Was tun gegen die Asiatische Hornisse?

Aktuelle Stunde 03.05.2026 10:21 Min. UT Verfügbar bis 03.05.2028 WDR Von Ann-Kathrin Stracke

Asiatische Hornisse NRW zahlt Imkern Prämien für entfernte Nester

Stand:

Die Asiatische Hornisse bedroht heimische Honigbienen, Imkerinnen und Imker sind besorgt. Das Land NRW will mehr dagegen tun und lobt Prämien für beseitigte Nester aus.

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Mit Schulungen und Prämien will NRW den Kampf gegen die invasive Asiatische Hornisse aufnehmen. Geschulten Imkerinnen und Imkern werden für eine fachgerechte Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse 150 bis 300 Euro gezahlt, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Prämien können auch von Imkern in Anspruch genommen werden, die dafür einen professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragen.

Auch für die benötigte Ausrüstung können Imker einen finanziellen Zuschuss erhalten. Pauschal 250 Euro gibt es zum Beispiel für Schutzanzüge inklusive Helm und Visier. Absaugvorrichtungen oder Lanzen für den direkten Umgang mit Hornissen-Nestern werden mit einer Pauschale von 2.000 Euro unterstützt.

Invasive Insekten fühlen sich in NRW wohl

Vor sechs Jahren wurde die Asiatische Hornisse das erste Mal in NRW entdeckt - inzwischen hat sie sich stark verbreitet. Laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima wurden im vergangenen Jahr mehr als 7.300 Exemplare gemeldet: Das sind rund fünfmal so viele wie 2024.

Besonders häufig wurde die aus Südostasien stammende Vespa velutina im Rheinland und Ruhrgebiet gesichtet. Sie lauert Honig- und Wildbienen auf und tötet sie im Flug, um sich von ihnen zu ernähren.

Gefahr durch Asiatische Hornisse: Land NRW startet Förderprogram

WDR 03.05.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 02.05.2028 WDR Online

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Pflanzen, Schmetterlinge und Vögel leiden unter Asiatischer Hornisse

Eine Hand mit Handschuh hält eine asiatische Hornisse

Etwa zwei Zentimeter groß werden die Asiatischen Hornissen

Wenn die Asiatische Hornisse heimische Bienen tötet, sind indirekt auch viele Pflanzenarten und andere Tiere betroffen. Gibt es weniger Bestäuber, wachsen auch weniger Blütenpflanzen - was sich wiederum negativ auf Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten auswirkt, die auf diese Pflanzen angewiesen sind.

Außerdem konkurriert die Asiatische Hornisse um dieselben Nahrungsquellen und Nistplätze wie die heimischen Arten - und ist dabei ziemlich erfolgreich. Weil sie keine natürlichen Feinde hat, breitet sich die Hornisse schnell aus.

Viele Imker in NRW sehen schon längst ihre Bienenvölker bedroht. "Sie ernähren sich zu 65 Prozent von unseren Honigbienen", sagte Ulf Bergmann vom Kreis-Imkerverein Unna-Hamm im vergangenen Sommer dem WDR.

Wo baut die Hornisse ihr Nest? Bürger sollen Nester melden

Ein Mann entfernt das Nest eines Hornissenschwarms

Nest der Asiatischen Hornissen

Die gut zwei Zentimeter großen Insekten bauen ihre Nester im Frühling häufig in Sträuchern, unter Dachüberständen oder in Geräteschuppen. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, Nester oder Sichtungen der Asiatischen Hornisse den Städten zu melden, um deren Ausbreitung besser nachverfolgen zu können. Man erkennt die Insekten an ihrer schwarzen Brust, den schwarz-gelben Beinen sowie dem hauptsächlich dunklen Hinterleib mit gelben Banden.

Wie gefährlich ist die Hornisse für den Menschen?

Für Menschen ist die Asiatische Hornisse kein großes Problem - wenn man nicht allergisch ist. Ihr Stich ist nicht gefährlicher als der einer heimischen Hornisse oder Wespe. Die Tiere sind in der Regel nicht aggressiv, solange ihr Nest nicht bedroht wird.

