerung fehlen. Fidel Castro ist vorbereitet, seine Truppen schlagen schnell zurück. Für John F. Kennedy wird das Fiasko zur ersten großen außenpolitischen Niederlage. Er verweigert den offenen militärischen Eingriff und lässt die Invasion scheitern. Kuba rückt daraufhin enger an die Sowjetunion, der Kalte Krieg spitzt sich zu. Nur ein Jahr später steht die Welt während der Kuba‑Krise am Abgrund eines Atomkriegs. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dr. Andreas Etges (Amerika‑Historiker, Universität München) Holger Meding (Professor für iberische und lateinamerikanische Geschichte, Universität Köln) Das ist unser Hör-Tipp: Alles Geschichte: Riefenstahl: Influencerin des Bösen https://1.ard.de/zeitzeichen-tipp-riefenstahl Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard Hupe Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:
  • warum die CIA die Unterstützung für Fidel Castro auf Kuba dramatisch unterschätzt,
  • wie Präsident John F. Kennedy zwischen Kaltem Krieg und politischem Neuanfang gerät,
  • weshalb das Scheitern der Invasion direkt in die Kuba‑Krise von 1962 führt,
  • wie aus einer Geheimoperation ein globaler Machtbeweis wird, mit langfristigen Folgen für Lateinamerika.

Die Invasion in der Schweinebucht ist von Anfang an riskant geplant. Rund 1.500 Exilkubaner landen im April 1961 an Kubas Südküste, ausgebildet und bewaffnet von der CIA. Doch Überraschung, Gelände und Rückhalt in der Bevölkerung fehlen. Fidel Castro ist vorbereitet, seine Truppen schlagen schnell zurück.

Für John F. Kennedy wird das Fiasko zur ersten großen außenpolitischen Niederlage. Er verweigert den offenen militärischen Eingriff und lässt die Invasion scheitern. Kuba rückt daraufhin enger an die Sowjetunion, der Kalte Krieg spitzt sich zu. Nur ein Jahr später steht die Welt während der Kuba‑Krise am Abgrund eines Atomkriegs.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Dr. Andreas Etges (Amerika‑Historiker, Universität München)
  • Holger Meding (Professor für iberische und lateinamerikanische Geschichte, Universität Köln)

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Das ist unser Hör-Tipp:

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Burkhard Hupe
Redaktion: Matti Hesse

Martin Luther verteidigt seine Thesen: "Ich kann nicht anders"

Martin Luther verteidigt seine Thesen: "Ich kann nicht anders" WDR Zeitzeichen 18.04.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 18.04.2099 WDR 5

Am 18.4.1521 riskiert Martin Luther sein Leben. Statt zu widerrufen, verteidigt "der Erzketzer" in Worms seine Kritik an Kaiser und Kirche - und besiegelt damit deren Spaltung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer, warum Luther trotz Lebensgefahr der Vorladung Kaiser Karls V. folgt, wie Ablasshandel, Machtpolitik und persönliche Eitelkeiten in Rom zusammenwirken und weshalb ausgerechnet ein Auftritt ohne Widerruf zum Wendepunkt der Reformation wird. Als Martin Luther im April 1521 in Worms einzieht, jubelt ihm die Menge zu. Der Theologieprofessor aus Wittenberg ist längst eine Symbolfigur geworden - für viele ein Hoffnungsträger, für Rom ein gefährlicher Ketzer. Vor dem Reichstag soll er seine Schriften widerrufen. Luther weiß, was auf dem Spiel steht: Ein Jahrhundert zuvor endet ein ähnlicher Konflikt für Jan Hus auf dem Scheiterhaufen. Doch Luther bleibt standhaft. Er verlangt Beweise aus der Bibel, nicht Befehle von Kaiser oder Papst. Mit seiner Weigerung scheitert er politisch - und siegt historisch. Denn aus der Niederlage von Worms entsteht auf der Wartburg ein neues Kapitel der Reformation: die deutsche Bibelübersetzung und eine Bewegung, die Europa verändert. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Volker Reinhardt (Historiker, Universität Freiburg, Schweiz) Luise Schorn-Schütte (Historikerin, Universität Frankfurt am Main) Luise Schorn-Schütte: Die Reformation. Vorgeschichte, Verlauf, Wirkungen. München 2017 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Suvak Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:
  • warum Luther trotz Lebensgefahr der Vorladung Kaiser Karls V. folgt,
  • wie Ablasshandel, Machtpolitik und persönliche Eitelkeiten in Rom zusammenwirken,
  • weshalb ausgerechnet ein Auftritt ohne Widerruf zum Wendepunkt der Reformation wird,
  • wie eine Scheinentführung Luther in Sicherheit bringt.

Als Martin Luther im April 1521 in Worms einzieht, jubelt ihm die Menge zu. Der Theologieprofessor aus Wittenberg ist längst eine Symbolfigur geworden - für viele ein Hoffnungsträger, für Rom ein gefährlicher Ketzer. Vor dem Reichstag soll er seine Schriften widerrufen. Luther weiß, was auf dem Spiel steht: Ein Jahrhundert zuvor endet ein ähnlicher Konflikt für Jan Hus auf dem Scheiterhaufen.

Doch Luther bleibt standhaft. Er verlangt Beweise aus der Bibel, nicht Befehle von Kaiser oder Papst. Mit seiner Weigerung scheitert er politisch - und siegt historisch. Denn aus der Niederlage von Worms entsteht auf der Wartburg ein neues Kapitel der Reformation: die deutsche Bibelübersetzung und eine Bewegung, die Europa verändert.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Volker Reinhardt (Historiker, Universität Freiburg, Schweiz)
  • Luise Schorn-Schütte (Historikerin, Universität Frankfurt am Main)
  • Volker Reinhardt: Luther, der Ketzer. München 2017
  • Luise Schorn-Schütte: Die Reformation. Vorgeschichte, Verlauf, Wirkungen. München 2017

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Autor: Tobias Sauer
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
Technik: Sascha Schiemann

Wie der Fall Vera Brühne zum Justiz-Krimi wurde

Wie der Fall Vera Brühne zum Justiz-Krimi wurde WDR Zeitzeichen 17.04.2026 14:21 Min. Verfügbar bis 17.04.2099 WDR 5

Am 17. April 2001 stirbt Vera Brühne. Sie ist bekannt in der Münchner High Society, als sie Anfang der 1960er wegen Mordes verurteilt wird. Etwa 10 Jahre später machen neue Erkenntnisse den Fall zu einem Agenten-Thriller.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner, warum ein Mord am Starnberger See zu einem der spektakulärsten Indizienprozesse der Nachkriegszeit wird und welche Agenten‑Gerüchte Jahre später sogar Franz Josef Strauß in Erklärungsnot bringen. Ostern 1960: In einer Villa am Starnberger See findet die Polizei den Arzt Otto Praun und seine Haushälterin tot auf. Zunächst scheint alles klar. Doch die Entdeckung zweier Einschüsse im Schädel des Arztes ändert alles. Der Verdacht fällt auf Vera Brühne, eine bekannte Münchner Gesellschaftsdame, die im Testament bedacht wird. Was folgt, ist ein Prozess ohne direkte Beweise, getragen von Indizien, Widersprüchen und medialer Vorverurteilung. Vera Brühne wird zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt - und 18 Jahre später begnadigt. War sie Täterin? Oder das Opfer einer Zeit, in der eine geschiedene, selbstständige Frau nicht ins Bild passte? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:
  • warum ein Mord am Starnberger See zu einem der spektakulärsten Indizienprozesse der Nachkriegszeit wird,
  • wie Boulevardpresse und Rollenbilder der 1960er‑Jahre das Bild der Angeklagten prägen,
  • weshalb Vera Brühne bis zu ihrem Tod ihre Unschuld beteuert,
  • welche Agenten‑Gerüchte Jahre später sogar Franz Josef Strauß in Erklärungsnot bringen.

Ostern 1960: In einer Villa am Starnberger See findet die Polizei den Arzt Otto Praun und seine Haushälterin tot auf. Zunächst scheint alles klar. Doch die Entdeckung zweier Einschüsse im Schädel des Arztes ändert alles. Der Verdacht fällt auf Vera Brühne, eine bekannte Münchner Gesellschaftsdame, die im Testament bedacht wird.

Was folgt, ist ein Prozess ohne direkte Beweise, getragen von Indizien, Widersprüchen und medialer Vorverurteilung. Vera Brühne wird zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt - und 18 Jahre später begnadigt. War sie Täterin? Oder Opfer einer Zeit, in der eine geschiedene, selbstständige Frau nicht ins Bild passte?

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Petra Cichos (Journalistin und Autorin)
  • Petra Cichos: Mordakte Vera Brühne. München 2017
  • Michael Gramberg: Die großen Kriminalfälle. Lebenslänglich für Vera Brühne. ARD‑Dokumentation 2013

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Autorin: Martina Meißner
Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins

Verschollen im arktischen Eis: Polarforscher John Franklin

Verschollen im arktischen Eis: Polarforscher John Franklin WDR Zeitzeichen 16.04.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 16.04.2099 WDR 5

Immer wieder fährt Franklin (geb. 16.4.1786) ins Eis. Er will Karriere machen, die Nordwestpassage finden und wird schließlich berühmt - allerdings nicht nur als Entdecker.

In diesem Zeitzeichen erzählt Joscha Seehausen, warum John Franklin als "der Mann, der seine Stiefel aß" berühmt wird, wieso modernste Technik der Industrialisierung seine letzte Expedition nicht rettet und wie aus nationalem Prestige eine Katastrophe mit 129 Vermissten wird. Sir John Franklin ist ein Kind seiner Zeit: ehrgeizig, pflichtbewusst und überzeugt vom Fortschritt. Nach frühen Expeditionen wird er als Held gefeiert, obwohl sie viele Tote fordern. Sein Ruf als Arktisexperte wächst - ebenso sein Wunsch, für die britischen Krone ein letztes großes geografisches Rätsel zu lösen: die so genannte Nordwestpassage finden, eine viel versprechende Seeverbindung zwischen Europa und Asien durch das arktische Archipel. 1845 bricht Franklin mit den Schiffen Erebus und Terror auf. Sie sind vollgestopft mit Innovationen, Konserven und Hoffnung. Doch die Expedition verschwindet im arktischen Eis. Jahrzehntelang sucht man nach Spuren - und stößt auf verstörende Hinweise: gescheiterte Fluchtversuche, Kannibalismus, schwere Fehlentscheidungen. Erst moderne Archäologie und die lange ignorierten Erzählungen der Inuit bringen das Bild langsam zusammen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dr. Katrin Kleemann (Umwelt- und Wissenschaftshistorikerin, Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven) John Geiger (CEO der Royal Canadian Geographical Society) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Joscha Seehausen Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Joscha Seehausen:
  • warum John Franklin als "der Mann, der seine Stiefel aß" berühmt wird,
  • wieso modernste Technik der Industrialisierung seine letzte Expedition nicht rettet,
  • wie aus nationalem Prestige eine Katastrophe mit 129 Vermissten wird,
  • welche Rolle Inuit-Berichte, Kannibalismus und Bleivergiftung bei der Aufklärung spielen.

Sir John Franklin ist ein Kind seiner Zeit: ehrgeizig, pflichtbewusst und überzeugt vom Fortschritt. Nach frühen Expeditionen wird er als Held gefeiert, obwohl sie viele Tote fordern. Sein Ruf als Arktisexperte wächst - ebenso sein Wunsch, für die britischen Krone ein letztes großes geografisches Rätsel zu lösen: die so genannte Nordwestpassage finden, eine viel versprechende Seeverbindung zwischen Europa und Asien durch das arktische Archipel im Norden Kanadas.

1845 bricht Franklin mit den Schiffen Erebus und Terror auf. Sie sind vollgestopft mit Innovationen, Konserven und Hoffnung. Doch die Expedition verschwindet im arktischen Eis. Jahrzehntelang sucht man nach Spuren - und stößt auf verstörende Hinweise: gescheiterte Fluchtversuche, Kannibalismus, schwere Fehlentscheidungen. Erst moderne Archäologie und die lange ignorierten Erzählungen der Inuit bringen das Bild langsam zusammen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Katrin Kleemann (Umwelt- und Wissenschaftshistorikerin, Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven)
  • John Geiger (CEO der Royal Canadian Geographical Society)
  • Michael Palin: Erebus: Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See. Hamburg 2019
  • Gillian Hutchinson: Sir John Franklin’s Erebus and Terror Expedition: Lost and Found. Dublin 2017
  • John Geiger und Owen Beattie: Der eisige Schlaf: Das Schicksal der Franklin-Expedition. München 2015

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Autor: Joscha Seehausen
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

Newton und der Apfel: Die Legende vom Geistesblitz

Newton und der Apfel: Die Legende vom Geistesblitz WDR Zeitzeichen 15.04.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 15.04.2099 WDR 5

Isaac Newton erzählt vom niederfallenden Apfel, der ihm am 15. April 1726 einen Geistesblitz bescherte - eingängig, aber wohl eher erfunden. Sein Weg zur Gravitation war deutlich länger.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, dass Isaak Newton egoistisch, egomanisch und sehr streitsüchtig ist, wie Newton den Weltuntergang berechnet und mit welchen Mitteln er seine Konkurrenten bekämpft. Während in London die Pest grassiert, flieht der 23-jährige Isaak Newton aufs Land. Dort soll der Student nicht nur vom fallenden Apfel zur Gravitationstheorie inspiriert worden sein. Er will auch gleich die Fluxionsrechnung und die Grundlage für seine optische Theorie entwickelt haben. "All dies trug sich in den beiden Pestjahren 1665 /66 zu. Denn zu dieser Zeit befand ich mich auf dem Höhepunkt meiner Erfindungskraft", erzählt Isaak Newton kurz vor seinem Tod seinem Biografen - und feilt so im hohen Alter an seinem eigenen Mythos. Tatsächlich war Newton als junger Wissenschaftler wohl weniger von der Einöde des Landlebens als vielmehr von den Ideen anderer beflügelt. Und auch sein Gesetz zur Gravitation veröffentlicht er erst zwei Jahrzehnte nach seinen angeblich so kreativen Pestjahren. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Prof. Helmut Pulte (Ruhr-Uni Bochum, Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte) Florian Freistetter (Wissenschafts-Podcaster) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • dass Isaak Newton egoistisch, egomanisch und sehr streitsüchtig ist,
  • über die tiefe Gottesgläubigkeit des Wissenschaftlers,
  • wie Newton den Weltuntergang berechnet,
  • mit welchen Mitteln er seine Konkurrenten bekämpft.

Während in London die Pest grassiert, flieht der 23-jährige Isaak Newton aufs Land. Dort soll der Student nicht nur vom fallenden Apfel zur Gravitationstheorie inspiriert worden sein. Er will auch gleich die Fluxionsrechnung und die Grundlage für seine optische Theorie entwickelt haben.
"All dies trug sich in den beiden Pestjahren 1665 /1666 zu. Denn zu dieser Zeit befand ich mich auf dem Höhepunkt meiner Erfindungskraft", erzählt Isaak Newton kurz vor seinem Tod seinem Biografen - und feilt so im hohen Alter an seinem eigenen Mythos.

Tatsächlich ist Newton als junger Wissenschaftler wohl weniger von der Einöde des Landlebens als vielmehr von den Ideen anderer beflügelt. Und auch sein Gesetz zur Gravitation veröffentlicht er erst zwei Jahrzehnte nach seinen angeblich so kreativen Pestjahren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Helmut Pulte (Ruhr-Uni Bochum, Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte)
  • Florian Freistetter (Wissenschafts-Podcaster)
  • Florian Freistetter: Newton. Wie ein Arschloch das Universum neu erfand. München 2017
  • Richard Westfall: Isaak Newton. Eine Biographie. Heidelberg / Berlin / Oxford 1996
  • Sir Isaak Newton: Mathematische Principien der Naturlehre. Herausgegeben von J. Ph. Wolfers. Berlin 1872

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek

Moschee, Gottesdienst und Aristoteles: das Erbe des Averroes

Moschee, Gottesdienst und Aristoteles: das Erbe des Averroes WDR Zeitzeichen 14.04.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 14.04.2099 WDR 5

Im Jahr 1126 wird Averroes in Córdoba geboren. Der islamische Gelehrte übersetzt Aristoteles und prägt damit Europas Philosophie und das Werk Salman Rushdies.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen, wie muslimische Denker das Wissen der Griechen und Römer ans christliche Europa weitergeben, warum sich Averroes mit Aristoteles beschäftigt und welchen Einfluss er heute auf Salman Rushdie hat. Der 1126 geborene Ibn Rushd, genannt Averroes, wird als Übersetzer und Kommentator von Aristoteles bekannt. Dabei sieht der Richter und Leibarzt des Kalifen keinen Widerspruch zwischen Religion und Philosophie. Schließlich heißt es im Koran: "Denkt nach, die ihr Einsicht habt.“ Zu viel Vernunft stößt den Religionsoberen allerdings auf. Averroes wird verbannt und seine Schriften verboten. Durch seine Schriften gilt Averroes bis heute als einer der großen Denker. Ob er ein Atheist, Rationalist, Religionskritiker oder früher Aufklärer war, darüber wird indes seit Jahrhunderten gestritten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Carlos Fraenkel, Philosoph und Experte für die antike und mittelalterliche Geistesgeschichte, McGill University Prof. David Wirmer, Professor für arabische und jüdische Philosophie, Universität Köln David Wirmer (Hrsg.): Averroes: Über den Intellekt. Auszüge aus seinen drei Kommentaren zu Aristoteles' De anima, Freiburg 2008 Carlos Fraenkel: Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt, München 2016 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens Technik: Max Scholpp


In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:
  • wie muslimische Denker das Wissen der Griechen und Römer ans christliche Europa weitergeben,
  • warum Averroes sich Aristoteles widmet,
  • über seine Verbannung nach Marrakesch,
  • welchen Einfluss Averroes auf Salman Rushdie hat.

