WDR Zeitzeichen

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Als die Bilder tanzen lernten: Filmkünstlerin Lotte Reiniger

Als die Bilder tanzen lernten: Filmkünstlerin Lotte Reiniger WDR Zeitzeichen 19.06.2026 14:37 Min. Verfügbar bis 19.06.2099 WDR 5

Ihre Silhouetten verzauberten die Leinwand, lange bevor Disney Filmgeschichte schrieb. Lotte Reiniger revolutionierte den Animationsfilm. Sie starb am 19. Juni 1981.

In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk, wie Lotte Reiniger mit Schere, Pappe und Kamera Filmgeschichte schreibt, warum "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" als erster abendfüllender Animationsfilm gilt, und wie aus dem "Silhouettenmädchen" eine international gefeierte Filmkünstlerin wird. Ein schwarzer Fleck erscheint auf der Leinwand, verwandelt sich in einen Zauberer, dann in einen Reiter. Was damals wie Magie wirkt, ist das Werk von Lotte Reiniger. Die 1899 in Berlin geborene Künstlerin entdeckt schon als Kind ihr Talent für filigrane Scherenschnitte. Mit den ausgeschnittenen Figuren entwickelt sie eine völlig neue Kunstform: den Silhouettenfilm. Mit beweglichen Schnittfiguren, die Bild für Bild fotografiert wurden, schafft sie märchenhafte Welten voller Zauberer, Prinzessinnen und Fabelwesen. Ihr Meisterwerk "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" feiert 1926 Premiere und gilt heute als erster abendfüllender Animationsfilm der Geschichte – elf Jahre vor Disneys "Schneewittchen". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rike Reiniger, Autorin eines biographischen Romans Philipp Hanke, Kurator Filmmuseum Düsseldorf Rike Reiniger: 24 Bilder pro Sekunde - Lotte Reiniger, Pionierin des Trickfilms; KLAK Verlag, Berlin 2026 Rike Reiniger: Berliner Trickfilm-Pionierin Lotte Reiniger: Queere Küsse im Jahr 1929. Berliner Zeitung 12. Mai 2024 Melanie Letschnig: Es war einmal kein Ofen. Über die märchenhaften Silhouettenfilme von Lotte Reiniger. Diplomarbeit, Universität Wien 2006 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Maren Gottschalk Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
  • wie Lotte Reiniger mit Schere, Pappe und Kamera Filmgeschichte schreibt,
  • warum "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" als erster abendfüllender Animationsfilm gilt,
  • und wie aus dem "Silhouettenmädchen" eine international gefeierte Filmkünstlerin wird.

Ein schwarzer Fleck erscheint auf der Leinwand, verwandelt sich in einen Zauberer, dann in einen Reiter. Was damals wie Magie wirkt, ist das Werk von Lotte Reiniger. Die 1899 in Berlin geborene Künstlerin entdeckt schon als Kind ihr Talent für filigrane Scherenschnitte.

Mit den ausgeschnittenen Figuren entwickelt sie eine völlig neue Kunstform: den Silhouettenfilm. Mit beweglichen Schnittfiguren, die Bild für Bild fotografiert wurden, schafft sie märchenhafte Welten voller Zauberer, Prinzessinnen und Fabelwesen.

Ihr Meisterwerk "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" feiert 1926 Premiere und gilt heute als erster abendfüllender Animationsfilm der Geschichte – elf Jahre vor Disneys "Schneewittchen".

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Rike Reiniger, Autorin eines biographischen Romans
  • Philipp Hanke, Kurator Filmmuseum Düsseldorf
  • Rike Reiniger: 24 Bilder pro Sekunde - Lotte Reiniger, Pionierin des Trickfilms, Berlin 2026
  • Rike Reiniger: Berliner Trickfilm-Pionierin Lotte Reiniger: Queere Küsse im Jahr 1929. Berliner Zeitung 12. Mai 2024
  • Melanie Letschnig: Es war einmal kein Ofen. Über die märchenhaften Silhouettenfilme von Lotte Reiniger. Diplomarbeit, Universität Wien 2006

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Maren Gottschalk
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Soldaten aus den Kolonien: Russland im Ersten Weltkrieg

Soldaten aus den Kolonien: Russland im Ersten Weltkrieg WDR Zeitzeichen 18.06.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 18.06.2099 WDR 5

Die Kolonialmächte des frühen 20. Jahrhunderts schickten auch Menschen aus den Kolonien in den ersten Weltkrieg. Das Zarenreich zwang ab Juni 1916 Muslime in den Dienst.

In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember, welche Katastrophe der Erlass des Zaren in Zentralasien auslöst, warum aus einer Rekrutierungsanordnung einer der größten Aufstände des Ersten Weltkriegs entsteht und weshalb der Erste Weltkrieg auch ein kolonialer Krieg ist. Im Sommer 1916 greift das Russische Reich zu einer Maßnahme, die den Kriegsverlauf positiv beeinflussen soll, stattdessen aber eine ganze Region erschüttert: Erstmals werden muslimische Männer aus Zentralasien für den Kriegsdienst des Zarenreichs herangezogen. Die Entscheidung trifft auf eine Bevölkerung, die sich seit Langem von Moskau beherrscht und benachteiligt fühlt. Was als Rekrutierungserlass beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu einem Aufstand gegen die russische Herrschaft. Die Gewalt erfasst weite Teile Zentralasiens und fordert auf allen Seiten zahlreiche Opfer. Die Folgen prägen das Verhältnis vieler Menschen in der Region zu Russland bis heute. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Franziska Davies, Osteuropa-Historikerin am Leibniz-Zentrum für Historische Forschung in Potsdam Franziska Davies: Muslims in the Russian Army. New York 2025 Serge A. Zenkovsky: Pan-Turkism and Islam in Russia. Cambridge 1990 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:
  • welche Katastrophe der Erlass des Zaren in Zentralasien auslöst,
  • wie aus einer Rekrutierungsanordnung einer der größten Aufstände des Ersten Weltkriegs entsteht,
  • weshalb der Erste Weltkrieg auch ein kolonialer Krieg ist.

Im Sommer 1916 greift das Russische Reich zu einer Maßnahme, die den Kriegsverlauf positiv beeinflussen soll, stattdessen aber eine ganze Region erschüttert: Erstmals werden muslimische Männer aus Zentralasien für den Kriegsdienst des Zarenreichs herangezogen.

Die Entscheidung trifft auf eine Bevölkerung, die sich seit Langem von Moskau beherrscht und benachteiligt fühlt. Was als Rekrutierungserlass beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu einem Aufstand gegen die russische Herrschaft. Die Gewalt erfasst weite Teile Zentralasiens und fordert auf allen Seiten zahlreiche Opfer. Die Folgen prägen das Verhältnis vieler Menschen in der Region zu Russland bis heute.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Autor: Heiner Wember
Redaktion: Frank Zirpins
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Im Juni 1596: Wie Willem Barents ungewollt Spitzbergen entdeckte

Im Juni 1596: Wie Willem Barents ungewollt Spitzbergen entdeckte WDR Zeitzeichen 17.06.2026 14:52 Min. Verfügbar bis 17.06.2099 WDR 5

Eine Hochrisiko-Expedition ins Unbekannte soll 1596 die Nordostpassage nach China finden. Stattdessen schreibt sie Geschichte - hoch oben im arktischen Eis.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, warum niederländische Kaufleute im Jahr 1596 ausgerechnet Kurs auf das arktische Eis nehmen, wie eine Insel aus spitzen Bergen und weißen Schatten die Fantasie Europas beflügelt und wie aus einer gescheiterten Expedition zugleich eine Erfolgsgeschichte und der Beginn eines großen Raubzugs wird. Am 17. Juni 1596 sichtet die Expedition des niederländischen Navigators Willem Barents eine unbekannte Inselwelt weit im Norden. Die schroffen Berge, die steil aus dem Meer aufragen, geben ihr bis heute ihren Namen: Spitzbergen. Eigentlich sind Barents und seine Mannschaft auf der Suche nach der Nordostpassage – einem Handelsweg durch das Polarmeer nach China. Stattdessen stoßen sie auf eine raue Landschaft aus Eis, Felsen und gewaltigen Gletschern. In seinem Tagebuch schildert der Maat Gerrit de Veer die Begegnung mit Eisbären, Rentieren, Walrossen und Walen sowie die Herausforderungen einer Reise in bis dahin weitgehend unbekannte Gewässer. Die Entdeckung Spitzbergens bringt den erhofften Weg nach Asien zwar nicht näher. Doch sie lenkt den Blick Europas auf die arktische Inselwelt – und macht sie schon wenige Jahre später zum Zentrum einer aufstrebenden Walfangindustrie. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Frederic Theis, Archäologe und Historiker, Deutsches Schifffahrtsmuseum Gerrit de Veer: Warhafftige Relation. Der dreyen newen, unerhörten, seltsamen Schiffart, so die Holländischen und Seeländischen Schiff gegen Mitternacht drey Jar nach einander, also Anno 1594, 1595 und 1596 verricht. Noriberg Anno 1598. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • warum niederländische Kaufleute im Jahr 1596 ausgerechnet Kurs auf das arktische Eis nehmen,
  • wie eine Insel aus spitzen Bergen und weißen Schatten die Fantasie Europas beflügelt,
  • wie aus einer gescheiterten Expedition zugleich eine Erfolgsgeschichte und der Beginn eines großen Raubzugs wird.

Am 17. Juni 1596 sichtet die Expedition des niederländischen Navigators Willem Barents eine unbekannte Inselwelt weit im Norden. Die schroffen Berge, die steil aus dem Meer aufragen, geben ihr bis heute ihren Namen: Spitzbergen.

Eigentlich sind Barents und seine Mannschaft auf der Suche nach der Nordostpassage – einem Handelsweg durch das Polarmeer nach China. Stattdessen stoßen sie auf eine raue Landschaft aus Eis, Felsen und gewaltigen Gletschern. In seinem Tagebuch schildert der Maat Gerrit de Veer die Begegnung mit Eisbären, Rentieren, Walrossen und Walen sowie die Herausforderungen einer Reise in bis dahin weitgehend unbekannte Gewässer.

Die Entdeckung Spitzbergens bringt den erhofften Weg nach Asien zwar nicht näher. Doch sie lenkt den Blick Europas auf die arktische Inselwelt – und macht sie schon wenige Jahre später zum Zentrum einer aufstrebenden Walfangindustrie.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Frederic Theis, Archäologe und Historiker, Deutsches Schifffahrtsmuseum
  • Gerrit de Veer: Warhafftige Relation. Der dreyen newen, unerhörten, seltsamen Schiffart, so die Holländischen und Seeländischen Schiff gegen Mitternacht drey Jar nach einander, also Anno 1594, 1595 und 1596 verricht. Noriberg Anno 1598.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Sarah Fitzek

Zehn Songs für die Ewigkeit: "The Queen is dead"

Zehn Songs für die Ewigkeit: "The Queen is dead" WDR Zeitzeichen 16.06.2026 14:37 Min. Verfügbar bis 16.06.2099 WDR 5

Für manche ist es das beste Album aller Zeiten: Mit "The Queen is dead" zeigen The Smiths am 16.6.1986, wie Popmusik auch relevant sein kann.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen, wie "The Smiths" als ultimative Außenseiter-Band in den Mainstream vordringen, warum ihr drittes Album als künstlerischer Höhepunkt und Gesamtkunstwerk gilt und welche gesellschaftliche Sprengkraft in Songs über Monarchie, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit steckt. Die Smiths kommen aus Manchester, aus Arbeiterfamilien, geprägt vom sozialen Klima der Thatcher-Jahre. Ihr Außenseitertum ist Haltung und Inszenierung zugleich. Zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und feiner Ironie entwickeln sie eine eigene Sprache für das Lebensgefühl der 1980er Jahre. "The Queen Is Dead" bündelt all das: politische Unruhe, poetische Rätsel und große Pop-Melodien. Das Album greift die britische Gesellschaft an und bleibt doch bewusst offen in seiner Deutung. Im Zentrum steht eine ungewohnte Botschaft für die Rockmusik - Sensibilität als Stärke und Freundlichkeit als Rebellion. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Simon Goddard (Musikkritiker) Oliver Fröschke (Designer und Betreiber des Plattenlabels Le Pop) Simon Goddard: The Smiths: Songs That Saved Your Life. Königswinter 2007 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uli Hufen Redaktion: Frank Zirpins Technik: Jürgen Beiner


In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:
  • wie "The Smiths" als ultimative Außenseiter-Band in den Mainstream vordringen,
  • warum ihr drittes Album als künstlerischer Höhepunkt und Gesamtkunstwerk gilt,
  • welche gesellschaftliche Sprengkraft in Songs über Monarchie, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit steckt,
  • wieso gerade Jugendliche sich in Morrisseys Texten wiederfinden,
  • weshalb einzelne Songs bis heute als emotionaler Rettungsring für Hörer gelten.

Die Smiths kommen aus Manchester, aus Arbeiterfamilien, geprägt vom sozialen Klima der Thatcher-Jahre. Ihr Außenseitertum ist Haltung und Inszenierung zugleich. Zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und feiner Ironie entwickeln sie eine eigene Sprache für das Lebensgefühl der 1980er Jahre.

"The Queen Is Dead" bündelt all das: politische Unruhe, poetische Rätsel und große Pop-Melodien. Das Album greift die britische Gesellschaft an und bleibt doch bewusst offen in seiner Deutung. Im Zentrum steht eine ungewohnte Botschaft für die Rockmusik - Sensibilität als Stärke und Freundlichkeit als Rebellion.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Simon Goddard (Musikkritiker)
  • Oliver Fröschke (Designer und Betreiber des Plattenlabels Le Pop)
  • Simon Goddard: The Smiths: Songs That Saved Your Life. Königswinter 2007
  • Simon Goddard: Mozipedia: The Encyclopaedia of Morrissey and the Smiths. 2010

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Uli Hufen
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Jürgen Beiner

Jazz-Ikone Ella Fitzgerald: Vom Waisenkind zum Weltstar

Jazz-Ikone Ella Fitzgerald: Vom Waisenkind zum Weltstar WDR Zeitzeichen 15.06.2026 14:55 Min. Verfügbar bis 15.06.2099 WDR 5

Vom Heim für "verwahrloste Mädchen" zur "First Lady of Jazz": Ella Fitzgerald dreht mit einer Amateurshow ihr Leben und verzaubert die Menschen mit ihrer Stimme. Sie stirbt am 15.6.1996.

In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl, mit welcher Bezeichnung Bing Crosby die Grand Dame des Jazz adelt, wie sie in einer Züchtigungsanstalt landet und wie der 21. November 1934 zum Wendepunkt in Ellas Leben wird. Ella Fitzgerald wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf, kommt nach dem Tod der Mutter zu einer Tante in New York. Nach ihrem Bühnendebüt 1934 lässt der Durchbruch zunächst auf sich warten. Ella tingelt durch Gesangswettbewerbe und wird Mitglied der Apollo-Theater-Band. 1939 nimmt sie ein Kinderlied im Swing-Stil auf: "A Tisket a Tasket". Für die von der "Großen Depression" bedrückten Amerikaner scheint der schwingende Sommerhit wie vom Himmel geschickt: Mehr als eine Million verkaufter Platten und wochenlange Chartplatzierungen verschaffen Ella Fitzgerald den Durchbruch. Die Leichtigkeit, die sie ihren Fans schenkt, findet sie selber nie. Fast völlig erblindet, dazu schwer herz- und zuckerkrank, zieht sie sich schließlich in ihre Villa in Beverly Hills zurück. Dort verbringt sie in zunehmender Verwirrung ihre letzten Jahre. Am 15. Juni 1996 stirbt der Weltstar, im Alter von 78 Jahren. Mit geschätzten rund 200 Tonträgern und unvergesslichen Auftritten ist die "First Lady of Song" schon zu Lebzeiten unsterblich. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Susanne Rabsahl Redaktion: Hildegard Schulte, David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl:
  • mit welcher Bezeichnung Bing Crosby die Grand Dame des Jazz adelt,
  • von der ärmlichen Kindheit, in der Ella Jane Fitzgerald aufwächst,
  • wie sie in einer Züchtigungsanstalt landet,
  • wie der 21. November 1934 zum Wendepunkt in Ellas Leben wird.

Ella Fitzgerald wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf, kommt nach dem Tod der Mutter zu einer Tante in New York. Nach ihrem Bühnendebüt 1934 lässt der Durchbruch zunächst auf sich warten. Ella tingelt durch Gesangswettbewerbe und wird Mitglied der Apollo-Theater-Band.

1939 nimmt sie ein Kinderlied im Swing-Stil auf: "A Tisket a Tasket". Für die von der "Großen Depression" bedrückten Amerikaner scheint der schwingende Sommerhit wie vom Himmel geschickt: Mehr als eine Million verkaufter Platten und wochenlange Chartplatzierungen verschaffen Ella Fitzgerald den Durchbruch.

Die Leichtigkeit, die sie ihren Fans schenkt, findet sie selber nie. Fast völlig erblindet, dazu schwer herz- und zuckerkrank, zieht sie sich schließlich in ihre Villa in Beverly Hills zurück. Dort verbringt sie in zunehmender Verwirrung ihre letzten Jahre. Am 15. Juni 1996 stirbt der Weltstar, im Alter von 78 Jahren. Mit geschätzten rund 200 Tonträgern und unvergesslichen Auftritten ist die "First Lady of Song" schon zu Lebzeiten unsterblich.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Susanne Rabsahl
Redaktion: Hildegard Schulte und David Rother

Wie der Vatikan Bücher zensiert hat

Wie der Vatikan Bücher zensiert hat WDR Zeitzeichen 14.06.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 14.06.2099 WDR 5

400 Jahre lang betreibt der Vatikan einen Index verbotener Bücher. Auf dieser Liste zu stehen, bedeutet für viele Autoren das Ende ihrer Karriere - bis der Index am 14.06.1966 auf kuriose Weise abgeschafft wird.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach, welche Werke und Autoren auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt werden, warum sogar einzelne Fassungen der Bibel auf dem Index landen und welches das geheimste Kirchenarchiv ist. 1559 erscheint der erste vatikanische Index. 407 Jahre später, bei seiner Aufhebung 1966, enthält er über 6.000 Titel und Autoren. Er ist der Giftschrank gefährlicher Werke, die Katholiken nicht lesen, nicht drucken, nicht verkaufen, nicht besitzen dürfen. Bei der Indizierung geht es nicht nur um Theologie, sondern um alles, was mit dem Medium Buch verbreitet wird. Es geht um alle Wissenschaften, um Literatur, es geht um Medizin. Es geht um ein Wissensmonopol. Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verliert der Index zunehmend an Wirkmacht. Und im 20. Jahrhundert scheint er wie aus der Zeit gefallen. Längst lesen auch Katholiken die verbotenen Bücher, mal offen, mal heimlich. Mitte der 1960er-Jahre reformiert Papst Paul VI. die Verwaltung des Vatikans. Ihre oberste Behörde, die Glaubenskongregation, bis dato für den Index zuständig, soll entmachtet werden. In der Notifikation vom 14. Juni 1966 wird der Index aufgehoben. Es werden keine weiteren Bücher mehr verboten. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, Universität Münster Hubert Wolf: Index - Der Vatikan und die verbotenen Bücher. München 2006 Nicola Roßbach, Hg.: Zensur, Baden Baden 2024 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • welche Werke und Autoren auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt werden,
  • warum sogar einzelne Fassungen der Bibel auf dem Index landen,
  • dass Martin Luther gleich doppelt auf die Verbotsliste gesetzt wird,
  • welches das geheimste Kirchenarchiv ist.

1559 erscheint der erste vatikanische Index. 407 Jahre später, bei seiner Aufhebung 1966, enthält er über 6.000 Titel und Autoren. Er ist der Giftschrank gefährlicher Werke, die Katholiken nicht lesen, nicht drucken, nicht verkaufen, nicht besitzen dürfen.

Bei der Indizierung geht es nicht nur um Theologie, sondern um alles, was mit dem Medium Buch verbreitet wird. Es geht um alle Wissenschaften, um Literatur, es geht um Medizin. Es geht um ein Wissensmonopol.

Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verliert der Index zunehmend an Wirkmacht. Und im 20. Jahrhundert scheint er wie aus der Zeit gefallen. Längst lesen auch Katholiken die verbotenen Bücher, mal offen, mal heimlich.

Mitte der 1960er-Jahre reformiert Papst Paul VI. die Verwaltung des Vatikans. Ihre oberste Behörde, die Glaubenskongregation, bis dato für den Index zuständig, soll entmachtet werden. In der Notifikation vom 14. Juni 1966 wird der Index aufgehoben. Es werden keine weiteren Bücher mehr verboten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, Universität Münster
  • Hubert Wolf: Index - Der Vatikan und die verbotenen Bücher. München 2006
  • Nicola Roßbach, Hg.: Zensur, Baden Baden 2024

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Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

Der "rote Elvis": DDR-Country-Star Dean Reed

Der "rote Elvis": DDR-Country-Star Dean Reed WDR Zeitzeichen 13.06.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 13.06.2099 WDR 5

In den USA erfolglos, zieht Reed in die DDR. Dort wird der marxistische Sänger zum Liebling von Publikum und Politbüro, aber nicht glücklich. Am 13.6.1986 wird er tot aufgefunden.

In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer, wie ein singender Cowboy aus Colorado im real existierenden Sozialismus landet, wie Moskau Reeds propagandistisches Potential erkennt und wie die "Perestroika" Reeds Stern zum Sinken bringt. Dean Reed aus Colorado unterschreibt 1958 seinen ersten Schallplattenvertrag. Doch der Newcomer enttäuscht zunächst die hohen Erwartungen. Aber in Südamerika verkauft sich eine von ihm selbst geschriebene Teenager-Schnulze dagegen überraschend gut. Dean Reed folgt dem Erfolg und verlässt die USA Richtung Südamerika. Nach einem Putsch wird Reed aber 1966 wegen pro-kommunistischer Aktivitäten aus Argentinien ausgewiesen. Ein Grund, ihn in die Sowjetunion einzuladen. Dean Reed ist einer der ersten Künstler, der in der UdSSR lange verpönte Musik auf die Bühne bringt. Anfang der 1970er-Jahre zieht es Reed in die DDR. Er wird zum Dauergast in Radio, Film und Fernsehen. Immer zwischen Entertainment und Propaganda. Aber ab den 1980er-Jahren wollen immer weniger Menschen seine linientreuen Lieder hören. Die jungen Leute in der DDR sehnen sich nach "echten" US-Rockstars, wie etwa Bruce Springsteen. Reed jagt dem künstlerischen Erfolg hinterher. Die politische Haltung rückt in den Hintergrund. Hinter der Fassade des stets gut gelaunten Entertainers vergrößert sich die Trübsal. Am 13. Juni 1986 setzt Dean Reed seinem Leben selbst ein Ende. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Dr. Stefan Wolle, Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums, Berlin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer:
  • wie ein singender Cowboy aus Colorado im real existierenden Sozialismus landet,
  • dass Reeds Erfolg in den USA eher übersichtlich ist, dafür in Südamerika umso größer,
  • wie Moskau Reeds propagandistisches Potential erkennt,
  • was es mit dem "Woodstock des Ostens" auf sich hat,
  • wie die "Perestroika" Reeds Stern zum Sinken bringt.

