Das Nest ist schon mit bloßem Auge zu erkennen: Wie eine dicke Knolle hat es sich um den Stamm des Baumes gewickelt - in 23 Metern Höhe. "Das ist auch für mich etwas besonderes", sagt Klaus Maresch: "So hoch hatte ich bisher auch noch kein Nest der asiatischen Hornisse."
Maresch muss jetzt mit einem Hubsteiger hoch und das Nest abtöten: "Wenn wir das nicht machen, entstehen daraus bis zum kommenden Jahr dutzende weitere Nester." Für den Berater für Wespen und Hornissen gehören solche Einsätze mittlerweile zum Alltag. Täglich klingelt bei ihm das Telefon, allein an diesem Dienstag hat er schon fünf Nester entfernt - inklusive dem an der Seniorenwohnanlage Augustinum in Bonn, direkt am Rhein.
Vom Balkon aus entdeckt
Dieses Nest hängt besonders hoch.
Entdeckt haben das Nest Heide und Heinz Tennie, als sie auf ihrem Balkon saßen: "Wir haben hier Kaffee getrunken und auf einmal sage ich: Was ist das denn für ein großer Kogel da in dem Baum", erinnert sich Heide Tennie. Sie melden sich bei der Naturschutzbehörde - die Klaus Maresch damit beauftragt, das Nest zu entfernen.
"Bonn ist ein Hotspot für die asiatische Hornisse", sagt er - und geht davon aus, dass das Problem in den kommenden Jahren eher noch zunimmt: "Wir bekommen die hier nicht mehr weg, die ist hier schon heimisch geworden."
Im schlimmsten Fall lebensbedrohlich
Und das könne zum Problem werden, denn nicht immer bauten die Hornissen ihr Nest in luftiger Höhe: "Wenn Schulkinder einen Ball in die Hecke schießen, kann es sein, dass hunderte Hornissen sie attackieren." Hilfe sei dann kaum noch möglich, weil die Hornissen jeden Menschen in der Umgebung ebenfalls angriffen: "Das kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich enden."
Die Hornissen greifen Klaus Maresch an, als er das Nest bekämpfen will.
Er selbst geht deshalb nur mit dicker Schutzkleidung auf den Hubwagen. Mit einer Lanze sprüht er Gift in das Nest. Die Hornissen finden das nicht lustig und greifen Klaus Maresch scharenweise an - nur langsam kann er sich zurück in Richtung Boden fahren lassen, ohne dass die Hornissen ihm folgen.
"Ein, zwei Tage werden jetzt noch Tiere um das Nest herumschwirren", sagt er: "Aber dann sollten die Hornissen hier verschwunden sein." Er packt sein Equipement ein - und fährt zum nächsten Nest.
Heide und Heinz Tennie haben das Treiben von ihrem Balkon aus verfolgt: "Ich freue mich, dass jetzt wieder Ruhe ist."
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Wespen- und Hornissen-Berater Klaus Maresch
Über dieses Thema berichten wir auch im Radio, am 19. August 2025 in der Lokalzeit auf WDR2.