Der 1126 geborene Ibn Rushd, genannt Averroes, wächst in Córdoba in einem kulturellen und intellektuellen Umfeld auf, das mit Köln, Paris oder London zu der Zeit nicht vergleichbar ist. Geschult im islamischen Recht und belesen in allen Wissenschaften, arbeitet Averroes als Richter und Leibarzt des Kalifen.

Berühmt wird er als Übersetzer und Kommentator von Aristoteles. Dabei sieht er keinen Widerspruch zwischen Religion und Philosophie. Schließlich heißt es im Koran: "Denkt nach, die ihr Einsicht habt!"

Das sehen Religionslehrer anders. Averroes fällt in Ungnade am Hof, wird verbannt und seine Schriften verboten. Die christlichen Eroberer greifen später auf seine Kommentare zurück, um die antike Philosophie zu verstehen.

Bis heute gilt Averroes als einer der großen Denker. Ob er ein Atheist, Rationalist, Religionskritiker oder früher Aufklärer war, darüber wird seit Jahrhunderten gestritten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Carlos Fraenkel, Philosoph und Experte für die antike und mittelalterliche Geistesgeschichte, McGill University
  • Prof. David Wirmer, Professor für arabische und jüdische Philosophie, Universität Köln
  • David Wirmer (Hrsg.): Averroes: Über den Intellekt. Auszüge aus seinen drei Kommentaren zu Aristoteles' De anima, Freiburg 2008
  • Patric O. Schaerer (Hrsg.): Averroes: Die entscheidende Abhandlung. Die Untersuchung über die Methoden der Beweise, Stuttgart 2010
  • Carlos Fraenkel: Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt, München 2016
  • Carlos Fraenkel: Imagine his dismay. London Review of Books, Vol. 38, No 4.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Uli Hufen
Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens
Technik: Max Scholpp

Der wahre Erfinder der Eisenbahn: Ingenieur Richard Trevithick

Der wahre Erfinder der Eisenbahn: Ingenieur Richard Trevithick WDR Zeitzeichen 13.04.2026 15:36 Min. Verfügbar bis 13.04.2099 WDR 5

Trevithick (geb. 13.4.1771) bringt sich selbst Ingenieurskunst bei, erfindet unter anderem die Dampflok. Doch ihm fehlt der Geschäftssinn. Berühmt werden mit seinen Ideen andere.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau, warum Richard Trevithick seinen Lehrern eher negativ auffällt, welcher Zwist ihn mit dem Ingenieur James Watt verbindet und wie eine ominöse Wette die Fahrt einer Dampflok antreibt. Heiligabend 1801, die kleine Stadt Camborne im britischen Cornwall: Auf der steilen Straße zum Beacon Hill bewegt sich unaufhaltsam ein schnaufendes Ungetüm aus Eisen. Es ist ein Vorläufer der ersten Lokomotive. Angetrieben durch Feuer, Dampf und den Erfindungsgeist eines jungen Mannes: Richard Trevithick. An den folgenden Tagen verlaufen die Tests ebenfalls vielversprechend. Doch als bei einer Fahrt über einen Gullydeckel eine Achse bricht, wird Richard Trevithick klar: Zum Fahrzeug gehört der Fahrweg und für sein empfindliches Dampfgefährt wären Schienen ideal. Doch bei der Entwicklung geht ihm das Geld aus. Auch als später überall in England Eisenbahnlinien entstehen, geht Trevithick leer aus. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Rainer Mertens (Historiker, DB Museum Nürnberg) Francis Trevithick: Life of Richard Trevithick. London 1872 H.W. Dickinson und Arthur Titley: Richard Trevithick - The Engineer and the man. Cambridge 1934 Samuel Smiles: The life of George Stephenson and of his son Robert Stephenson. New York 1868 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Mau Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:
  • warum Richard Trevithick seinen Lehrern eher negativ auffällt,
  • welcher Zwist ihn mit dem Ingenieur James Watt verbindet,
  • wie ein Feuer und eine tödliche Explosion für Rückschläge beim Erfinden sorgen,
  • aufgrund welcher Wette die erste Dampflokfahrt stattfindet.

Heiligabend 1801, die kleine Stadt Camborne im britischen Cornwall: Auf der steilen Straße zum Beacon Hill bewegt sich ein schnaufendes Ungetüm aus Eisen. Selbst Pferdewagen schaffen sie nur im Schritttempo. Das eiserne Ungetüm aber scheint nichts aufhalten zu können. Angetrieben durch Feuer, Dampf und den Erfindungsgeist eines jungen Mannes: Richard Trevithick. Er nennt die Maschine "The Puffing Devil", den schnaufenden Teufel.

An den folgenden Tagen verlaufen die Tests ebenfalls vielversprechend. Doch als bei einer Fahrt über einen Gullydeckel eine Achse bricht, wird Richard Trevithick klar: Zum Fahrzeug gehört der Fahrweg und für sein empfindliches Dampfgefährt wären Schienen ideal. Schon bald ruckelt die erste Lok über die Schiene. Doch bei der Weiterentwicklung geht ihm das Geld aus. Auch als später überall in England Eisenbahnlinien entstehen, geht Trevithick leer aus, weil er keine Patente mehr hält.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Rainer Mertens (Historiker, DB Museum Nürnberg)
  • Francis Trevithick: Life of Richard Trevithick. London 1872
  • H.W. Dickinson und Arthur Titley: Richard Trevithick. The Engineer and the man. Cambridge 1934
  • Samuel Smiles: The life of George Stephenson and of his son Robert Stephenson. New York 1868

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Mau
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Juri Gagarin: Als erster Mensch im Erd-Orbit

Juri Gagarin: Als erster Mensch im Erd-Orbit WDR Zeitzeichen 12.04.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 12.04.2099 WDR 5

Es ist ein Propagandaerfolg für die UdSSR und eine wissenschaftliche Sensation: Am 12.4.1961 umkreist Juri Gagarin als erster Mensch die Erde in einem Raumschiff. Fast wäre er nicht zurückgekehrt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann, was Juri Gagarin kurz vor dem Start ins All an seine Frau und die beiden kleinen Töchter schreibt, warum sein Abschied von den anderen Kosmonauten an der Startrampe unfreiwillig komisch ist, was Gagarin über den Ausblick im All sagt. Im Space Race hat die Sowjetunion die Nase vorn: 1957 hat sie den USA den Sputnik-Schock verpasst. Damals bringt die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Noch im selben Jahr fliegt an Bord von Sputnik 2 die Hündin Laika ins All. Der Westen hinkt hinterher. Die amerikanischen Vanguard-Raketen erleben einen Fehlstart nach dem nächsten. Das soll sich ändern. 1959 stellt die NASA der Öffentlichkeit sieben Astronauten vor. Einer von ihnen soll der erste Mensch im All werden. Doch es kommt anders. Die Sowjetunion hält ihr Raumfahrtprogramm geheim. Als am 12. April 1961 Kosmonaut Juri Gagarin und sein Ersatzmann German Titow geweckt werden, wissen nicht einmal ihre Familien, an welchem Projekt die beiden Testpiloten beteiligt sind. Um so größer ist der Triumph: "Hier spricht Moskau! Wie senden eine TASS-Meldung, die den ersten bekannten Raumflug der Welt bekannt gibt." Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Reinold Ewald (Physiker und Astronaut/Kosmonaut, flog 1997 zur Raumstation Mir) Stephen Walker: Ins All. Die faszinierende Geschichte vom ersten Flug in den Weltraum. Hamburg 2022 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:
  • was Juri Gagarin kurz vor dem Start ins All an seine Frau und die beiden kleinen Töchter schreibt,
  • warum sein Abschied von den anderen Kosmonauten an der Startrampe unfreiwillig komisch ist,
  • warum der Steuerhebel in der Kapsel an der Raketen-Spitze mit einem dreistelligen Code gesperrt ist,
  • welches Lied Juri Gagarin während der Wartezeit in der Kapsel über Funk hört,
  • was Gagarin über den Ausblick im All sagt.

Im Space Race hat die Sowjetunion die Nase vorn: 1957 hat sie den USA den Sputnik-Schock verpasst. Damals bringt die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Noch im selben Jahr fliegt an Bord von Sputnik 2 die Hündin Laika ins All. Der Westen hinkt hinterher. Die amerikanischen Vanguard-Raketen erleben einen Fehlstart nach dem nächsten. Das soll sich ändern.

1959 stellt die NASA der Öffentlichkeit sieben Astronauten vor. Einer von ihnen soll der erste Mensch im All werden. Doch es kommt anders. Die Sowjetunion hält ihr Raumfahrtprogramm geheim. Als am 12. April 1961 Kosmonaut Juri Gagarin und sein Ersatzmann German Titow geweckt werden, wissen nicht einmal ihre Familien, an welchem Projekt die beiden Testpiloten beteiligt sind. Um so größer ist der Triumph: "Hier spricht Moskau! Wie senden eine TASS-Meldung, die den ersten bekannten Raumflug der Welt bekannt gibt."

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Reinold Ewald (Physiker und Astronaut/Kosmonaut, flog 1997 zur Raumstation Mir)
  • Stephen Walker: Ins All - Die faszinierende Geschichte vom ersten Flug in den Weltraum. Hamburg 2022

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Tiemann
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Moritz Raestrup

Bob Dylans erster Auftritt in New York

Bob Dylans erster Auftritt in New York WDR Zeitzeichen 11.04.2026 15:35 Min. Verfügbar bis 11.04.2099 WDR 5

Am 11.4.1961 steht erstmals auf einem Konzertplakat in New York dieser Name: Bob Dylan. Der Rest ist Musik-, Kunst- und Literaturgeschichte.

In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann, was für ein selbstbewusster Kerl Bob Dylan schon als Teenager ist, mit welchem Musiker er anfangs in New York zusammen auftritt, wie Dylan sein Idol, die Folk-Legende Woody Guthrie, im Krankenhaus besucht. New York, Frühjahr 1961: Der Winter hat die Stadt noch fest im Griff. Ein Chevy spuckt Dylan auf der George-Washington-Bridge aus. Rein in die U-Bahn, direkt nach Greenwich Village. Wo gibt's hier einen Schlafplatz? Er ist 19, hat das College geschmissen, den Rock'n Roll hinter sich gelassen, die Literatur, den Folk und dessen Traditionen entdeckt und taucht jetzt ein in die New Yorker Szene. Sein erstes Konzert in New York wird ein voller Erfolg. Die "New York Times" ist begeistert: "Ein strahlend neues Gesicht des Folk". Dylan erhält den ersten Plattenvertrag, das erste Album wird im Herbst 1961 aufgenommen. Noch besteht es - bis auf zwei Songs - aus Fremdmaterial. Doch schon mit der zweiten LP wird er zu dem Dylan, der bis heute gefeiert, verehrt, hinterfragt, böse beschimpft, missverstanden, geliebt, hoch gelobt - und 2016 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden ist. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Heinrich Detering (Literaturwissenschaftler, Lyriker, Übersetzer und Autor) Bob Dylan: Chronicles - Volume one. Hamburg, 2004 Heinrich Detering: Bob Dylan. Stuttgart 2007 Heinrich Detering: Die Stimmen aus der Unterwelt - Bob Dylans Mysterienspiele. München 2016 Bob Dylan: Tarantel. Frankfurt am Main 1976 Bob Dylan: Texte und Zeichnungen. Frankfurt am Main 1975 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Unser Hörtipp: "Being The Beatles · eine Pop-Revolution" - ein sechsteiliger Podcast von NDR Kultur: https://1.ard.de/being-the-beatles Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann:
  • welchen Namen die Eltern von Bob Dylan ihm nach seiner Geburt ursprünglich gegeben haben,
  • was für ein selbstbewusster Kerl er schon als Teenager ist,
  • mit welchem Musiker Dylan anfangs in New York zusammen auftritt,
  • wie Dylan sein Idol, die Folk-Legende Woody Guthrie, im Krankenhaus besucht,
  • was der Musiker über seine Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis denkt.

New York, Frühjahr 1961: Der Winter hat die Stadt noch fest im Griff. Ein Chevy spuckt Dylan auf der George-Washington-Bridge aus. Rein in die U-Bahn, direkt nach Greenwich Village. Wo gibt's hier einen Schlafplatz? Er ist 19, hat das College geschmissen, den Rock'n Roll hinter sich gelassen, die Literatur, den Folk und dessen Traditionen entdeckt und taucht jetzt ein in die New Yorker Szene.

Sein erstes Konzert in New York wird ein voller Erfolg. Die "New York Times" ist begeistert: "Ein strahlend neues Gesicht des Folk". Dylan erhält den ersten Plattenvertrag, das erste Album wird im Herbst 1961 aufgenommen. Noch besteht es - bis auf zwei Songs - aus Fremdmaterial. Doch schon mit der zweiten LP wird er zu dem Dylan, der bis heute gefeiert, verehrt, hinterfragt, böse beschimpft, missverstanden, geliebt, hoch gelobt - und 2016 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Heinrich Detering (Literaturwissenschaftler, Lyriker, Übersetzer und Autor)
  • Bob Dylan: Chronicles - Volume one. Hamburg, 2004
  • Heinrich Detering: Bob Dylan. Stuttgart 2007
  • Heinrich Detering: Die Stimmen aus der Unterwelt - Bob Dylans Mysterienspiele. München 2016
  • Bob Dylan: Tarantel. Frankfurt am Main 1976
  • Bob Dylan: Texte und Zeichnungen. Frankfurt am Main 1975

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Unser Hörtipp:
"Being The Beatles · eine Pop-Revolution" - ein sechsteiliger Podcast von NDR Kultur.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann
Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

Monte Verità: Die Kommune und der Kunst-Mäzen

Monte Verità: Die Kommune und der Kunst-Mäzen WDR Zeitzeichen 10.04.2026 14:06 Min. Verfügbar bis 10.04.2099 WDR 5

Am Lago Maggiore errichtet eine Künstler-Gruppe ab 1900 eine pazifistische Kommune. Sie lockt erst Gleichgesinnte an – und im Jahr 1926 den Bankier Eduard von der Heydt, Finanzier von Nazi-Spionen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten, wie auf dem Monte Verità eine Gegenwelt zur Industriegesellschaft entsteht, was Hermann Hesse dort umtreibt und warum der Bankier Eduard von der Heydt den Monte Verità erwirbt. Der am Schweizer Langensee – auch Lago Maggiore genannt – gelegene Monte Verità ist in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Treffpunkt für Pazifisten, Künstler, Schriftsteller sowie Anhänger unterschiedlicher alternativer Bewegungen. Mitte der 1920er-Jahre kauft der deutsch-schweizerische Bankier Eduard von der Heydt den Berg, verwandelt ihn in ein luxuriöses Touristenziel und errichtet dort ein Bauhaus-Hotel. Auch von der Heydts Kunstsammlung wächst. Neben europäischer Gegenwartskunst umfasst seine Sammlung Werke aus der ganzen Welt. Er entwickelt eine Idee, die er "ars una" nennt - die "eine Kunst" oder auch "Weltkunst". Nach seinem Tod 1964 vermacht er den Monte Verità dem Kanton Tessin. Heute betreibt die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich dort ein Tagungsgebäude. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nicoletta Mongini, Fondazione Monte Verità Roland Mönig, Kunsthistoriker und Direktor des Von der Heydt-Museums Wuppertal Ida Hofmann: Monte Verità. Wahrheit ohne Dichtung. Bellinzona 2023 Gabriele Guerra (Hg.): Tra ribellione e conservazione. Monte Verità nella cultura tedesca. Rom 2018 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Gianna Felicita Scholten Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten:
  • wie aus dem Monte Monescia der Monte Verità wird,
  • wie auf dem Monte Verità eine Gegenwelt zur Industriegesellschaft entsteht,
  • welche Erfahrungen Hermann Hesse auf dem Berg und in einer Höhle sammelt,
  • wie Eduard von der Heydt den Monte Verità erwirbt und das Gelände umfunktioniert,
  • was Ermittlungen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg über von der Heydt ans Licht bringen.

Der am Schweizer Langensee - auch Lago Maggiore genannt - gelegene Monte Verità ist in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Treffpunkt für Pazifisten, Künstler, Schriftsteller, sowie Anhänger unterschiedlicher alternativer Bewegungen.

Mitte der 1920er-Jahre reist der deutsch-schweizerische Bankier Eduard von der Heydt ins Tessin. Dort erfährt er, dass der Monte Verità für rund 160.000 Franken zum Verkauf steht.

Von der Heydt kauft diesen Ort, verwandelt ihn in ein luxuriöses Touristenziel und errichtet dort ein Bauhaus-Hotel. Auch von der Heydts Kunstsammlung wächst. Neben europäischer Gegenwartskunst umfasst seine Sammlung Werke aus der ganzen Welt. Er entwickelt eine Idee, die er "ars una" nennt - die "eine Kunst" oder auch "Weltkunst".

Eduard von der Heydt macht den Berg zu einem Treffpunkt namhafter Besucher aus Politik, Kunst und Gesellschaft. Nach seinem Tod 1964 vermacht er den Monte Verità dem Kanton Tessin. Heute betreibt die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich dort ein Tagungsgebäude.