Dean Reed aus Colorado unterschreibt 1958 seinen ersten Schallplattenvertrag. Doch der Newcomer enttäuscht zunächst die hohen Erwartungen. Aber in Südamerika verkauft sich eine von ihm selbst geschriebene Teenager-Schnulze dagegen überraschend gut. Dean Reed folgt dem Erfolg und verlässt die USA Richtung Südamerika.

Nach einem Putsch wird Reed aber 1966 wegen pro-kommunistischer Aktivitäten aus Argentinien ausgewiesen. Ein Grund, ihn in die Sowjetunion einzuladen. Dean Reed ist einer der ersten Künstler, der in der UdSSR lange verpönte Musik auf die Bühne bringt.
Anfang der 1970er-Jahre zieht es Reed in die DDR. Er wird zum Dauergast in Radio, Film und Fernsehen. Immer zwischen Entertainment und Propaganda. Aber ab den 1980er-Jahren wollen immer weniger Menschen seine linientreuen Lieder hören. Die jungen Leute in der DDR sehnen sich nach "echten" US-Rockstars, wie etwa Bruce Springsteen.

Reed jagt dem künstlerischen Erfolg hinterher. Die politische Haltung rückt in den Hintergrund. Hinter der Fassade des stets gut gelaunten Entertainers vergrößert sich die Trübsal. Am 13. Juni 1986 setzt Dean Reed seinem Leben selbst ein Ende.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Stefan Wolle, Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums, Berlin
  • Stefan Ernsting, Der rote Elvis, Berlin 2006
  • "Gewünscht, gespielt, gewonnen" mit Dean Reed 08.06.1984, Radio DDR
  • "Eine Stunde mit Dean Reed" vom 05.10.1982, Berliner Rundfunk

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Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Sarah Fitzek

Menschen im Zoogehege: Kölns vergessene "Völkerschau" 1931

Menschen im Zoogehege: Kölns vergessene "Völkerschau" 1931 WDR Zeitzeichen 12.06.2026 14:31 Min. Verfügbar bis 12.06.2099 WDR 5

Sie werden in der Südsee angeworben und dann im Kölner Zoo als angebliche "Menschenfresser" ausgestellt - am 12.6.1931 eröffnet im Kölner Zoo eine rassistische Show...

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg, was die Presse 1931 bei der Zurschaustellung von Menschen im Zoo gruselig findet, was heutzutage mit dem neuen Unterrichtsfach Geschichts- und Politikwerkstatt am Kölner Ursulinengymnasium gelehrt wird und wie der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Völkerschau als nationale Eigenwerbung verteidigt. "Kannibalen aus der Südsee zum ersten Mal in Europa. 35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln", heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931. Beworben wird eine so genannte Völkerschau. Der damalige Zoodirektor Friedrich Hauchcorne will damit den wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten mit der Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur wieder in die Gewinnzone bringen. So genannte exotische Völkerschauen kommen in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Mode. Zwischen 1878 und 1932 werden im Kölner Zoo sieben solcher Ausstellungen präsentiert. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Zeitraum mehr als 300 Menschengruppen zur Schau gestellt - vornehmlich bei Hagenbeck in Hamburg, im Berliner Tiergarten und auf der Münchner Wies'n. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen: Professorin Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin, Universität zu Köln Judith Schoene, Geschichts-Lehrerin, Ursulinengymnasium Köln Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: David Rother Technik: Thomas Bleul


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
  • was die Presse 1931 bei der Zurschaustellung von Menschen im Zoo gruselig findet,
  • wie der Kölner Zoo den Eindruck eines exotischen Zuhauses in Neukaledonien vermitteln will,
  • was heutzutage mit dem neuen Unterrichtsfach Geschichts- und Politikwerkstatt am Kölner Ursulinengymnasium gelehrt wird,
  • wie der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Völkerschau als nationale Eigenwerbung verteidigt.

"Kannibalen aus der Südsee zum ersten Mal in Europa. 35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln", heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931. Beworben wird eine so genannte Völkerschau. Der damalige Zoodirektor Friedrich Hauchcorne will damit den wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten mit der Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur wieder in die Gewinnzone bringen.

So genannte exotische Völkerschauen kommen in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Mode. Zwischen 1878 und 1932 werden im Kölner Zoo sieben solcher Ausstellungen präsentiert. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Zeitraum mehr als 300 Menschengruppen zur Schau gestellt - vornehmlich bei Hagenbeck in Hamburg, im Berliner Tiergarten und auf der Münchner Wies'n.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
  • Professorin Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin, Universität zu Köln
  • Judith Schoene, Geschichts-Lehrerin, Ursulinengymnasium Köln
  • Anna Shen-Hengsbach, Schülerin, Ursulinengymnasium
  • Sophia Rosario, Schülerin, Ursulinengymnasium
  • Didier Daenincks: Reise eines Menschenfressers nach Paris. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Berlin 2001

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: David Rother
Technik: Thomas Bleul

Die Hayden-Expedition und wie ein Nationalpark erfunden wird

Die Hayden-Expedition und wie ein Nationalpark erfunden wird WDR Zeitzeichen 11.06.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 11.06.2099 WDR 5

Der Yellowstone-Nationalpark in den USA zieht jährlich rund drei Millionen Touristen an. Zu verdanken ist dies auch einer Forschungsreise des Geologen Ferdinand Hayden. Sie begann am 11. Juni 1871.

In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck wie zwei Maler und ein Fotograf maßgeblich Anteil daran haben, dass Yellowstone weltweit erster Nationalpark wird, vom tiefen kulturellen Graben zwischen den Städtern an den Küsten und den Menschen im "Herzland" der USA und von einem Geysir mit der Pünklichkeit eines Schweizer Uhrwerks. Reißende Flüsse, blubbernde Schlammlöcher, heiße Quellen, riesige Mammutbäume und fast 60 Prozent aller Geysire auf der Erde: Das ist der Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA. Heute kommen jedes Jahr rund drei Millionen Touristen. Zu verdanken ist dies vor allem dem Mediziner und Geologen Ferdinand Vandeveer Hayden. Siedler, Abenteurer und Schatzsucher ignorieren das schwer zugängliche Terrain mitten in den Rocky Mountains zunächst. Das ändert sich, als Hayden den Plan ergreift, die Region zu erforschen. Am 11. Juni 1871 bricht er mit 34 anderen Abenteurern, sieben Wagen und zwei Maultieren auf zum Fluss Yellowstone. Die Forschungsreisenden stoßen auf eine grandiose Vulkanlandschaft und unendliche Wälder voller Grizzlys, Bisons und Wölfen. Seine Erlebnisse notiert Hayden anschaulich auf den rund 500 Seiten seines Tagebuchs. Ende August 1871 ist die Expedition in Montana beendet. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Uwe Lübken, Amerika- und Umwelthistoriker Volker Depkat, Historiker, Amerikanist, Universität Regensburg Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Almuth Finck Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins Technik: Annette Skrzydlo


In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:
  • wie zwei Maler und ein Fotograf maßgeblich Anteil daran haben, dass Yellowstone weltweit erster Nationalpark wird,
  • von der dynamischen und wirtschaftlichen Entwicklung nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs,
  • vom tiefen kulturellen Graben zwischen den Städtern an den Küsten und den Menschen im "Herzland" der USA,
  • von einem Geysir mit der Pünklichkeit eines Schweizer Uhrwerks.

Reißende Flüsse, blubbernde Schlammlöcher, heiße Quellen, riesige Mammutbäume und fast 60 Prozent aller Geysire auf der Erde: Das ist der Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA. Heute kommen jedes Jahr rund drei Millionen Touristen. Zu verdanken ist dies vor allem dem Mediziner und Geologen Ferdinand Vandeveer Hayden.

Siedler, Abenteurer und Schatzsucher ignorieren das schwer zugängliche Terrain mitten in den Rocky Mountains zunächst. Das ändert sich, als Hayden den Plan ergreift, die Region zu erforschen. Am 11. Juni 1871 bricht er mit 34 anderen Abenteurern, sieben Wagen und zwei Maultieren auf zum Fluss Yellowstone.

Die Forschungsreisenden stoßen auf eine grandiose Vulkanlandschaft und unendliche Wälder voller Grizzlys, Bisons und Wölfen. Seine Erlebnisse notiert Hayden anschaulich auf den rund 500 Seiten seines Tagebuchs. Ende August 1871 ist die Expedition in Montana beendet.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Uwe Lübken, Amerika- und Umwelthistoriker
  • Volker Depkat, Historiker, Amerikanist, Universität Regensburg
  • Chris Magoc: Yellowstone. The Creation and Selling of an American Landscape. Princeton (PUP) 1999
  • Stephen Nash: Grand Canyon For Sale. Public Land versus Private Interests in the Era of Climate Change. Oakland 2017
  • Marlene Deahl Merrill: Yellowstone and the Great West: Journals, Letters, and Images from the 1871 Hayden Expedition. Lincoln 1999

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Autor: Almuth Finck
Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins
Technik: Annette Skrzydlo

Wie Antoni Gaudí zum Star-Architekten wurde

Wie Antoni Gaudí zum Star-Architekten wurde WDR Zeitzeichen 10.06.2026 14:49 Min. Verfügbar bis 10.06.2099 WDR 5

In Barcelona sind seine Bauten allgegenwärtig. Antoni Gaudí (gest. 10.06.1926) ist als Architekt der Sagrada Familia weltberühmt. Doch sein Weg startet holprig - mit Problemen an der Uni.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen wie Antoni Gaudí sich selbstbewusst mit der Stadtverwaltung Barcelonas anlegt, welche Schicksalsschläge dafür sorgen, dass Gaudí 30 Jahre lang allein mit seinem Vater lebt und wie ein außergewöhnliches Haus zu Gaudís "Visitenkarte" wird. Wer durch Barcelona streift, begegnet Antoni Gaudí oft: Seine auffälligen Häuser sind überall in der Stadt verteilt. Das größte und berühmteste Bauwerk ist sicher die Sagrada Família. Eine Kathedrale, die so besonders und ungewöhnlich ist, wie ihr Architekt Antoni Gaudí selber. Obwohl Antoni Gaudí einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit ist, tut er sich mit dem Studium schwer. Mit Ach und Krach schafft er seinen Abschluss und eröffnet mit 26 Jahren ein eigenes Architektenbüro. Seine Gebäude mit den komplexen Formen und Mustern polarisieren von Anfang an. Während Gaudí Anwesen für wohlhabende Barceloner entwirft, arbeitet er längst an seinem Hauptwerk: An der Sagrada Família, der vielleicht außergewöhnlichsten Kathedrale der Welt. Ab 1883 ist Gaudí Chef der Baustelle. Als Gaudí am 10. Juni 1926 mit 74 Jahren nach einem Unfall stirbt, steht etwa ein Achtel der Sagrada Família. Aber weil es zahlreiche Modelle gibt, können seine Mitarbeiter und deren Nachfolger weitermachen. Bis heute setzen sie seine Ideen um. Inzwischen peilt man für die Fertigstellung das Jahr 2034 an. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kathrin Benz, Gaudí-Biografin Kathrin Benz: Antoni Gaudí - der Architekt Gottes, Freiburg im Breisgau 2025 Rainer Zerbst, Peter Gössel: Antoni Gaudí i Cornet - Das vollständige Werk 1852 - 1926“, Köln 2025 Cristina Montez und Aurora Cuito: Antoni Gaudí, Köln 2002 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Jakob Schiffer, Frank Zirpins Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
  • wie Antoni Gaudí sich selbstbewusst mit der Stadtverwaltung Barcelonas anlegt,
  • welche Schicksalsschläge dafür sorgen, dass Gaudí 30 Jahre lang allein mit seinem Vater lebt,
  • wie ein außergewöhnliches Haus zu Gaudís "Visitenkarte" wird,
  • wie das Märchen "Hänsel und Gretel" in Gaudís Arbeit einfließt,
  • was Gaudís Säulen mit einem Gehstock gemeinsam haben.

Wer durch Barcelona streift, begegnet Antoni Gaudí oft: Seine auffälligen Häuser sind überall in der Stadt verteilt. Das größte und berühmteste Bauwerk ist sicher die Sagrada Família. Eine Kathedrale, die so besonders und ungewöhnlich ist, wie ihr Architekt Antoni Gaudí selber.

Obwohl Antoni Gaudí einer der berühmtesten Architekten seiner Zeit ist, tut er sich mit dem Studium schwer. Mit Ach und Krach schafft er seinen Abschluss und eröffnet mit 26 Jahren ein eigenes Architektenbüro. Seine Gebäude mit den komplexen Formen und Mustern polarisieren von Anfang an.

Während Gaudí Anwesen für wohlhabende Barceloner entwirft, arbeitet er längst an seinem Hauptwerk: An der Sagrada Família, der vielleicht außergewöhnlichsten Kathedrale der Welt. Ab 1883 ist Gaudí Chef der Baustelle.

Als Gaudí am 10. Juni 1926 mit 74 Jahren nach einem Unfall stirbt, steht etwa ein Achtel der Sagrada Família. Aber weil es zahlreiche Modelle gibt, können seine Mitarbeiter und deren Nachfolger weitermachen. Bis heute setzen sie seine Ideen um. Inzwischen peilt man für die Fertigstellung das Jahr 2034 an.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kathrin Benz, Gaudí-Biografin
  • Kathrin Benz: Antoni Gaudí - der Architekt Gottes, Freiburg im Breisgau 2025
  • Rainer Zerbst, Peter Gössel: Antoni Gaudí i Cornet - Das vollständige Werk 1852 - 1926“, Köln 2025
  • Cristina Montez und Aurora Cuito: Antoni Gaudí, Köln 2002

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Autorin: Andrea Klasen
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Gauguin in Tahiti: Die dunkle Wahrheit hinter dem Südseetraum

Gauguin in Tahiti: Die dunkle Wahrheit hinter dem Südseetraum WDR Zeitzeichen 09.06.2026 14:38 Min. Verfügbar bis 09.06.2099 WDR 5

Am 9.6.1891 erreicht Paul Gauguin Tahiti - und findet statt Paradies die koloniale Realität. Doch warum schaffen seine Werke einen Mythos, der bis heute unser Bild prägt?

In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch, warum Paul Gauguin 1891 nach Tahiti reist, wieso sein Traum vom unberührten Südseeparadies schon bei der Ankunft zerbricht, und wie seine Bilder bis heute unsere Vorstellung von Tahiti prägen. Als Paul Gauguin am 9. Juni 1891 in Papeete ankommt, sucht er tropische Natur, Ursprünglichkeit, ein Leben fern von Paris, Kunstmarkt und Industrialisierung. Doch am Hafen erwartet ihn nicht die erträumte Wildnis, sondern französische Architektur, koloniale Verwaltung und europäische Mode. "Das war ja Europa", notiert er enttäuscht. Gauguin bleibt trotzdem. In einem Dorf beginnt er, Tahiti in kräftigen Farben neu zu erfinden: Fischerinnen, Gärten, Rituale, Frauen am Strand. Doch viele dieser Bilder zeigen nur eine Collage aus Fantasie und kolonialen Klischees. Gauguin wird damit zum Wegbereiter der Moderne und zugleich zum Schöpfer eines Mythos, der das europäische Bild der Südsee bis heute prägt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Nadine Engel (Museum Folkwang) Paul Gauguin: Noa Noa, Paris 1901 Georg W. Költzsch (Hrsg.): Paul Gauguin. Das verlorene Paradies (Ausstellungskatalog Museum Folkwang Essen; Neue Nationalgalerie Berlin), Essen 1998 Raphaël Bouvier und Martin Schwander (Hrsg.): Paul Gauguin (Ausstellungskatalog Fondation Beyeler, Riehen/Basel), Riehen/Basel 2015 Ralph Gleis und Anna Kærsgaard Gregersen (Hrsg.): Paul Gauguin. Why are you angry? (Ausstellungskatalog Alte Nationalgalerie Berlin), Berlin 2022 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Laura Dresch   Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch:
  • warum Paul Gauguin 1891 nach Tahiti reist,
  • wieso sein Traum vom unberührten Südseeparadies schon bei der Ankunft zerbricht,
  • wie seine Bilder bis heute unsere Vorstellung von Tahiti prägen.

Als Paul Gauguin am 9. Juni 1891 in Papeete ankommt, sucht er tropische Natur, Ursprünglichkeit, ein Leben fern von Paris, Kunstmarkt und Industrialisierung. Doch am Hafen erwartet ihn nicht die erträumte Wildnis, sondern französische Architektur, koloniale Verwaltung und europäische Mode. "Das war ja Europa", notiert er enttäuscht.

Gauguin bleibt trotzdem. In einem Dorf beginnt er, Tahiti in kräftigen Farben neu zu erfinden: Fischerinnen, Gärten, Rituale, Frauen am Strand. Doch viele dieser Bilder zeigen nur eine Collage aus Fantasie und kolonialen Klischees. Gauguin wird damit zum Wegbereiter der Moderne und zugleich zum Schöpfer eines Mythos, der das europäische Bild der Südsee bis heute prägt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Nadine Engel (Museum Folkwang)
  • Paul Gauguin: Noa Noa, Paris 1901
  • Georg-W. Költzsch (Hrsg.): Paul Gauguin. Das verlorene Paradies (Ausstellungskatalog Museum Folkwang Essen; Neue Nationalgalerie Berlin), Essen 1998
  • Raphaël Bouvier und Martin Schwander (Hrsg.): Paul Gauguin (Ausstellungskatalog Fondation Beyeler, Riehen/Basel), Riehen/Basel 2015
  • Ralph Gleis und Anna Kærsgaard Gregersen (Hrsg.): Paul Gauguin. Why are you angry? (Ausstellungskatalog Alte Nationalgalerie Berlin), Berlin 2022

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Laura Dresch  
Redaktion: Matti Hesse

Maggi: Vom einfachen Arme-Leute-Essen zur Kultwürze

Maggi: Vom einfachen Arme-Leute-Essen zur Kultwürze WDR Zeitzeichen 08.06.2026 14:15 Min. Verfügbar bis 08.06.2099 WDR 5

1886 erfindet Julius Maggi eine Würze, die Fleischgeschmack vortäuscht. Er macht Geschmacksverstärker zum beliebten Massenprodukt und begründet so ein Lebensmittel-Imperium.

In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann, wie Julius Maggi mit seiner Würze den Geschmack der Industrialisierung erfindet, weshalb eine kleine braune Flasche bis heute in fast jedem Küchenschrank steht und wieso ausgerechnet der Wunsch nach Fleisch die berühmte Maggi-Würze hervorbringt. Sie ist klein, kantig und unverwechselbar: die Maggi-Flasche. Seit 140 Jahren gilt die Rezeptur ihres Inhalts als streng gehütetes Geheimnis. Entwickelt wird die Würze in einer Zeit, in der viele Menschen wenig Geld, wenig Zeit und oft nur fades Essen haben. Denn mit der Industrialisierung verändert sich auch die Küche. Fertigprodukte halten Einzug in den Alltag. Der Schweizer Unternehmer Julius Maggi erkennt früh, wonach sich die Menschen sehnen: nach schnellen Mahlzeiten mit kräftigem Geschmack. 1886 entwickelt er die dunkle Würzsoße, die einfachen Suppen ein „fleischiges“ Aroma verleiht – auch ohne Fleisch. Das sind unsere Interviewpartner: Norbert Reiter, Geschäftsführer Maggi Deutschland Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, Kulturhistoriker (Uni Regensburg) Prof. Dr. Sascha Rohn, Lebensmittel-Chemiker (TU Berlin) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay Bandermann Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek, Michael Franke und Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:
  • wie Julius Maggi mit seiner Würze den Geschmack der Industrialisierung erfindet,
  • weshalb eine kleine braune Flasche bis heute in fast jedem Küchenschrank steht,
  • wieso ausgerechnet der Wunsch nach Fleisch die berühmte Maggi-Würze hervorbringt.

Sie ist klein, kantig und unverwechselbar: die Maggi-Flasche. Seit 140 Jahren gilt die Rezeptur ihres Inhalts als streng gehütetes Geheimnis. Entwickelt wird die Würze in einer Zeit, in der viele Menschen wenig Geld, wenig Zeit und oft nur fades Essen haben.

Denn mit der Industrialisierung verändert sich auch die Küche. Fertigprodukte halten Einzug in den Alltag. Der Schweizer Unternehmer Julius Maggi erkennt früh, wonach sich die Menschen sehnen: nach schnellen Mahlzeiten mit kräftigem Geschmack. 1886 entwickelt er die dunkle Würzsoße, die einfachen Suppen ein „fleischiges“ Aroma verleiht – auch ohne Fleisch.

Das sind unsere Interviewpartner:
  • Norbert Reiter, Geschäftsführer Maggi Deutschland
  • Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, Kulturhistoriker (Uni Regensburg)
  • Prof. Dr. Sascha Rohn, Lebensmittel-Chemiker (TU Berlin)

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Autor: Kay Bandermann
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Sarah Fitzek, Michael Franke und Sascha Schiemann

Der stille Held hinter Schindlers Liste: Mieczyslaw Pemper

Der stille Held hinter Schindlers Liste: Mieczyslaw Pemper WDR Zeitzeichen 07.06.2026 14:52 Min. Verfügbar bis 07.06.2099 WDR 5

Die Welt kennt Oskar Schindler und seine große Rettungstat. Kaum jemand kennt den Mann, der ihm ganz entscheidend dabei geholfen hat: Mieczyslaw Pemper (gest. am 7.6.2011).