Nester der Hornissen sollten nur von Fachleuten entfernt werden

Inzwischen gilt die Hornisse in Deutschland als weit verbreitet. Die Behörden sind deshalb nicht mehr dazu verpflichtet, alle ihre Nester zu entfernen. Das passiert nur noch im Einzelfall. Empfohlen bleibt die Beseitigung durch Fachleute aber weiterhin. Zuständig sind die Grundstückseigentümer, betont etwa die Stadt Bottrop.

Immer wieder muss dafür auch extra die Feuerwehr anrücken, wie zum Beispiel vor einigen Monaten in Ennepetal. Dort hing ein Nest in einem Baum an einer Grundschule in etwa zehn Metern Höhe. Es war so groß wie zwei Medizinbälle. Aufgrund des schwierigen Geländes kam selbst die Feuerwehr nicht an das Nest heran. Sie brauchte Hilfe eines speziellen Steigers von einem örtlichen Dachdecker.

Unsere Quellen:

  • Landwirtschaftsministerium NRW
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Landesamt für Natur, Umwelt und Klima
  • Bisherige WDR-Berichterstattung

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 03.05.2026, 13 Uhr
Erstveröffentlichung am 03.05.2026.

Kommentare zum Thema

12 Kommentare

  • 12 Anja Stamm 07.05.2026, 09:18 Uhr

    Die Überschrift "NRW zahlt Prämien für Nester der Asiatischen Hornisse" liest sich im ersten Moment gut. In vielen Artikeln wird vergessen, auf die zwingend festgelegten Bedingungen der LWK hinzuweisen. Kein Imker/in kann ohne erfüllte Vorgabe Prämien einfordern. Wie bei jeder Förderung gibt es klare Bedingungen sowie eine Grenze des Fördertopfes bei 150 000 Euro. Er soll die Sensibilisierung auf das Thema „Umgang mit der Asiatische Hornisse“, Management der Art, Schulungen, Wissensbildung anschieben. Wichtigster Punkt: der Schutz der Nicht-Zielarten ist zwingend, Fachwissen ist dazu notwendig. Dazu werden Schulungen angeboten. Uns erreichen Fragen wie: können Sie nicht mal auf meinem Dachboden schauen, es gibt ja Geld dafür / jetzt verdienen die Imker/innen sich eine goldenen Nase. Zudem kommen Bilder von unbestimmten abgerissenen Nestern zu uns mit der Frage: gibt es Geld dafür ? ! Nein, was für ein Unfug ! Sehen, Melden, Artansprache, korrekte Arbeistweise. Geld für Fachkunde.

  • 11 Peter 06.05.2026, 15:23 Uhr

    Bei mir holt eine Asiatische Hornisse sich täglich Baumaterialien aus totem, abgetrockneten Baumstamm, so, wie dies auch unsere heimischen Hornisse und die Wespen tun. Wo die AH hinfliegt, kann ich nicht feststellen, aber bestimmt nicht so weit.

  • 10 Michael Aschemann 05.05.2026, 19:52 Uhr

    Wir als Schädlingsbekämpfer haben eine Ausbildung, geprüfte und zugelassene Mittel und die passenden Geräte um die Nester bis zu 35 m Höhe zu 100% zu bekämpfen. Ob absaugen, Wasserdampf oder mit anderen wilden Methoden die Nester zu entfernen wird es immer überlebende Tiere geben. Es kann nicht sein Hobbyimker mit einigen Schulungsstunden auf die Jagd zu schicken. Diese können dann vieleicht eine Asiatische Hornisse erkennen, haben aber zu Recht nicht den Zugriff auf wirksame Insektizide. Denn diese dürfen nur Fachleute einsetzen. Nest erkennen und in die Meldeportale bringen. Dann bekämpfen die Schädlingsbekämpfer fachlich richtig und nachhaltig.