Das ist unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Nicoletta Mongini, Fondazione Monte Verità
  • Roland Mönig, Kunsthistoriker und Direktor des Von der Heydt-Museums Wuppertal
  • Ida Hofmann: Monte Verità. Wahrheit ohne Dichtung. Bellinzona 2023
  • Gabriele Guerra (Hg.): Tra ribellione e conservazione. Monte Verità nella cultura tedesca. Rom 2018

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Autorin: Gianna Felicita Scholten
Redaktion: Frank Zirpins

Henrik Kauffmanns Alleingang: Der Grönland-Deal mit den USA

Henrik Kauffmanns Alleingang: Der Grönland-Deal mit den USA WDR Zeitzeichen 09.04.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 09.04.2099 WDR 5

Ohne Mandat schließt der dänische Botschafter am 09.04.1941 ein Abkommen mit Washington ab. Die USA sichern sich Militärbasen in Grönland - ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg.

In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck, auf welchem Weg Dänemark 1814 die alleinige Herrschaft über Dänemark erlangt, wie Henrik Kauffmann 1941 die geopolitische Karte des Nordatlantiks verändert und mit welchen Gesetzen die USA versuchen, sich aus dem Zweiten Weltkrieg herauszuhalten. Nach der Besetzung Dänemarks durch Deutschland am 9. April 1940 weigert sich Henrik Kauffmann, dänischer Botschafter in Washington, Anordnungen der unfreien dänischen Regierung weiter zu befolgen. Am 10. April 1940 erklärt er sich für unabhängig. Die USA kooperieren dennoch weiter mit ihm und sehen ihn als legitimen Vertreter Dänemarks. Im Winter 1940/41 entscheiden sich die USA, mit Henrik Kauffmann in Verhandlungen zu treten. Der Grund: Kaufmann verspricht den Amerikanern einen Vertrag ohne Verfallsdatum. Schon kurz nach der Vertragsunterzeichnung am 9. April 1941 entsenden die USA Soldaten nach Grönland, bis zu 6.000 sind in den folgenden Jahren dort stationiert. Sie errichten ein Netz von Stützpunkten, bauen Flugplätze, Häfen, Funk- und Wetterstationen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Volker Depkat, Historiker und Professor für Amerikanistik an der Universität Regensburg Volker Depkat: Geschichte der USA. 2016 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Annette Skrzydlo


In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
  • auf welchem Weg Dänemark 1814 die alleinige Herrschaft über Dänemark erlangt,
  • gegen welche diplomatischen Regeln der dänische Botschafter in Washington 1940 verstößt,
  • wie Henrik Kauffmann die geopolitische Karte des Nordatlantiks verändert,
  • mit welchen Gesetzen die USA versuchen, sich aus dem Zweiten Weltkrieg herauszuhalten,
  • wie die Isolation vom Mutterland Dänemark bei den grönländischen Inuit neues Identitätsbewusstsein weckt.

Nach der Besetzung Dänemarks durch Deutschland am 9. April 1940 weigert sich Henrik Kauffmann, dänischer Botschafter in Washington, Anordnungen der unfreien dänischen Regierung weiter zu befolgen. Am 10. April 1940 erklärt er sich für unabhängig. Die USA kooperieren dennoch weiter mit ihm und sehen ihn als legitimen Vertreter Dänemarks.

Im Winter 1940/41 entscheiden sich die USA, mit Henrik Kauffmann in Verhandlungen zu treten. Der Grund: Kaufmann verspricht den Amerikanern einen Vertrag ohne Verfallsdatum.
Schon kurz nach der Vertragsunterzeichnung am 9. April 1941 entsenden die USA Soldaten nach Grönland, bis zu 6.000 sind in den folgenden Jahren dort stationiert. Sie errichten ein Netz von Stützpunkten, bauen Flugplätze, Häfen, Funk- und Wetterstationen.

Amerikas Präsenz in Grönland dürfte deutlich zum Sieg der Anti-Hitlerkoalition beigetragen haben. Und sie bewahrt die Grönländer in den Kriegsjahren buchstäblich vor dem Verhungern.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Volker Depkat, Historiker und Professor für Amerikanistik an der Universität Regensburg
  • Bo Lidegaard, Historiker, Autor, Grönlandexperte und früherer Diplomat
  • Volker Depkat: Geschichte der USA. 2016
  • Bo Lidegaard: Defiant Diplomacy. 2003
  • Henrik Kauffmann: Denmark and the United States in World War II and the Cold War, 1939-1958.
  • Lothar Burchardt: Amerikas langer Arm: kontroversen um die Nutzung von Grönland im Zweiten Weltkrieg. 2017

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Mehr als Folter: Die Motive hinter der päpstlichen Inquisition

Mehr als Folter: Die Motive hinter der päpstlichen Inquisition WDR Zeitzeichen 08.04.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 08.04.2099 WDR 5

1231: Gründung der päpstlichen Inquisition. Weit mehr als Gewalt und Scheiterhaufen: Sie ist eine kirchliche Waffe gegen Abweichler und prägt das Abendland über Jahrhunderte.

In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann worum es bei innerchristlichen Auseinandersetzungen um den rechten Glauben geht, wie die Denunziation zum wichtigen Instrument der Inquisition wird und dass nicht die Bestrafung oberstes Ziel der Inquisition ist. Im 11. Jahrhundert gibt es viele spirituelle Gruppen, die ein anderes Christentum predigen. Das schwächt die Macht der Päpste. Sie fragen sich: Wie gehen wir mit Abweichlern um? Um die Ketzer zu ermitteln, reisen die Bischöfe durch ihre Bezirke. In Bußpredigten rufen sie zur Denunziation von Ketzern auf und setzen diesen eine Gnadenfrist für ihre Läuterung. Der Erfolg ist jedoch eher mäßig. Deshalb ernennt Papst Gregor IX. im Jahr 1231 zusätzlich eine Reihe von Sondergesandten der Kurie als Inquisitoren. Zunächst werden nur wenige Todesurteile ausgesprochen. Später wird die päpstliche Inquisition weiterentwickelt und mehrfach neu gegründet. Die Verfahren werden nach einheitlichen Vorgaben durchgeführt und Aussagen schriftlich protokolliert. Geständnisse werden teilweise mit Haft und Folter erpresst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, Historiker, TU Dresden Gerd Schwerhoff: Die Inquisition. Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit. München 2019 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann:
  • worum es bei innerchristlichen Auseinandersetzungen um den rechten Glauben geht,
  • wie die Denunziation zum wichtigen Instrument der Inquisition wird,
  • dass nicht die Bestrafung oberstes Ziel der Inquisition ist,
  • warum die Inquisition auch als der Urtyp repressiver Institutionen wie Stasi oder KGB gilt.

Im 11. Jahrhundert gibt es viele spirituelle Gruppen, die ein anderes Christentum predigen. Das schwächt die Macht der Päpste. Sie fragen sich: Wie gehen wir mit Abweichlern um?

Um die Ketzer zu ermitteln, reisen die Bischöfe durch ihre Bezirke. In Bußpredigten rufen sie zur Denunziation von Ketzern auf und setzen diesen eine Gnadenfrist für ihre Läuterung. Der Erfolg ist jedoch eher mäßig. Deshalb ernennt Papst Gregor IX. im Jahr 1231 zusätzlich eine Reihe von Sondergesandten der Kurie als Inquisitoren.

Zunächst werden nur wenige Todesurteile ausgesprochen. Später wird die päpstliche Inquisition weiterentwickelt und mehrfach neu gegründet. Die Verfahren werden nach einheitlichen Vorgaben durchgeführt und Aussagen schriftlich protokolliert. Geständnisse werden teilweise mit Haft und Folter erpresst.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, Historiker, TU Dresden
  • Gerd Schwerhoff: Die Inquisition. Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit
  • Theresa Breslin: Prisoner of the Inquisition
  • John H. Arnold and Peter Biller: Heresy and inquisition in France, 1200-1300.
  • Henry Charles Lea: Die Inquisition

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin und Autor: Veronika Bock und Ulrich Biermann
Redaktion: Matti Hesse

Kapitalistische Klemmbausteine: Lego-Gründer Ole Kirk Christiansen

Kapitalistische Klemmbausteine: Lego-Gründer Ole Kirk Christiansen WDR Zeitzeichen 07.04.2026 14:49 Min. Verfügbar bis 07.04.2099 WDR 5

Er beginnt mit Holzspielzeug - und erschafft eine Weltmarke: Ole Kirk Christiansen, geboren am 7.4.1891, legt den Grundstein für Lego. Seine Idee prägt Generationen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember, wie Ole Kirk Christiansen 1932 auf die Idee kommt, Spielzeug zu bauen, an welche dänischen Worte der Firmenname Lego angelehnt ist, wer der eigentliche Vater des Lego-Klemmbausteins ist. Legos Anfänge erinnern an Bullerbü - allerdings in Dänemark, nicht in Schweden. In Billund, einem Dorf in Jütland mit 20 Häusern, wird 1891 Ole Kirk Christiansen als zehntes Kind einer armen Familie geboren. Er wird Tischler und spart sich eine eigene kleine Werkstatt zusammen. Als Erwachsener besitzt Christiansen zwei grundlegende Eigenschaften: Zähigkeit und Einfallsreichtum. Sein Unternehmen etabliert sich auf dem internationalen Spiewarenmarkt. Der gute Name von Lego zieht auch heute noch. Vielleicht, weil das Image über Jahrzehnte positiv bleibt und das Unternehmen sich immer wieder dem Zeitgeist anpasst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Werner Plumpe (Wirtschaftshistoriker) Jens Andersen: Die Lego-Story - Wie der Spielehersteller zur Weltmarke wurde - Eine Familiengeschichte. München 2023 Werner Plumpe: Das kalte Herz - Kapitalismus: Die Geschichte einer andauernden Revolution. Hamburg 2019 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:
  • wie Ole Kirk Christiansen 1932 auf die Idee kommt, Spielzeug zu bauen,
  • an welche dänischen Worte der Firmenname Lego angelehnt ist,
  • wer der eigentliche Vater des Lego-Klemmbausteins ist,
  • wie sich der Erfolg von Lego auf das Dorf Billund, den Firmen-Standort, auswirkt,
  • warum das Lego-Imperium in den 1990er Jahren schwächelt.

Legos Anfänge erinnern an Bullerbü - allerdings in Dänemark, nicht in Schweden. In Billund, einem Dorf in Jütland mit 20 Häusern, wird 1891 Ole Kirk Christiansen als zehntes Kind einer armen Familie geboren. Er wird Tischler und spart sich eine eigene kleine Werkstatt zusammen.

Als Erwachsener besitzt Christiansen zwei grundlegende Eigenschaften: Zähigkeit und Einfallsreichtum. Sein Unternehmen etabliert sich auf dem internationalen Spiewarenmarkt. Der gute Name von Lego zieht auch heute noch. Vielleicht, weil das Image über Jahrzehnte positiv bleibt und das Unternehmen sich immer wieder dem Zeitgeist anpasst.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Werner Plumpe (Wirtschaftshistoriker)
  • Jens Andersen: Die Lego-Story - Wie der Spielehersteller zur Weltmarke wurde - Eine Familiengeschichte. München 2023
  • Werner Plumpe: Das kalte Herz - Kapitalismus: Die Geschichte einer andauernden Revolution. Hamburg 2019

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Heiner Wember
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Moritz Raestrup

Verrat im Kalten Krieg: Wie West-Spion Tiedge zur Stasi ging

Verrat im Kalten Krieg: Wie West-Spion Tiedge zur Stasi ging WDR Zeitzeichen 06.04.2026 14:52 Min. Verfügbar bis 06.04.2099 WDR 5

Als Chef der Spionageabwehr DDR kennt Hansjoachim Tiedge (gest. 6.4.2011) die Geheimnisse westdeutscher Geheimdienstarbeit - und verrät sie alle, ausgerechnet an die DDR.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog, welche gravierenden Folgen Tiedges Verrat für den Verfassungsschutz hat, von seinem Leben zwischen Arbeit und Kneipe und wie Tiedge in der DDR hofiert wird. Hansjoachim Tiedge ist Regierungsdirektor im Bundesamt für Verfassungsschutz, steuert dort die westdeutschen Spionageaktivitäten in der DDR. Dann läuft er genau dorthin über und sorgt damit für einen der größten Spionageskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Tiedge handelt aber nicht aus Überzeugung. Es sind die Lebensumstände, die ihn dazu treiben: Seine Frau ist tot, er selbst alkoholkrank und verschuldet. Und so verrät er für ein besseres Leben im Sozialismus den DDR-Behörden alles, was er über die Operationen seines ehemaligen Arbeitgebers weiß. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Michael Wala, Professor für Geschichte (em.), Universität Bochum Georg Mascolo, Autor und Journalist Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • welche gravierenden Folgen Tiedges Verrat für den Verfassungsschutz hat,
  • von Tiedges Leben zwischen Arbeit und Kneipe,
  • wie Tiedge in der DDR hofiert wird,
  • warum der Fall Tiedge für einen Verfassungsschutz-Maulwurf zum Glücksfall wird.

Hansjoachim Tiedge ist Regierungsdirektor im Bundesamt für Verfassungsschutz. Fast 20 Jahre lang arbeitet er für die Behörde, steuert dort die westdeutschen Spionageaktivitäten in der DDR. Dann läuft er genau dorthin über und sorgt damit für einen der größten Spionageskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Tiedge handelt aber nicht aus Überzeugung. Es sind die Lebensumstände, die ihn dazu treiben: Seine Frau ist tot, er selbst alkoholkrank und verschuldet. Und so verrät er für ein besseres Leben im Sozialismus den DDR-Behörden alles, was er über die Operationen seines ehemaligen Arbeitgebers weiß.

Nach dem Ende der DDR flieht Tiedge nach Moskau - ein freundliches Angebot des russischen Auslandsgeheimdienstes KGB. Dort lebt er, unbehelligt von deutschen Strafverfolgungsbehörden, bis zu seinem Tod am 6. April 2011.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und unser Interviewpartner:
  • Michael Wala, Professor für Geschichte (em.), Universität Bochum
  • Georg Mascolo, Journalist, ehemaliger Spiegel-Redakteur
  • Michael Wala: Der Stasi-Mythos. DDR-Auslandsspionage und der Verfassungsschutz. Berlin 2023
  • Hansjoachim Tiedge: Der Überläufer. Eine Lebensbeichte. Berlin 1998
  • Georg Mascolo und Georg Bönisch: "Natürlich bin ich ein Verräter". Interview mit Hansjoachim Tiedge. Der Spiegel 49/1993

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Martin Herzog
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Bibo, Bert, Bildungsauftrag: Sesamstraße startet in Deutschland

Bibo, Bert, Bildungsauftrag: Sesamstraße startet in Deutschland WDR Zeitzeichen 05.04.2026 14:28 Min. Verfügbar bis 05.04.2099 WDR 5

Am 5. April 1971 sendet der NDR die "Sesame Street". Bunt, frech, amerikanisch; die Kritiker sind empört, die Kinder lieben es. Ein Klassiker für Generationen entsteht.

In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz, wie die Sesamstraße das Kinderfernsehen revolutioniert, warum sich der Bayerische Rundfunk zunächst weigert, die Sendung auszustrahlen und wie sich die Sendung im Laufe der Jahre verändert hat. Ernie, Bert, Grobi & Co.: Die Bewohner der "Sesame Street" oder Sesamstraße begleiten seit Jahrzehnten Kinder aus unterschiedlichsten Ländern. Erstmals wird die Sendung im November 1969 im US-Fernsehen ausgestrahlt. Mit einer Mischung aus Sketchen, Einspielern und Musik soll sie Kindern im Vorschulalter sowohl Spaß machen als auch Wissen vermitteln. Das Konzept geht auf und schwappt zwei Jahre später auch nach Deutschland. Am 5. April 1971 läuft die erste von fünf Testfolgen im Dritten Programm des Norddeutschen Rundfunks - im Original mit deutschem Kommentar. Das witzig überdrehte Puppentheater aus Übersee trifft einen Nerv. Pädagogen entwickeln unter Federführung des NDR eine deutsche Adaption der "Sesamstraße". Mit dabei sind auch eigene Figuren, wie etwa der gutmütige Bär Samson und die zartgefiederte Tiffy. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Enrico Platter, WDR-Redakteur, entsandt zum NDR Julian Schlichting, Begründer des einzigen Sesamstraßen-Fanclubs in Deutschland Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Magdanz Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Nico Söllner


In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:
  • wie die Sesamstraße das Kinderfernsehen revolutioniert,
  • warum sich der Bayerische Rundfunk zunächst weigert, die Sendung auszustrahlen,
  • wie sich die Sendung im Laufe der Jahre verändert.

Ernie, Bert, Grobi & Co.: Die Bewohner der "Sesame Street" begleiten seit Jahrzehnten Kinder aus unterschiedlichsten Ländern. Erstmals wird die Sendung im November 1969 im US-Fernsehen ausgestrahlt. Mit einer Mischung aus Sketchen, Einspielern und Musik soll sie Kindern im Vorschulalter sowohl Spaß machen als auch Wissen vermitteln.

Das Konzept geht auf und schwappt zwei Jahre später auch nach Deutschland. Am 5. April 1971 läuft die erste von fünf Testfolgen im Dritten Programm des Norddeutschen Rundfunks - im Original mit deutschem Kommentar. Das witzig überdrehte Puppentheater aus Übersee trifft einen Nerv. Pädagogen entwickeln unter Federführung des NDR eine deutsche Adaption der "Sesamstraße". Mit dabei sind auch eigene Figuren, wie etwa der gutmütige Bär Samson und die zartgefiederte Tiffy.