In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer, wie Mietek Pemper im Büro des KZ-Kommandanten Amon Göth täglich zwischen Todesgefahr und Überleben pendelt, warum ausgerechnet seine Kenntnisse von Schreibmaschine und Kurzschrift später mehr als 1200 Menschen das Leben retten und weshalb Oskar Schindlers berühmte Liste ohne Pemper vermutlich nie entstanden wäre. Mietek Pemper ist kein Held, der sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Die Arbeit des gebürtigen Krakauers im Büro des KZ-Kommandanten ist Zwangsarbeit. Und doch verschafft ihm genau diese Position Zugang zu Informationen, die über Leben und Tod entscheiden werden. Während draußen Menschen deportiert und ermordet werden, arbeitet Pemper im Zentrum der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Gemeinsam mit Oskar Schindler nutzt er geschönte Statistiken und gefälschte Produktionszahlen, um jüdische Zwangsarbeiter vor Auschwitz zu bewahren. Durch den Film "Schindlers Liste" wird die Geschichte weltweit bekannt – doch den klugen Kopf dahinter kennt lange kaum jemand. Das sind unsere wichtigsten Quellen: Viktoria Hertling: Mietek Pemper. Der kluge Kopf hinter Oskar Schindlers Liste, Berlin 2020 Mietek Pemper, Viktoria Hertling und Marie Elisabeth Müller: Der rettende Weg – Schindlers Liste. Die wahre Geschichte, Hamburg 2005 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig Katzer Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:
  • wie Mietek Pemper im Büro des KZ-Kommandanten Amon Göth täglich zwischen Todesgefahr und Überleben pendelt,
  • warum ausgerechnet seine Kenntnisse von Schreibmaschine und Kurzschrift später mehr als 1200 Menschen das Leben retten,
  • weshalb Oskar Schindlers berühmte Liste ohne Pemper vermutlich nie entstanden wäre.
Mietek Pemper ist kein Held, der sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Die Arbeit des gebürtigen Krakauers im Büro des KZ-Kommandanten ist Zwangsarbeit. Und doch verschafft ihm genau diese Position Zugang zu Informationen, die über Leben und Tod entscheiden werden.

Während draußen Menschen deportiert und ermordet werden, arbeitet Pemper im Zentrum der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Gemeinsam mit Oskar Schindler nutzt er geschönte Statistiken und gefälschte Produktionszahlen, um jüdische Zwangsarbeiter vor Auschwitz zu bewahren.

Durch den Film "Schindlers Liste" wird die Geschichte weltweit bekannt – doch den klugen Kopf dahinter kennt lange kaum jemand.

Das sind unsere wichtigsten Quellen:
  • Viktoria Hertling: Mietek Pemper. Der kluge Kopf hinter Oskar Schindlers Liste, Berlin 2020
  • Mietek Pemper, Viktoria Hertling und Marie Elisabeth Müller: Der rettende Weg. Schindlers Liste - Die wahre Geschichte, Hamburg 2005

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Autor: Herwig Katzer
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

Ein großes Herz für Freund und Feind in Not: CARE-Pakete

Ein großes Herz für Freund und Feind in Not: CARE-Pakete WDR Zeitzeichen 06.06.2026 14:24 Min. Verfügbar bis 06.06.2099 WDR 5

Im Juni 1946 senden die USA die ersten CARE-Pakete nach Europa, um die die Not der Menschen zu lindern. Vor allem in Deutschland werden sie zum Symbol der Nachkriegszeit.

In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock über die Hungersnot in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg und warum die Care-Pakete nicht nur den Hunger stillen. US-Präsident Harry S. Truman geht mit gutem Beispiel voran und kauft persönlich 100 Care-Pakete. Und er ruft die amerikanische Bevölkerung auf, es ihm gleichzutun. Initiiert wird die Aktion von der "Kooperative für amerikanische Hilfslieferungen nach Europa", kurz CARE. Erst freuen sich die Franzosen über die Extra-Portion Zucker, Fleisch & Co. Am 6. Juni 1946 heben die USA dann das Verbot auf, Pakete ins besetzte Deutschland zu schicken. Bereits einen Monat später legt der erste Hilfsfrachter in Bremerhaven an. Ein Paket sei wie ein Lottogewinn gewesen, berichten Empfänger später über die Hilfslieferungen. Bis 1960 erreichen 100 Millionen Care-Pakete Europa, zehn Millionen davon gehen nach Deutschland. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Kerstin Bandsom, Leiterin Kommunikation bei CARE Deutschland Karl-Otto Zentel, Geschäftsführer CARE Deutschland Thorsten Smidt, Ausstellungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte, Bonn Klaus Naumann: Nachkrieg in Deutschland, Hamburg 2001 Johannes-Dieter Steinert: Nach Holocaust und Zwangsarbeit. Britische humanitäre Hilfe in Deutschland, Osnabrück 2007 Hermann Glaser: 1945. Beginn einer Zukunft, Frankfurt am Main 2005 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:
  • über die Hungersnot in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg,
  • wie die Besatzer die Ernährung der Bevölkerung auch für ihre politischen Zwecke nutzen,
  • warum die Care-Pakete nicht nur den Hunger stillen.

US-Präsident Harry S. Truman geht mit gutem Beispiel voran und kauft persönlich 100 Care-Pakete. Und er ruft die amerikanische Bevölkerung auf, es ihm gleichzutun. Initiiert wird die Aktion von der "Kooperative für amerikanische Hilfslieferungen nach Europa", kurz CARE.

Erst freuen sich die Franzosen über die Extra-Portion Zucker, Fleisch & Co. Am 6. Juni 1946 heben die USA dann das Verbot auf, Pakete ins besetzte Deutschland zu schicken. Bereits einen Monat später legt der erste Hilfsfrachter in Bremerhaven an.

Ein Paket sei wie ein Lottogewinn gewesen, berichten Empfänger später über die Hilfslieferungen. Bis 1960 erreichen 100 Millionen Care-Pakete Europa, zehn Millionen davon gehen nach Deutschland.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Kerstin Bandsom, Leiterin Kommunikation bei CARE Deutschland
  • Karl-Otto Zentel, Geschäftsführer CARE Deutschland
  • Thorsten Smidt, Ausstellungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte, Bonn
  • Klaus Naumann: Nachkrieg in Deutschland, Hamburg 2001
  • Johannes-Dieter Steinert: Nach Holocaust und Zwangsarbeit. Britische humanitäre Hilfe in Deutschland, Osnabrück 2007
  • Hermann Glaser: 1945. Beginn einer Zukunft, Frankfurt am Main 2005

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Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
Redaktion: Matti Hesse

Zwischen Romantik und Abgrund: Komponist Carl Maria von Weber

Zwischen Romantik und Abgrund: Komponist Carl Maria von Weber WDR Zeitzeichen 05.06.2026 14:44 Min. Verfügbar bis 05.06.2099 WDR 5

Er liebt die Natur, kämpft mit Schulden und schreibt Musik voller Dramatik: Carl Maria von Weber gilt als Wunderkind, Hallodri und Visionär. Er stirbt am 5. Juni 1826.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz, wie aus dem Hallodri Weber ein kühler Stratege wird, warum sich der Komponist von nationalistischen Strömungen fernhält und an welcher Krankheit Weber mit nur 39 Jahren stirbt. Carl Maria von Weber wird mit Talent geboren: Bei der Uraufführung seiner Oper "Abu Hassan" ist er gerade einmal 24 Jahre alt. Der junge Komponist gilt als gesellig und umtriebig. Man trifft und hört ihn in München, Wien und Prag. Zur Ruhe kommt Weber erst 1817 an der Oper in Dresden: Dort heiratet er die Sängerin und Schauspielerin Caroline Brandt und komponiert sein Meisterwerk "Der Freischütz". Die packende Geschichte mit den eingängigen Melodien ist schon bei der Uraufführung 1821 ein Riesenerfolg. Danach kann der erkrankte Weber nur noch zwei weitere Opern vollenden: "Euryanthe" und "Oberon". Er stirbt am 5. Juni 1826 auf einer Londonreise. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Johannes Veit (Musikwissenschaftler, Detmold) Carl Maria von Weber: Briefe. Hg. v. Hans Christoph Worbs. Frankfurt a.M. 1982 Christoph Schwandt: Carl Maria von Weber in seiner Zeit. Eine Biografie. Mainz 2014 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vratz Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:
  • wie aus dem Hallodri Weber ein kühler Stratege wird,
  • warum sich der Komponist von nationalistischen Strömungen fernhält,
  • an welcher Krankheit Weber mit nur 39 Jahren stirbt.

Carl Maria von Weber wird mit Talent geboren: Bei der Uraufführung seiner Oper "Abu Hassan" ist er gerade einmal 24 Jahre alt. Der junge Komponist gilt als gesellig und umtriebig. Man trifft und hört ihn in München, Wien und Prag.

Zur Ruhe kommt Weber 1817 an der Oper in Dresden: Dort heiratet er die Sängerin und Schauspielerin Caroline Brandt und komponiert sein Meisterwerk "Der Freischütz". Die packende Geschichte mit den eingängigen Melodien ist schon bei der Uraufführung 1821 ein Riesenerfolg.

Danach kann der erkrankte Weber nur noch zwei weitere Opern vollenden: "Euryanthe" und "Oberon". Er stirbt am 5. Juni 1826 auf einer Londonreise.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Dr. Johannes Veit (Musikwissenschaftler, Detmold)
  • Carl Maria von Weber: Briefe. Hg. v. Hans Christoph Worbs. Frankfurt a.M. 1982
  • Carl Maria von Weber: Kunstansichten. Ausgewählte Schriften. Hg. v. Karl Laux. Leipzig 1969
  • Max von Weber: Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild, Bd. 1-3, Leipzig 1864-1866
  • Christoph Schwandt: Carl Maria von Weber in seiner Zeit. Eine Biografie. Mainz 2014

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Autor: Christoph Vratz
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Die Blutnacht von Kathmandu: Nepals ungeliebter König Gyanendra

Die Blutnacht von Kathmandu: Nepals ungeliebter König Gyanendra WDR Zeitzeichen 04.06.2026 13:47 Min. Verfügbar bis 04.06.2099 WDR 5

Das Massaker im nepalischen Königshaus von 2001 brachte mit Gyanendra Bir Bikram einen König hervor, den das Volk auch beim zweiten Mal nicht auf dem Thron wollte.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı über die Gerüchte, dass Gyanendra den Mord an der Königsfamilie eingefädelt haben könnte, warum er als König sowohl die Maoisten als auch die demokratischen Kräfte im Land gegen sich aufbringt und Nepal die Monarchie abgeschafft hat. Was genau am 1. Juni 2001 im Königspalast in Nepal geschehen ist, darüber wird bis heute spekuliert. Offiziellen Angaben zufolge hat Königssohn Dipendra seine Eltern, weitere Verwandte und am Ende sich selbst erschossen. Angeblich aus Wut, weil König Birendra gegen die Hochzeit mit einer Bürgerlichen ist. Nutznießer der Tragödie ist der Onkel des Amokschützen und Bruder des getöteten Königs: Gyanendra steigt am 4. Juni 2001 zum König von Nepal auf - und übernimmt ein vom Bürgerkrieg zerrissenes Land. Er schafft es nicht, das Land zu befrieden, sondern vergrößert durch sein Machtstreben die Kluft. Schließlich muss Gyanendra 2006 auf Druck der Bevölkerung abdanken. Das sind unsere Interviewpartner: Ram Thapa, Honorargeneralkonsul Nepals in Köln Thomas Doehne, Journalist und Berater für Entwicklungshilfeorganisationen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayi Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı:
  • über die Gerüchte, dass Gyanendra den Mord an der Königsfamilie eingefädelt haben könnte,
  • warum er als König sowohl die Maoisten als auch die demokratischen Kräfte im Land gegen sich aufbringt,
  • warum es in Nepal noch Sympathisanten für Gyanendra gibt,
  • weshalb Nepal dennoch die Monarchie abgeschafft hat.

Was genau am 1. Juni 2001 im Königspalast in Nepal geschehen ist, darüber wird bis heute spekuliert. Offiziellen Angaben zufolge hat Königssohn Dipendra seine Eltern, weitere Verwandte und am Ende sich selbst erschossen. Angeblich aus Wut, weil König Birendra gegen die Hochzeit mit einer Bürgerlichen ist.

Nutznießer der Tragödie ist der Onkel des Amokschützen und Bruder des getöteten Königs: Gyanendra steigt am 4. Juni 2001 zum König von Nepal auf - und übernimmt ein vom Bürgerkrieg zerrissenes Land. Er schafft es nicht, das Land zu befrieden, sondern vergrößert durch sein Machtstreben die Kluft. Schließlich muss Gyanendra 2006 auf Druck der Bevölkerung abdanken.

Das sind unsere Interviewpartner:
  • Ram Thapa, Honorargeneralkonsul Nepals in Köln
  • Thomas Doehne, Journalist und Berater für Entwicklungshilfeorganisationen

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Murat Kayi
Redaktion: Frank Zirpins

Vom belächelten Spinner zum Radheld: Nils Gustaf Håkansson

Vom belächelten Spinner zum Radheld: Nils Gustaf Håkansson WDR Zeitzeichen 03.06.2026 14:26 Min. Verfügbar bis 03.06.2099 WDR 5

Ohne Rennrad und Erlaubnis fährt der 65-Jährige "Stahl-Opa" das 1.700km-Rennen durch Schweden. Er schläft kaum - und gewinnt mit großem Vorsprung. Im Juni 1951 radelt er los.

In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand, warum Håkansson trotz Verbots einfach hinter den Teilnehmern des Rennens herfährt, wie der "Stahl-Opa" mit eisernem Willen und kaum Schlaf zur Sensation wird und wie aus einem belächelten Außenseiter plötzlich ein Volksheld wird. Im Juni 1951 startet in Schweden ein Radrennen über mehr als 1700 Kilometer, vom hohen Norden bis in den Süden des Landes. Unter den Teilnehmern ist ein 65-jähriger Mann mit langem weißen Bart, Alltagsfahrrad und einer selbst gemalten Startnummer "0" auf der Brust: Nils Gustaf Håkansson. Eigentlich darf er wegen seines Alters gar nicht mitfahren. Trotzdem fährt er los und wird zur Sensation. Während die anderen Fahrer nachts pausieren, radelt Håkansson weiter. Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Bald berichten Zeitungen und Radio im ganzen Land über den bärtigen Radfahrer, der aussehe "wie ein Prophet aus dem Alten Testament". Tausende Menschen warten am Straßenrand auf ihn. Nach 6 Tagen und 14 Stunden erreicht er das Ziel, einen Tag vor allen anderen Fahrern. Aus dem alten Mann mit der selbst gemalten Null wird eine Legende: „Stålfarfar“- der "Stahl-Opa". Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Rikard Benny Liljegren (Journalist) Bengt Almquist (Leiter einer Ausstellung über Nils Gustaf Håkansson) Danny Kringiel: Der 66-Jährige, der auf sein Rostrad stieg und gewann (Spiegel 2021) Christian Brüngger: Wie Stahl-Opa mit einem Alltagsvelo zur Sensation wurde (Tagesanzeiger 2023) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:
  • warum Håkansson trotz Verbots einfach hinter den anderen Teilnehmern herfährt,
  • wie der "Stahl-Opa" mit eisernem Willen und kaum Schlaf zur Sensation wird,
  • wie aus einem belächelten Außenseiter plötzlich ein Volksheld wird.

Im Juni 1951 startet in Schweden ein Radrennen über mehr als 1700 Kilometer, vom hohen Norden bis in den Süden des Landes. Unter den Teilnehmern ist ein 65-jähriger Mann mit langem weißen Bart, Alltagsfahrrad und einer selbst gemalten Startnummer "0" auf der Brust: Nils Gustaf Håkansson. Eigentlich darf er wegen seines Alters gar nicht mitfahren. Trotzdem fährt er los und wird zur Sensation.

Während die anderen Fahrer nachts pausieren, radelt Håkansson weiter. Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Bald berichten Zeitungen und Radio im ganzen Land über den bärtigen Radfahrer, der aussehe "wie ein Prophet aus dem Alten Testament". Tausende Menschen warten am Straßenrand auf ihn. Nach 6 Tagen und 14 Stunden erreicht er das Ziel, einen Tag vor allen anderen Fahrern. Aus dem alten Mann mit der selbst gemalten Null wird eine Legende: „Stålfarfar“- der "Stahl-Opa".

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Kolja Sand
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Moritz Raestrup

Kleines Schwarzes: Ein Kleid revolutioniert die Mode

Kleines Schwarzes: Ein Kleid revolutioniert die Mode WDR Zeitzeichen 02.06.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 02.06.2099 WDR 5

1926 veröffentlicht die US-Vogue eine Skizze von Coco Chanel: Das "Kleine Schwarze" sprengt modische Regeln, wird zum Symbol der Selbstbestimmung und gilt bis heute als Klassiker.

In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven, warum Coco Chanels Entwurf von 1926 für die Leserinnen der "Vogue" ein kleiner Skandal ist, wieso ein schlichtes schwarzes Kleid Frauen plötzlich mehr Freiheit und Beweglichkeit verschafft und wie Audrey Hepburn, Lady Diana und Millionen Frauen das "Little Black Dress" zur Stil-Ikone machen. Es ist nur eine schlichte Zeichnung in der "Vogue" von 1926: ein schmales schwarzes Kleid aus leichter Seide, gerade geschnitten. Doch Coco Chanels Entwurf verändert die Modegeschichte. Nachdem Frauen lange in enge Korsetts gezwängt wurden, schenkt das Kleine Schwarze Bewegungsfreiheit und ein neues Selbstbewusstsein. Schwarz, bis dahin vor allem Farbe der Trauer, wird plötzlich modern und elegant. Ob in den Goldenen Zwanzigern, bei Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" oder als legendäres "Revenge Dress" von Lady Diana: Das Kleine Schwarze wird zur Projektionsfläche weiblicher Emanzipation. Das sind unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin: Grit Seymour, Modedesignerin und Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) Gertrud Lehnert: Mode – Theorie, Geschichte und Ästhetik einer kulturellen Praxis, Bielefeld 2013 Gertrud Lehnert: Coco Chanel und Elsa Schiaparelli. Zwei Frauen leben ihren Traum, Berlin 2015 Arte: Das Kleine Schwarze (Dokumentation 2016) Arte: Coco Chanel – Leben, Lügen und Legenden (Dokumentation 2023) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Steffi Tenhaven Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins Technik: Nicolas Dohle


In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven:
  • warum Coco Chanels Entwurf von 1926 für die Leserinnen der "Vogue" ein kleiner Skandal ist,
  • wieso ein schlichtes schwarzes Kleid Frauen plötzlich mehr Freiheit und Beweglichkeit verschafft,
  • wie Audrey Hepburn, Prinzessin Diana und Millionen Frauen das "Little Black Dress" zur Stil-Ikone machen.

Es ist nur eine schlichte Zeichnung in der "Vogue" von 1926: ein schmales schwarzes Kleid aus leichter Seide, gerade geschnitten. Doch Coco Chanels Entwurf verändert die Modegeschichte. Nachdem Frauen lange in enge Korsetts gezwängt wurden, schenkt das Kleine Schwarze Bewegungsfreiheit und ein neues Selbstbewusstsein.

Schwarz, bis dahin vor allem Farbe der Trauer, wird plötzlich modern und elegant. Ob in den Goldenen Zwanzigern, bei Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" oder als legendäres "Revenge Dress" von Lady Diana: Das Kleine Schwarze wird zur Projektionsfläche weiblicher Emanzipation.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Grit Seymour, Modedesignerin und Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW)
  • Gertrud Lehnert: Mode – Theorie, Geschichte und Ästhetik einer kulturellen Praxis, Bielefeld 2013
  • Gertrud Lehnert: Coco Chanel und Elsa Schiaparelli. Zwei Frauen leben ihren Traum, Berlin 2015
  • Arte: Das Kleine Schwarze (Dokumentation 2016)
  • Arte: Coco Chanel – Leben, Lügen und Legenden (Dokumentation 2023)

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Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Steffi Tenhaven
Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins
Technik: Nicolas Dohle

"Die Pille": Trennung von Sex und Fortpflanzung

"Die Pille": Trennung von Sex und Fortpflanzung WDR Zeitzeichen 01.06.2026 14:43 Min. Verfügbar bis 01.06.2099 WDR 5

Als am 1. Juni 1961 "die Pille" nach Deutschland kommt, warnen Kirche, Ärzte und Politik. Frauenrechtlerinnen feiern sie, andere kritisieren Risiken und Abhängigkeiten.

In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock, mit welchen teils absurden und gefährlichen Methoden Frauen über Jahrtausende verhüten, wie die US-amerikanische Frauenrechtlerin Margaret Sanger für Aufklärung und Geburtenkontrolle kämpft, und weshalb die Anti-Baby-Pille in Deutschland zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben wird. Luft anhalten, rückwärts springen oder Pflanzenextrakte einnehmen: Der Wunsch, Schwangerschaften zu verhindern, ist uralt. Viele sterben an den Folgen von Schwangerschaften oder gefährlichen Abbrüchen. Sichere Verhütung bleibt lange ein Risiko, besonders für Frauen. Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt die Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger, in den USA öffentlich über Geburtenkontrolle zu sprechen, obwohl Aufklärung damals verboten ist. Ihr Ziel: ein einfaches Medikament, das Frauen selbstbestimmt verhüten lässt. 1960 wird die Pille in den USA zugelassen, ein Jahr später kommt sie nach Westdeutschland. Doch die neue Freiheit sorgt für heftige Debatten: Darf Sexualität von Fortpflanzung getrennt werden? Wer bekommt die Pille und wer nicht? Das sind unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin: Dr. Uta Fenske, Zentrum für Gender Studies, Uni Siegen und Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt, Köln 2021 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:
  • mit welchen teils absurden und gefährlichen Methoden Frauen über Jahrtausende verhüten,
  • wie die US-amerikanische Frauenrechtlerin Margaret Sanger für Aufklärung und Geburtenkontrolle kämpft,
  • weshalb die Anti-Baby-Pille in Deutschland zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben wird.

Luft anhalten, rückwärts springen oder Pflanzenextrakte einnehmen: Der Wunsch, Schwangerschaften zu verhindern, ist uralt. Viele sterben an den Folgen von Schwangerschaften oder gefährlichen Abbrüchen. Sichere Verhütung bleibt lange ein Risiko, besonders für Frauen.

Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt die Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger, in den USA öffentlich über Geburtenkontrolle zu sprechen, obwohl Aufklärung damals verboten ist. Ihr Ziel: ein einfaches Medikament, das Frauen selbstbestimmt verhüten lässt.

1960 wird die Pille in den USA zugelassen, ein Jahr später kommt sie nach Westdeutschland. Doch die neue Freiheit sorgt für heftige Debatten: Darf Sexualität von Fortpflanzung getrennt werden? Wer bekommt die Pille und wer nicht?