    Antworten (1)
    • 06.05.2026, 11:57 Uhr

      Gibt kein Geld so also Hobby Imker killer Modus rein

  • 9 Johanna 05.05.2026, 07:11 Uhr

    In Asien ist die Population unter Kontrolle, da dort auch der natürliche Feind der Hornisse, der auf diese Art spezialisiert ist, lebt. Warum können wir dieses Insekt nicht hier einführen anstatt teure Entfernungen der Nester durchzuführen?

    Antworten (2)
    • Norbert 05.05.2026, 09:15 Uhr

      In Deutschland gibt es aktuell einen einzigen Fressfeind den Wespenbussart, welcher sehr selten ist. Die von Ihnen genannten vorgeschlagenen Tiere würden in unserer Bioversität nicht zusammen passen und mehr Schaden anrichten wie bisher.

    • Michael Peiser 05.05.2026, 17:14 Uhr

      Die Vorgehensweise gegen die Invasion, dieses Neuankömmlings und der Umgang mit der zuständigen Ämter und Behörden damit, erinnert sehr an das System helmut Kohl: Aussitzen…. Der steht dann ist ja nicht über Nacht vom Himmel gefallen, sondern wurde im Süd europäischen Raum vor Jahren schon gemeldet und kam immer näher und näher und als er dann in Deutschland zum ersten Mal auftauchte auch bei uns hier in Duisburg, haben wir über den Imkerverein mit dem zuständigen Ämter und Behörden gesprochen ja, keiner war zuständig, verwies auf den andern und da haben wir doch gar kein Budget für und so weiter und sofort. Also nirgendswo in Deutschland ist etwas vorbeugend geschehen. Und jetzt ist es überall vor Ort, nicht mehr als in war Sief betitelt, sondern als sesshafte quasi heimische Art und deshalb wird in der Regel seitens der Behörden jetzt auch weiterhin nichts mehr dagegen unternommen. Jetzt werden wir mal einen Stuhlkreis, und eineAusschuss bilden Und schauen und warten mal ab. A. Deu

  • 8 Muschelblume 04.05.2026, 11:51 Uhr

    Wer zahlt denn für die überaus sinnvolle Beseitigung eines Nestes der Asiatischen Hornisse? Wenn die oft hohen Kosten durch die Grundstückseigentümer getragen werden müssen, dürfte die Motivation zur Beseitigung durch Fachpersonal eher gering ausfallen! Da der Bienenschutz ein allgemeines Interesse darstellt, wäre eine fachgerechte Beseitigung auf Kosten der Solidargemeinschaft sinnvoll. Damit wäre auch das Risiko geringer, dass bei Beseitigung in Eigeninitiative Nester der nützlichen heimischen Hornisse entfernt werden.

  • 7 Franziska 1 03.05.2026, 22:53 Uhr

    Was im Artikel fehlt....das die asiatische Hornisse tagaktiv ist. Sie fliegt normalerweise nicht, wenn es dunkel ist. Sie setzt sich nicht auf Grill - Fleisch, auf Fallobst kommt es schon vor. Ob es Ausnahmen gibt beim Verhalten, keine Ahnung. Darüber habe ich noch nie was gehört! Generell würde ich anraten, erst hinsetzen im Freien, wenn auf dem Stuhl/Lehne (Bank), keine großen Brumm- Insekten krabbeln. Es gibt bestimmt Menschen die schon ihre schmerzlichen Erfahrungen machten. Me too!

  • 6 Werner 03.05.2026, 17:48 Uhr

    Leicht läuft man in Gefahr, alle!! Hornissen als Bedrohung des Ökosystems anzusehen. Dem ist jedoch nicht so, heimische Hornissen sind in NRW , wie auch anderswo, weit verbreitet und gehören zu den Nutzinsekten. Nur es wird, wie leider so oft, von einigen, die Hornissen Nester ungewollt haben, pauschalisiert. Es ist ein Schadinsekt (Vermutung) Das ist jedoch mangelnder Aufklärung geschuldet. Eine klare !Differenzierung, fehlt jedoch. Eine bloße Beschreibung reicht nicht, detaillierte Fotos den mit Unterschiedlichen Merkmalen, auf einem Bild.......leider Fehlanzeige. Eine Hornisse wird als Gefahr angesehen, unabhängig davon wo diese herkommt. In dem Fall der asiatischen Hornisse, da stimme ich zu, es ist eine "invasive" Art. Das ist sehr schade, das diese hier etabliert sind. Aber zur Erkennung...da fehlt klarere Aufklärung, auch seitens der Medien.! Mein Kommentar spiegelt nur meine Meinung wieder.