Auch das amerikanische Titellied weicht einer deutschen Version. Seither trällern kleine und große Sesamstraßen-Fans: "Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!"

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Jana Magdanz
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Nico Söllner

Der tote Papst Formosus vor Gericht

Der tote Papst Formosus vor Gericht WDR Zeitzeichen 04.04.2026 15:53 Min. Verfügbar bis 04.04.2099 WDR 5

Nach seinem Tod im Jahre 896 kommt Formosus nicht zur Ruhe: Binnen acht Jahren wird er zweimal feierlich und zweimal weniger feierlich bestattet. Einmal wirft man den Leichnam gar in den Tiber.

In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer vom Drei-Päpste-Jahr 1978, welche Aufgabe ein blutjunger Diakon im Schauprozess gegen eine Leiche bekommt und wie kreativ Papst Stefan VI. die Leichensynode für eigene Zwecke nutzt. In seinen dunkelsten Zeiten entpuppt sich der Heilige Stuhl für zahlreiche Päpste als Schleudersitz in die Ewigkeit. So etwa zwischen 896 und 916, als binnen 20 Jahren gleich zwölf Gottesmänner zum Papst aufsteigen und zügig wieder spurlos verschwinden - in Kerkern, Klöstern oder unter der Erde. Formosus wird 891 zum Papst gewählt. Aber sehr lange dauert sein Pontifikat nicht. 896 stirbt er im Alter von 80 Jahren und erhält ein ehrenvolles Begräbnis. Neun Monate und zwei Päpste später entbrennt ein heftiger Streit über seine Wahl. Nach dem "Translationsgesetz" dürfen Bischöfe nicht in ein anderes Bistum wechseln. Da der Papst aber zugleich Bischof von Rom ist, dürfen Bischöfe nach damaligem Recht nicht Papst werden. Im Januar 897 lässt Papst Stephan VI. die Leiche des Formosus aus der Gruft holen und macht sie zum Hauptdarsteller eines ekeligen Schauprozesses. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Dr. Annette Grabowsky, Mittelalterliche Geschichte, Universität Tübingen Annette Grabowsky: Der Streit um Formosus, Tübingen 2021 Ferdinand Gregorovius: The History of the City of Rome in the Middle Ages. London 1903 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Wolfgang Meyer Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:
  • vom Drei-Päpste-Jahr 1978,
  • welche Aufgabe ein blutjunger Diakon im Schauprozess gegen eine Leiche bekommt,
  • wie kreativ Papst Stefan VI. die Leichensynode für eigene Zwecke nutzt,
  • warum eine einstürzende Basilika auch das Schicksal von Stephan VI. besiegelt.

In seinen dunkelsten Zeiten entpuppt sich der Heilige Stuhl für zahlreiche Päpste als Schleudersitz in die Ewigkeit. So etwa zwischen 896 und 916, als binnen 20 Jahren gleich zwölf Gottesmänner zum Papst aufsteigen und zügig wieder spurlos verschwinden - in Kerkern, Klöstern oder unter der Erde.
Formosus wird 891 zum Papst gewählt. Aber sehr lange dauert sein Pontifikat nicht. 896 stirbt er im Alter von 80 Jahren und erhält ein ehrenvolles Begräbnis. Neun Monate und zwei Päpste später entbrennt ein heftiger Streit über seine Wahl.

Nach dem "Translationsgesetz" dürfen Bischöfe nicht in ein anderes Bistum wechseln. Da der Papst aber zugleich Bischof von Rom ist, dürfen Bischöfe nach damaligem Recht nicht Papst werden. Im Januar 897 lässt Papst Stephan VI. die Leiche des Formosus aus der Gruft holen und macht sie zum Hauptdarsteller eines ekeligen Schauprozesses.

Nach dem Schuldspruch malträtiert man den Leichnam und verscharrt ihn. Der Krieg zwischen Formosianern und Antiformosianern spaltet den Vatikan die nächsten fünf Jahrzehnte. Erst die Synode von Ravenna im Jahr 967 lässt endgültig alle Akten der Leichensynode verbrennen und bestimmt: Niemals wieder soll über einen Toten Gericht gehalten werden.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professorin Dr. Annette Grabowsky, Mittelalterliche Geschichte, Universität Tübingen
  • Annette Grabowsky: Der Streit um Formosus, Tübingen 2021
  • Ferdinand Gregorovius: The History of the City of Rome in the Middle Ages, London 1903

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Das ist unser Hör-Tipp:

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Wolfgang Meyer
Redaktion: Matti Hesse

Ein lustbetontes Frauenleben als "Gentleman Jack": Anne Lister

Ein lustbetontes Frauenleben als "Gentleman Jack": Anne Lister WDR Zeitzeichen 03.04.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 04.04.2099 WDR 5

Sie lebt und liebt gegen die Normen ihrer Zeit. Und schreibt alles minutiös auf. Die Engländerin Anne Lister (geb. am 3.4.1791) gilt vielen als "erste moderne Lesbe".

In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka, warum Anne Lister Griechisch und Latein nicht nur zu Bildungszwecken lernt, was man aus ihren Notizen über den Alltag des Landadels und die Liebe zwischen Frauen im vorviktorianischen England erfährt und warum man einen Gottesdienst im Jahr 1834 als die erste Regenbogenhochzeit bezeichnen kann. Die englische Landbesitzerin Anne Lister führt lebenslang Tagebücher, die tägliche Ereignisse detailliert aufzeichnen, einschließlich ihrer lesbischen Beziehungen. Große Teile, unter anderem jene mit den intimen Details ihrer Beziehungen zu Frauen, sind codiert. Entschlüsselt werden sie erst in den 1930er-Jahren. Statt den für manche damals schockierenden Fund zu vernichten, behält Listers Urgroßneffe die Bücher. Deswegen kann man bis heute nachlesen, wie viele Minuten Sex am Tag Anne Lister hat, aber auch, wie damals das Wetter war und wie die Stellung Preußens in der Welt aussieht. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Angela Steidele, Biografin Angela Steidele: Anne Lister. Eine erotische Biografie. Berlin 2017 Angela Steidele: Zeitreisen. Vier Frauen, zwei Jahrhunderte, ein Weg. Berlin 2018 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak Technik: Theo Kramer


In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:
  • wovon man Ende des 18. Jahrhunderts in England bei Freundschaften zwischen Frauen ausgeht,
  • warum Anne Lister Griechisch und Latein nicht nur zu Bildungszwecken lernt,
  • was man aus ihren Notizen über den Alltag des Landadels und die Liebe zwischen Frauen im vorviktorianischen England erfährt,
  • warum man einen Gottesdienst im Jahr 1834 als die erste Regenbogenhochzeit bezeichnen kann.

Die englische Landbesitzerin Anne Lister führt lebenslang Tagebücher, die tägliche Ereignisse detailliert aufzeichnen, einschließlich ihrer lesbischen Beziehungen. Die Tagebücher umfassen mehr als 7.000 Seiten und zählen zu den umfangreichsten, die je in englischer Sprache verfasst wurden.

Große Teile sind codiert, unter anderem jene mit den intimen Details ihrer Beziehungen zu Frauen. Als die Codierung in den 1930er-Jahren von Listers Urgroßneffen John Lister und seinem Freund Arthur Burrell geknackt wird, ist der so schockiert, dass er seinem Freund rät, die "widerlichen Bücher" auf der Stelle zu verbrennen.

John Lister tut dies nicht, sondern versteckt das Erbe. Deswegen kann man bis heute nachlesen, wie viele Minuten Sex am Tag Anne Lister hat, aber auch, wie damals das Wetter war und wie die Stellung Preußens in der Welt aussieht.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Angela Steidele, Biografin
  • Angela Steidele: Anne Lister. Eine erotische Biografie. Berlin 2017
  • Angela Steidele: Zeitreisen. Vier Frauen, zwei Jahrhunderte, ein Weg. Berlin 2018

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Christiane Kopka
Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak
Technik: Theo Kramer

Max Ernst: Skandalmaler mit Angst vor der weißen Leinwand

Max Ernst: Skandalmaler mit Angst vor der weißen Leinwand WDR Zeitzeichen 02.04.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 02.04.2099 WDR 5

Max Ernst erfindet sich und die Kunst ständig neu: Er bringt Dada nach Köln, begründet den Surrealismus mit und inspiriert Action Painting.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer, wie Max Ernst seine Angst vor weißen Leinwänden überwindet, welche revolutionären Techniken er entwickelt und womit er zum Enfant terrible der Kölner Kunstszene wird. Der in Brühl geborene Max Ernst kommt als Autodidakt zur Malerei. Der Erste Weltkrieg erschüttert ihn so nachhaltig, dass er dessen Sinnlosigkeit in der Kunst verarbeitet: Gemeinsam mit Hans Arp bringt er den Dadaismus nach Köln und weist mit seinen irritierenden Collagen den Weg zum Surrealismus, den er später in Paris mit revolutionären Techniken mitbegründet und vorantreibt. Die Flucht vor den Nazis bringt Ernst 1941 schließlich nach New York. Dort baut er sich mit der Kunstmäzenin und seiner dritten Ehefrau Peggy Guggenheim ein neues Leben auf und wird mit seinen Ideen zum Vorbild für junge amerikanische Künstler. An Ruhm ist Ernst allerdings zeitlebens nicht interessiert. Während Zeitgenossen wie Dalí oder Picasso zu finanzkräftigen Marken werden, bleibt Ernst bis zu seinem Tod am 1. April 1976, einen Tag vor seinem 85. Geburtstag, rastlos auf der Suche nach sich selbst. Das sind unsere wichtigsten Quellen und unser Interviewpartner: Jakob Schwerdtfeger, Kunsthistoriker und Comedian Werner Spies: Max Ernst. Leben und Werk. Köln 2005 Werner Spies: Max Ernst und die Geburt des Surrealismus. München 2019 Jürgen Wilhelm: Max Ernst. Köln 2020 Jakob Schwerdtfeger: Punkt, Punkt, Komma, Strich - fertig ist die Kunstgeschicht'. München 2026 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christopher Heimer Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer:
  • wie Max Ernst seine Angst vor der weißen Leinwand überwindet,
  • was einen toten Papagei und seine kleine Schwester miteinander verbindet,
  • welche revolutionären Techniken er entwickelt,
  • womit Max Ernst zum Enfant terrible der Kölner Kunstszene wird.

Der in Brühl geborene Max Ernst kommt als Autodidakt zur Malerei. Der Erste Weltkrieg erschüttert ihn so nachhaltig, dass er dessen Sinnlosigkeit in der Kunst verarbeitet: Gemeinsam mit Hans Arp bringt er den Dadaismus nach Köln und weist mit seinen irritierenden Collagen den Weg zum Surrealismus, den er später in Paris mit revolutionären Techniken mitbegründet und vorantreibt.

Die Flucht vor den Nazis bringt Ernst 1941 schließlich nach New York. Dort baut er sich mit der Kunstmäzenin und seiner dritten Ehefrau Peggy Guggenheim ein neues Leben auf und wird mit seinen Ideen zum Vorbild für junge amerikanische Künstler.

An Ruhm ist Ernst allerdings zeitlebens nicht interessiert. Während Zeitgenossen wie Dalí oder Picasso zu finanzkräftigen Marken werden, bleibt Ernst bis zu seinem Tod am 1. April 1976, einen Tag vor seinem 85. Geburtstag, rastlos auf der Suche nach sich selbst.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und unser Interviewpartner:
  • Jakob Schwerdtfeger, Kunsthistoriker und Comedian
  • Werner Spies: Max Ernst. Leben und Werk. Köln 2005
  • Werner Spies: Max Ernst und die Geburt des Surrealismus. München 2019
  • Jürgen Wilhelm: Max Ernst. Köln 2020
  • Jakob Schwerdtfeger: Punkt, Punkt, Komma, Strich - fertig ist die Kunstgeschicht'. München 2026

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christopher Heimer
Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

Erich Honecker besucht Disneyland

Erich Honecker besucht Disneyland WDR Zeitzeichen 01.04.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 01.04.2099 WDR 5

Neu entdeckte Tagebücher beweisen: Erich Honecker war 1986 heimlich und anonym in den USA - um den Kapitalismus zu studieren und damit vielleicht die DDR zu retten. Eine unglaubliche Reise...

In diesem Zeitzeichen behauptet Jana Fischer, dass die chilenische Version von "Bares für Rares" etwas mit Honeckers Tagebüchern zu tun hat, dass Honecker plant, Disneyland nach Ost-Berlin zu holen und dass eine Achterbahn ihn zu dem Slogan "vorwärts immer, rückwärts nimmer" inspiriert. Am 1. April 1986, mitten im kalten Krieg, bekommen Mickey Mouse, Goofy und Co. unerwarteten Besuch vom Klassenfeind persönlich: DDR-Staatsoberhaupt Erich Honecker und seine Frau Margot sind zu Gast im Disneyland USA. Das klingt zunächst nach einer absurden Kombination. Schließlich steht Disneyland wie kaum ein anderer Ort für die Verlockungen des Kapitalismus. Doch neuentdeckte Tagebucheinträge des SED-Vorsitzenden Honecker erzählen die Geschichte eines unglaublichen Trips - inklusive falschem Neffen und einer stinkreichen Kapitalisten-Ente. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Albert Achmann, Universität Eisenhüttenstadt, Historiker, "Honeckerologe" (nachvertont von Ralf Kabelka) Michael Ratman, Zeitzeuge, Reiseleiter des USA-Trips (nachgesprochen von Alex Cummins) Rainer Grotepieck, Zeitzeuge, Dolmetscher während der Reise (nachinterpretiert von Nils Heinrich) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Jana Fischer Redaktion: David Rother


In diesem Zeitzeichen behauptet Jana Fischer:
  • dass die chilenische Version von "Bares für Rares" etwas mit Honeckers Tagebüchern zu tun hat,
  • dass Honecker plant, Disneyland nach Ost-Berlin zu holen,
  • dass eine Achterbahn ihn zu dem Slogan "vorwärts immer, rückwärts nimmer" inspiriert.

Am 1. April 1986, mitten im kalten Krieg, bekommen Mickey Mouse, Goofy und Co. unerwarteten Besuch vom Klassenfeind persönlich: DDR-Staatsoberhaupt Erich Honecker und seine Frau Margot sind zu Gast im Disneyland USA.

Das klingt zunächst nach einer absurden Kombination. Schließlich steht Disneyland wie kaum ein anderer Ort für die Verlockungen des Kapitalismus. Doch neuentdeckte Tagebucheinträge des SED-Vorsitzenden Honecker erzählen die Geschichte eines unglaublichen Trips - inklusive falschem Neffen und einer stinkreichen Kapitalisten-Ente.

Dass dem DDR-Politiker die Reise nach Disneyland gefallen hat, ist für Honecker-Experte Albert Achmann keine Überraschung: "Am Ende steckt halt in jedem verknöcherten, sozialistischen Hardliner auch ein kleines Kind, das verzaubert werden will."

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Albert Achmann, Universität Eisenhüttenstadt, Historiker, "Honeckerologe" (nachvertont von Ralf Kabelka)
  • Michael Ratman, Zeitzeuge, Reiseleiter des USA-Trips (nachgesprochen von Alex Cummins)
  • Rainer Grotepieck, Zeitzeuge, Dolmetscher während der Reise (nachinterpretiert von Nils Heinrich)
  • Siegbert Trugschluss: Grundlagen der Honeckerologie (2003)

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Autorin: Jana Fischer
Redaktion: David Rother
Sprecher: Ralf Kabelka (Albert Achmann), Nils Heinrich (Rainer Grotepieck), Alex Cummins (Michael Ratman)

Clara Schumann: Star-Pianistin, die Robert berühmt machte

Clara Schumann: Star-Pianistin, die Robert berühmt machte WDR Zeitzeichen 31.03.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 01.04.2099 WDR 5

Clara Wieck ist ein Star, dann heiratet sie. Doch statt ihre Karriere aufzugeben, tritt sie weiter auf - mit ihrem Mann. Am 31.3.1841 erstmals unter neuem Namen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen, was Clara Schumann vor ihrem ersten Auftritt mit ihrem Mann in das gemeinsam geführte Ehetagebuch schreibt, womit die Pianistin das Publikum im zweiten Teil der Veranstaltung überrascht und warum der Komponist Robert Schumann die Heirat mit Clara vor Gericht erzwingen muss. Clara Wieck aus Leipzig ist eine Klavierspielerin ersten Ranges. Sie spielt mit den Größten ihrer Zeit in einer Liga, in der sonst nur Männer antreten. Dazu gehören zum Beispiel Sigismond Thalberg, Ignaz Moscheles, Adolf Henselt und Franz Liszt. Clara wird in Wien, Paris und London umjubelt. Sie tritt vor Österreichs Kaiser Ferdinand auf und wird von ihm als erste Ausländerin und einzige Protestantin zur königlich-kaiserlichen Kammervirtuosin ernannt. Nach ihrer Heirat ist es ihr wichtig, unter ihrem neuen Namen aufzutreten: Schumann. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Irmgard Knechtges-Obrecht (Musikwissenschaftlerin) Sven Oliver Müller (Historiker) Irmgard Knechtges-Obrecht: Clara Schumann - Ein Leben für die Musik. Darmstadt 2019 Robert und Clara Schumann: Ehetagebücher 1840 - 1844. Frankfurt am Main 2013 Peter Gülke: Robert Schumann - Glück und Elend der Romantik. Wien 2010 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Raoul Mörchen Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen:
  • was Clara Schumann vor ihrem ersten Auftritt mit ihrem Mann in das gemeinsam geführte Ehetagebuch schreibt,
  • womit die Pianistin das Publikum im zweiten Teil der Veranstaltung überrascht,
  • warum der Komponist Robert Schumann die Heirat mit Clara vor Gericht erzwingen muss,
  • wie die erste Sinfonie des Komponisten bei Kritik und Publikum ankommt,
  • wie Roberts zweite Sinfonie heißen soll.