Das ist unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin:
  • Dr. Uta Fenske, Zentrum für Gender Studies, Uni Siegen und Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung
  • Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt, Köln 2021

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Transsibirische Eisenbahn: Der Wilde Osten auf 9.288 Kilometern

Transsibirische Eisenbahn: Der Wilde Osten auf 9.288 Kilometern WDR Zeitzeichen 31.05.2026 14:49 Min. Verfügbar bis 31.05.2099 WDR 5

Sie ist die längste Bahnstrecke der Welt und ein westlicher Traum von Abenteuer. Doch hinter dem Mythos der Transsibirischen Eisenbahn steckt harte Machtpolitik.

In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg, was die Pariser Weltausstellung von 1900 mit der "Transsib" zu tun hat, wie viele Arbeiter beim Bau der Eisenbahn schätzungsweise ihr Leben verloren haben und wie viele Kilometer, Zeitzonen, Kontinente und Bahnhöfe sie passiert. Seit mehr als 100 Jahren beginnen Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn am Jaroslawler Bahnhof in Moskau. Für viele Menschen außerhalb Russlands steht die Strecke für endlose Wälder, Zeitlosigkeit und das Versprechen einer Reise durch zwei Kontinente. Diese Vorstellung ist jedoch nicht zufällig entstanden. Schon das Zarenreich bewirbt das Mammutprojekt gezielt im Westen, um Investoren zu gewinnen und Russlands Image zu verbessern. Hinter dem Mythos stehen harte Realitäten: extreme klimatische Bedingungen, Korruption und tiefgreifende Folgen für Sibirien und seine Bevölkerung. Die Transsib wird so zur Lebensader, aber auch zum politischen Werkzeug. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Nadine Pungs (Schriftstellerin, Düsseldorf) Frithjof Benjamin Schenk (Professor für Osteuropäische Geschichte und Neuere Allgemeine Geschichte, Universität Basel) Frithjof Benjamin Schenk: Mythos Transsibirische Eisenbahn. Der Traum einer Brücke zwischen Europa und Asien. Bonn 2022 https://1.ard.de/transibirische-eisenbahn Hans Engberding, Bodo Thöns (Hg.): Transsib-Lesebuch. Berlin 2002 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela Wakonigg Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother Technik: Alexander Buske


In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:
  • was die Pariser Weltausstellung von 1900 mit der "Transsib" zu tun hat,
  • wie viele Arbeiter beim Bau der Eisenbahn schätzungsweise ihr Leben verloren haben,
  • was Reisende seit mehr als 100 Jahren auf der Fahrt durch Sibirien erleben,
  • wie viele Kilometer, Zeitzonen, Kontinente und Bahnhöfe die Eisenbahn passiert,
  • weshalb die Transsib bis heute eine Schlüsselrolle in der Geopolitik spielt.

Seit mehr als 100 Jahren beginnen Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn am Jaroslawler Bahnhof in Moskau. Für viele Menschen außerhalb Russlands steht die Strecke für endlose Wälder, Zeitlosigkeit und das Versprechen einer Reise durch zwei Kontinente. Diese Vorstellung ist jedoch nicht zufällig entstanden.

Schon das Zarenreich bewirbt das Mammutprojekt gezielt im Westen, um Investoren zu gewinnen und Russlands Image zu verbessern. Hinter dem Mythos stehen harte Realitäten: extreme klimatische Bedingungen, Korruption und tiefgreifende Folgen für Sibirien und seine Bevölkerung. Die Transsib wird so zur Lebensader, aber auch zum politischen Werkzeug.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Daniela Wakonigg
Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother
Technik: Alexander Buske

Judenpogrome 1096: Kreuzfahrer bringen den Tod ins Rheinland

Judenpogrome 1096: Kreuzfahrer bringen den Tod ins Rheinland WDR Zeitzeichen 30.05.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 30.05.2099 WDR 5

Im Mittelalter lassen Kreuzfahrer auf dem Weg nach Jerusalem ihrem Hass gegen Jüdinnen und Juden freien Lauf. Auch in Köln eskaliert die Gewalt mit tödlichen Folgen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz, wie der Aufruf zum Kreuzzug von Papst Urban II. eine unkontrollierbare Gewaltlawine lostritt, warum jüdische Gemeinden am Rhein ins Visier der Kreuzfahrer geraten und wie Chroniken das Pogrom von Köln bis Mainz überliefern. Im Frühjahr 1096 erreicht der Erste Kreuzzug das Rheinland. Was als bewaffnete Pilgerfahrt ins Heilige Land beginnt, schlägt schon bald in hemmungslose Gewalt um. Unorganisierte Kreuzfahrerhaufen ziehen durch Städte und Dörfer und richten sich gegen jüdische Nachbarn, die sie zu Feinden erklären. Auch Köln bleibt nicht verschont. Trotz Versuchen der Obrigkeit, die Juden dort zu schützen, werden sie verfolgt, beraubt und ermordet. Chronisten schildern die Schändung von Häusern, Synagogen und Thorarollen. Das Pogrom dauert Tage und hinterlässt eine tief verwundete Gemeinde. Die Ereignisse von 1096 prägen das jüdische Gedächtnis über Generationen hinweg und wirken bis in die Gegenwart nach. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Dr. Christiane Twiehaus (Abteilungsleitung Jüdische Geschichte und Kultur, Landschaftsverband Rheinland) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:
  • wie der Aufruf zum Kreuzzug von Papst Urban II. eine unkontrollierbare Gewaltlawine lostritt,
  • warum jüdische Gemeinden am Rhein ins Visier der Kreuzfahrer geraten,
  • welche Rolle kirchliche Autoritäten spielen,
  • wie Chroniken das Pogrom von Köln bis Mainz überliefern,
  • weshalb 1096 als Zäsur in der Geschichte des europäischen Judentums gilt.

Im Frühjahr 1096 erreicht der Erste Kreuzzug das Rheinland. Was als bewaffnete Pilgerfahrt ins Heilige Land beginnt, schlägt schon bald in hemmungslose Gewalt um. Unorganisierte Kreuzfahrerhaufen ziehen durch Städte und Dörfer und richten sich gegen jüdische Nachbarn, die sie zu Feinden erklären. Auch Köln bleibt nicht verschont. Trotz Versuchen der Obrigkeit, die Juden dort zu schützen, werden sie verfolgt, beraubt und ermordet.

Chronisten schildern die Schändung von Häusern, Synagogen und Thorarollen. Das Pogrom dauert Tage und hinterlässt eine tief verwundete Gemeinde. Die Ereignisse von 1096 prägen das jüdische Gedächtnis über Generationen hinweg und wirken bis in die Gegenwart nach.

Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
  • Dr. Christiane Twiehaus (Abteilungsleitung Jüdische Geschichte und Kultur, Landschaftsverband Rheinland)

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Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Uwe Schulz
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Der Tag, an dem Barbarossa verschwand - und Italien gewann

Der Tag, an dem Barbarossa verschwand - und Italien gewann WDR Zeitzeichen 29.05.2026 14:39 Min. Verfügbar bis 29.05.2099 WDR 5

In der italienischen Hymne werden genau zwei Orte erwähnt: Rom - und Legnano. Ein Örtchen bei Mailand. Dort endet am 29.5.1176 die legendäre Schlacht gegen Barbarossas übermächtige Kaisertruppen.

In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller, welches wertvolle Geschenk Kaiser Barbarossa dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel macht, wer Alberto di Giussano ist und was es damit auf sich hat, dass Kaiser Barbarossa während der Schlacht von Legnano plötzlich verschwindet und Tage später wieder auftaucht. Friedrich der Erste wird von den Italienern wegen seines roten Bartes "Barbarossa" genannt. Immer wieder überquert er mit hunderten von Panzerreitern die Alpen, begleitet von etlichen Bischöfen, die ihn militärisch und finanziell großzügig unterstützen. Das Fernziel ist Rom: denn der weltliche Herrscher will einen Papst, der ihm nicht widerspricht. Es kommt wiederholt zu Gefechten zwischen Kaiser Barbarossa und den Städten Norditaliens. In einer dieser Schlachten erleidet Mailand 1161 eine bittere Niederlage. In der Folge wollen die norditalienischen Städte gemeinsam Paroli bieten. In Pontida gründen sie 1167 den Lombardenbund. Wenn eine Stadt angegriffen wird, wehren sich alle gemeinsam. Am 29. Mai 1176 kommt es bei dem kleinen Dorf Legnano erneut zur Schlacht. Barbarossas Truppen werden vernichtend geschlagen. Er ist gezwungen, Frieden mit Papst Alexander III. zu schließen. Im Frieden von Konstanz erkennt der Kaiser 1183 dann auch die innere Autonomie der italienischen Kommunen an, welche ihrerseits die Oberhoheit des Kaisers akzeptieren. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Caterina Cappuccio, Mittelalter-Historikerin, Deutsches Historisches Institut Rom Dr. Andrea Monaci, Festspiel-Direktor zum 850. Jahrestag der Schlacht von Legnano Knut Görich: Friedrich Barbarossa, eine Biographie. München 2011 Helmut Hiller: Friedrich Barbarossa und seine Zeit - eine Chronik. München 1977 Marcel Pacaut: Friedrich Barbarossa. Stuttgart 1969 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: David Rother Technik: Martina Taube


In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller:
  • welches wertvolle Geschenk Kaiser Barbarossa dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel macht,
  • wer Alberto di Giussano ist und was es mit dem Fahnenwagen auf sich hat,
  • dass Kaiser Barbarossa während der Schlacht von Legnano plötzlich verschwindet und Tage später wieder auftaucht,
  • wie die Lega Nord noch heute den Mythos der Schlacht von Legnano für sich nutzt.

Friedrich der Erste wird von den Italienern wegen seines roten Bartes "Barbarossa" genannt. Immer wieder überquert er mit hunderten von Panzerreitern die Alpen, begleitet von etlichen Bischöfen, die ihn militärisch und finanziell großzügig unterstützen. Das Fernziel ist Rom: denn der weltliche Herrscher will einen Papst, der ihm nicht widerspricht.

Es kommt wiederholt zu Gefechten zwischen Kaiser Barbarossa und den Städten Norditaliens. In einer dieser Schlachten erleidet Mailand 1161 eine bittere Niederlage. In der Folge wollen die norditalienischen Städte gemeinsam Paroli bieten. In Pontida gründen sie 1167 den Lombardenbund. Wenn eine Stadt angegriffen wird, wehren sich alle gemeinsam.

Am 29. Mai 1176 kommt es bei dem kleinen Dorf Legnano erneut zur Schlacht. Barbarossas Truppen werden vernichtend geschlagen. Er ist gezwungen, Frieden mit Papst Alexander III. zu schließen. Im Frieden von Konstanz erkennt der Kaiser 1183 dann auch die innere Autonomie der italienischen Kommunen an, welche ihrerseits die Oberhoheit des Kaisers akzeptieren.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Caterina Cappuccio, Mittelalter-Historikerin, Deutsches Historisches Institut Rom
  • Dr. Andrea Monaci, Festspiel-Direktor zum 850. Jahrestag der Schlacht von Legnano
  • Knut Görich: Friedrich Barbarossa, eine Biographie. München 2011
  • Helmut Hiller: Friedrich Barbarossa und seine Zeit - eine Chronik. München 1977
  • Marcel Pacaut: Friedrich Barbarossa. Stuttgart 1969

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Edda Dammmüller
Redaktion: David Rother
Technik: Martina Taube

Zwischen Stalingrad und Fernweh: Heinz G. Konsalik

Zwischen Stalingrad und Fernweh: Heinz G. Konsalik WDR Zeitzeichen 28.05.2026 15:41 Min. Verfügbar bis 28.05.2099 WDR 5

Seine Romane über Krieg und Heimkehr erreichten Millionen. Heinz G. Konsalik (geboren 28.5.1921) erzählt vom Leid deutscher Soldaten - und schweigt über ihre Schuld.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen, wie der Zweite Weltkrieg Konsaliks Leben und Werk prägt, welche Botschaft sich durch Konsaliks Kriegsromane zieht, wie Konsalik ein Millionenvermögen verliert. Heinz G. Konsalik schreibt seine Romane über den Zweiten Weltkrieg in den 1950er- und 1960er-Jahren. Er beschreibt in diesen Büchern, was viele seiner Leser selbst erlebt haben und spricht so ein Millionenpublikum an. Als Autor setzt er sich nicht kritisch mit dem NS-Regime auseinander, wie es intellektuelle Schriftsteller wie Heinrich Böll, Thomas Mann, Wolfgang Borchert, Nelly Sachs oder Bertolt Brecht nach 1945 tun. In den 1970er-Jahren wechselt Konsalik das Genre, schreibt Arztromane, Abenteuer- und Liebesromane. Er will damit Sehnsüchte bei seinen Lesern wecken, sie in fremde Welten entführen. In den 1990er-Jahren thematisiert er das immer stärker werdende Umweltbewusstsein. Mit 71 Jahren lernt Heinz G. Konsalik während einer Asienreise die 44 Jahre jüngere Chinesin Ke Gao kennen. Sie bleibt die letzten sieben Jahre seines Lebens an seiner Seite. Die beiden ziehen nach Salzburg, denn neben dem Schreiben hat Konsalik noch eine zweite Leidenschaft: Er ist großer Richard Wagner-Fan, Dauergast bei den Bayreuther Festspielen. Heinz G. Konsalik stirbt im Oktober 1999 mit 78 Jahren in seiner Wahlheimat. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christian Adam, Buchautor und Redakteur im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Christian Adam: Der Traum vom Jahre Null - Autoren, Bestseller, Leser. Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945. Berlin 2016 Heinz G. Konsalik: Der Arzt von Stalingrad. München 1994 Heinz G. Konsalik: Liebesnächte in der Taiga. München 1966 Unser Hörtipp: Wie eine junge Demokratie zerfällt, das zeigt Schriftsteller Lion Feuchtwanger in seinem Schlüsselroman „Erfolg", den gibts in ARD Sounds als Hörbuch - zu finden im Feed „Kult - Klassiker als Hörbucher“: https://1.ard.de/feuchtwanger-erfolg?cp=zeitzeichen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
  • wie der Zweite Weltkrieg Konsaliks Leben und Werk prägt,
  • welche Botschaft sich durch Konsaliks Kriegsromane zieht,
  • wie Konsalik ein Millionenvermögen verliert
  • was Konsalik von deutschen Literaturkritikern hält.

Heinz G. Konsalik schreibt seine Romane über den Zweiten Weltkrieg in den 1950er und 1960er Jahren. Er beschreibt in diesen Büchern, was viele seiner Leser selbst erlebt haben und spricht so ein Millionenpublikum an. Als Autor setzt er sich nicht kritisch mit dem NS-Regime auseinander, wie es intellektuelle Schriftsteller wie Heinrich Böll, Thomas Mann, Wolfgang Borchert, Nelly Sachs oder Bertolt Brecht nach 1945 tun.

In den 1970er-Jahren wechselt Konsalik das Genre, schreibt Arztromane, Abenteuer- und Liebesromane. Er will damit Sehnsüchte bei seinen Lesern wecken, sie in fremde Welten entführen. In den 1990er-Jahren thematisiert er das immer stärker werdende Umweltbewusstsein.

Mit 71 Jahren lernt Heinz G. Konsalik während einer Asienreise die 44 Jahre jüngere Chinesin Ke Gao kennen. Sie bleibt die letzten sieben Jahre seines Lebens an seiner Seite. Die beiden ziehen nach Salzburg, denn neben dem Schreiben hat Konsalik noch eine zweite Leidenschaft: Er ist großer Richard Wagner-Fan, Dauergast bei den Bayreuther Festspielen. Heinz G. Konsalik stirbt im Oktober 1999 mit 78 Jahren in seiner Wahlheimat.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Christian Adam, Buchautor und Redakteur im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
  • Christian Adam: Der Traum vom Jahre Null - Autoren, Bestseller, Leser. Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945. Berlin 2016.
  • Heinz G. Konsalik: Der Arzt von Stalingrad. München 1994
  • Heinz G. Konsalik: Liebesnächte in der Taiga. München 1966

Weiterführende Links:

Unser Hörtipp: Wie eine junge Demokratie zerfällt, das zeigt Schriftsteller Lion Feuchtwanger in seinem Schlüsselroman „Erfolg", den gibts in ARD Sounds als Hörbuch - zu finden im Feed „Kult - Klassiker als Hörbucher“:

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Autorin: Andrea Klasen
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Sascha Schiemann

Der tödliche Reichtum der Osage-Indianer: Öl, Morde und das FBI

Der tödliche Reichtum der Osage-Indianer: Öl, Morde und das FBI WDR Zeitzeichen 27.05.2026 14:51 Min. Verfügbar bis 27.05.2099 WDR 5

Die wahre Geschichte hinter dem Film "Killers of the Flower Moon" spielt 1921: Sie erzählt von Gier und einem indiginen Volk, das eigentlich nur seine Ruhe suchte - und vom ersten großen Fall des FBI.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath von Gerüchten, die nach dem Tod der 34-jährigen Anna Brown entstehen, welche mörderische Idee der wohlhabende Viehzüchter William Hale hat und wie das FBI die Ermittlungen im bis dahin spektakulärsten Kriminalfall der US-Geschichte aufnimmt. Am 27. Mai 1921 wird die halbverweste Leiche der 34-jährigen Anna Brown in einer Schlucht in der Nähe von Gray Horse gefunden. Einem kleinen Städtchen in Oklahoma. Die 34-jährige Angehörige des Stammes der Osage ist durch einen Kopfschuss gestorben. Sie ist das erste Opfer in einer Mordserie. Niemand scheint ein Interesse daran zu haben, den Mord aufzuklären. Zeugen werden bestochen, ermordet oder verschwinden spurlos. Im Sommer 1923 gibt es bereits 24 nachgewiesene Morde an Osage sowie an Weißen, die die Verbrechen aufklären wollen. Schließlich übernimmt der ehemalige Texas Ranger Tom White die Ermittlungen für das FBI. Er und seine Männer decken ein enormes kriminelles Netzwerk auf, bei dem es darum geht, das Geld der Osage zu veruntreuen. Die Ermittler decken nicht nur dieses Netzwerk auf. Sondern sie kommen auch den Mördern und ihren Auftraggebern auf die Spur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: John Fox, Offizieller FBI-Historiker David Grann, Journalist und Buchautor "The Killers of the Flower Moon" FBI History: Osage Murders Case Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Andrea Kath Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
  • welche Gerüchte nach dem Tod der 34-jährigen Anna Brown entstehen,
  • wie der indigene Stamm der Osage eher zufällig unermesslichen Reichtum erlangt,
  • welche mörderische Idee der wohlhabende Viehzüchter William Hale hat,
  • wie das FBI die Ermittlungen im bis dahin spektakulärsten Kriminalfall der US-Geschichte aufnimmt.

Am 27. Mai 1921 wird die halbverweste Leiche der 34-jährigen Anna Brown in einer Schlucht in der Nähe von Gray Horse gefunden. Einem kleinen Städtchen in Oklahoma. Die 34-jährige Angehörige des Stammes der Osage ist durch einen Kopfschuss gestorben. Sie ist das erste Opfer in einer Mordserie.

Niemand scheint ein Interesse daran zu haben, den Mord aufzuklären. Zeugen werden bestochen, ermordet oder verschwinden spurlos. Im Sommer 1923 gibt es bereits 24 nachgewiesene Morde an Osage sowie an Weißen, die die Verbrechen aufklären wollen.

Schließlich übernimmt der ehemalige Texas Ranger Tom White die Ermittlungen für das FBI. Er und seine Männer decken ein enormes kriminelles Netzwerk auf, bei dem es darum geht, das Geld der Osage zu veruntreuen. Die Ermittler decken nicht nur dieses Netzwerk auf. Sondern sie kommen auch den Mördern und ihren Auftraggebern auf die Spur.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • John Fox, Offizieller FBI-Historiker
  • David Grann, Journalist und Buchautor "The Killers of the Flower Moon"
  • FBI History: Osage Murders Case

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Autor: Andrea Kath
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Naturforscherin Amalie Dietrich: Pionierin mit düsterem Kapitel

Naturforscherin Amalie Dietrich: Pionierin mit düsterem Kapitel WDR Zeitzeichen 26.05.2026 14:52 Min. Verfügbar bis 26.05.2099 WDR 5

Zehn Jahre reist Amalie Dietrich (geb. 26.5.1821) nach Australien: das Abenteuer ihres Lebens. Sie sammelt unbekannte Pflanzen und Tiere - und auch menschliche Skelette.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler, wer Amalie das Bestimmen, Präparieren, Trocknen und Pressen von Pflanzen beibringt, warum Amalie Dietrichs Lebensgeschichte der DDR-Führung so gut gefällt und wie der Streit um eine Wasserquelle Dietrichs Ruf später schädigt. Als Tochter eines mittellosen sächsischen Handwerkers heiratet Amalie Nelle 1846 den Apotheker und Botaniker Wilhelm Dietrich. Die Ehe geht in die Brüche. Und so zieht Amalie Dietrich zum Broterwerb zu Fuß durch Deutschland, verkauft seltene Pflanzen und Sämereien an Apotheken, zoologische Gärten und wohlhabene Sammler. Ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet überzeugen den Hamburger Reeder Johan Cesar Godeffroy. Der will ein eigenes Übersee-Museum aufbauen und sucht Menschen, die sich für ihn auf die Reise begeben. Als Amalie Dietrich Empfehlungsschreiben ihrer Kunden vorlegt, schlägt Godeffroy ein. Im Mai 1863 nimmt Amalie Dietrich für zehn Jahre Abschied von ihrer Tochter Charitas. Neben Tieren und Pflanzen schickt Amalie Dietrich auf Wunsch ihres Auftraggebers auch Skelette und Schädel von Eingeborenen. In Australien gibt es heute das Gerücht, Amalie Dietrich habe, um an diese Skelette zu kommen, Aborigines gezielt töten lassen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dietmar Lippert, Vorsitzender des Schulfördervereins Siebenlehn, der sich um das Andenken an Amalie Dietrich in ihrer Heimatstadt kümmert Birgit Scheps-Bretschneider, Kustodin des Grassi-Museums für Völkerkunde zu Leipzig Charitas Bischoff: Amalie Dietrich. Ein Leben. Hamburg 2012 (Neudruck) Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Matti Hesse, Hildegard Schulte Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
  • wer Amalie das Bestimmen, Präparieren, Trocknen und Pressen von Pflanzen beibringt,
  • wie Amalie sich zu Fuß quer durch Europa auf ihre Verkaufstouren begibt,
  • warum Amalie Dietrichs Lebensgeschichte der DDR-Führung so gut gefällt,
  • wieviele Vögel, Insekten, Reptilien, Meerestiere nach Amalie Dietrich benannt werden,
  • wie der Streit um eine Wasserquelle Dietrichs Ruf später schädigt.