  • 5 Franziska 1 03.05.2026, 17:47 Uhr

    "Immer wieder muss dafür auch extra die Feuerwehr anrücken"? Ich finde auch dafür muss Geld und Zeit dafür gestellt werden, als Schutz für Bürger. Die Ausgaben für den mehrfach gestrandeten Buckelwal schätzt man auf 1,5 Millionen Euro., da sind die Kosten für die Schiffe noch nicht enthalten, schreibt die Presse. Es ist halt so, die Tierwelt fordert auch seinen Preis. Auf sich selbst achten wegen den Hornissen, kostet nichts. Kinder sollten darüber gut informiert werden über Verhaltensregeln zu Hornisse, Wespen und Bienen, dass sie nicht hektisch stechen.

    Antworten (2)
    • Quasi 04.05.2026, 08:20 Uhr

      Das Geld für den Wahl würde von privaten Personen gezahlt.

    • Dominic 04.05.2026, 10:11 Uhr

      Da gerwechseln Sie wohl gerade zwei Themen. Bei dem Buckelwahl sehe ich es genauso wie Sie. Es sind zu hohe Kosten für einen sehr wahrscheinlich nicht überlebenden Wal. Schade um das tolle Tier, aber das ist Gesetz der Natur. Bei der invasiven Hornisse ist das ganz anders. Diese Art bedroht alles was um uns herum ist, und da finde ich schon das es sich lohnt zu investieren, um andere Tierarten und letztendlich auch den Menschen zu schützen.

  • 4 Paul S. 03.05.2026, 16:55 Uhr

    Alle Jahre das gleiche Thema was zur Diskussion steht. Die Welt, die Menschen verändern sich, die Natur die Tiere, die asiatischen Hornissen suchen sich auch ihren Platz um zu überleben. Es wird doch gemeldet, die Tiere sind in der Regel nicht aggressiv, solange ihr Nest nicht bedroht wird. Also sollte jeder die Regeln die angeboten werden beachten und nicht selbst eingreifen. Die Beseitigung durch Fachleute ist wichtig. Mutig muss sich selbst keiner zeigen, zuständig sind auch die Grundstückseigentümer. Die müssen es melden! Bei gefährliche Tiere, egal welches, muss man einfach Abstand einhalten, bis Hilfe kommt.

  • 3 Anny 03.05.2026, 16:20 Uhr

    Anbei noch Video-Beiträge (Dokus) aus der ARD-Mediathek zu Hornissen & Wespen: 1) Asiatische Hornisse - Räuberische Invasoren (ca. 30 Min.): https://www.ardmediathek.de/video/die-nordreportage/achtung-asiatische-hornissen-im-anflug/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM0NDc5MV9nYW56ZVNlbmR1bmc 2) Einheimische / Europäische Hornissen - Helfer im Garten (ca. 30 Min.): https://www.ardmediathek.de/video/die-nordreportage/wenn-hornissen-umziehen-muessen/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8xMzE4XzIwMjItMDctMDEtMTUtMzA 3) KEINE ANGST VOR - Wespen (ca. 30 Min.): https://www.ardmediathek.de/video/die-nordreportage/keine-angst-vor-wespen/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8xMzE4XzIwMjItMDktMDktMTUtMDA Summende Grüße, Anny

  • 2 Rainer Kluge 03.05.2026, 15:13 Uhr

    Ich schlage vor, wir machen es wie die Politiker. Wir stellen ein Flugverbotsschild auf!

    Antworten (2)
    • Anny 03.05.2026, 15:21 Uhr

      ☺Super Idee, sehr Pragmatisch! ;-)

    • Petra 04.05.2026, 13:13 Uhr

      wunderbar, wird ja bei kaputten Straßen ähnlich gehandhabt.....

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