Clara Wieck aus Leipzig ist eine Klavierspielerin ersten Ranges. Sie spielt mit den Größten ihrer Zeit in einer Liga, in der sonst nur Männer antreten. Dazu gehören zum Beispiel Sigismond Thalberg, Ignaz Moscheles, Adolf Henselt und Franz Liszt.

Clara wird in Wien, Paris und London umjubelt. Sie tritt vor Österreichs Kaiser Ferdinand auf und wird von ihm als erste Ausländerin und einzige Protestantin zur königlich-kaiserlichen Kammervirtuosin ernannt. Nach ihrer Heirat ist es ihr wichtig, unter ihrem neuen Namen aufzutreten: Schumann.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Irmgard Knechtges-Obrecht (Musikwissenschaftlerin)
  • Sven Oliver Müller (Historiker)
  • Irmgard Knechtges-Obrecht: Clara Schumann - Ein Leben für die Musik. Darmstadt 2019
  • Robert und Clara Schumann: Ehetagebücher 1840 - 1844. Frankfurt am Main 2013
  • Peter Gülke: Robert Schumann - Glück und Elend der Romantik. Wien 2010

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Raoul Mörchen
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Krimkrieg: Mehr als 500.000 Tote für eine "Heilige Mission"

Krimkrieg: Mehr als 500.000 Tote für eine "Heilige Mission" WDR Zeitzeichen 30.03.2026 14:36 Min. Verfügbar bis 30.03.2099 WDR 5

Vorgeblich um Orthodoxe zu schützen, zettelt der Zar Krieg mit den Osmanen an. Am 30.3.1856 endet der Krimkrieg mit seiner Niederlage und einer Demütigung, die bis heute nachhallt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck, wie ein religiöser Konflikt in Jerusalem zum Vorwand für geopolitisches Machtstreben wird, warum der Konflikt als einer der ersten modernen Kriege Europas gilt und wie der Krimkrieg politisch bis heute nachwirkt. Am 30. März 1856 endet der Krimkrieg offiziell mit dem Pariser Friedensvertrag. Russland muss sich aus dem Machtspiel am Bosporus und auf dem Balkan zurückziehen. Zwar behält es die Krim, doch das Schwarze Meer wird zur militärisch neutralen Zone erklärt - eigene Kriegsschiffe sind dort verboten. Für das Zarenreich ein schwerer Schlag: Der Zugang zu eisfreien Häfen, lange ein zentrales Ziel russischer Politik, bleibt versperrt. Der Frieden bringt keine Ruhe, sondern neue Spannungen. In Russland wird der Vertrag als Demütigung empfunden - ein Gefühl, das nachwirkt und künftige Konflikte vorbereitet. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Jörg Baberowski, Osteuropa-Historiker und Gewaltforscher, Humboldt-Universität Berlin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Almut Finck Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Martin Kropp


In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
  • wie ein religiöser Konflikt in Jerusalem zum Vorwand für geopolitisches Machtstreben wird,
  • warum der Konflikt als einer der ersten modernen Kriege Europas gilt,
  • wie der Krimkrieg politisch bis heute nachwirkt.

Am 30. März 1856 endet der Krimkrieg offiziell mit dem Pariser Friedensvertrag. Russland muss sich aus dem Machtspiel am Bosporus und auf dem Balkan zurückziehen. Zwar behält es die Krim, doch das Schwarze Meer wird zur militärisch neutralen Zone erklärt - eigene Kriegsschiffe sind dort verboten.

Für das Zarenreich ein schwerer Schlag: Der Zugang zu eisfreien Häfen, lange ein zentrales Ziel russischer Politik, bleibt versperrt. Der Frieden bringt keine Ruhe, sondern neue Spannungen. In Russland wird der Vertrag als Demütigung empfunden - ein Gefühl, das nachwirkt und künftige Konflikte vorbereitet.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Jörg Baberowski, Osteuropa-Historiker und Gewaltforscher, Humboldt-Universität Berlin
  • Jörg Baberowski: Der sterbliche Gott. Macht und Herrschaft im Zarenreich, München 2024
  • Orlando Figes: Krimkrieg. Der letzte Kreuzzug, Berlin 2011
  • Orlando Figes: Empire: World History (Podcast), Folge 81 "Crimea: The War on Repeat"

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Almut Finck
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
Technik: Martin Kropp

Charles Manson: Vom Außenseiter zum gefürchteten Sektenführer

Charles Manson: Vom Außenseiter zum gefürchteten Sektenführer WDR Zeitzeichen 29.03.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 30.03.2099 WDR 5

Charles Manson hält sich für Jesus, bewundert Hitler - und manipuliert seine "Manson Family" so geschickt, dass sie für ihn mordet. Am 29.3.1971 wird er zum Tode verurteilt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter, wie die "Tate-Morde" im August 1969 die Welt erschüttern, warum Charles Manson als Drahtzieher verurteilt wird, obwohl er nicht am Tatort ist und wie ein Außenseiter zur manipulativen Führungsfigur einer mordenden Sekte wird. Es ist eine warme Nacht in Los Angeles, als vier Mitglieder der sogenannten "Manson-Family" ein Anwesen am Cielo Drive betreten. Wenige Stunden später sind mehrere Menschen tot. Unter ihnen die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate. Die brutalen Morde markieren für viele das Ende der Hippie-Ära. Die Polizei ermittelt und kommt der Gruppe um Charles Manson auf die Spur. Etwa eineinhalb Jahre später fällt das Urteil: Die Täter werden zum Tode verurteilt - und auch Manson selbst. Obwohl er nicht am Tatort war, gilt er als treibende Kraft. Manson hatte seine Anhänger manipuliert und sie dazu gebracht, seine Befehle auszuführen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathleen Heide, Kriminologin Niels Penke, Literaturwissenschaftler Vincent Bugliosi und Curt Gentry: Helter Skelter, London 1974 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Philip Ritter Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter:
  • wie die "Tate-Morde" im August 1969 die Welt erschüttern,
  • warum Charles Manson als Drahtzieher verurteilt wird, obwohl er nicht am Tatort ist,
  • wie ein Außenseiter zur manipulativen Führungsfigur einer mordenden Sekte wird.

Es ist eine warme Nacht in Los Angeles, als vier Mitglieder der sogenannten „Manson-Family“ ein Anwesen am Cielo Drive betreten. Wenige Stunden später sind mehrere Menschen tot – unter ihnen die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate. Die brutalen Morde markieren für viele das Ende der Hippie-Ära.

Die Polizei ermittelt und kommt der Gruppe um Charles Manson auf die Spur. Etwa eineinhalb Jahre später fällt das Urteil: Die Täter werden zum Tode verurteilt - und auch Manson selbst. Obwohl er nicht am Tatort war, gilt er als treibende Kraft. Manson hatte seine Anhänger manipuliert und sie dazu gebracht, seine Befehle auszuführen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kathleen Heide, Kriminologin
  • Niels Penke, Literaturwissenschaftler
  • Vincent Bugliosi und Curt Gentry: Helter Skelter, London 1974

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Autor: Philip Ritter
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Moritz Raestrup

Meilenstein der modernen Gerichtsmedizin: die "Lungenschwimmprobe"

Meilenstein der modernen Gerichtsmedizin: die "Lungenschwimmprobe" WDR Zeitzeichen 28.03.2026 14:23 Min. Verfügbar bis 29.03.2099 WDR 5

Ein toter Säugling, ein Verdacht, ein Experiment: Im Jahr 1681 beweist erstmals ein neuartiges forensisches Verfahren die Unschuld einer vermeintlichen Kindsmörderin.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner, wie genau die sogenannte Lungenschwimmprobe funktioniert, warum ein Kindsmordprozess im sächsischen Pegau dadurch eine unerwartete Wendung nimmt und weshalb das neuartige medizinische Verfahren zwischen Fortschritt, Zweifel und Machtinteressen steht. Alles beginnt mit einem Gerücht: Die etwa 15-jährige Anna Voigt soll heimlich ein Kind geboren und getötet haben. Der kleine Körper wird gefunden, die Vorwürfe sind schwer – und die Gesetze der Zeit gnadenlos. Doch dann untersucht der Amtsarzt Johannes Schreyer den Leichnam mit einer damals völlig neuen Methode. Bei der Lungenschwimmprobe wird geprüft, ob die Lunge im Wasser sinkt oder schwimmt – ein Hinweis darauf, ob ein Neugeborenes geatmet hat oder tot zur Welt kam. Für Schreyer ist das ein Schritt hin zu moderner Gerichtsmedizin. Doch seine Erkenntnisse stoßen auf Skepsis, werden juristisch kaum genutzt und geraten in den Strudel eines Systems, das weniger an Wahrheit als an Verurteilung interessiert ist. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Andrea Thiele, Historikerin an der Universität Halle Dr. Maximilian Hagen, Rechtsmediziner am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster Tore Renberg: Die Lungenschwimmprobe. Verteidigung einer jungen Frau, die des Kindsmords bezichtigt wurde, München 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:
  • wie genau die sogenannte Lungenschwimmprobe funktioniert,
  • warum ein Kindsmordprozess im sächsischen Pegau dadurch eine unerwartete Wendung nimmt,
  • weshalb das neuartige medizinische Verfahren zwischen Fortschritt, Zweifel und Machtinteressen steht.

Alles beginnt mit einem Gerücht: Die etwa 15-jährige Anna Voigt soll heimlich ein Kind geboren und getötet haben. Der kleine Körper wird gefunden, die Vorwürfe sind schwer – und die Gesetze der Zeit gnadenlos.
Doch dann untersucht der Amtsarzt Johannes Schreyer den Leichnam mit einer damals völlig neuen Methode. Bei der Lungenschwimmprobe wird geprüft, ob die Lunge im Wasser sinkt oder schwimmt – ein Hinweis darauf, ob ein Neugeborenes geatmet hat oder tot zur Welt kam.

Für Schreyer ist das ein Schritt hin zu moderner Gerichtsmedizin. Doch seine Erkenntnisse stoßen auf Skepsis, werden juristisch kaum genutzt und geraten in den Strudel eines Systems, das weniger an Wahrheit als an Verurteilung interessiert ist.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Andrea Thiele, Historikerin an der Universität Halle
  • Dr. Maximilian Hagen, Rechtsmediziner am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster
  • Tore Renberg: Die Lungenschwimmprobe. Verteidigung einer jungen Frau, die des Kindsmords bezichtigt wurde, München 2024

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Martina Meißner
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

Visionär der Moderne: Der Autor Stanislaw Lem

Visionär der Moderne: Der Autor Stanislaw Lem WDR Zeitzeichen 27.03.2026 13:04 Min. Verfügbar bis 27.03.2099 WDR 5

Am 27.3.2006 stirbt der Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem. Sein Werk ist philosophisch und technisch zugleich – und wirft einen realistischen Blick auf eine mögliche Zukunft.

In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann, womit Stanislaw Lem als junger Mann die SS bekämpft, wie er über die angewandte Psychologie zur Raumfahrt kommt und warum seine Romane Abgründe aufzeigen und dennoch lustig sind. Als junger Mann erlebt Stanislaw Lem den Überfall der Nazis auf seine polnische Heimatstadt Lemberg. Nur mit falschen Papieren überlebt der Sohn eines jüdischen Arztes die NS-Zeit. Nach dem Krieg muss er Lemberg verlassen und findet in Krakau eine neue Heimat. Dort tauscht er das Medizinstudium gegen die Schreibmaschine und den Kosmos ein. In seinen Science-Fiction-Büchern verknüpft Lem Wissenschaft mit Philosophie. Gesellschaftskritik verlegt er geschickt von der Erde ins Universum – und entzieht sich so der staatlichen Zensur. Zu seinem bekanntesten Roman gehört "Solaris" aus dem Jahr 1961. Lems Bücher erreichen Millionenauflagen – in Ost und West. Daneben verfasst er Essays über Evolution, Künstlicher Intelligenz, Gen-Technologie mit der Frage: "Wie können Mensch und Maschine im Einklang bleiben?" Und er wird nicht müde zu warnen: "Es steckt sehr viel Böses im Menschen. Sehr viel Böses." Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Alfred Gall (Literaturwissenschaftler Universität Mainz) Christopher Coenen (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Michael Richmann Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann:
  • womit Stanislaw Lem als junger Mann die SS bekämpft,
  • wie er über den angewandte Psychologie zur Raumfahrt kommt,
  • warum seine Romane Abgründe aufzeigen und dennoch lustig sind.

Als junger Mann erlebt Stanislaw Lem den Überfall der Nazis auf seine polnische Heimatstadt Lemberg. Nur mit falschen Papieren überlebt der Sohn eines jüdischen Arztes die NS-Zeit. Nach dem Krieg muss er Lemberg verlassen und findet in Krakau eine neue Heimat.

Dort tauscht er das Medizinstudium gegen die Schreibmaschine und den Kosmos ein. In seinen Science-Fiction-Büchern verknüpft Lem Wissenschaft mit Philosophie. Gesellschaftskritik verlegt er geschickt von der Erde ins Universum – und entzieht sich so der staatlichen Zensur. Zu seinem bekanntesten Roman gehört "Solaris" aus dem Jahr 1961.

Lems Bücher erreichen Millionenauflagen – in Ost und West. Daneben verfasst er Essays über Evolution, Künstlicher Intelligenz, Gen-Technologie mit der Frage: "Wie können Mensch und Maschine im Einklang bleiben?" Und er wird nicht müde zu warnen: "Es steckt sehr viel Böses im Menschen. Sehr viel Böses."

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Alfred Gall (Literaturwissenschaftler Universität Mainz)
  • Christopher Coenen (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe)
  • Stanislaw Lem (Archiv)

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Michael Richmann
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Joachim Baumann, Michael Wagner

Fatima: Die Übermutter des Islam

Fatima: Die Übermutter des Islam WDR Zeitzeichen 26.03.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 26.03.2099 WDR 5

Im Jahre 606 wird die Tochter Mohammeds geboren und später zur zentralen Figur im schiitischen Islam. Als die "Mutter der Imame" prägt sie bis heute diesen Glauben.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach, wie sich die Stellung der Frauen im Islam gewandelt hat, woher die Spaltung zwischen Schiiten und Sunniten kommt und dass die christliche Maria mehrfach im Koran erwähnt wird, Fatima hingegen nicht. Muslime in aller Welt verehren Fatima als "Herrin der Frauen", als "Strahlende" und "Blume" und "Mutter der Imame". Die jüngste Tochter von Mohammed und seiner ersten Frau Khadija ist vier Jahre, als ihr Vater zum Verkünder des Islams wird. Angeblich sollen Vater und Tochter eine besondere Nähe gehabt haben. Selbst ihren Mann darf sie selbst aussuchen und wählt unter ihren vielen Verehrern Ali aus, einen Neffen ihres Vaters. Mit ihm bekommt sie die Söhne Hassan und Hussein, die einzigen lebenden Enkel und späteren Nachfolger des Propheten. Ihre Verehrung im Islam, vor allem von den Schiiten, ähnelt der christlichen Maria, der Mutter Jesu. Fatima stirbt im Jahr 632, wenige Wochen nach ihrem Vater. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professorin Dr. Bärbel Beinhauer-Köhler Religionswissenschaftlerin, Universität Marburg Professorin Dr. Katajun Amirpur, Islamwissenschaftlerin, Universität zu Köln Seyran Ateş, Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin, Imamin, Berlin Bärbel Beinhauer-Köhler: Fatima bint Muhammad. Metamorphosen einer frühislamischen Frauengestalt, Wiesbaden 2002 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • dass Fatimas Mutter Khadija eine selbständige Kauffrau gewesen ist,
  • wie sich die Stellung der Frauen im Islam im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat,
  • woher die Spaltung zwischen Schiiten und Sunniten im Islam kommt,
  • dass die christliche Maria mehrfach im Koran erwähnt wird, Fatima hingegen nicht.

Muslime in aller Welt verehren Fatima als "Herrin der Frauen", als "Strahlende" und "Blume" und "Mutter der Imame". Die jüngste Tochter von Mohammed und seiner ersten Frau Ḫadiǧa ist vier Jahre als, als ihr Vater zum Verkünder des Islams wird.

Angeblich sollen Vater und Tochter eine besondere Nähe gehabt haben. Selbst ihren Mann darf sie selbst aussuchen und wählt unter ihren vielen Verehrern Ali aus, einen Neffen ihres Vaters. Mit ihm bekommt sie die Söhne Hassan und Hussein, die einzigen lebenden Enkel und späteren Nachfolger des Propheten.

Ihre Verehrung im Islam, vor allem von den Schiieten, ähnelt der christlichen Maria, der Mutter Jesu. Fatima stirbt im Jahr 632, wenige Wochen nach ihrem Vater.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professorin Dr. Bärbel Beinhauer-Köhler Religionswissenschaftlerin, Universität Marburg
  • Professorin Dr. Katajun Amirpur, Islamwissenschaftlerin, Universität zu Köln
  • Seyran Ateş, Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin, Imamin, Berlin
  • Bärbel Beinhauer-Köhler: Fatima bint Muhammad. Metamorphosen einer frühislamischen Frauengestalt, Wiesbaden 2002
  • Assia Djebar: Fern von Medina, Zürich 1997
  • Fatima Mernissi: Der politische Harem. Mohammed und die Frauen, Freiburg 2002
  • Fatima Mernissi: Die Angst vor der Moderne, München 1996

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Sascha Schiemann

Lebensabend im Museum: Ishi, der Letzte seines Stammes

Lebensabend im Museum: Ishi, der Letzte seines Stammes WDR Zeitzeichen 25.03.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 26.03.2099 WDR 5

Am 25.3.1916 stirbt in San Francisco der mutmaßlich letzte Angehörige der Yahi, einer indigenen Gruppe in Kalifornien. Nach fünf Jahren als lebendes Forschungsobjekt.