Als Tochter eines mittellosen sächsischen Handwerkers heiratet Amalie Nelle 1846 den Apotheker und Botaniker Wilhelm Dietrich. Die Ehe geht in die Brüche. Und so zieht Amalie Dietrich zum Broterwerb zu Fuß durch Deutschland, verkauft seltene Pflanzen und Sämereien an Apotheken, zoologische Gärten und wohlhabene Sammler.

Ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet überzeugen den Hamburger Reeder Johan Cesar Godeffroy. Der will ein eigenes Übersee-Museum aufbauen und sucht Menschen, die sich für ihn auf die Reise begeben. Als Amalie Dietrich Empfehlungsschreiben ihrer Kunden vorlegt, schlägt Godeffroy ein. Im Mai 1863 nimmt Amalie Dietrich für zehn Jahre Abschied von ihrer Tochter Charitas.

Neben Tieren und Pflanzen schickt Amalie Dietrich auf Wunsch ihres Auftraggebers auch Skelette und Schädel von Eingeborenen. In Australien gibt es heute das Gerücht, Amalie Dietrich habe, um an diese Skelette zu kommen, Aborigines gezielt töten lassen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dietmar Lippert, Vorsitzender des Schulfördervereins Siebenlehn, der sich um das Andenken an Amalie Dietrich in ihrer Heimatstadt kümmert
  • Birgit Scheps-Bretschneider, Kustodin des Grassi-Museums für Völkerkunde zu Leipzig
  • Charitas Bischoff: Amalie Dietrich. Ein Leben. Hamburg 2012 (Neudruck)

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Mondlandung: Wie Kennedy das Space Race gegen die Sowjets dreht

Mondlandung: Wie Kennedy das Space Race gegen die Sowjets dreht WDR Zeitzeichen 25.05.2026 14:17 Min. Verfügbar bis 25.05.2099 WDR 5

Am 25.5.1961 kündigt der US-Präsident an, innerhalb eines Jahrzehnts Menschen zum Mond zu schicken. Mitten im Kalten Krieg hat er nicht nur die Erforschung des Weltraums im Sinn.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann, dass Präsident John F. Kennedy zu Beginn seiner Amtszeit andere Prioritäten als die Raumfahrt hat, wie die Vereinigten Staaten im Rennen zum Mond zunächst hinter der Sowjetunion zurückliegen und mit welchem Vorschlag der US-Präsident den Sowjet-Chef Nikita Chruschtschow überrascht. Als John F. Kennedy 1960 Präsident der Vereinigten Staaten wird, ist der Wettlauf zum Mond längst gestartet. Nach der Hündin Laika schickt die Sowjetunion mit Juri Gagarin am 12. April 1961 auch den ersten Menschen ins All. Kennedys Antwort auf Gagarins Flug kommt nur sechs Wochen später. Er beruft eine gemeinsame Sondersitzung des Senats und des Repräsentantenhauses ein, wie sie nur zu ganz besonderen Anlässen einberufen wird. Am 25. Mai 1961 gibt Kennedy die entscheidende Parole aus: Noch vor Ablauf der nächsten zehn Jahre solle ein US-Amerikaner den Mond betreten und gesund wieder auf die Erde zurückkehren. Kennedys Traum wird 1969 mit der Mondlandung der Mission Apollo 11 wahr. Neil Armstrong und Edwin Aldrin sind die ersten Menschen, die am 21. Juli 1969 den Erdtrabanten betreten. Bis zur Einstellung des Apollo-Programms 1972 sind es insgesamt zwölf. John F. Kennedy erlebt den Triumph nicht mehr. Er wird am 22. November 1963, zwei Jahre nach seiner Grundsatzrede, im texanischen Dallas ermordet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Brian C. Odom, Chefhistoriker der NASA und Leiter des NASA-Archivs John M. Logsdon: John F. Kennedy and The Race to the Moon Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:
  • dass Präsident John F. Kennedy zu Beginn seiner Amtszeit andere Prioritäten als die Raumfahrt hat,
  • wie die Vereinigten Staaten im Rennen zum Mond zunächst hinter der Sowjetunion zurückliegen,
  • was Kennedy bei der Raketenentwicklung erst einmal vordringlich interessiert,
  • mit welchem Vorschlag der US-Präsident den Sowjet-Chef Nikita Chruschtschow überrascht.

Als John F. Kennedy 1960 Präsident der Vereinigten Staaten wird, ist der Wettlauf zum Mond längst gestartet. Nach der Hündin Laika schickt die Sowjetunion mit Juri Gagarin am 12. April 1961 auch den ersten Menschen ins All. Kennedys Antwort auf Gagarins Flug kommt nur sechs Wochen später. Er beruft eine gemeinsame Sondersitzung des Senats und des Repräsentantenhauses ein, wie sie nur zu ganz besonderen Anlässen einberufen wird.

Am 25. Mai 1961 gibt Kennedy die entscheidende Parole aus: Noch vor Ablauf der nächsten zehn Jahre solle ein US-Amerikaner den Mond betreten und gesund wieder auf die Erde zurückkehren. Kennedys Traum wird 1969 mit der Mondlandung der Mission Apollo 11 wahr.

Neil Armstrong und Edwin Aldrin sind die ersten Menschen, die am 21. Juli 1969 den Erdtrabanten betreten. Bis zur Einstellung des Apollo-Programms 1972 sind es insgesamt zwölf. John F. Kennedy erlebt den Triumph nicht mehr. Er wird am 22. November 1963, zwei Jahre nach seiner Grundsatzrede, im texanischen Dallas ermordet.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Brian C. Odom, Chefhistoriker der NASA und Leiter des NASA-Archivs
  • John M. Logsdon: John F. Kennedy and The Race to the Moon

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Moskau brennt: Der Überfall der Krimtataren

Moskau brennt: Der Überfall der Krimtataren WDR Zeitzeichen 24.05.2026 14:13 Min. Verfügbar bis 24.05.2099 WDR 5

Am 24. Mai 1571 verwandeln die Krimtataren Moskau in ein Inferno: Menschen ersticken, Leichen treiben durch die Moskwa. Der Zar flieht. Zurück bleibt ein historisches Trauma.

In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg, warum das Verhältnis zwischen Krimtataren und Russen bis heute problematisch ist, mit welch fragwürdigem Geschäftsmodell die Krimtataren Macht und Wohlstand erlangen und wie der ESC dazu beiträgt, dass das aufgeladene Verhältnis zwischen Krimtataren und Russland einem breiteren Publikum bekannt wird. Im Mai 1571 legen die Krimtataren Moskau in Schutt und Asche. 60.000 Menschen sollen dem Brand zum Opfer gefallen sein, rund die Hälfte der damaligen Stadtbevölkerung. Die Stadt Moskau wird 1147 erstmals urkundlich erwähnt und ist zunächst Mittelpunkt eines Mini-Fürstentums. Doch seine Herrscher setzen alles daran, ihr Reich zu vergrößern. Im 16. Jahrhundert wird das geografisch massiv gewachsene Großfürstentum Moskau zum "Zarentum Russland" erklärt. Sein erster Zar ist Iwan IV., genannt "der Schreckliche". Iwans Mission ist es, das ganze Gebiet der ehemaligen Rus wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Er erobert tatarische Kleinreiche in der Region, führt mit Polen-Litauen Krieg um Ländereien und macht recht deutlich, dass er nicht vorhat, mit den Eroberungen aufzuhören. Auch den Osmanen ist das aufstrebende Russland ein Dorn im Auge. Und so fallen die mit ihnen verbündeten Krimtataren 1570 in Iwans Reich ein. Im folgenden Jahr durchbricht ein riesiges Heer der Krimtataren auch mit osmanischer Verstärkung die russischen Stellungen an der Oka und brennt Moskau nieder. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Mieste Hotopp-Riecke, Turkologe und Islamwissenschaftler mit Spezialgebiet Tataren Sarah Reinke/Mieste Hotopp-Riecke (Hrsg.): Die Krimtataren. Geschichte Kultur Politik. Hannover Stuttgart 2025. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Daniela Wakonigg Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Jürgen Mönkediek


In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:
  • warum das Verhältnis zwischen Krimtataren und Russen bis heute problematisch ist,
  • in welchem Großraum über Jahrhunderte turksprachige Völker leben,
  • mit welch fragwürdigem Geschäftsmodell die Krimtataren Macht und Wohlstand erlangen,
  • wie der ESC dazu beiträgt, dass das aufgeladene Verhältnis zwischen Krimtataren und Russland einem breiteren Publikum bekannt wird.

Im Mai 1571 legen die Krimtataren Moskau in Schutt und Asche. 60.000 Menschen sollen dem Brand zum Opfer gefallen sein, rund die Hälfte der damaligen Stadtbevölkerung.

Die Stadt Moskau wird 1147 erstmals urkundlich erwähnt und ist zunächst Mittelpunkt eines Mini-Fürstentums. Doch seine Herrscher setzen alles daran, ihr Reich zu vergrößern. Im 16. Jahrhundert wird das geografisch massiv gewachsene Großfürstentum Moskau zum "Zarentum Russland" erklärt. Sein erster Zar ist Iwan IV., genannt "der Schreckliche".

Iwans Mission ist es, das ganze Gebiet der ehemaligen Rus wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Er erobert tatarische Kleinreiche in der Region, führt mit Polen-Litauen Krieg um Ländereien und macht recht deutlich, dass er nicht vorhat, mit den Eroberungen aufzuhören.

Auch den Osmanen ist das aufstrebende Russland ein Dorn im Auge. Und so fallen die mit ihnen verbündeten Krimtataren 1570 in Iwans Reich ein. Im folgenden Jahr durchbricht ein riesiges Heer der Krimtataren auch mit osmanischer Verstärkung die russischen Stellungen an der Oka und brennt Moskau nieder.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Mieste Hotopp-Riecke, Turkologe und Islamwissenschaftler mit Spezialgebiet Tataren
  • Sarah Reinke/Mieste Hotopp-Riecke (Hrsg.): Die Krimtataren. Geschichte Kultur Politik. Hannover Stuttgart 2025.
  • Kerstin S. Jobst: Geschichte der Krim. Iphigenie und Putin auf Tauris. Oldenburg 2020.
  • Heinrich von Staden: Aufzeichnungen über den Moskauer Staat. Hrsg. v. Fritz T. Epstein, 2. erweiterte Auflage. Hamburg 1964.
  • Stefan Albrecht/Michael Herdick (Hrsg.): Im Auftrag des Königs. Ein Gesandtenbericht aus dem Land der Krimtataren (1579). Mainz 2011.

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Lebendige Pharmaziegeschichte: Deutschlands älteste Apotheke

Lebendige Pharmaziegeschichte: Deutschlands älteste Apotheke WDR Zeitzeichen 23.05.2026 13:34 Min. Verfügbar bis 23.05.2099 WDR 5

Der 23.5.1241 gilt als Geburtsdatum der Löwen-Apotheke in Trier. Vom Mittelalter bis heute - also seit bald 800 Jahren - werden dort Arzneien hergestellt und verkauft.

In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz, was über die Gründung der heutigen Löwen-Apotheke in Trier bekannt ist, wie der Inhalt der Schenkungsurkunde von 1241 lautet, wann die Apotheke in den Besitz der aktuellen Betreiber-Familie gelangt. Die Löwen-Apotheke am Trierer Hauptmarkt ist kein Museum, sondern ein lebendiger Betrieb. Ihre Geschichte beginnt mit einer Schenkung: Ein Trierer Kellermeister überträgt seine Apotheke an ein Damenstift. Was genau dort verkauft wird, bleibt zunächst offen. Erst allmählich spezialisieren sich Apotheken auf Arzneimittel - ein Prozess, der eng mit neuen Regeln, Wissenstransfers aus dem Orient und der wachsenden Bedeutung von Wissenschaft verbunden ist. Über Jahrhunderte hinweg verändert sich das Aufgabenprofil. Aus Lagerstätten werden Werkstätten, aus Hausmitteln Rezepturen, aus Kräutern Chemie. Brände, Kriege und Krisen übersteht die Apotheke ebenso wie den Wandel zur modernen Gesundheitsversorgung. Während andernorts Apotheken schließen, arbeitet man in Trier weiter – auf Fundamenten, die fast tausend Jahre alt sind. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Claus Schmiz (Erbe der Familie, die seit 1660 die Löwen-Apotheke in Trier betreibt) Elisabeth Schmiz (ehemalige Leiterin der Löwen-Apotheke und Mutter von Luzie Schmiz-Rölz) Luzie Schmiz-Rölz (Leiterin der Löwen-Apotheke in elfter Generation) Axel Helmstädter (Apotheker und Pharmaziehistoriker, Universität Marburg) Peter Ditzel: Die Älteste … - Umbau der Löwen-Apotheke in Trier: Wie sich Tradition, Design und High-Tech miteinander verbinden. In: Deutscher Apotheker Zeitung vom 29.01.2015, S. 52-57 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:
  • was über die Gründung der heutigen Löwen-Apotheke in Trier bekannt ist,
  • wie der Inhalt der Schenkungsurkunde von 1241 lautet,
  • wann die Apotheke in den Besitz der aktuellen Betreiber-Familie gelangt,
  • was das Wort Apotheke ursprünglich bedeutet.

Die Löwen-Apotheke am Trierer Hauptmarkt ist kein Museum, sondern ein lebendiger Betrieb. Ihre Geschichte beginnt mit einer Schenkung: Ein Trierer Kellermeister überträgt seine Apotheke an ein Damenstift. Was genau dort verkauft wird, bleibt zunächst offen. Erst allmählich spezialisieren sich Apotheken auf Arzneimittel – ein Prozess, der eng mit neuen Regeln, Wissenstransfers aus dem Orient und der wachsenden Bedeutung von Wissenschaft verbunden ist.

Über Jahrhunderte hinweg verändert sich das Aufgabenprofil. Aus Lagerstätten werden Werkstätten, aus Hausmitteln Rezepturen, aus Kräutern Chemie. Brände, Kriege und Krisen übersteht die Apotheke ebenso wie den Wandel zur modernen Gesundheitsversorgung. Während andernorts Apotheken schließen, arbeitet man in Trier weiter – auf Fundamenten, die fast tausend Jahre alt sind.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Claus Schmiz (Erbe der Familie, die seit 1660 die Löwen-Apotheke in Trier betreibt)
  • Elisabeth Schmiz (ehemalige Leiterin der Löwen-Apotheke und Mutter von Luzie Schmiz-Rölz)
  • Luzie Schmiz-Rölz (Leiterin der Löwen-Apotheke in elfter Generation)
  • Axel Helmstädter (Apotheker und Pharmaziehistoriker, Universität Marburg)
  • Peter Ditzel: Die Älteste … - Umbau der Löwen-Apotheke in Trier: Wie sich Tradition, Design und High-Tech miteinander verbinden. In: Deutscher Apotheker Zeitung vom 29.01.2015, S. 52-57

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Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

Der Muskatnuss-Kapitalismus von 1621 und die mörderischen Folgen

Der Muskatnuss-Kapitalismus von 1621 und die mörderischen Folgen WDR Zeitzeichen 22.05.2026 14:46 Min. Verfügbar bis 22.05.2099 WDR 5

Der Aufstieg der Niederlande zur Weltmacht und ein furchtbares Menschheitsverbrechen auf den indonesischen Banda-Inseln: Dahinter steckt der Kampf um Muskatnüsse.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff, warum eine unscheinbare Gewürznuss zeitweise wertvoller ist als Gold, wie die erste Aktiengesellschaft der Welt Handel und Krieg miteinander verknüpft, was das Massaker von 1621 mit dem "Goldenen Zeitalter" der Niederlande zu tun hat. Muskatnuss ist im Europa der Frühen Neuzeit mehr als ein Gewürz. Sie ist Statussymbol, Spekulationsobjekt und ein Versprechen auf schnellen Reichtum. Genau deshalb geraten die kleinen Banda-Inseln im heutigen Indonesien ins Zentrum globaler Machtinteressen. Seit Jahrhunderten handeln die Einheimischen mit der begehrten Frucht, bis die niederländische "Vereinigte Ostindien Companie" (VOC) ein Monopol erzwingen will. Als sich die Bewohner der Banda-Inseln sich widersetzen, lässt der VOC-Gouverneur Jan Pieterszoon Coen 1621 die Inseln militärisch unterwerfen. Fast die gesamte Bevölkerung wird ermordet oder vertrieben. Zurück bleibt eine Plantagenwirtschaft, aufgebaut auf Sklaverei. Der wirtschaftliche Erfolg ist enorm, die moralischen Kosten verschwinden aus der europäischen Erinnerung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Christoph Driessen (deutsch-niederländischer Historiker, Köln) Fabian Scheidler (Historiker, Berlin) Amitav Ghosh: Der Fluch der Muskatnuss – Gleichnis für einen Planeten in Aufruhr. Berlin 2023 Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande. Regensburg 2009 Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation. Wien 2015 Sven Beckert: Kapitalismus – Geschichte einer Weltrevolution. Hamburg 2025 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Pfaff Redaktion: Matti Hesse Technik: Joseph Baader


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:
  • warum eine unscheinbare Gewürznuss zeitweise wertvoller ist als Gold,
  • wie die erste Aktiengesellschaft der Welt Handel und Krieg miteinander verknüpft,
  • weshalb der Niederländer Jan Pieterszoon Coen die Banda-Inseln gezielt entvölkert,
  • was das Massaker von 1621 mit dem "Goldenen Zeitalter" der Niederlande zu tun hat,
  • wie die Erinnerung der Überlebenden bis heute in Liedern und Versen weiterlebt.

Muskatnuss ist im Europa der Frühen Neuzeit mehr als ein Gewürz. Sie ist Statussymbol, Spekulationsobjekt und ein Versprechen auf schnellen Reichtum. Genau deshalb geraten die kleinen Banda-Inseln im heutigen Indonesien ins Zentrum globaler Machtinteressen. Seit Jahrhunderten handeln die Einheimischen mit der begehrten Frucht, bis die niederländische "Vereinigte Ostindien Companie" (VOC) ein Monopol erzwingen will.

Als sich die Bewohner der Banda-Inseln sich widersetzen, lässt der VOC-Gouverneur Jan Pieterszoon Coen 1621 die Inseln militärisch unterwerfen. Fast die gesamte Bevölkerung wird ermordet oder vertrieben. Zurück bleibt eine Plantagenwirtschaft, aufgebaut auf Sklaverei. Der wirtschaftliche Erfolg ist enorm, die moralischen Kosten verschwinden aus der europäischen Erinnerung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Christoph Driessen (deutsch-niederländischer Historiker, Köln)
  • Fabian Scheidler (Historiker, Berlin)
  • Amitav Ghosh: Der Fluch der Muskatnuss – Gleichnis für einen Planeten in Aufruhr. Berlin 2023
  • Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande. Regensburg 2009
  • Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation. Wien 2015
  • Sven Beckert: Kapitalismus – Geschichte einer Weltrevolution. Hamburg 2025

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Autor: Thomas Pfaff
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Alles für das Nichts: Otto von Guericke

Alles für das Nichts: Otto von Guericke WDR Zeitzeichen 21.05.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 21.05.2099 WDR 5

Wie lässt sich auf der Erde das Nichts darstellen, das zwischen den Sternen liegt? Die Frage bewegt Otto von Guericke ein Leben lang. Am 21.5.1686 stirbt er als Begründer der experimentellen Physik.

In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting, wofür das Wort "magdeburgisieren" heutzutage sinnbildlich steht, was Otto von Guericke mit Bier- und Weinfässern anstellt und wie Verhandlungen in Folge des 30-jährigen Krieges als Katalysatoren für die Wissenschaft wirken. Wissenschaft ist zu Otto von Guerickes Zeiten üblicherweise ein reiner Denksport. Der findet bei den Gelehrten seiner Zeit erst im Kopf statt und wird dann am Schreibtisch umgesetzt. Doch das stößt bei der Frage nach dem Nichts, dem Vakuum, an seine Grenzen. Von Guericke forscht nicht am Schreibtisch, sondern er tüftelt mit Metallbauern und Handwerkern an Vakuumpumpen. Er beginnt, zu experimentieren und vor allem, seine Arbeit zu dokumentieren - auch die Dinge, die nicht funktionieren. Im Sommer 1657 fügt Guericke zwei große Halbkugeln aus Kupfer mittels einer Dichtung zusammen und pumpt die Luft aus dem Inneren heraus. Anschließend werden vor jede Halbkugel nacheinander acht Pferde gespannt, die sie auseinanderreißen sollen. Es gelingt den Pferden nicht. Als die Kugeln wieder mit Luft gefüllt werden, fallen sie von allein auseinander. Von Guericke zeigt damit praktisch, wie ein Vakuum funktioniert. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Prof. Peter Reichling, Vorsitzender der Otto von Guericke Gesellschaft Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:
  • wofür das Wort "magdeburgisieren" heutzutage sinnbildlich steht,
  • was Otto von Guericke mit Bier- und Weinfässern anstellt,
  • wie im 17. Jahrhundert eine Art wissenschaftliche Community entsteht,
  • wie Verhandlungen in Folge des 30-jährigen Krieges als Katalysatoren für die Wissenschaft wirken.

Wissenschaft ist zu Otto von Guerickes Zeiten üblicherweise ein reiner Denksport. Der findet bei den Gelehrten seiner Zeit erst im Kopf statt und wird dann am Schreibtisch umgesetzt. Doch das stößt bei der Frage nach dem Nichts, dem Vakuum, an seine Grenzen.

Von Guericke forscht nicht am Schreibtisch, sondern er tüftelt mit Metallbauern und Handwerkern an Vakuumpumpen. Er beginnt, zu experimentieren und vor allem, seine Arbeit zu dokumentieren - auch die Dinge, die nicht funktionieren.
Im Sommer 1657 fügt Guericke zwei große Halbkugeln aus Kupfer mittels einer Dichtung zusammen und pumpt die Luft aus dem Inneren heraus. Anschließend werden vor jede Halbkugel nacheinander acht Pferde gespannt, die sie auseinanderreißen sollen. Es gelingt den Pferden nicht. Als die Kugeln wieder mit Luft gefüllt werden, fallen sie von allein auseinander. Von Guericke zeigt damit praktisch, wie ein Vakuum funktioniert.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Prof. Peter Reichling, Vorsitzender der Otto von Guericke Gesellschaft

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Stephan Beuting
Redaktion: Frank Zirpins

Poet, Player, Provokateur: wie Heine mit Deutschland hadert

Poet, Player, Provokateur: wie Heine mit Deutschland hadert WDR Zeitzeichen 20.05.2026 14:33 Min. Verfügbar bis 20.05.2099 WDR 5

Am 20.5.1831 kehrt der Dichter Heinrich Heine Düsseldorf und Deutschland den Rücken. Antisemitismus, Nationalismus und Skandale haben ihn ins Pariser Exil gedrängt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann, warum Heinrich Heine ein großer Fan Napoleons ist, warum er zuerst von der Uni und dann auch noch aus der Burschenschaft fliegt und durch welchen öffentlichen Streit Heinrich Heine für die Verantwortlichen der Ludwig-Maximilians-Universität in München untragbar wird. Die Karlsbader Beschlüsse bedeuten ab 1819 Überwachung der Universitäten, Verfolgung politisch Andersdenkender und für Heinrich Heine: scharfe Zensur. Im Mai 1831 zieht er die Konsequenzen und emigriert nach Paris. Bevor er überhaupt das Schreiben anfängt, studiert er in Bonn, Göttingen und Berlin Jura. Währenddessen wird Deutschland umgebaut. Auf dem Wiener Kongress beschließen Könige, Herzöge und Grafen, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Viele Freiheiten werden zurückgenommen. Das bekommen neben Liberalen und Demokraten vor allem Juden, und damit auch Heine, zu spüren. Das Angebot der Augsburger Allgemeinen Zeitung, als Korrespondent nach Paris zu gehen, nimmt er da gerne an. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Florian Trabert, Literaturwissenschaftler Uni Düsseldorf Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Michael Richmann Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann:
  • warum Heinrich Heine ein großer Fan Napoleons ist,
  • wie wenig charmant Heine die Bewohner Göttingens beschreibt,
  • warum Heine zuerst von der Uni und dann auch noch aus der Burschenschaft fliegt,
  • durch welchen öffentlichen Streit Heinrich Heine für die Verantwortlichen der Ludwig-Maximilians-Universität in München untragbar wird.

Die Karlsbader Beschlüsse bedeuten ab 1819 Überwachung der Universitäten, Verfolgung politisch Andersdenkender und für Heinrich Heine: scharfe Zensur. Im Mai 1831 zieht er die Konsequenzen und emigriert nach Paris.

Bevor er überhaupt das Schreiben anfängt, studiert er in Bonn, Göttingen und Berlin Jura. Allerdings interessiert er sich zu der Zeit mehr für Brauhäuser, Philosophie und Frauen.

Während Heine studiert, wird Deutschland umgebaut. Napoleons Armeen sind vernichtend geschlagen. Auf dem Wiener Kongress beschließen Könige, Herzöge und Grafen, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Viele Freiheiten werden zurückgenommen. Das bekommen neben Liberalen und Demokraten vor allem Juden, und damit auch Heine, zu spüren.

Heine bekommt von der Augsburger Allgemeinen Zeitung das Angebot, als Korrespondent nach Paris zu gehen, welches er gerne annimmt. Deutschland besucht er nur noch zweimal, bevor er am 17. Februar 1856 im Alter von 58 Jahren in Paris stirbt.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Florian Trabert, Literaturwissenschaftler Uni Düsseldorf

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Michael Richmann
Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

Vier Minuten Meisterschaft: Der bitterste Tag auf Schalke

Vier Minuten Meisterschaft: Der bitterste Tag auf Schalke WDR Zeitzeichen 19.05.2026 14:57 Min. Verfügbar bis 19.05.2099 WDR 5

Am 19.5.2001 ist Schalke 04 für einen kurzen Moment gefühlt Deutscher Meister - bis ein Freistoß in Hamburg alles verändert. Kommentator Manni Breuckmann erzählt  vom dramatischsten Tag seiner Reporterkarriere.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener, wie aus einem ganz normalen Bundesliga-Finale ein großes Drama wird, wie eine Falschmeldung ein ganzes Stadion in Ekstase versetzt und welche Rolle Radios, Reporter und verzögerte Bilder spielen. Ein Fernduell am letzten Spieltag, ein ausverkauftes Parkstadion und eine Region im Ausnahmezustand: Der FC Schalke gewinnt, die Konkurrenz liegt zurück, die Meisterschaft scheint greifbar. Reporter verlieren ihre Neutralität, Fans stürmen den Rasen, Feuerwerk erhellt den Himmel über Gelsenkirchen. Alles deutet auf Erlösung hin. Doch das Glück beruht auf einem Irrtum. Während auf Schalke schon gefeiert wird, läuft das entscheidende Spiel noch. Ein später Freistoß, ein Tor, und die Wirklichkeit schlägt zurück. Die kürzeste Meisterschaft der Fußballgeschichte endet so abrupt, wie sie begonnen hat - und macht den 19. Mai 2001 zu einem Datum, das auf Schalke jeder kennt und viele lieber aus dem Kalender streichen würden. Das sind unsere wichtigten Interviewpartner: Manni Breuckmann (Sportreporter) Rudi Assauer (Manager FC Schalke 04) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Gerdener Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener:
  • wie aus einem ganz normalen Bundesliga-Finale ein großes Drama wird,
  • wie eine Falschmeldung ein ganzes Stadion in Ekstase versetzt,
  • welche Rolle Radios, Reporter und verzögerte Bilder spielen,
  • dass ausgerechnet dieser Moment Schalke bis heute definiert.

Ein Fernduell am letzten Spieltag, ein ausverkauftes Parkstadion und eine Region im Ausnahmezustand: Der FC Schalke gewinnt, die Konkurrenz liegt zurück, die Meisterschaft scheint greifbar. Reporter verlieren ihre Neutralität, Fans stürmen den Rasen, Feuerwerk erhellt den Himmel über Gelsenkirchen. Alles deutet auf Erlösung hin.

Doch das Glück beruht auf einem Irrtum. Während auf Schalke schon gefeiert wird, läuft das entscheidende Spiel noch. Ein später Freistoß, ein Tor, und die Wirklichkeit schlägt zurück. Die kürzeste Meisterschaft der Fußballgeschichte endet so abrupt, wie sie begonnen hat - und macht den 19. Mai 2001 zu einem Datum, das auf Schalke jeder kennt. Und viele nicht mehr hören wollen.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Manni Breuckmann (Sportreporter)
  • Rudi Assauer (Manager FC Schalke 04)
  • Huub Stevens (Trainer FC Schalke 04)
  • Michael Zylka (ehem. Präsident FC Schalke 04)
  • Andreas Müller (Teammanager FC Schalke 04)

Weiterführende Links:

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christian Gerdener
Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens

Armut und Affären: Franziska zu Reventlow und die Bohème

Armut und Affären: Franziska zu Reventlow und die Bohème WDR Zeitzeichen 18.05.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 18.05.2099 WDR 5

Sie flieht aus adliger Enge in ein Leben voller Kunst, Literatur und unzählige Liebhaber. Franziska zu Reventlow, geboren am 18. Mai 1871, lebt radikal selbstbestimmt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld, wie aus der adligen Fanny zu Reventlow eine radikal selbstbestimmte Außenseiterin wird und wie Liebe, Mutterschaft und Geldnot ihr Leben immer wieder neu bestimmen. Im Kaiserreich ist der Lebensweg von Franziska Gräfin zu Reventlow eigentlich klar vorgezeichnet. Doch sie verweigert sich früh den Erwartungen an Herkunft, Ehe und Moral. Stattdessen folgt sie ihrer Sehnsucht nach Unabhängigkeit, Kunst und persönlicher Freiheit. In München, später in Italien und der Schweiz, lebt sie als Schriftstellerin, Mutter und Bohémienne am Rand der Gesellschaft. Ihre Erfahrungen fließen in Romane und Erzählungen ein, leicht im Ton, melancholisch im Kern. Ihr Leben bleibt ein ständiges Suchen zwischen Selbstbestimmung und Einsamkeit. Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin: Ulla Egbringhoff (Literaturwissenschaftlerin und Reventlow-Biographin) Das ist unser Hörtipp: Franziska zu Reventlow: Von Paul zu Pedro - WDR 5 Hörbuch https://1.ard.de/Zeitzeichen-paul-pedro Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian Kosfeld Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:
  • wie aus der adligen Fanny zu Reventlow eine radikal selbstbestimmte Außenseiterin wird,
  • warum München-Schwabing für sie ein Versprechen von Freiheit und künstlerischem Leben ist,
  • wie Liebe, Mutterschaft und Geldnot ihr Leben immer wieder neu bestimmen,
  • wie ihr rastloses Leben schließlich zur Literatur wird.

Im Kaiserreich ist der Lebensweg von Franziska Gräfin zu Reventlow eigentlich klar vorgezeichnet. Doch sie verweigert sich früh den Erwartungen an Herkunft, Ehe und Moral. Stattdessen folgt sie ihrer Sehnsucht nach Unabhängigkeit, Kunst und persönlicher Freiheit.

In München, später in Italien und der Schweiz, lebt sie als Schriftstellerin, Mutter und Bohémienne am Rand der Gesellschaft. Ihre Erfahrungen fließen in Romane und Erzählungen ein, leicht im Ton, melancholisch im Kern. Ihr Leben bleibt ein ständiges Suchen zwischen Selbstbestimmung und Einsamkeit.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Ulla Egbringhoff (Literaturwissenschaftlerin und Reventlow-Biographin)
  • Ulla Egbringhoff: Franziska zu Reventlow. Reich bebilderte Monographie zu Leben und Werk. Reinbek 2000
  • Kerstin Decker: Franziska zu Reventlow. Literarische Biographie. München 2018

Weiterführender Link:

Unser Hörtipp: Franziska zu Reventlow: Von Paul zu Pedro - WDR 5 Hörbuch

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christian Kosfeld
Redaktion: Sefa Inci Suvak

Erik Satie: Revolutionär der Musik und seltsamer Außenseiter

Erik Satie: Revolutionär der Musik und seltsamer Außenseiter WDR Zeitzeichen 17.05.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 17.05.2099 WDR 5

Erik Satie (geb. 17.5.1866) ist ein Außenseiter mit einem Leben voller schräger Anekdoten - und ein musikalischer Visionär. Er prägt mit radikal einfachen Klängen die Moderne.

In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter, wie Erik Satie jahrzehntelang ein verborgenes Doppelleben in einem ärmlichen Zimmer führt und wie ausgerechnet Einfachheit und Wiederholung zu seinem größten künstlerischen Markenzeichen werden. Erik Satie lebt zurückgezogen im Pariser Vorort Arcueil. Als er 1925 stirbt, entdecken Freunde erst, was er all die Jahre verborgen hat: eine Wohnung voller Schmutz, Papierberge und Manuskripte. Darunter Werke, die man für verloren hält und die heute als Schlüsselstücke der Musikgeschichte gelten. Geboren in der Normandie, geprägt von frühen Verlusten, scheitert Satie am Konservatorium und findet seinen eigenen Weg. Musikalisch entzieht er sich konsequent den Konventionen seiner Zeit. Er schreibt Stücke ohne dramatische Steigerung, ohne klare Auflösung, oft mit irritierenden Spielanweisungen. Genau diese Weigerung, Erwartungen zu erfüllen, macht Satie zu einer Schlüsselfigur der modernen Musikgeschichte - und zu einem Rätsel, das bis heute nicht ganz zu lösen ist. Das sind unsere wichtigten Interviewpartner: Caroline Potter (Musikwissenschaftlerin) Tomas Bächli (Pianist) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Philip Ritter Redaktion: Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter:
  • wie Erik Satie jahrzehntelang ein verborgenes Doppelleben in einem ärmlichen Zimmer führt,
  • warum seine Musik bewusst gegen Pathos, Dramatik und musikalische Erwartungen arbeitet,
  • wie ausgerechnet Einfachheit und Wiederholung zu seinem größten künstlerischen Markenzeichen werden,
  • weshalb Zeitgenossen ihn für einen Dilettanten halten und spätere Generationen für einen Visionär.

Erik Satie lebt zurückgezogen im Pariser Vorort Arcueil. Als er 1925 stirbt, entdecken Freunde erst, was er all die Jahre verborgen hat: eine Wohnung voller Schmutz, Papierberge und Manuskripte. Darunter Werke, die man für verloren hält und die heute als Schlüsselstücke der Musikgeschichte gelten.

Geboren in der Normandie, geprägt von frühen Verlusten, scheitert Satie am Konservatorium und findet seinen eigenen Weg. Musikalisch entzieht er sich konsequent den Konventionen seiner Zeit. Er schreibt Stücke ohne dramatische Steigerung, ohne klare Auflösung, oft mit irritierenden Spielanweisungen. Genau diese Weigerung, Erwartungen zu erfüllen, macht Satie zu einer Schlüsselfigur der modernen Musikgeschichte - und zu einem Rätsel, das bis heute nicht ganz zu lösen ist.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Caroline Potter (Musikwissenschaftlerin)
  • Tomas Bächli (Pianist)
  • Grete Wehmeyer: Erik Satie. Reinbek 1998

Weiterführender Link:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Philip Ritter
Redaktion: Matti Hesse

Sykes-Picot: Verrat an der arabischen Welt

Sykes-Picot: Verrat an der arabischen Welt WDR Zeitzeichen 16.05.2026 14:50 Min. Verfügbar bis 16.05.2099 WDR 5

Am 16.5.1916 unterzeichnen Großbritannien und Frankreich das Sykes-Picot-Abkommen. Sie haben heimlich den Nahen Osten unter sich aufgeteilt. Mit spürbaren Auswirkungen bis heute.

In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach, wie Mark Sykes und François Georges Picot mit Lineal und Farbstift eine ganze Region neu ordnen und warum ethnische, religiöse und historische Gegebenheiten bei der Grenzziehung keine Rolle spielen. Europa steckt im Ersten Weltkrieg, das Osmanische Reich steht vor dem Zusammenbruch. Während an den Fronten gekämpft wird, verhandeln ein britischer und ein französischer Diplomat im Geheimen über die Zukunft der arabischen Provinzen. Auf einer Karte entstehen Zonen, Einflussgebiete und Sonderverwaltungen. Es geht um Macht, Seewege, Eisenbahnen und künftige Kontrolle. Doch das Abkommen bleibt nicht geheim. Nach der russischen Revolution wird es veröffentlicht und löst in der arabischen Welt Empörung aus. Gleichzeitig treten weitere Versprechen zutage, die kaum miteinander vereinbar sind. Aus den damaligen Entscheidungen entsteht ein Staatensystem, das Konflikte nicht befriedet, sondern neue hervorbringt und den Nahen Osten dauerhaft prägt. Das sind unsere wichtigten Interviewpartner: Prof. Dr. Jörn Leonhard (Historiker, Universität Freiburg) Dr. Guido Steinberg (Terrorismusexperte und Islamwissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Christoph Tiegel, Frank Zirpins Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:
  • wie Mark Sykes und François Georges Picot mit Lineal und Farbstift eine ganze Region neu ordnen,
  • warum ethnische, religiöse und historische Gegebenheiten bei der Grenzziehung keine Rolle spielen,
  • wie gleich mehrere geheime Absprachen einander widersprechen und Erwartungen enttäuscht werden,
  • weshalb Palästina eine internationale Sonderrolle erhält,
  • warum der Name Sykes-Picot bis heute als Symbol für Verrat wirkt.

Europa steckt im Ersten Weltkrieg, das Osmanische Reich steht vor dem Zusammenbruch. Während an den Fronten gekämpft wird, verhandeln ein britischer und ein französischer Diplomat im Geheimen über die Zukunft der arabischen Provinzen. Auf einer Karte entstehen Zonen, Einflussgebiete und Sonderverwaltungen. Es geht um Macht, Seewege, Eisenbahnen und künftige Kontrolle.

Doch das Abkommen bleibt nicht geheim. Nach der russischen Revolution wird es veröffentlicht und löst in der arabischen Welt Empörung aus. Gleichzeitig treten weitere Versprechen zutage, die kaum miteinander vereinbar sind. Aus den damaligen Entscheidungen entsteht ein Staatensystem, das Konflikte nicht befriedet, sondern neue hervorbringt und den Nahen Osten dauerhaft prägt.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Prof. Dr. Jörn Leonhard (Historiker, Universität Freiburg)
  • Dr. Guido Steinberg (Terrorismusexperte und Islamwissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Christoph Tiegel, Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

Guanchen gegen Spanier: Teneriffas blutige Eroberung

Guanchen gegen Spanier: Teneriffas blutige Eroberung WDR Zeitzeichen 15.05.2026 14:24 Min. Verfügbar bis 15.05.2099 WDR 5

Auf den Kanaren erproben die Spanier ihre kolonialen Bestrebungen. Auf Teneriffa leisten die indigenen Guanchen aber unerwartet heftigen Widerstand - bis zum Jahr 1496.

In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer wer die Guanchen sind und woher sie kommen, dass die Spanier mit einer katastrophalen Niederlage in den Krieg starten und vom traurigen Schicksal der Guanchen unter spanischer Kontrolle. Lange kommen die Kanarischen Inseln aufgrund ihrer abgelegenen Lage vor der afrikanischen Küste im Gedächtnis der Europäer kaum vor. Das ändert sich 1402, als die Spanier mit ihrem Eroberungsfeldzug beginnen. 1494 ist mit Teneriffa nur noch die größte und bevölkerungsreichste der sieben Kanareninseln unabhängig. Der Widerstand der kriegerischen Inselbewohner, die sich Guanchen nennen, ist groß. Doch im Mai 1496 müssen sich auch die letzten Guanchen-Häuptlinge endgültig geschlagen geben. Seither gehören alle Kanarischen Inseln zu Spanien. Viele Guanchen verlieren bei den Schlachten ihr Leben. Die spanische Politik, die Guanchen sozusagen zu hispanisieren, sorgt dafür, dass das Volk nach und nach ganz verschwindet. Ihre Spuren finden sich aber bis heute in den Genen der Kanarenbewohner. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Conrado Rodríguez, MUNA Santa Cruz de Tenerife Julia Bühner, Universität Frankfurt/Main Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias Sauer Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Holger Maerten


In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:
  • wer die Guanchen sind und woher sie kommen,
  • dass die Spanier mit einer katastrophalen Niederlage in den Krieg starten,
  • welcher strategische Fehler die Guanchen schließlich zur Aufgabe zwingt,
  • vom traurigen Schicksal der Guanchen unter spanischer Kontrolle.

Lange kommen die Kanarischen Inseln aufgrund ihrer abgelegenen Lage vor der afrikanischen Küste im Gedächtnis der Europäer kaum vor. Das ändert sich 1402, als die Spanier mit ihrem Eroberungsfeldzug beginnen. 1494 ist mit Teneriffa nur noch die größte und bevölkerungsreichste der sieben Kanareninseln unabhängig.

Der Widerstand der kriegerischen Inselbewohner, die sich Guanchen nennen, ist groß. Doch im Mai 1496 müssen sich auch die letzten Guanchen-Häuptlinge endgültig geschlagen geben. Seither gehören alle Kanarischen Inseln zu Spanien. Viele Guanchen verlieren bei den Schlachten ihr Leben. Die spanische Politik, die Guanchen sozusagen zu hispanisieren, sorgt dafür, dass das Volk nach und nach ganz verschwindet. Ihre Spuren finden sich aber bis heute in den Genen der Kanarenbewohner.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
  • Conrado Rodríguez (MUNA Santa Cruz de Tenerife)
  • Julia Bühner (Universität Frankfurt/Main)

Weiterführende Links:

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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Tobias Sauer
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
Technik: Holger Maerten

Warum Karl IV. nicht der Friedenskaiser des Mittelalters war

Warum Karl IV. nicht der Friedenskaiser des Mittelalters war WDR Zeitzeichen 14.05.2026 14:32 Min. Verfügbar bis 14.05.2099 WDR 5

Karl IV. (geb. 14.05.1316) gilt als Verhandler, der lieber Geld als Waffen nutzte. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes Bild über den Kaiser aus dem Mittelalter.

In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk, warum das Bild vom Friedenskaiser auf Karl IV. nicht zutrifft, und von zahlreichen Attentaten und Unfällen, die ihn für immer zeichnen. Kaum jemand kennt Kaiser Karl IV., dabei hat er eine Menge Spuren hinterlassen. So geht etwa die Goldene Bulle, das langlebigste Grundgesetz deutscher Geschichte, auf ihn zurück. Mit der Universität Prag hat er die erste Hochschule im römisch-deutschen Reich gegründet und viele von ihm beauftragte Prachtbauten wie der Veitsdom oder die Nürnberger Frauenkirche kann man bis heute bewundern. Geboren wird Karl im Jahr 1316 als Sohn des böhmischen Königs. Anders als sein Vater ist er ein Meister des Taktierens und führt nur selten Krieg. Als Sympathieträger geht Karl IV. dennoch nicht in die Geschichte ein. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Prof. Olaf Rader, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak Technik: Sarah Fitzek


In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
  • warum das Bild vom Friedenskaiser auf Karl IV. nicht zutrifft,
  • von zahlreichen Attentaten und Unfällen, die ihn zwar nicht umbringen, aber für immer zeichnen,
  • warum es Karl IV. nicht gelingt, seine Dynastie langfristig zu sichern.

Mit dem Nachruhm mittelalterlicher Kaiser ist es so eine Sache: Karl den Großen kennt man und wohl auch Kaiser Barbarossa. Aber Kaiser Karl IV. bleibt weitgehend unbekannt, dabei hat er eine Menge Spuren hinterlassen. So geht etwa die Goldene Bulle, das langlebigste Grundgesetz deutscher Geschichte, auf ihn zurück. Mit der Universität Prag hat er die erste Hochschule im Heiligen Römischen Reich gegründet. Viele von ihm beauftragte Prachtbauten wie den Veitsdom oder die Nürnberger Frauenkirche kann man bis heute bewundern.

Geboren wird Karl im Jahr 1316 als Sohn des böhmischen Königs. Anders als sein Vater ist er ein Meister des Taktierens und führt nur selten Krieg. Als Sympathieträger geht Karl IV. dennoch nicht in die Geschichte ein.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Olaf Rader, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  • Olaf Rader: Kaiser Karl der Vierte - Das Beben der Welt. Eine Biographie. München 2023
  • Ferndinand Seibt: Karl IV. - Ein Kaiser in Europa. Frankfurt am Main 2003
  • Karl IV. Selbstbiographie. Hanau 1979

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Maren Gottschalk
Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek

Die Welt zu Gast bei Nazis - die große IOC-Fehlentscheidung

Die Welt zu Gast bei Nazis - die große IOC-Fehlentscheidung WDR Zeitzeichen 13.05.2026 14:57 Min. Verfügbar bis 13.05.2099 WDR 5

Am 13.5.1931 vergibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Olympischen Spiele 1936 nach Berlin. Das Sportfest wird eine Propaganda-Show für das NS-Regime.