In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz, wie 1911 in einer kalifornischen Kleinstadt plötzlich ein verängstigter Mann auftaucht und zur Sensation für Wissenschaft und Öffentlichkeit wird, warum er im Anthropologischen Museum von San Francisco lebt und weshalb sein Gehirn nach seinem Tod entnommen wird und erst Jahrzehnte später in seine Heimat zurückkehrt. August 1911: Ein Schlachthofarbeiter in Oroville, Kalifornien, entdeckt einen erschöpften Mann in einem Schuppen am Stadtrand. Er trägt kaum Kleidung und wirkt völlig verängstigt. Bald stellt sich heraus: Der Fremde gehört zu den Yahi, einer kleinen indigenen Gemeinschaft aus Nordkalifornien, von der viele glaubten, sie sei längst verschwunden. Wissenschaftler bringen ihn nach San Francisco. Dort erhält er einen Namen: Ishi. In seiner Sprache bedeutet das schlicht "Mensch". Er lebt mehrere Jahre im Museum, fertigt Pfeilspitzen, zeigt Besuchern traditionelle Techniken und erzählt von seiner Kultur. Seine Geschichte steht zugleich für Gewalt und Verlust: Mit dem Goldrausch kamen Siedler ins Land, viele indigene Gemeinschaften wurden vertrieben oder ausgelöscht. Ishi stirbt am 25. März 1916 an Tuberkulose. Erst im Jahr 2000 werden seine sterblichen Überreste in das Gebiet seiner Vorfahren zurückgebracht, wo er schließlich beigesetzt wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Usbeck, Kurator für die Amerika-Sammlungen bei den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsens Orin Starn: Ishi’s Brain. In Search of America’s Last "Wild" Indian, New York 2004 Theodora Kroeber: Der Mann, der aus der Steinzeit kam, München 1961 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:
  • warum 1911 in einer kalifornischen Kleinstadt plötzlich ein verängstigter Mann auftaucht,
  • wie er zur Sensation für Wissenschaft und Öffentlichkeit wird,
  • warum er im anthropologischen Museum von San Francisco lebt und Besuchern seine Kultur zeigt,
  • weshalb sein Gehirn nach seinem Tod entnommen wird und erst Jahrzehnte später in seine Heimat zurückkehrt.

August 1911: Ein Schlachthofarbeiter in Oroville, Kalifornien, entdeckt einen erschöpften Mann in einem Schuppen am Stadtrand. Er trägt kaum Kleidung und wirkt völlig verängstigt. Bald stellt sich heraus: Der Fremde gehört zu den Yahi, einer kleinen indigenen Gemeinschaft aus Nordkalifornien, von der viele glaubten, sie sei längst verschwunden.

Wissenschaftler bringen ihn nach San Francisco. Dort erhält er einen Namen: Ishi. In seiner Sprache bedeutet das schlicht "Mensch". Er lebt mehrere Jahre im Museum, fertigt Pfeilspitzen, zeigt Besuchern traditionelle Techniken und erzählt von seiner Kultur.

Seine Geschichte steht zugleich für Gewalt und Verlust: Mit dem Goldrausch kamen Siedler ins Land, viele indigene Gemeinschaften wurden vertrieben oder ausgelöscht. Ishi stirbt am 25. März 1916 an Tuberkulose. Erst im Jahr 2000 werden seine sterblichen Überreste in das Gebiet seiner Vorfahren zurückgebracht, wo er schließlich beigesetzt wird.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Frank Usbeck, Kurator für die Amerika-Sammlungen bei den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsens
  • Orin Starn: Ishi’s Brain. In Search of America’s Last "Wild" Indian, New York 2004
  • Theodora Kroeber: Der Mann, der aus der Steinzeit kam, München 1961

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Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

Olympia nur für Frauen: Mit eigenen Spielen zu gleichem Recht

Olympia nur für Frauen: Mit eigenen Spielen zu gleichem Recht WDR Zeitzeichen 24.03.2026 14:30 Min. Verfügbar bis 24.03.2099 WDR 5

Lange schließt das IOC Frauen aus, bis Sportlerinnen ab dem 24.3.1921 erstmals eigene Spiele organisieren – und damit die Gleichberechtigung im Spitzensport vorantreiben.

In diesem Zeitzeichen erzählt Merle Schaack, warum der Olympia-Erfinder Pierre de Coubertin Frauen im Stadion lieber auf der Tribüne sieht, wie eine französische Sportpionierin den Männern im Olympia-Komitee Paroli bietet, und welche Folgen die ersten Frauenspiele für Sportlerinnen haben. Als Pierre de Coubertin die Olympischen Spiele der Neuzeit begründet, hat er eine klare Vorstellung: Wettkämpfe tragen Männer aus. Frauen sollen höchstens die Sieger ehren. Zwar dürfen sie in einigen Disziplinen antreten, etwa im Tennis oder im Golf – doch das gilt eher als gesellschaftliches Ereignis denn als ernsthafter Leistungssport. Die Französin Alice Milliat will das ändern. 1919 fordert sie vom Internationalen Olympischen Komitee, Frauen auch in der Leichtathletik zuzulassen. Als die Antwort ausbleibt, organisiert sie kurzerhand eigene Wettkämpfe. 1921 treffen sich in Monte Carlo rund 100 Athletinnen aus fünf Nationen zu den ersten internationalen Frauenspielen. Sie laufen, springen und werfen und zeigen damit: Frauen wollen bei Olympia nicht nur zuschauen, sondern selbst an den Start gehen. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Dr. Ansgar Molzberger, Sporthistoriker Sporthochschule Köln Alexandra Burghardt, Sprinterin und Olympionikin Dr. Petra Tzschoppe, Sportsoziologin, ehemalige Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung beim Deutschen Olympischen Sportbund Prof. Dr. Bettina Rulofs et. al.: Sexualisierte Gewalt und sexueller Kindesmissbrauch im Kontext des Sports, Fallstudie, 2022 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Merle Schaack Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Merle Schaack:
  • warum der Olympia-Erfinder Pierre de Coubertin Frauen im Stadion lieber auf der Tribüne sieht,
  • wie eine französische Sportpionierin den Männern im Olympia-Komitee Paroli bietet,
  • welche Folgen die ersten Frauenspiele für Sportlerinnen haben.

Als Pierre de Coubertin die Olympischen Spiele der Neuzeit begründet, hat er eine klare Vorstellung: Wettkämpfe tragen Männer aus. Frauen sollen höchstens die Sieger ehren. Zwar dürfen sie in einigen Disziplinen antreten, etwa im Tennis oder im Golf – doch das gilt eher als gesellschaftliches Ereignis denn als ernsthafter Leistungssport.

Die Französin Alice Milliat will das ändern. 1919 fordert sie vom Internationalen Olympischen Komitee, Frauen auch in der Leichtathletik zuzulassen. Als die Antwort ausbleibt, organisiert sie kurzerhand eigene Wettkämpfe.

1921 treffen sich in Monte Carlo rund 100 Athletinnen aus fünf Nationen zu den ersten internationalen Frauenspielen. Sie laufen, springen und werfen und zeigen damit: Frauen wollen bei Olympia nicht nur zuschauen, sondern selbst an den Start gehen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Ansgar Molzberger, Sporthistoriker Sporthochschule Köln
  • Alexandra Burghardt, Sprinterin und Olympionikin
  • Dr. Petra Tzschoppe, Sportsoziologin, ehemalige Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung beim Deutschen Olympischen Sportbund
  • Olympische Charta
  • SPIEGEL Geschichte: Frauen bei Olympia "Die weiblichen Unterleibsorgane verwelken"
  • Prof. Dr. Bettina Rulofs et al.: Sexualisierte Gewalt und sexueller Kindesmissbrauch im Kontext des Sports, Fallstudie, 2022

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Autorin: Merle Schaack
Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

Die Wiener Burg: vom Hofspielhaus zum "Teutschen Nationaltheater"

Die Wiener Burg: vom Hofspielhaus zum "Teutschen Nationaltheater" WDR Zeitzeichen 23.03.2026 15:34 Min. Verfügbar bis 24.03.2099 WDR 5

Am 23.3.1776 bestimmt Kaiser Joseph II. per Dekret: Die Bühnensprache im Burgtheater ist Deutsch. Mehr noch - künftig haben ausnahmslos alle Aufführungen glücklich zu enden.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka, warum Kaiser Joseph II. das Wiener Burgtheater 1776 zum "Teutschen Nationaltheater" erklärt, weshalb auf der Bühne plötzlich Deutsch statt Italienisch oder Französisch gesprochen wird und wie aus einer höfischen Bühne ein Theater für die ganze Nation werden soll. Am 23. März 1776 erklärt Kaiser Joseph II. das Theater neben der Wiener Hofburg zur Chefsache: Per Dekret stellt er das Theater unter seine Aufsicht und erklärt es zum "Teutschen Nationaltheater". Die Bühne soll nicht länger nur dem Adel dienen, sondern dem ganzen Volk. Theater versteht der aufgeklärte Monarch als eine Art Schule der Gesellschaft. Dabei schießt er mit manchen Reformen über das Ziel hinaus. Tragödien dürfen nicht zu traurig enden, selbst Shakespeare bekommt ein Happy End verordnet. Doch mit dem Dekret beginnt die besondere Rolle des Burgtheaters: als Bühne, über die in Österreich bis heute leidenschaftlich gestritten wird und auf die viele mit Stolz blicken, auch wenn sie nie hingehen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel, Theatermuseum Wien, Kuratorin der Ausstellung „250 Jahre Burgtheater“ Theatermuseum Wien: 250 Jahre Burgtheater. Online-Ausstellung zum Jubiläum des Burgtheaters Claudia Kaufmann-Freßner: Das Burgtheater. Architektur, Geschichte, Geschichten, Wien/Bozen 2005 Ernst Haeusserman: Das Wiener Burgtheater, Wien/München/Zürich 1975 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Das ist unser Hörtipp: WDR 5 Das philosophische Radio – ein Austausch mit anderen nachdenklichen Menschen in einer öffentlichen philosophischen Diskussion. https://1.ard.de/philosophisches-radio Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse Technik: Theo Kramer


In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:
  • warum Kaiser Joseph II. das Wiener Burgtheater 1776 zum "Teutschen Nationaltheater" erklärt,
  • weshalb auf der Bühne plötzlich Deutsch statt Italienisch oder Französisch gesprochen wird,
  • wie aus einer höfischen Bühne ein Theater für die ganze Nation werden soll.

Am 23. März 1776 erklärt Kaiser Joseph II. das Theater neben der Wiener Hofburg zur Chefsache: Per Dekret stellt er das Theater unter seine Aufsicht und erklärt es zum "Teutschen Nationaltheater". Die Bühne soll nicht länger nur dem Adel dienen, sondern dem ganzen Volk.

Theater versteht der aufgeklärte Monarch als eine Art Schule der Gesellschaft. Dabei schießt er mit manchen Reformen über das Ziel hinaus: Tragödien dürfen nicht zu traurig enden, selbst Shakespeare bekommt ein Happy End verordnet.

Doch mit dem Dekret beginnt die besondere Rolle des Burgtheaters: als Bühne, über die in Österreich bis heute leidenschaftlich gestritten wird und auf die viele mit Stolz blicken, auch wenn sie nie hingehen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel, Theatermuseum Wien, Kuratorin der Ausstellung „250 Jahre Burgtheater“
  • Theatermuseum Wien: 250 Jahre Burg. Online-Ausstellung zum Jubiläum des Burgtheaters
  • Claudia Kaufmann-Freßner: Das Burgtheater. Architektur, Geschichte, Geschichten, Wien/Bozen 2005
  • Ernst Haeusserman: Das Wiener Burgtheater. Wien/München/Zürich 1975

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Autorin: Christiane Kopka
Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
Technik: Theo Kramer

Die dunkle Vergangenheit der Heinzelmännchen

Die dunkle Vergangenheit der Heinzelmännchen WDR Zeitzeichen 22.03.2026 14:52 Min. Verfügbar bis 23.03.2099 WDR 5

Heinzelmännchen machen heimlich unsere Arbeit. So steht es im Märchen von 1826. Geschichten über die Wesen gab es aber schon davor. Und die zeigen ein anderes Bild.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, warum Menschen an Hausgeister glauben, dass eine Sage aus dem sächsischen Eilenburg Vorbild für die Kölner Heinzelmännchen gewesen sein könnte und warum Neugierde in Erzählungen bestraft wird. Erstmals taucht die Figur des "Heinzelmanns" im 16. Jahrhundert auf. Der Theologe Erasmus Alberus schildert ihn als lästigen Störenfried, Martin Luther sogar als "teufliches Heintzlein", das den Tod bringt. Der Kölner Pädagoge und Karnevalist Ernst Weyden holt die Sage 1826 an den Rhein und verwandelt die düsteren Gestalten in freundliche, fleißige Hausmeister. Zehn Jahre später lässt August Kopisch die Kölner in seiner Ballade seufzen: "Wie war zu Cölln es doch vordem. Mit Heinzelmännchen so bequem!" Auch wenn der Geschichte nach die kleinen Wichtel Köln verlassen haben, begegnet man ihnen heute noch überall – am Heinzelmännchen-Brunnen, auf dem Heinzel-Weihnachtsmarkt, in den Buchläden und Souvenirgeschäften. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hans-Jörg Uther, Literaturwisschenschaftler und Erzählforscher August Kopisch: Die Heinzelmännchen zu Köln. Köln 1836 Ernst Weyden: Cöln`s Vorzeit. Geschichten, Legenden und Sagen Cöln´s, nebst einer Auswahl cölnischer Volkslieder. Cöln 1826 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Frank Zirpins, Jakob Schiffer


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • was düstere Hexenwesen und Dämonen mit den Heinzelmännchen zu tun haben,
  • warum Menschen an Hausgeister glauben,
  • dass eine Sage aus dem sächsischen Eilenburg Vorbild für die Kölner Heinzelmännchen gewesen sein könnte,
  • warum Neugierde in Erzählungen bestraft wird.

Erstmals taucht die Figur des "Heinzelmanns" im 16. Jahrhundert auf. Der Theologe Erasmus Alberus schildert ihn als lästigen Störenfried, Martin Luther sogar als "teufliches Heintzlein", das den Tod bringt.

Der Kölner Pädagoge und Karnevalist Ernst Weyden holt die Sage 1826 an den Rhein und verwandelt die düsteren Gestalten in freundliche, fleißige Hausmeister. Zehn Jahre später lässt August Kopisch die Kölner in seiner Ballade seufzen: "Wie war zu Cölln es doch vordem. Mit Heinzelmännchen so bequem!"
Auch wenn der Geschichte nach die kleinen Wichtel Köln verlassen haben, begegnet man ihnen heute noch überall – am Heinzelmännchen-Brunnen, auf dem Heinzel-Weihnachtsmarkt, in den Buchläden und Souvenirgeschäften.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Hans-Jörg Uther, Literaturwisschenschaftler und Erzählforscher
  • August Kopisch: Die Heinzelmännchen zu Köln. Köln 1836
  • Ernst Weyden: Cöln`s Vorzeit. Geschichten, Legenden und Sagen Cöln´s, nebst einer Auswahl cölnischer Volkslieder. Cöln 1826
  • Brednich et. al. (Hgg.): Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Göttingen 2015.
  • Pisarek, Janin / Schäfer, Florian: Hausgeister! Fast vergessene Gestalten der deutschsprachigen Märchen- und Sagenwelt. Köln / Weimar 2024.

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Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Frank Zirpins, Jakob Schiffer

Siegeszug des Saxophons: Aus der Militärkapelle in den Jazzclub

Siegeszug des Saxophons: Aus der Militärkapelle in den Jazzclub WDR Zeitzeichen 21.03.2026 14:27 Min. Verfügbar bis 21.03.2099 WDR 5

Am 21.3.1846 reicht Adolphe Sax das Patent für das Saxophon ein. Seine Erfindung floppt: Er wird dafür bekämpft, verklagt, stirbt arm. Dann wird sein Instrument doch zum Erfolg.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld, warum es ein Wunder ist, dass Adolphe Sax seine Kindheit überlebt, welche Rolle das Militär bei der Erfindung des Saxophons spielt und berichtet über den Siegeszug des Saxophons im 20. Jahrhundert. Es sind ungewöhnliche Töne, die aus der Werkstatt im 9. Pariser Arrondissement dringen. Dort tüftelt Adolphe Sax aus dem belgischen Dinant an einem neuen Blasinstrument. Ihm schwebt ein robuster Alleskönner vor, der in Militärkapellen laut und in Sinfonieorchestern zart gespielt werden kann. Zudem sollte das Instrument für die militärischen Paraden wetterfest sein. Herausgekommen ist das Saxophon, gefertigt aus Messingblech mit einem Holzblasinstrumenten-Mundstück. Am 21. März 1846 lässt Adolphe Sax es patentieren. Schon damals ist das Saxophon so genial konstruiert, dass es bis heute kaum verändert wurde. Während Komponisten das neue Instrument feiern, führt die Konkurrenz einen erbitterten Kampf gegen Sax. Er stirbt verarmt 1894 in Paris. Nur wenige Jahrzehnte später erobert sein Saxophon die Welt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Matthias Schröder, Guido Grospietsch und Thorsten Floth (Pindakaas Saxophon Quartett) Christine Rall (Raschèr Saxophon Quartett) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Carolin Rückl, David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:
  • warum es ein Wunder ist, dass Adolphe Sax seine Kindheit überlebt,
  • dass er ein ausgezeichneter Musiker ist,
  • welche Rolle das Militär bei der Erfindung des Saxophons spielt,
  • über den Siegeszug des Saxophons im 20. Jahrhundert.