In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger, warum deutsche Turner von den Olympischen Spielen der Neuzeit nichts halten, wann kurz zuvor schon einmal Olympische Spiele nach Berlin vergeben werden und welches neue Element der Olympischen Spiele 1936 heute zur Tradition gehört. Als Deutschland 1931 den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1936 bekommt, ahnen wenige, wer zwei Jahre später die Macht übernimmt. Star der Spiele in Berlin ist sehr zum Missfallen der Nazis der afroamerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der die Rassenideologie der Nationalsozialisten von der vermeintlichen Überlegenheit der "arischen" Athleten in Grund und Boden läuft. Nazi-Deutschland inszeniert perfekte Spiele - auch als Reaktion auf internationale Versuche, die Spiele nach der Machtübernahme Hitlers nicht stattfinden zu lassen. In den USA und auch anderswo gibt es Boykottbestrebungen. Anlass dieser Boykottbestrebungen sind Rassenideologie und Politik der Nazis. Juden sind schon damals weitgehend von sportlicher Betätigung ausgeschlossen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und unser Interviewpartner: Andreas Höfer, Deutsches Sport und Olympiamuseum Köln "Olympia", Film von Leni Riefenstahl Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph Erdenberger Redaktion: Emily Jeuckens/David Rother


In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:
  • warum deutsche Turner von den Olympischen Spielen der Neuzeit nichts halten,
  • wann kurz zuvor schon einmal Olympische Spiele nach Berlin vergeben werden,
  • wie despektierlich sowohl Adolf Hitler als auch der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt den Athleten Jesse Owens behandeln,
  • welches neue Element der Olympischen Spiele 1936 heute Tradition ist.

Als Deutschland 1931 den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1936 bekommt, ahnen wenige, wer zwei Jahre später die Macht übernimmt.

Star der Spiele in Berlin ist sehr zum Missfallen der Nazis der afroamerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der die Rassenideologie der Nationalsozialisten von der vermeintlichen Überlegenheit der "arischen" Athleten in Grund und Boden läuft.

Nazi-Deutschland inszeniert perfekte Spiele - auch als Reaktion auf internationale Versuche, die Spiele nach der Machtübernahme Hitlers nicht stattfinden zu lassen. In den USA und auch anderswo gibt es Boykottbestrebungen. Anlass dieser Boykottbestrebungen sind Rassenideologie und Politik der Nazis. Juden sind schon damals weitgehend vom Sport und anderer gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

Weiterführende Links:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Ralph Erdenberger
Redaktion: Emily Jeuckens/David Rother

Zu radikal für Hitler: Nazi-Ideologin Mathilde Ludendorff

Zu radikal für Hitler: Nazi-Ideologin Mathilde Ludendorff WDR Zeitzeichen 12.05.2026 14:48 Min. Verfügbar bis 12.05.2099 WDR 5

Sie kämpft für Frauenbildung und predigt rassistische Thesen: Ludendorff (gest. am 12.05.1966) ist eine Vordenkerin völkischer Ideologie - die bis heute in rechten Kreisen wirkt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek, warum Ludendorffs Ideen selbst Hitler zu radikal sind und wie ihre völkischen Thesen im "Bund für Gotterkenntnis" bis heute weiterleben. Mathilde Ludendorff wird als Mathilde Friederike Karoline Spieß 1877 in Wiesbaden geboren. Selbstbewusst fordert sie bereits in jungen Jahren die Gleichstellung der Geschlechter und die Anerkennung von Frauen in akademischen Berufen. Sie macht ihr Abitur, studiert Medizin und eröffnet eine eigene Praxis. Gleichzeitig zieht sie auch noch drei Kinder groß und verfasst erste Schriften. Viele ihrer Ansichten sind da bereits antidemokratisch und völkisch-feministisch. In der Weimarer Republik wettert sie schon vor der Heirat mit dem General Ludendorff immer offener gegen Juden und den Vatikan und erfindet eine neue Religionsphilosophie, die "Deutsche Gotterkenntnis". Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Mathilde Ludendorff als NS-Aktivistin eingestuft. Sie stirbt am 12. Mai 1966. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Professorin Dr. Sabine Hering (Sozialwissenschaftlerin i.R., mit Schwerpunkt Geschichte, Universität Siegen) Dr. Annika Spilker (Historikerin) Professor Dr. Uwe Puschner (Historiker, i.R., Freie Universität Berlin, Neuere Geschichte) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat Simsek Redaktion: Carolin Rückl / Frank Zirpins Technik: Thomas Bleul


In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:
  • warum Ludendorffs Ideen selbst Hitler zu radikal sind,
  • dass ihr Weltbild sowohl für ihre Patienten als auch für die Deutsche Frauenbewegung inakzeptabel sind,
  • wie Ludendorffs völkische Thesen im "Bund für Gotterkenntnis" bis heute weiterleben.

Mathilde Ludendorff wird als Mathilde Friederike Karoline Spieß 1877 in Wiesbaden geboren. Selbstbewusst fordert sie bereits in jungen Jahren die Gleichstellung der Geschlechter und die Anerkennung von Frauen in akademischen Berufen. Sie macht ihr Abitur, studiert Medizin und eröffnet eine eigene Praxis. Gleichzeitig zieht sie auch noch drei Kinder groß und verfasst erste Schriften. Viele ihrer Ansichten sind da bereits antidemokratisch und völkisch-feministisch.

In der Weimarer Republik wettert sie schon vor der Heirat mit dem General Ludendorff immer offener gegen Juden und den Vatikan und erfindet eine neue Religionsphilosophie, fernab jüdisch-christlicher Religionstraditionen. Ihre neue Lehre nennt sie fortan "Deutsche Gotterkenntnis". Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Mathilde Ludendorff als NS-Aktivistin eingestuft. Sie stirbt am 12. Mai 1966 in München.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Dr. Sabine Hering (Sozialwissenschaftlerin i.R., mit Schwerpunkt Geschichte, Universität Siegen)
  • Dr. Annika Spilker (Historikerin)
  • Prof. Dr. Uwe Puschner (Historiker, i.R., Freie Universität Berlin, Neuere Geschichte)
  • Sabine Hering: Mathilde Ludendorff - Von der Steigbügelhalterin des Nationalsozialismus zur Gallionsfigur der Ludendorff-Bewegung. Berlin 2023
  • Annika Spilker: Geschlecht, Religion und völkischer Nationalismus. Die Ärztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff (1877-1966). Frankfurt am Main 2013
  • Uwe Puschner: Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte. Göttingen 2012
  • Mathilde Ludendorff: Der göttliche Sinn der völkischen Bewegung. München 1934

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Autorin: Melahat Simsek
Redaktion: Carolin Rückl / Frank Zirpins
Technik: Thomas Bleul

Erstaunliches Paar: Die Zwillinge aus Siam

Erstaunliches Paar: Die Zwillinge aus Siam WDR Zeitzeichen 11.05.2026 14:32 Min. Verfügbar bis 11.05.2099 WDR 5

Am Oberkörper verbunden - so kommen Chang und Eng am 11.5.1811 zur Welt. Beide könnten nicht unterschiedlicher sein, doch sie bleiben bis zum Tod verbunden.

In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer, wie Chang und Eng in Thailand, dem damaligen Siam, aufwachsen, warum sie zu Stars auf Jahrmärkten in den USA werden und mit welchen Mitteln sie sich gegen Entmenschlichung und Bevormundung wehren. Auf Chang und Eng geht der inzwischen veraltete Begriff der "Siamesischen Zwillinge" zurück. Heute spricht man von "verbundenen Zwillingen". Dass Chang und Eng miteinander verbunden sind und überleben, ist eine medizinische Ausnahme. Früh lernen sie, ihren Alltag zu koordinieren – und zugleich ihre Individualität zu behaupten. Als Jugendliche werden sie in die USA gebracht und ausgestellt. Bewunderung, Sensationslust und Rassismus liegen dabei dicht beieinander. Nach Jahren auf Tour lösen sie sich aus fremder Kontrolle und gestalten ihr Leben selbst. Chang und Eng lassen sich einbürgern, heiraten zwei Schwestern, gründen Familien und werden wohlhabend. Ihre körperliche Verbindung bleibt bis zum Tod bestehen: Als Chang 1874 stirbt, folgt Eng nur zwei Stunden später. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Joseph Orser (Historiker an der Universität Wisconsin) Dr. Konrad Reinshagen (Chirurg am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) Joseph Andrew Orser: The Lives of Chang & Eng. Siam's Twins in Nineteenth-Century America. Chapel Hill 2014 National Library of Medicine: From "Monsters" to Modern Medical Miracles https://1.ard.de/chang-and-eng-bunker Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:
  • wie Chang und Eng in Thailand, dem damaligen Siam, aufwachsen,
  • warum sie zu Stars auf Jahrmärkten in den USA werden,
  • mit welchen Mitteln sie sich gegen Entmenschlichung und Bevormundung wehren,
  • wie sie es schaffen, als zwei unterschiedliche Persönlichkeiten wahrgenommen zu werden,
  • welche körperlichen Beschwerden am Ende ihres Lebens auftreten.

Auf Chang und Eng geht der inzwischen veraltete Begriff der "Siamesischen Zwillinge" zurück. Heute spricht man von "verbundenen Zwillingen". Dass Chang und Eng miteinander verbunden sind und überleben, ist eine medizinische Ausnahme. Früh lernen sie, ihren Alltag zu koordinieren – und zugleich ihre Individualität zu behaupten. Als Jugendliche werden sie in die USA gebracht und ausgestellt.

Bewunderung, Sensationslust und Rassismus liegen dabei dicht beieinander. Nach Jahren auf Tour lösen sie sich aus fremder Kontrolle und gestalten ihr Leben selbst. Chang und Eng lassen sich einbürgern, heiraten zwei Schwestern, gründen Familien und werden wohlhabend. Ihre körperliche Verbindung bleibt bis zum Tod bestehen: Als Chang 1874 stirbt, folgt Eng nur zwei Stunden später.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Prof. Joseph Orser (Historiker an der Universität Wisconsin)
  • Dr. Konrad Reinshagen (Chirurg am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)
  • Joseph Andrew Orser: The Lives of Chang & Eng. Siam's Twins in Nineteenth-Century America. Chapel Hill 2014
  • National Library of Medicine: From "Monsters" to Modern Medical Miracles

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Autor: Erik Hlacer
Redaktion: Frank Zirpins

Friedensmission oder Irrsinn? Rudolf Heß fliegt nach England

Friedensmission oder Irrsinn? Rudolf Heß fliegt nach England WDR Zeitzeichen 10.05.2026 14:19 Min. Verfügbar bis 10.05.2099 WDR 5

Der Stellvertreter Hitlers fliegt am 10.5.1941 heimlich nach Schottland. Sein Plan: Frieden mit England. Das Unternehmen endet in Gefangenschaft und sorgt für Spott.

In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember, warum Rudolf Heß ausgerechnet Schottland als Ziel auswählt, mit welchem Spezialgerät seine Maschine für diesen Flug ausgestattet ist und warum Heß im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess nicht zum Tode, sondern zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Im Frühjahr 1941 ist Adolf Hitler auf dem Höhepunkt seiner Macht. Fast ganz Europa ist besetzt, aber Großbritannien hält stand. Während deutsche Bomber London angreifen, startet Rudolf Heß von Augsburg aus zu einer Mission, von der niemand in der NS-Führung weiß. Allein fliegt Hitlers Stellvertreter in einer Messerschmitt-Maschine Richtung Schottland. Heß will Hitler einen Dienst erweisen: Frieden mit Großbritannien, um freie Hand für den Krieg im Osten zu gewinnen. Doch London fällt darauf nicht herein. Heß landet in Kriegsgefangenschaft, das NS-Regime erklärt ihn für "geisteskrank". Sein Flug wird zum politischen Fiasko – und zum Schlüsselmoment für das Verständnis eines Mannes, der bis zuletzt an Hitler glaubt. Das ist unsere wichtigste Quelle und unser Interviewpartner: Manfred Görtemaker (emeritierter Geschichtsprofessor der Uni Potsdam) Manfred Görtemaker: Rudolf Hess. Der Stellvertreter. München 2023 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner Wember Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:
  • warum Rudolf Heß ausgerechnet Schottland als Ziel auswählt,
  • mit welchem Spezialgerät seine Maschine für diesen Flug ausgestattet ist,
  • warum Heß im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess nicht zum Tode, sondern zu lebenslanger Haft verurteilt wird,
  • wo der Hitler-Stellvertreter nach dem Zweiten Weltkrieg sein Leben verbringt,
  • warum das Grab von Heß heute nicht mehr existiert.

Im Frühjahr 1941 ist Adolf Hitler auf dem Höhepunkt seiner Macht. Fast ganz Europa ist besetzt, aber Großbritannien hält stand. Während deutsche Bomber London angreifen, startet Rudolf Heß von Augsburg aus zu einer Mission, von der niemand in der NS-Führung weiß. Allein fliegt Hitlers Stellvertreter in einer Messerschmitt-Maschine Richtung Schottland.

Heß will Hitler einen Dienst erweisen: Frieden mit Großbritannien, um freie Hand für den Krieg im Osten zu gewinnen. Doch London fällt darauf nicht herein. Heß landet in Kriegsgefangenschaft, das NS-Regime erklärt ihn für "geisteskrank". Sein Flug wird zum politischen Fiasko – und zum Schlüsselmoment für das Verständnis eines Mannes, der bis zuletzt an Hitler glaubt.

Das ist unsere wichtigste Quelle und unser Interviewpartner:
  • Manfred Görtemaker (emeritierter Geschichtsprofessor der Uni Potsdam)
  • Manfred Görtemaker: Rudolf Hess. Der Stellvertreter. München 2023

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Autor: Heiner Wember
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Moritz Raestrup

Verpasste das Kriegsende um 27 Jahre: Soldat Yokoi Shoichi

Verpasste das Kriegsende um 27 Jahre: Soldat Yokoi Shoichi WDR Zeitzeichen 09.05.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 09.05.2099 WDR 5

Am 9.5.1991 trifft Yokoi Shoichi endlich den Kaiser. 27 Jahre hatte er allein im Dschungel von Guam ausgeharrt - weil er Japans Kapitulation 1945 für eine Falle hielt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand von einem 27 Jahre anhaltenden Überlebenskampf im Dschungel, warum ein japanischer Popsong Shoichi an eine Falle glauben lässt und was es mit dem Verhaltenskodex der japanischen Armee auf sich hat. Es ist 1972, als Yokoi Shoichi in seine Heimat zurückkehrt. Japan ist kein militaristisches Kaiserreich mehr, sondern eine Demokratie. Die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs sind weitestgehend überwunden, Japan ist ein Land der günstigen Autos und modernen Fernseher. Yokoi Shoichi ist all das fremd. Denn der Soldat hat jahrzehntelang einen Krieg gekämpft, den es schon lange nicht mehr gab: allein im Dschungel, auf der Pazifikinsel Guam. Hier hatte ihn das japanische Militär 28 Jahre zuvor stationiert. Japan feiert ihn bei seiner Rückkehr als Helden. Doch er selbst schämt sich, weil er überlebt hat. Am 9. Mai 1991 erhält Yokoi eine Audienz bei Kaiser Akihito - für ihn die größte Ehrung seines Lebens. Sechs Jahre später stirbt er an einem Herzinfarkt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Professor Omi Hatashin (forscht unter anderem zur Militärgeschichte Japans) Omi und Yokoi Hatashin: Private Yokoi’s War and Life on Guam, 1944–1972. Kent 2009 Beatrice Trefalt: Japanese Army Stragglers and Memories of the War in Japan, 1950–75. London/New York 2013 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak Technik: Jürgen Mönkediek und Moritz Raestrup


In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:
  • warum ein japanischer Popsong Yokoi Shoichi an eine Falle glauben lässt,
  • was es mit dem Verhaltenskodex der japanischen Armee auf sich hat,
  • von einem 27 Jahre anhaltenden Überlebenskampf im Dschungel,
  • von Yokois langsamem Weg zurück in die Zivilisation - voller Angst und ohne Schlaf.

Es ist 1972, als Yokoi Shoichi in seine Heimat zurückkehrt. Japan ist kein militaristisches Kaiserreich mehr, sondern eine Demokratie. Die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs sind weitestgehend überwunden, die Wirtschaft wächst. Japan ist ein Land der günstigen Autos und modernen Fernseher. Yokoi Shoichi ist all das fremd. Denn der Soldat hat für Jahrzehnte einen Krieg gekämpft, den es schon lange nicht mehr gab: allein im Dschungel, auf der Pazifikinsel Guam. Hier hatte ihn das japanische Militär 28 Jahre zuvor stationiert.

Japan feiert ihn bei seiner Rückkehr als Helden. Doch er selbst schämt sich, weil er überlebt hat. Yokoi besucht die Gräber seiner Eltern und sein eigenes. Auf dem verwitterten Grabstein steht: Gestorben 1944, Guam. Am 9. Mai 1991 erhält Yokoi eine Audienz bei Kaiser Akihito - für ihn die größte Ehrung seines Lebens. Yokoi stirbt im Alter von 82 Jahren an einem Herzinfarkt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Omi Hatashin (Neffe von Yokoi, forscht unter anderem zur Militärgeschichte Japans)
  • Omi und Yokoi Hatashin: Private Yokoi’s War and Life on Guam, 1944–1972. Kent 2009
  • Beatrice Trefalt: Japanese Army Stragglers and Memories of the War in Japan, 1950–75. London/New York 2013

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autor: Kolja Sand
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
Technik: Jürgen Mönkediek und Moritz Raestrup

100 Jahre auf dem Planeten Erde: Naturfilmer David Attenborough

100 Jahre auf dem Planeten Erde: Naturfilmer David Attenborough WDR Zeitzeichen 08.05.2026 13:48 Min. Verfügbar bis 08.05.2099 WDR 5

Vater der Naturdokus: Zum 100. Geburtstag von David Attenborough (geb. am 8.5.1926) blickt das Zeitzeichen auf ein Jahrhundert Staunen und Mahnen im Zeichen der Natur.

In diesem Zeitzeichen erzählt Anne Preger von exotischen Gästen im Hause Attenborough, dem Attenborosaurus und wie sich wilde Orte im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert haben. Kaum ein Mensch hat so viele wilde Orte auf der Erde gesehen wie David Attenborough. Der am 8. Mai 1926 geborene jüngere Bruder von "Gandhi"-Regisseur Richard Attenborough interessiert sich von klein auf für Lebewesen aus allen Erdzeitaltern. Mit 26 Jahren beginnt er seine Laufbahn beim noch jungen BBC-Fernsehen. Seitdem ist Attenborough als Präsentator, Produzent und Erzähler von Dokumentarfilmen aus dem britischen TV nicht wegzudenken. Auch in seinem 100. Lebensjahr steht er noch vor der Kamera. Für viele Briten ist Attenborough ein lebendes nationales Kulturgut. Das sind unsere wichtigsten Quellen und unser Interviewpartner: Sir David Attenborough (Interview von 2016) David Attenborough: Ein Leben auf unserem Planeten. Die Zukunftsvision des berühmtesten Naturfilmers der Welt. München 2020 David Attenborough: Der lebendige Planet. Wie alles mit allem vernetzt ist. Stuttgart 2022 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anne Preger Redaktion: Matti Hesse Technik: Joseph Baader


In diesem Zeitzeichen erzählt Anne Preger:
  • von exotischen Gästen im Hause Attenborough und dem Attenborosaurus,
  • wie sich wilde Orte im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert haben,
  • was Attenborough mit dem Comedy-Programm Monty Python's Flying Circus zu tun hat.

Kaum ein Mensch hat so viele wilde Orte auf der Erde gesehen wie David Attenborough. Der am 8. Mai 1926 geborene jüngere Bruder von "Gandhi"-Regisseur Richard Attenborough interessiert sich von klein auf für Lebewesen aus allen Erdzeitaltern. Mit 26 Jahren beginnt er seine Laufbahn beim noch jungen BBC-Fernsehen. Seitdem ist Attenborough als Präsentator, Produzent und Erzähler von Dokumentarfilmen aus dem britischen TV nicht wegzudenken.

Auch in seinem 100. Lebensjahr steht er noch vor der Kamera. Seine Begeisterung ist ansteckend, egal ob er halb flüsternd die Balztänze von Paradiesvögeln in Papua-Neuguinea beschreibt oder die Jagdstrategie von Schimpansen in Westafrika. David Attenborough hat Naturfilme groß gemacht. Und sie ihn. Für viele Briten ist er ein lebendes nationales Kulturgut.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Sir David Attenborough (Interview von 2016)
  • David Attenborough: Ein Leben auf unserem Planeten. Die Zukunftsvision des berühmtesten Naturfilmers der Welt. München 2020
  • David Attenborough: Der lebendige Planet. Wie alles mit allem vernetzt ist. Stuttgart 2022

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Anne Preger
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Joseph Baader

Warum ein Student Bismarck umbringen wollte

Warum ein Student Bismarck umbringen wollte WDR Zeitzeichen 07.05.2026 13:19 Min. Verfügbar bis 07.05.2099 WDR 5

Am 7.5.1866 schießt der Student Ferdinand Cohen-Blind auf Otto von Bismarck. Er sieht das Attentat als einzige Möglichkeit, um Frieden zu sichern.