Es sind ungewöhnliche Töne, die aus der Werkstatt im 9. Pariser Arrondissement dringen. Dort tüftelt Adolphe Sax aus dem belgischen Dinant an einem neuen Blasinstrument. Ihm schwebt ein robuster Alleskönner vor, der in Militärkapellen laut und in Sinfonieorchester zart gespielt werden kann. Zudem sollte das Instrument für die militärischen Paraden wetterfest sein.

Herausgekommen ist das Saxophon, gefertigt aus Messingblech mit einem Holzblasinstrumenten-Mundstück. Am 21. März 1846 lässt Adolphe Sax es patentieren. Schon damals ist das Saxophon so genial konstruiert, dass es bis heute kaum verändert wurde. Während Komponisten das neue Instrument feiern, führt die Konkurrenz einen erbitterten Kampf gegen Sax. Er stirbt verarmt 1894 in Paris. Nur wenige Jahrzehnte später erobert sein Saxophon die Welt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Matthias Schröder, Guido Grospietsch und Thorsten Floth (Pindakaas Saxophon Quartett)
  • Christine Rall (Raschèr Saxophon Quartett)
  • Frank Lunte: Saxophone. Ein Instrument und sein Erfinder. Berlin 2014
  • Pindakaas Saxophon Quartett: Die Abenteuer des Monsieur Sax. Ein Musikhörspiel. ClassicClips 2014
  • Dirk Joszok: Adolphe Sax. (Hör)Buch, Berlin 2008
  • Oscar Comettent: Histoire d’un inventeur au dix-neuvième sieècle. Adolphe Sax. Sis Ouvrages it sis luttes. Paris 1860

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christian Kosfeld
Redaktion: Carolin Rückl, David Rother

Von der Kolonie zum Staat: Tunesien wird unabhängig

Von der Kolonie zum Staat: Tunesien wird unabhängig WDR Zeitzeichen 20.03.2026 16:04 Min. Verfügbar bis 21.03.2099 WDR 5

Am 20. März 1956 endet die französische Vorherrschaft in Tunesien. Habib Bourguiba wird zum Vater der Nation - und regiert das Land jahrzehntelang mit harter Hand.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach, warum Tunesien jahrzehntelang unter französischer Kontrolle steht, wie der Anwalt Habib Bourguiba die Unabhängigkeit mit Verhandlungen vorbereitet und weshalb der junge Staat nach 1956 Reformlabor und autoritär regiertes Land zugleich ist. Am 20. März 1956 unterzeichnet Frankreich in Paris den Vertrag über die Unabhängigkeit Tunesiens. Zuvor steht das nordafrikanische Land 75 Jahre lang unter französischem Protektorat: Der Bey von Tunis bleibt zwar formal Herrscher, doch Verwaltung, Wirtschaft und Militär liegen in französischer Hand. Schon früh regt sich Widerstand. Der wird vor allem von einer gebildeten Mittelschicht getragen. Aus ihr entsteht eine politische Bewegung, die schließlich von dem Anwalt Habib Bourguiba geprägt wird. Statt auf bewaffneten Aufstand setzt er auf Diplomatie und schrittweise Verhandlungen mit Frankreich. Nach Jahren in Gefängnissen und im Exil erreicht er sein Ziel: Tunesien wird unabhängig. Bourguiba wird Ministerpräsident und kurz darauf Präsident eines neuen, strikt säkularen Staates. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Dr. Rachid Ouaissa, Politikwissenschaftler Naher und Mittlerer Osten, Universität Marburg Professor Kmar Bendana, Historikerin für Zeitgeschichte, Universität Manouba (bei Tunis) Tarkan Tek: Die Entkolonisierung Tunesiens. Über die langfristigen Auswirkungen des Arabischen Frühlings, Bielefeld 2024 Das ist unser Hör-Tipp: Alles Geschichte: Riefenstahl: Influencerin des Bösen https://1.ard.de/zeitzeichen-tipp-riefenstahl Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • warum Tunesien jahrzehntelang unter französischer Kontrolle steht, obwohl ein lokaler Herrscher im Amt ist,
  • wie der Anwalt Habib Bourguiba die Unabhängigkeit mit Verhandlungen vorbereitet,
  • und weshalb der junge Staat nach 1956 Reformlabor und autoritär regiertes Land zugleich ist.

Am 20. März 1956 unterzeichnet Frankreich in Paris den Vertrag über die Unabhängigkeit Tunesiens. Zuvor steht das nordafrikanische Land 75 Jahre lang unter französischem Protektorat: Der Bey von Tunis bleibt zwar formal Herrscher, doch Verwaltung, Wirtschaft und Militär liegen in französischer Hand.

Schon früh regt sich Widerstand. Der wird vor allem von einer gebildeten Mittelschicht getragen. Aus ihr entsteht eine politische Bewegung, die schließlich von dem Anwalt Habib Bourguiba geprägt wird. Statt auf bewaffneten Aufstand setzt er auf Diplomatie und schrittweise Verhandlungen mit Frankreich.

Nach Jahren in Gefängnissen und im Exil erreicht er sein Ziel: Tunesien wird unabhängig. Bourguiba wird Ministerpräsident, und kurz darauf Präsident eines neuen, strikt säkularen Staates.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Dr. Rachid Ouaissa, Politikwissenschaftler Naher und Mittlerer Osten, Universität Marburg
  • Professor Kmar Bendana, Historikerin für Zeitgeschichte, Universität Manouba (bei Tunis)
  • Tarkan Tek: Die Entkolonisierung Tunesiens. Über die langfristigen Auswirkungen des Arabischen Frühlings, Bielefeld 2024

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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek

Ein Leben zwischen Mekka, Nil und Kamasutra: Richard F. Burton

Ein Leben zwischen Mekka, Nil und Kamasutra: Richard F. Burton WDR Zeitzeichen 19.03.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 19.03.2099 WDR 5

Wie im Wahn bereist der britische Abenteurer, Diplomat und Ethnograf Richard Francis Burton (geb. am 19.3.1821) fremde Kulturen. Als Autor und Übersetzer bricht er Tabus.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath, warum Richard Francis Burton als Pilger verkleidet nach Mekka reist, und damit sein Leben riskiert, wie der britische Offizier fast dreißig Sprachen lernt, um fremde Kulturen wirklich zu verstehen, und weshalb ausgerechnet die Übersetzung orientalischer Liebesliteratur ihn schließlich berühmt macht. Er ist ein wahrer Weltensammler: Indien, Arabien, Ostafrika. Kein Ort ist ihm zu weit, keine Expedition zu beschwerlich. Richard Francis Burton gehört zu den wagemutigsten Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts. Als erster Europäer erreicht er verkleidet die heiligen Städte Mekka und Medina, später sieht er als erster Europäer den Tanganjikasee in Afrika. Der britische Offizier ist ein Kosmopolit mit außergewöhnlichem Sprachentalent. Fast dreißig Sprachen und zahlreiche Dialekte beherrscht er. Burton glaubt: Wer eine Kultur verstehen will, muss ihre Sprache sprechen. Sein Leben lang reist, schreibt und übersetzt er. Erst spät wird er berühmt: etwa mit seiner englischen Ausgabe der Geschichten aus "Tausendundeiner Nacht" oder mit der Übersetzung des "Kamasutra". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ilja Trojanow, Schriftsteller und Autor des Buches "Der Weltensammler" Fawn M. Brodie: The Devil Drives. The Life of Sir Richard Burton, New York, 1984. Ilija Trojanow: Der Weltensammler, Frankfurt am Main, 2006. Thomas Wright: The Life of Sir Richard Burton, London, 1906. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Kath Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
  • warum Richard Francis Burton als Pilger verkleidet nach Mekka reist, und damit sein Leben riskiert,
  • wie der britische Offizier fast dreißig Sprachen lernt, um fremde Kulturen wirklich zu verstehen,
  • und weshalb ausgerechnet die Übersetzung orientalischer Liebesliteratur ihn schließlich berühmt macht.

Er ist ein wahrer Weltensammler: Indien, Arabien, Ostafrika. Kein Ort ist ihm zu weit, keine Expedition zu beschwerlich. Richard Francis Burton gehört zu den wagemutigsten Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts. Als erster Europäer erreicht er verkleidet die heiligen Städte Mekka und Medina, später den Tanganjikasee in Afrika.

Der britische Offizier ist ein Kosmopolit mit außergewöhnlichem Sprachentalent. Fast dreißig Sprachen und zahlreiche Dialekte beherrscht er. Burton glaubt: Wer eine Kultur verstehen will, muss ihre Sprache sprechen. Sein Leben lang reist, schreibt und übersetzt er. Erst spät wird er berühmt: etwa mit seiner englischen Ausgabe der Geschichten aus "Tausendundeiner Nacht" oder mit der Übersetzung des "Kamasutra".

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Ilja Trojanow, Schriftsteller und Autor des Buches "Der Weltensammler"
  • Fawn M. Brodie: The Devil Drives. The Life of Sir Richard Burton, New York, 1984.
  • Ilija Trojanow: Der Weltensammler, Frankfurt am Main, 2006.
  • Thomas Wright: The Life of Sir Richard Burton, London, 1906.

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Autorin: Andrea Kath
Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

Ein linker US-Präsident rettet den Kapitalismus: Der "New Deal"

Ein linker US-Präsident rettet den Kapitalismus: Der "New Deal" WDR Zeitzeichen 18.03.2026 14:47 Min. Verfügbar bis 18.03.2099 WDR 5

Franklin D. Roosevelts "New Deal" erreicht 1936 den Höhepunkt: Gegen Widerstand der Superreichen setzt er auf wirtschaftlichen Aufschwung durch hohe Löhne und Investitionen - er behält Recht.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff, warum US-Präsident Franklin D. Roosevelt in den 1930er-Jahren hohe Steuern für Millionäre fordert, wie die Weltwirtschaftskrise Millionen Amerikaner in Armut und Verzweiflung stürzt, und weshalb das Reformprogramm "New Deal" nichts anderes bedeutet als: die Karten neu zu mischen. Nach dem Börsencrash von 1929 stecken die USA in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Banken gehen pleite, ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, viele Menschen verlieren ihr Erspartes, Bauern ihr Land. Zeitzeugen erinnern sich an eine bedrückende Atmosphäre, und an eine Gesellschaft, die kaum noch Hoffnung hat. 1933 wird Franklin D. Roosevelt Präsident. Er verspricht einen "New Deal": einen neuen Anfang für das US-amerikanische Volk. Der Staat investiert Milliarden in Straßen, Schulen und Staudämme, fördert Mindestlöhne und stärkt Gewerkschaften. Die Wirtschaft soll nicht länger nur den Interessen der Reichen folgen, sondern dem Gemeinwohl dienen. Historiker bringen die Wirkung dieser Politik später auf eine Formel: Roosevelt habe den Kapitalismus vor den Kapitalisten gerettet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Steffen Lehndorff, Volkswirt und Arbeitsforscher, Köln Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin und Historikerin, Berlin Steffen Lehndorff: New Deal heißt Mut zum Konflikt. Was wir von Roosevelts Reformpolitik der 1930er Jahre heute lernen können, Hamburg, 2020. Ulrike Herrmann: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können, Frankfurt am Main, 2016. Sven Beckert: Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution, Hamburg, 2025. Paul Krugman: Nach Bush. Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten, Frankfurt am Main, 2008. Cédric Tourbe: Kapitalismus made in USA – Reichtum als Kult. Dreiteilige ARTE-Dokumentationsserie, Frankreich, 2023. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: David Rother Technik: Petra Laubach


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:
  • warum US-Präsident Franklin D. Roosevelt in den 1930er-Jahren hohe Steuern für Millionäre fordert,
  • wie die Weltwirtschaftskrise Millionen US-Amerikaner in Armut und Verzweiflung stürzt,
  • weshalb das Reformprogramm "New Deal" nichts anderes bedeutet als: die Karten neu zu mischen.

Nach dem Börsencrash von 1929 stecken die USA in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Banken gehen pleite, ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, viele Menschen verlieren ihr Erspartes, Bauern ihr Land. Zeitzeugen erinnern sich an eine bedrückende Atmosphäre, und an eine Gesellschaft, die kaum noch Hoffnung hat.

1933 wird Franklin D. Roosevelt Präsident. Er verspricht einen "New Deal": einen neuen Anfang für das US-amerikanische Volk. Der Staat investiert Milliarden in Straßen, Schulen und Staudämme, fördert Mindestlöhne und stärkt Gewerkschaften. Die Wirtschaft soll nicht länger nur den Interessen der Reichen folgen, sondern dem Gemeinwohl dienen.

Historiker bringen die Wirkung dieser Politik später auf eine Formel: Roosevelt habe den Kapitalismus vor den Kapitalisten gerettet.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Steffen Lehndorff, Volkswirt und Arbeitsforscher, Köln
  • Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin und Historikerin, Berlin
  • Steffen Lehndorff: New Deal heißt Mut zum Konflikt. Was wir von Roosevelts Reformpolitik der 1930er Jahre heute lernen können, Hamburg, 2020.
  • Ulrike Herrmann: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können, Frankfurt am Main, 2016.
  • Sven Beckert: Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution, Hamburg, 2025.
  • Paul Krugman: Nach Bush. Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten, Frankfurt am Main, 2008.
  • Cédric Tourbe: Kapitalismus made in USA – Reichtum als Kult. Dreiteilige ARTE-Dokumentationsserie, Frankreich, 2023.

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Autor: Thomas Pfaff
Redaktion: David Rother
Technik: Petra Laubach

Mythos St. Patrick: Vom Sklaven zu Irlands Nationalheiligem

Mythos St. Patrick: Vom Sklaven zu Irlands Nationalheiligem WDR Zeitzeichen 17.03.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 18.03.2099 WDR 5

Am 17. März wird in den Pubs weltweit auf St. Patrick angestoßen. Doch was ist dran an den vielen Legenden um den irischen Nationalhelden, der am 17.3.461 gestorben sein soll?

In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz über Patricks Zeit als Sklave in Irland, wie er zu Gott findet und wie der Mythos um ihn entsteht. Nach sechs Jahren irischer Gefangenschaft gelingt Patrick die Flucht zurück in seine britische Heimat. Als die Eltern sterben, reist er 432 zurück, um die Iren zu missionieren – so hält er es zumindest in seiner Schrift Confessio fest. Ob er tatsächlich die Iren im Alleingang getauft hat oder ein vom Papst gesandter Missionar eine größere Reichweite hatte, verliert sich in der frühen Überlieferung. Doch als Jahrhunderte später aus den zersplitterten Königtümern und Sippen eine irische Nation werden soll, kommt Patricks Stunde. Er wird zum Nationalhelden auserkoren und sein Leben mit Legenden ausgeschmückt. So die Geschichte, dass er alle Schlangen von der Insel vertrieben hat - dabei hat es nie Schlangen auf der Insel gegeben. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Terry O'Hagan, Archäologe am University College in Dublin Elva Johnston, Historikerin am University College in Dublin Ludwig Bieler: The Patrician Texts in the Book of Armagh. Dublin 1979 Thomas O’Loughlin: Discovering Saint Patrick Darton. Croydon 2005 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:
  • über Patricks Zeit als Sklave in Irland,
  • wie er dort zu Gott gefunden hat,
  • warum Patrick von der Katholischen Kirche mit Skepsis beobachtet wird,
  • dass der irische Nationalheilige nie offiziell heiliggesprochen wurde.

Nach sechs Jahren irischer Gefangenschaft gelingt Patrick die Flucht zurück in seine britische Heimat. Als die Eltern sterben, reist er 432 zurück, um die Iren zu missionieren – so hält er es zumindest in seiner Schrift Confessio fest. Ob er tatsächlich die Iren im Alleingang getauft hat oder ein vom Papst gesandter Missionar eine größere Reichweite hatte, verliert sich in der frühen Überlieferung.

Doch als Jahrhunderte später aus den zersplitterten Königtümern und Sippen eine irische Nation werden soll, kommt Patricks Stunde. Er wird zum Nationalhelden auserkoren und sein Leben mit Legenden ausgeschmückt. So die Geschichte, dass er alle Schlangen von der Insel vertrieben hat - dabei hat es nie Schlangen auf der Insel gegeben.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Terry O'Hagan, Archäologe am University College in Dublin
  • Elva Johnston, Historikerin am University College in Dublin
  • Ludwig Bieler: The Patrician Texts in the Book of Armagh. Dublin: 1979
  • Thomas O’Loughlin: Discovering Saint Patrick Darton. Croydon. 2005

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Autor: Uwe Schulz
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Sie wollte nie Schokolade: Das tragische Leben der Trude Herr

Sie wollte nie Schokolade: Das tragische Leben der Trude Herr WDR Zeitzeichen 16.03.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 16.03.2099 WDR 5

Trude Herr lässt die Nachkriegszeit lachen. Derb, kölsch und stolz auf ihre Wurzeln, hat sie die "kleinen Leute" im Blick. Am 16. März 1991 stirbt die Kölnerin in Südfrankreich.

In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer, an welchem außergewöhnlichen Ort Trude Herr lernt, schlagfertig, spontan und witzig zu sein und mit welchem Lied sich die Sängerin 1987 auf die Fidschi-Inseln verabschiedet. Trude Herr hat es nie leicht im Leben. Ihre Familie ist arm und wohnt Ende der 1920er-Jahre in Köln-Mülheim. Der Vater arbeitet als Lokführer in der Chemischen Fabrik Kalk. Er ist Kommunist und aktiv bei den Arbeiteraufständen, später im Naziregime kommt er ins Konzentrationslager. Im Beruf fühlt sie sich oft von Produzenten und Regisseuren zurückgesetzt. Trude Herr ist gerne mal laut und fährt den Leuten über den Mund. Immer mit dem Gefühl, ich darf mich nicht unterkriegen lassen. 1977 pachtet sie ein Theater in der Kölner Südstadt. Das Haus ist oft ausverkauft. Ihre wenigen ernsten Stücke werden beachtet, erfolgreicher bleibt sie aber als Ulknudel. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Marina Barth (Buchautorin und Chefin des Kabarett-Theaters Klüngelpütz in Köln) Uli Kievernagel (Stadtführer und Trauerredner in Köln) Marina Barth: Am Kronleuchter hängen wir nicht immer. Köln 2024 Heike Beutel, Anna B. Hagin: Trude Herr - Ein Leben. Köln 2021 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene Geuer Redaktion: Sefa Inci Suvac


In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:
  • an welchem außergewöhnlichen Ort Trude Herr lernt, schlagfertig, spontan und witzig zu sein,
  • wie Trude Herr mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch auskommt,
  • warum der WDR Trude Herrs Dokumentarfilme über Afrika nicht senden will,
  • mit welchem Lied sich die Sängerin 1987 auf die Fidschi-Inseln verabschiedet,
  • wie Trude Herr nach Köln zurückkommt und schließlich in Südfrankreich stirbt.

Trude Herr hat es nie leicht im Leben. Ihre Familie ist arm und wohnt Ende der 1920er-Jahre in Köln-Mülheim. Der Vater arbeitet als Lokführer in der Chemischen Fabrik Kalk. Er ist Kommunist und aktiv bei den Arbeiteraufständen, später im Naziregime kommt er ins Konzentrationslager.

Im Beruf fühlt sie sich oft von Produzenten und Regisseuren zurückgesetzt. Trude Herr ist gerne mal laut und fährt den Leuten über den Mund. Immer mit dem Gefühl: Ich darf mich nicht unterkriegen lassen. 1977 pachtet sie ein Theater in der Kölner Südstadt. Das Haus ist oft ausverkauft. Ihre wenigen ernsten Stücke werden beachtet, erfolgreicher bleibt sie aber als Ulknudel.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Marina Barth (Buchautorin und Chefin des Kabarett-Theaters Klüngelpütz in Köln)
  • Uli Kievernagel (Stadtführer und Trauerredner in Köln)
  • Marina Barth: Am Kronleuchter hängen wir nicht immer. Köln 2024
  • Heike Beutel und Anna B. Hagin: Trude Herr. Ein Leben. Köln 2021

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Autorin: Irene Geuer
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Koffein und Kunst: Karl Flach erfindet Afri Cola

Koffein und Kunst: Karl Flach erfindet Afri Cola WDR Zeitzeichen 15.03.2026 14:35 Min. Verfügbar bis 15.03.2099 WDR 5

Eine Cola aus Köln wird Kult: Mit radikalen Bildern, Pop-Art und viel Provokation wird die Afri Cola zur Legende. 1931 wird sie von dem Kölner Karl Flach "erfunden".

In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner, warum das von Karl Flach erfundene Getränk "Afri Cola" heißt, welches Alleinstellungsmerkmal die Kölner Cola damals hat und wie ein "Afri Cola"-Werbespot mit drei Nonnen 1968 schockiert und provoziert. 1931 übernimmt der damals 25-jährige Karl Flach die Geschäftsführung eines Unternehmens mit dem etwas sperrigen Namen "F. Blumhoffer Nachfolger GmbH". Die Firma produziert Essenzen für die Getränkeherstellung. Um sich einen eigenen Namen zu machen, mischt der Kölner den Getränkemarkt auf - mit einer neuen Koffein-Limonade. Mit dem Cola-Hersteller aus Köln geht es auf und ab. 1988 zieht sich Karl Flach aus dem Geschäft zurück und übergibt es an seinen Sohn Alexander. Mit den Produktionsmengen der großen Cola-Hersteller kann er nicht mithalten. Deshalb sucht er sich eine Nische: Er beliefert in Berlin, Hamburg und Köln die Szene-Gastronomie. Inzwischen gehört "Afri Cola" einem Getränkehersteller in Baden-Württemberg. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Alexander Flach (Sohn des Erfinders Karl Flach) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:
  • warum das von Karl Flach erfundene Getränk "Afri Cola" heißt,
  • welches Alleinstellungsmerkmal die Kölner Cola hat,
  • welcher bekannte Künstler eine Werbekampagne für "Afri Cola" gestaltet,
  • wie ein "Afri Cola"-Werbespot mit drei Nonnen 1968 schockiert und provoziert,
  • wie der Lieblingsspruch von Karl Flach lautet.

1931 übernimmt der damals 25-jährige Karl Flach die Geschäftsführung eines Unternehmens mit dem etwas sperrigen Namen "F. Blumhoffer Nachfolger GmbH". Die Firma produziert Essenzen für die Getränkeherstellung. Um sich einen eigenen Namen zu machen, mischt der Kölner den Getränkemarkt auf - mit einer neuen Koffein-Limonade.

Mit dem Cola-Hersteller aus Köln geht es auf und ab. 1988 zieht sich Karl Flach aus dem Geschäft zurück und übergibt es an seinen Sohn Alexander. Mit den Produktionsmengen der großen Cola-Hersteller kann er nicht mithalten. Deshalb sucht er sich eine Nische: Er beliefert in Berlin, Hamburg und Köln die Szene-Gastronomie. Inzwischen gehört "Afri Cola" einem Getränkehersteller in Baden-Württemberg.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Alexander Flach (Sohn des Erfinders Karl Flach)

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Autorin: Martina Meißner
Redaktion: Sefa Inci Suvak
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16 Jahre unschuldig im Gefängnis: die "Birmingham Six"

16 Jahre unschuldig im Gefängnis: die "Birmingham Six" WDR Zeitzeichen 14.03.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 14.03.2099 WDR 5

1975 werden sechs Männer als IRA-Attentäter verurteilt - trotz erpresster Geständnisse und frisierter Akten. Am 14.3.1991 kommen sie frei. Doch belangt wird für den Justizskandal niemand.

In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer, wie sich einer der Tatverdächtigen an seine Verhaftung erinnert, welche brutalen Mittel die Polizei bei den Vernehmungen einsetzt und wie ein Journalist Ungereimtheiten bei den Ermittlungen gegen die "Birmingham Six" aufdeckt. Am 21. November 1974 explodieren in Birmingham im Nordwesten Englands in zwei Pubs Bomben. 21 Menschen sterben und mehr als 200 werden zum Teil schwer verletzt. Die Anschläge markieren einen blutigen Höhepunkt der "Troubles", des bürgerkriegsähnlichen Konflikts um Nordirland. Die "Irish Republican Army" (IRA) versucht seit 1969, die Loslösung Nordirlands von Großbritannien und die Wiedervereinigung Irlands herbeizubomben. Die Polizei nimmt kurz darauf sechs Nordiren fest. Es ist der Auftakt zu einem Polizei- und Justizskandal. Am 15. August 1975 werden die Männer zu lebenslanger Haft verurteilt - trotz fragwürdiger Beweise und kaum konsistenter, offenbar erzwungener Geständnisse. Erst nach fast 17 Jahren werden sie freigelassen. Doch keiner der beteiligten Polizisten und Richter wird zur Rechenschaft gezogen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Chris Mullin (Investigativ-Journalist, Buchautor und ehemaliger Abgeordneter des britischen Parlaments) Chris Mullin: Error of Justice. The Truth about the Birmingham Bombings. Dublin 1987 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:
  • wie sich einer der Tatverdächtigen an seine Verhaftung erinnert,
  • welche brutalen Mittel die Polizei bei den Vernehmungen einsetzt,
  • wie ein Journalist Ungereimtheiten bei den Ermittlungen gegen die "Birmingham Six" aufdeckt,
  • wie die unschuldig Verurteilten sich nach der Freilassung über die Polizei äußern,
  • wer die Bomben wohl tatsächlich gelegt hat.

Am 21. November 1974 explodieren in Birmingham im Nordwesten Englands in zwei Pubs Bomben. 21 Menschen sterben und mehr als 200 werden zum Teil schwer verletzt. Die Anschläge markieren einen blutigen Höhepunkt der "Troubles", des bürgerkriegsähnlichen Konflikts um Nordirland. Die "Irish Republican Army" (IRA) versucht seit 1969, die Loslösung Nordirlands von Großbritannien und die Wiedervereinigung Irlands herbeizubomben.

Die Polizei nimmt kurz darauf sechs Nordiren fest. Es ist der Auftakt zu einem Polizei- und Justizskandal. Am 15. August 1975 werden die Männer zu lebenslanger Haft verurteilt - trotz fragwürdiger Beweise und kaum konsistenter, offenbar erzwungener Geständnisse. Erst nach fast 17 Jahren werden sie von der britischen Justiz freigelassen. Doch keiner der beteiligten Polizisten und Richter wird zur Rechenschaft gezogen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Chris Mullin (Investigativ-Journalist, Buchautor und Abgeordneter des britischen Parlaments)
  • Chris Mullin: Error of Justice. The Truth about the Birmingham Bombings. Dublin 1987

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Herwig Katzer
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

Formt das Gesicht Preußens und Berlins: Karl Friedrich Schinkel

Formt das Gesicht Preußens und Berlins: Karl Friedrich Schinkel WDR Zeitzeichen 13.03.2026 14:40 Min. Verfügbar bis 13.03.2099 WDR 5

Theater, Museen, Kirchen - seine Bauwerke stehen für Klarheit, Maß und klassizistische Strenge: Karl Friedrich Schinkel, geboren am 13. März 1781. Aber zunächst macht ihn nicht seine Architektur berühmt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck, wie es Schinkel schafft, sein Privatleben geheim zu halten, von einem verheerenden Brand in seiner Heimatstadt Neuruppin und von Schinkels Dioramen - dem Kino des 19. Jahrhunderts. Die Berliner Stadtlandschaft wäre nicht, was sie ist - ohne den am 13. März 1781 geborenen Karl Friedrich Schinkel. Im Auftrag des Königs entwirft er Bauwerke und Plätze, die noch heute faszinieren: Die Neue Wache Unter den Linden, das Konzerthaus am Gendarmenmarkt oder das Alte Museum, seit 1999 Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel. Doch es ist nicht nur die Architektur, die ihn berühmt macht. Schinkel ist ein Universalgenie. Er schafft Gemälde und entwirft Bühnenbilder - legendär der tiefblaue Sternenhimmel für die Königin der Nacht in Mozarts Oper "Zauberflöte". Bis zu seinem Tod 1841 ist ein Skizzenblock sein ständiger Begleiter. Noch heute lagern 6.000 Blätter von seiner Hand im Kupferstichkabinett Berlin. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Andreas Bernhard, Kunsthistoriker, Berlin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Almut Finck Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother Technik: Annette Skrzydlo


In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
  • wie es Schinkel schafft, sein Privatleben geheim zu halten,
  • von einem verheerenden Brand in seiner Heimatstadt Neuruppin,
  • wie Schinkels Friedrichswerdersche Kirche eine ganze Epoche begründet,
  • von seinen Dioramen - dem Kino des 19. Jahrhunderts.

Die Berliner Stadtlandschaft wäre nicht, was sie ist - ohne den am 13. März 1781 geborenen Karl Friedrich Schinkel. Im Auftrag des Königs entwirft er Bauwerke und Plätze, die noch heute faszinieren: Die Neue Wache Unter den Linden zum Beispiel oder das Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Mit dem Alten Museum, seit 1999 Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel, legt Schinkel den Grundstock zum "Spree-Athen" und begründet seinen Ruf als Wegbereiter der Moderne.

Doch es ist nicht nur die Architektur, die ihn berühmt macht. Schinkel ist ein Universalgenie. Er schafft Gemälde und entwirft Bühnenbilder - legendär der tiefblaue Sternenhimmel für die Königin der Nacht in Mozarts Oper "Zauberflöte". Auch Innendekorationen, Möbel, Skulpturen und Kronleuchter gehören zu seinem Programm. Bis zu seinem Tod 1841 ist ein Skizzenblock sein ständiger Begleiter. Noch heute lagern 6.000 Blätter von seiner Hand im Kupferstichkabinett Berlin.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Andreas Bernhard, Kunsthistoriker, Berlin
  • Andreas Bernhard: Karl Friedrich Schinkel. Führer zu seinen Bauten. Band I und II. München, Berlin 2006
  • Jörg Trempler: Karl Friedrich Schinkel. Baumeister Preußens. München 2012

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD-Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Almut Finck
Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother
Technik: Annette Skrzydlo

Wie Lady Hester Stanhope zur "Königin der Wüste" wurde

Wie Lady Hester Stanhope zur "Königin der Wüste" wurde WDR Zeitzeichen 12.03.2026 14:19 Min. Verfügbar bis 13.03.2099 WDR 5

Ein Oberschicht-Leben im britischen Empire - das lehnt Lady Hester Stanhope (geb. am 12.3.1776) ab. Sie will sich ein neues Leben im Orient aufbauen. Und scheitert.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Seebaum, von einer ungewöhnlichen Krönung unter dem Triumphbogen von Palmyra, welchen Einfluss ein christlicher Sektengründer auf Stanhopes Leben nimmt, warum das extravagante Leben von Lady Hester Stanhope in Armut und Einsamkeit endet. Lady Hester Stanford stammt aus bestem Hause und bewegt sich entsprechend in den besten Kreisen. Als ihr Onkel William im Jahr 1804 seine zweite Amtszeit als Premierminister antritt, zieht die 28-Jährige mit ihm in Downing Street 10 ein. Sie führt dem ewigen Junggesellen den Haushalt, organisiert das Sozialleben und erlebt nebenbei Ränkespiele und Doppelmoral der Reichen und Mächtigen aus nächster Nähe. Drei Jahre nach dem Tod ihres Onkels trifft sie im Jahr 1809 Vorbereitungen für eine größere Reise. Gemeinsam mit ihrem jungen Leibarzt Charles Meryon bricht sie in Richtung der britischen Festung Gibraltar auf. Dort lernt Stanhope den elf Jahre jüngeren Michael Bruce kennen und lieben. Gemeinsam ziehen sie immer weiter in Richtung Osten, bis in den Libanon. Dort herrscht Lady Hester Stanhope in einem verlassenen Bergkloster bis zu ihrem Tod, also für fast drei Jahrzehnte - und wird so zu Europas "Königin der Wüste" und zur "Mystery Lady of the Orient". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Armin Strohmeyr, Autor und Stanhope-Biograf Prof. Dr. Jens-Peter Hanßen, Leiter des Orient-Instituts der Max-Weber-Stiftung in Beirut Armin Strohmeyr: Lady Hester Stanhope. Königin des Orients, Konstanz 2021 Christian Birch (Hg.): Denkwürdigkeiten der Lady Esther Stanhope. Erzählt von ihr selbst in Unterredungen mit ihrem Arzte, Stuttgart 1846. Nachdruck bei Forgotten Books, London 2017 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Seebaum Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Seebaum:
  • von einer ungewöhnlichen Krönung unter dem Triumphbogen von Palmyra,
  • welchen Einfluss ein christlicher Sektengründer auf Stanhopes Leben nimmt,
  • wie opulent die Lady im libanesischen Bergdorf Djoun residiert,
  • warum das extravagante Leben der Lady Hester Stanhope in Armut und Einsamkeit endet.

Lady Hester Stanford stammt aus bestem Hause und bewegt sich entsprechend in den besten Kreisen. Als ihr Onkel William im Jahr 1804 seine zweite Amtszeit als Premierminister antritt, zieht die 28-Jährige mit ihm in Downing Street 10 ein. Sie führt dem ewigen Junggesellen den Haushalt, organisiert das Sozialleben und erlebt nebenbei Ränkespiele und Doppelmoral der Reichen und Mächtigen aus nächster Nähe.

Drei Jahre nach dem Tod ihres Onkels trifft sie im Jahr 1809 Vorbereitungen für eine größere Reise. Gemeinsam mit ihrem jungen Leibarzt Charles Meryon bricht sie in Richtung der britischen Festung Gibraltar auf. Dort lernt Stanhope den elf Jahre jüngeren Michael Bruce kennen und lieben.

Gemeinsam ziehen sie immer weiter in Richtung Osten, bis in den Libanon. Dort herrscht Lady Hester Stanhope in einem verlassenen Bergkloster bis zu ihrem Tod, also für fast drei Jahrzehnte - und wird so zu Europas "Königin der Wüste" und zur "Mystery Lady of the Orient".

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Armin Strohmeyr, Autor und Stanhope-Biograf
  • Prof. Dr. Jens-Peter Hanßen, Leiter des Orient-Instituts der Max-Weber-Stiftung in Beirut
  • Armin Strohmeyr: Lady Hester Stanhope. Königin des Orients, Konstanz 2021
  • Christian Birch (Hg.): Denkwürdigkeiten der Lady Esther Stanhope. Erzählt von ihr selbst in Unterredungen mit ihrem Arzte, Stuttgart 1846. Nachdruck, London 2017

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