In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı, warum der Attentäter Ferdinand Cohen-Blind Bismarck für einen "Verräter an Deutschland" hält, wie spontan und dilettantisch das Attentat vorbereitet ist, weshalb mehrere Schüsse aus nächster Nähe Bismarck kaum verletzen. Ferdinand Cohen-Blind wandert im Frühsommer 1866 durch Böhmen, doch seine Gedanken kreisen nicht um Landschaft oder Wetter. Der 22‑Jährige ist überzeugt, dass ein Krieg zwischen Preußen und Österreich unmittelbar bevorsteht. Für ihn steht fest: Schuld daran trägt Otto von Bismarck. In Berlin setzt Cohen-Blind seinen Entschluss in die Tat um. Ohne ausgefeilten Plan kauft er einen Revolver und wartet Unter den Linden auf sein Opfer. Er schießt fünfmal. Doch wird nur leicht Bismarck verwundet. Der Attentäter wird festgenommen und nimmt sich noch in derselben Nacht das Leben. Das Attentat hinterlässt Spuren bei Bismarck. Als er die Tatwaffe geschenkt bekommt, legt er sie in seinem Büro bereit, um sich bei einem nächsten Angriff verteidigen zu können. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Daniel Stienen (Historiker, Bismarck-Stiftung) Julius H. Schoeps: Bismarck und sein Attentäter. Berlin 1984 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat Kayı Redaktion: Jakob Schiffer und David Rother Technik: Sascha Schiemann


In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı:
  • warum der Attentäter Ferdinand Cohen-Blind Bismarck für einen "Verräter an Deutschland" hält,
  • wie spontan und dilettantisch vorbereitet das Attentat tatsächlich ist,
  • weshalb mehrere Schüsse aus nächster Nähe Bismarck kaum verletzen,
  • mit welchen Worten Bismarck den Ablauf des Attentats schildert,
  • wie der Revolver des Attentäters später beinahe noch einmal zur Gefahr wird.

Ferdinand Cohen-Blind wandert im Frühsommer 1866 durch Böhmen, doch seine Gedanken kreisen nicht um Landschaft oder Wetter. Der 22‑Jährige ist überzeugt, dass ein Krieg zwischen Preußen und Österreich unmittelbar bevorsteht. Für ihn steht fest: Schuld daran trägt Otto von Bismarck. In Berlin setzt Cohen-Blind seinen Entschluss in die Tat um.

Ohne ausgefeilten Plan kauft er einen Revolver und wartet Unter den Linden auf sein Opfer. Er schießt fünfmal. Doch wird nur leicht Bismarck verwundet. Der Attentäter wird festgenommen und nimmt sich noch in derselben Nacht das Leben. Das Attentat hinterlässt Spuren bei Bismarck. Als er die Tatwaffe geschenkt bekommt, legt er sie in seinem Büro bereit, um sich bei einem nächsten Angriff verteidigen zu können.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Daniel Stienen (Historiker, Bismarck-Stiftung)
  • Julius H. Schoeps: Bismarck und sein Attentäter. Berlin 1984

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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autor: Murat Kayı
Redaktion: Jakob Schiffer und David Rother
Technik: Sascha Schiemann

Erster Tourist im All: Wie Dennis Tito die NASA ärgert

Erster Tourist im All: Wie Dennis Tito die NASA ärgert WDR Zeitzeichen 06.05.2026 14:41 Min. Verfügbar bis 06.05.2099 WDR 5

Dennis Tito träumt vom All. An der Börse wird er reich - und kauft für Millionen ein Ticket ins Weltall. Am 6.5.2001 kehrt der erste Weltraumtourist auf die Erde zurück.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Halter, warum die NASA Titos Flug ins All bis zum Schluss verhindern will und welches Schlüsselerlebnis bei ihm mit 17 Jahren die Faszination für die Raumfahrt weckt. Seit seiner Jugend träumt Dennis Tito von einem Flug in den Weltraum. Und tatsächlich kann sich der US-Amerikaner diesen Traum erfüllen. Nicht, weil er Astronaut wird, sondern mit viel Geld. Rund 20 Millionen Dollar blättert Tito hin und erkauft sich damit als erste Privatperson einen Flug ins All. Im April 2001 tritt der inzwischen 60-Jährige an Bord eines Sojus-Raumschiffs seine lang ersehnte Reise an. Nach genau sieben Tagen, 22 Stunden und vier Minuten und einem Zwischenstopp auf der Raumstation ISS landet der Investmentberater am 6. Mai 2001 heil wieder in der kasachischen Steppe. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Reinhold Ewald, Astronaut/Kosmonaut und Physiker Julia Tcharfas: Through the lens of a space tourist, Science Museum Group Journal, 04/2015 Joanne Randolph: Dennis Tito. First Space Tourist, New York 2003 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Halter Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse


In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Halter:
  • warum die NASA Titos Flug ins All bis zum Schluss verhindern will,
  • welches Schlüsselerlebnis bei ihm mit 17 Jahren die Faszination für die Raumfahrt weckt,
  • wie Tito es schafft, in den 70er-Jahren zum Multimillionär zu werden,
  • warum ihm angeblich ausgerechnet die Telefonnummern seiner Ex-Freundinnen beim Kosmonauten-Training helfen.

Seit seiner Jugend träumt Dennis Tito von einem Flug in den Weltraum. Und tatsächlich kann sich der US-Amerikaner diesen Traum erfüllen - wenn auch erst Jahrzehnte später. Und auch nicht, weil er Astronaut ist, sondern mit viel Geld. Rund 20 Millionen Dollar blättert Tito hin und erkauft sich damit als erste Privatperson einen Flug ins All.

Mehrere Monate lang unterzieht sich der Investmentberater einem Kosmonauten-Grundkurs, dann ist es endlich so weit. Im April 2001 tritt der inzwischen 60-Jährige an Bord eines Sojus-Raumschiffs seine lang ersehnte Reise an. Er besucht die Raumstation ISS und filmt und knipst mehr als 120 Erdumrundungen lang alles, was ihm vor die Linse kommt.

Nach genau sieben Tagen, 22 Stunden und vier Minuten landet Tito am 6. Mai 2001 heil wieder in der kasachischen Steppe. Seine ersten Worte: "Ich komme gerade aus dem Paradies."

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Reinhold Ewald, Astronaut/Kosmonaut und Physiker
  • Vortrag von Dennis Tito, Pepperdine University (2007)
  • Julia Tcharfas: Through the lens of a space tourist, Science Museum Group Journal, 04/2015
  • Joanne Randolph: Dennis Tito - First Space Tourist. New York 2003

Weiterführende Links:

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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autorin: Andrea Halter
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

Weimarer Flaggenstreit: Drei Farben, die die Republik entzweien

Weimarer Flaggenstreit: Drei Farben, die die Republik entzweien WDR Zeitzeichen 05.05.2026 14:22 Min. Verfügbar bis 05.05.2099 WDR 5

In der Weimarer Republik steht Schwarz-rot-gold für Deutschland. Aber die Kaiserfarben Schwarz-weiß-rot bleiben populär. Über den Flaggenstreit (5.5.1926) zerbricht die Regierung.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug, warum Flaggen mehr sind als ein buntes Stück Stoff, weshalb die Kaiserfarben für die Gegner der Weimarer Republik attraktiv sind und wie der Kompromissvorschlag von Reichskanzler Hans Luther die politische Polarisierung verschärft. Schwarz‑Rot‑Gold steht in der Weimarer Verfassung als Symbol der neuen Republik. Doch die alten Eliten hängen an Schwarz‑Weiß‑Rot. Der parteilose Reichskanzler Hans Luther glaubt, die Gegensätze mit einer Flaggenordnung befrieden zu können – ein folgenreicher Irrtum. Der Kompromiss wird zum Brandbeschleuniger. Im Reichstag wächst der Widerstand, auf der Straße mobilisieren republikfeindliche Kräfte. Der Flaggenstreit zeigt, wie Symbole politische Fronten verhärten und wie brüchig die junge Demokratie ist. Am 12. Mai 1926 wird im Reichstag ein Misstrauensantrag gegen Luther angenommen. Sein Kabinett tritt zurück. Die Flaggenordnung bleibt hingegen in Kraft. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Professor Eckart Conze (Historiker, Universität Marburg) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch in ARD Sounds: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Frank Zirpins Technik: Holger Maerten


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:
  • warum Flaggen sehr viel mehr sind als ein buntes Stück Stoff,
  • weshalb die Kaiserfarben für die Gegner der Weimarer Republik attraktiv sind,
  • wie der Kompromissvorschlag von Reichskanzler Hans Luther den politischen Streit noch verschärft,
  • welche Rolle Paul von Hindenburg beim Sturz der Regierung Luther spielt,
  • wie Luther im Nationalsozialismus trotzdem noch Karriere macht.

Schwarz‑Rot‑Gold steht in der Weimarer Verfassung als Symbol der neuen Republik. Doch die alten Eliten hängen an Schwarz‑Weiß‑Rot. Der parteilose Reichskanzler Hans Luther glaubt, die Gegensätze mit einer Flaggenordnung befrieden zu können – ein folgenreicher Irrtum. Der Kompromiss wird zum Brandbeschleuniger.

Im Reichstag wächst der Widerstand, auf der Straße mobilisieren republikfeindliche Kräfte. Der Flaggenstreit zeigt, wie Symbole politische Fronten verhärten und wie brüchig die junge Demokratie ist. Am 12. Mai 1926 wird im Reichstag ein Misstrauensantrag gegen Luther angenommen. Sein Kabinett tritt zurück. Die Flaggenordnung bleibt hingegen in Kraft.

Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
  • Professor Eckart Conze (Historiker, Universität Marburg)

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Thomas Klug
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Holger Maerten

Vom Literaturstar zur Gejagten: Schriftstellerin Irmgard Keun

Vom Literaturstar zur Gejagten: Schriftstellerin Irmgard Keun WDR Zeitzeichen 04.05.2026 14:42 Min. Verfügbar bis 04.05.2099 WDR 5

Am 4.5.1936 flieht Irmgard Keun vor den Nazis nach Ostende. Sie ist jung, modern und ein Literatur-Star. In Belgien beginnt ein Leben zwischen Freiheit, Angst und Verlust.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka, warum Irmgard Keun mit ihrem leichten, frechen Schreibstil sogar die New York Times begeistert, von ihren wilden Liebesgeschichten und dem quälenden Heimweh im Exil und wie erst Jahre später ihr Werk neu entdeckt wird. "Humor wie ein dicker Mann, Grazie wie eine Frau, Herz, Verstand und Gefühl, was wollen Sie mehr?" So schwärmt Kurt Tucholsky von Irmgard Keun, dem Shootingstar der deutschen Literaturszene zu Beginn der 1930er Jahre. Doch die Nazis mögen keine modernen Frauen. "Die Luft ist vergiftet, man wagt nicht mehr zu atmen, geschweige denn zu denken", klagt sie - und flieht nach Belgien. Aus dem Exil beobachtet sie Nazi-Deutschland und schildert in ihrem Roman "Nach Mitternacht" eindringlich den kleinbürgerlichen, faschistisch geprägten Alltag. Nach dem Krieg kann sie an ihre früheren Erfolge nicht anknüpfen. Die entschiedene Nazi-Gegnerin gilt nun als unbequem – und gerät lange Zeit in Vergessenheit. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christiane Kopka Redaktion: Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:
  • warum Irmgard Keun mit ihrem leichten, frechen Schreibstil sogar die New York Times begeistert,
  • von ihren wilden Liebesgeschichten und dem quälenden Heimweh im Exil,
  • dass Alkohol und Medikamente sie über Jahre in die Klinik bringen,
  • wie in 1970er ihr Werk neu entdeckt und gefeiert wird.

"Humor wie ein dicker Mann, Grazie wie eine Frau, Herz, Verstand und Gefühl, was wollen Sie mehr?" So schwärmt Kurt Tucholsky von Irmgard Keun, dem Shootingstar der deutschen Literaturszene zu Beginn der 1930er Jahre. Doch die Nazis mögen keine modernen Frauen. "Die Luft ist vergiftet, man wagt nicht mehr zu atmen, geschweige denn zu denken", klagt sie - und flieht nach Belgien.

Aus dem Exil beobachtet sie Nazi-Deutschland und schildert in ihrem Roman "Nach Mitternacht" eindringlich den kleinbürgerlichen, faschistisch geprägten Alltag. Nach dem Krieg kann sie an ihre früheren Erfolge nicht anknüpfen. Die entschiedene Nazi-Gegnerin gilt nun als unbequem – und gerät lange Zeit in Vergessenheit.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Dr. Beate Kennedy (Kiel, Keun-Expertin und Mitherausgeberin der Werke)
  • Irmgard Keun: Bilder aus der Emigration, In: Wenn wir alle gut wären. Köln 1983
  • Irmgard Keun: Nach Mitternacht. Essen 2006 
  • Hiltrud Häntzschel: Irmgard Keun. Hamburg 2001

Weiterführende Quellen und Links:
  • Planet Schule: Irmgard Keun - Dichter dran
  • LVR: Heidi Krementz: Irmgard Keun. Portal Rheinische Geschichte (LVR)
  • Heinrich Detering/Beate Kennedy: Irmgard Keun. Das Werk. Göttingen 2017
  • Beate Kennedy: Irmgard Keun: Zeit und Zitat. Narrative Verfahren und literarische Autorschaft im Gesamtwerk. Berlin 2014
  • Liane Schüller: Vom Ernst der Zerstreuung. Schreibende Frauen am Ende der Weimarer Republik: Marieluise Fleißer, Irmgard Keun und Gabriele Tergit. Bielefeld 2005

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christiane Kopka
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Theo Kramer

SED-Chef Walter Ulbricht: Gestürzt vom politischen Ziehsohn

SED-Chef Walter Ulbricht: Gestürzt vom politischen Ziehsohn WDR Zeitzeichen 03.05.2026 14:45 Min. Verfügbar bis 03.05.2099 WDR 5

Mehr als 20 Jahre bestimmt Ulbricht an der SED-Spitze über die DDR. Dann verliert er Moskaus Unterstützung. Erich Honecker steht am 3.5.1971 für die Übernahme bereit.

In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug, wie Walter Ulbricht an die Spitze der DDR aufsteigt, was die "Zehn Gebote der sozialistischen Moral" besagen und warum Ulbrichts Reform-Ideen für den Tod von Erich Apel verantwortlich gemacht werden. Offiziell dankt Walter Ulbricht am 3. Mai 1971 aus Altersgründen ab, um "diese Funktion in jüngere Hände abzugeben". Diese jüngeren Hände gehören Erich Honecker. Seit dem Mauerbau gilt er als Kronprinz der DDR, bestens vernetzt mit Moskau und dort politisch fest verankert. Ulbricht hingegen ist beim sowjetischen Bruder mit seiner geplanten Wirtschaftsreform in Ungnade gefallen. Als der Kreml grünes Licht für den Machtwechsel gibt, ist Honeckers Aufstieg nicht mehr zu stoppen. Ob er persönlich bei Ulbricht aufgelaufen ist, um Telefonleitungen kappen zu lassen, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären. Aber Honecker bemüht sich, Ulbrichts Rolle in der offiziellen Geschichtsschreiber möglichst klein zu halten - zugunsten seiner eigenen Legendenbildung. Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas Klug Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:
  • dass Walter Ulbricht ein großer Verehrer von Stalin ist,
  • wie er an die Spitze der DDR aufsteigt,
  • was die "Zehn Gebote der sozialistischen Moral" besagen,
  • warum Ulbrichts Reform-Ideen für den Tod von Erich Apel verantwortlich gemacht werden.

Offiziell dankt Walter Ulbricht am 3. Mai 1971 aus Altersgründen ab, um "diese Funktion in jüngere Hände abzugeben". Die jüngeren Hände gehören Erich Honecker. Seit dem Mauerbau gilt er als Kronprinz der DDR, bestens vernetzt mit Moskau und dort politisch fest verankert.

Ulbricht hingegen ist beim sowjetischen Bruder mit seiner geplanten Wirtschaftsreform in Ungnade gefallen. Als der Kreml grünes Licht für den Machtwechsel gibt, ist Honeckers Aufstieg nicht mehr zu stoppen.

Ob er persönlich bei Ulbricht erschienen ist, um Telefonleitungen kappen zu lassen, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären. Aber Honecker bemüht sich, Ulbrichts Rolle in der offiziellen Geschichtsschreiber möglichst klein zu halten - zugunsten seiner eigenen Legendenbildung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Martin Sabrow (ehemaliger Direktor des Leibnitz-Instituts für Zeithistorische Forschung Potsdam)
  • Dr. Christoph Wunnicke (Autor der Studie: Die Blockparteien der DDR. Kontinuitäten und Transformation 1945–1990)

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Autor: Thomas Klug
Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
Technik: Holger Maerten

Schüsse auf den Terrorfürsten: Das Ende von bin Laden

Schüsse auf den Terrorfürsten: Das Ende von bin Laden WDR Zeitzeichen 02.05.2026 14:52 Min. Verfügbar bis 02.05.2099 WDR 5

Zehn Jahre dauert die Suche nach Osama bin Laden, Führer der Terrorgruppe al-Qaida. und Drahtzieher von 9/11. Am 2.5.2011 tötet ihn ein US-Kommando beim Sturm auf sein Versteck in Pakistan.

In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog, wie die Fahndung nach Osama bin Laden zur teuersten Verbrecherjagd der Geschichte wird und welche Risiken US-Präsident Barack Obama mit dem Zugriff eingeht. Nach den Anschlägen vom 11. September ruft George W. Bush den "Krieg gegen Terror" aus. Im Zentrum steht Osama bin Laden, Sohn eines saudischen Milliardärs und Anführer der Terrororganisation al-Qaida. Seine Spur verliert sich bereits nach wenigen Monaten in den afghanisch-pakistanischen Bergen. Zehn Jahre brauchen die US-Spezialeinheiten, um ihn schließlich in einer schlichten Wohnanlage in Pakistan aufzuspüren. Dort töten sie ihn. In der westlichen Welt wird die Nachricht vielfach mit Genugtuung aufgenommen, das Kapitel 11. September scheint beendet. Menschenrechtler sehen den Zugriff hingegen als Hinrichtung, weil Osama bin Laden ohne Rechtsverfahren getötet wurde. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner: Peter Bergen, US-Journalist und Buchautor (CNN) Wolfgang Kaleck, Rechtsanwalt, European Center for Constitutional and Human Rights, Berlin Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martin Herzog Redaktion: Frank Zirpins


In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:
  • wie die Fahndung nach Osama bin Laden zur teuersten Verbrecherjagd der Geschichte wird,
  • dass die Suche nach ihm erschwert wird, weil er kein Telefon und kein Internet nutzt,
  • welche Risiken US-Präsident Barack Obama mit dem Zugriff eingeht,
  • ob die Erschießung eine "extralegale" Tötung gewesen ist.

Nach den Anschlägen vom 11. September ruft George W. Bush den "Krieg gegen Terror" aus. Im Zentrum steht Osama bin Laden, Sohn eines saudischen Milliardärs und Anführer der Terrororganisation al-Qaida.

Seine Spur verliert sich bereits nach wenigen Monaten in den afghanisch-pakistanischen Bergen. Zehn Jahre brauchen die US-Spezialeinheiten, um ihn schließlich in einer schlichten Wohnanlage in Pakistan aufzuspüren. Dort töten sie ihn.

In der westlichen Welt wird die Nachricht vielfach mit Genugtuung aufgenommen, das Kapitel 11. September scheint beendet. Menschenrechtler sehen den Zugriff hingegen als Hinrichtung, weil Osama bin Laden ohne Rechtsverfahren getötet wurde.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Peter Bergen, US-Journalist und Buchautor (CNN)
  • Wolfgang Kaleck, Rechtsanwalt, European Center for Constitutional and Human Rights, Berlin
  • Peter L. Bergen: Die Jagd auf Osama bin Laden. Eine Enthüllungsgeschichte. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2012

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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Martin Herzog
Redaktion: Frank Zirpins

Höher, schneller, Empire State: Wettlauf der Wolkenkratzer

Höher, schneller, Empire State: Wettlauf der Wolkenkratzer WDR Zeitzeichen 01.05.2026 14:49 Min. Verfügbar bis 01.05.2099 WDR 5

Mitten in der Weltwirtschaftskrise blickt New York nach oben: Am 1.5.1931 öffnet das Empire State Building - und bleibt fast vier Jahrzehnte das höchste Gebäude der Welt.

In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer, warum das Empire State Building an sieben Stellen schmaler werden muss, mit welchem Trick die Eigentümer den hohen Leerstand vertuschen wollen und wie das Gebäude dank des Films King Kong zur Ikone wird. Ende der 1920er Jahre entbrennt in New York ein Wettrennen um den Titel des höchsten Gebäudes der Welt. Vor allem die finanzkräftigen Automobilbauer investieren in die neue Wolkenkratzer. Zunächst sichert sich Walter Chrysler im Mai 1930 den Rekord. Dank einer spektakulären, aufgesetzten Stahlkrone ragt sein Chrysler Building 318 Meter in den Himmel. Doch an der Fifth Avenue wächst bereits mit dem Empire State Building ein neuer Gigant in Rekordtempo heran. Hinter dem Projekt stehen der Finanzvorstand von General Motors, John J. Raskob, und der frühere Gouverneur von New York, Al Smith. Tag für Tag kommen mehrere Stockwerke hinzu. Am 1. Mai 1931 wird das Empire State Building mit einer gewaltigen Nutzfläche von 900.000 Quadratmetern eingeweiht - und mit seinen 381 Metern offiziell zum weltweit höchsten Gebäude. Das sind unsere wichtigten Interviewpartner: Carol Willis (Historikerin, Gründerin und Direktoren Skyscraper-Museum, New York) Wolfgang Sonne (Architekturhistoriker) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt: https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak


In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:
  • warum das Empire State Building an sieben Stellen schmaler werden muss,
  • mit welchem Trick die Eigentümer den hohen Leerstand vertuschen wollen,
  • wie das Gebäude dank des Films King Kong zur Ikone wird.

Ende der 1920er Jahre entbrennt in New York ein Wettrennen um den Titel des höchsten Gebäudes der Welt. Auch die finanzkräftigen Automobilbauer investieren in die neue Wolkenkratzer.

Zunächst sichert sich Walter Chrysler im Mai 1930 den Rekord. Dank einer spektakulären, aufgesetzten Stahlkrone ragt sein Chrysler Building 318 Meter in den Himmel.

Doch an der Fifth Avenue wächst bereits mit dem Empire State Building ein neuer Gigant in Rekordtempo heran. Hinter dem Projekt stehen der Finanzvorstand von General Motors, John J. Raskob, und der frühere Gouverneur von New York, Al Smith.

Tag für Tag kommen mehrere Stockwerke hinzu. Am 1. Mai 1931 wird das Empire State Building mit einer gewaltigen Nutzfläche von 900.000 Quadratmetern eingeweiht - und mit seinen 381 Metern offiziell zum weltweit höchsten Gebäude.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Carol Willis (Historikerin, Gründerin und Direktorin Skyscraper-Museum, New York)
  • Wolfgang Sonne (Architekturhistoriker)
  • John Tauranac: The Empire State Building. The Making of a Landmark. New York 1995
  • Britannica: Empire State Building | Height, Construction, History, & Facts

Weiterführende Links:

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Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Autor: Erik Hlacer
Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak