Olympia-Abstimmung für NRW
Aktuelle Stunde . 19.04.2026. 43:12 Min.. UT. Verfügbar bis 19.04.2028. WDR. Von Fritz Sprengart.
Olympia in "KölnRheinRuhr" : Mehrheit für NRW-Olympia-Bewerbung - Ergebnisse im Überblick
Stand:
NRW hat abgestimmt. In allen beteiligten Städten gab es Mehrheiten für eine Olympia-Bewerbung "KölnRheinRuhr". Die Ergebnisse.
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Jetzt mitdiskutierenDie Olympia-Macher in NRW haben bei den Bürgerentscheiden über eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele eine klare Mehrheit erzielt. In allen Städten stimmte eine Mehrheit für eine Kandidatur der Region "KölnRheinRuhr" für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044.
Nach Angaben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Sonntagabend stimmten rund zwei Drittel für eine Bewerbung. "Ein richtig starkes Votum für Olympia aus Nordrhein-Westfalen. Ein ganz, ganz klares Ja von den Menschen aus Nordrhein-Westfalen. Es hat sich ausgezahlt, den Menschen zu vertrauen", erklärte Wüst am Sonntagabend.
Wichtigste Stadt lange ohne Ergebnis
Bis in die Nacht zu Montag wurden die Stimmen der Bürgerentscheide um die Bewerbung von "KölnRheinRuhr" ausgezählt. In 17 Städten konnten die Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen. Köln ist die sogenannte "Leading City" der Bewerbung. Und ausgerechnet hier wurde es besonders spannend. Kurz nach 3 Uhr am Montagmorgen lag dann endlich das Ergebnis vor: 57,4 Prozent votierten für die Bewerbung.
Alle anderen 16 Städte hatten bereits Sonntagabend ihre Ergebnisse gemeldet: überall stimmten die Wahlberechtigten mehrheitlich für eine Teilnahme ihrer Kommune an der Olympia-Bewerbung. Auch in Herten sprachen sich mehr als 70 Prozent für eine Bewerbung aus, doch das erforderliche Quorum wurde hier verfehlt. Statt den notwendigen 15 Prozent stimmten nur 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten zu. Damit fällt Herten, wo gemeinsam mit Recklinghausen Mountainbike-Wettbewerbe vorgesehen waren, vollständig aus der NRW-Bewerbung heraus.
Mehr als 1,4 Millionen Menschen abgestimmt
Mehr als vier Millionen Wahlberechtigte waren aufgefordert, ihr Votum dafür per Briefwahl abzugeben. Nach Angaben der Landesregierung haben 1,4 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. "Das ist eine herausragende Zahl", teilte Ministerpräsident Wüst mit. "Wir können davon ausgehen, dass die Menschen unserer Bewerbung mehrheitlich ihre Stimme gegeben haben."
Die Zustimmungsquoten waren in allen ausgezählten Städten hoch: In Essen lag die Zustimmung bei 64,3 Prozent, in Düsseldorf bei 67,2 Prozent und in Mönchengladbach bei 74,5 Prozent.
Noch keine Entscheidung über Olympia in NRW
Das positive Ergebnis ist ein wichtiger Schritt - eine definitive Entscheidung über Olympische Spiele in NRW ist es jedoch nicht. Denn das Ergebnis des Ratsbürgerentscheids legt nur fest, dass die Region "KölnRheinRuhr" in das weitere Auswahlverfahren geht. Und das tut NRW offenbar mit breiter Unterstützung der Bevölkerung.
Kritiker warnen vor hohen Kosten
Befürworter sehen in den Olympischen und Paralympischen Spielen in NRW eine große Chance für die Region - für mehr Zusammenhalt, internationale Aufmerksamkeit und nachhaltige Impulse für Sport, Stadtentwicklung und Inklusion.
Kritiker warnen jedoch vor hohen Kosten. Die Durchführungskosten werden auf rund 4,8 Milliarden Euro geschätzt. Dem sollen prognostizierte Einnahmen von etwa 5,2 Milliarden Euro gegenüberstehen, etwa durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Medienrechte.
Auch andere Regionen im Rennen um Olympia
Am Sonntag wurde auch in Kiel darüber abgestimmt, ob sich die Stadt - gemeinsam mit einer anderen Region in Deutschland - für an einer Olympia-Bewerbung beteiligen soll. Auch hier fiel der Entscheid positiv aus. In Kiel könnten die Segelwettbewerbe - dazu zählen auch Kite- und Windsurfen - stattfinden. Weitere Sportarten wie Freiwasserschwimmen, Küstenrudern sowie Handball und Rugby wären ebenfalls denkbar. Wer der Kieler Partner bei einer Bewerbung wird, steht noch nicht fest.
Neben der Region "KölnRheinRuhr" bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin für eine Ausrichtung. In München gab es bereits ein positives Votum, in Hamburg steht die Abstimmung am 31. Mai an, in Berlin stimmt das Abgeordnetenhaus ab. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 26. September über den deutschen Kandidaten entscheiden. Eine endgültige Vergabe durch das IOC wird frühestens ab 2027 erwartet.
Laut dem Internationalen Olympischen Komitee gibt es allein für das Jahr 2036 eine "zweistellige" Zahl von Interessenten. Unter anderem wollen sich die ungarische Hauptstadt Budapest und Doha in Katar dafür bewerben.
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 19.04.2026, 18:45 Uhr
52 Kommentare
Kommentar 52: Wolfgang schreibt am 21.04.2026, 17:11 Uhr :
Auch wenn hier jeweils die Mehrheit der Abstimmenden mit ja für eine Olympiabewerbung gestimmt hat, ist zu beachten, dass die Wahlbeteiligung bei mageren 28 - 39 % gelegen hat, sofern diese Zahlen überhaupt veröffentlicht wurden. Damit haben sich letztlich nur rund 20 - 25 % der Wahlberechtigten aktiv "dafür" entschieden. Ob das eine ausreichende Quote ist, sollte man kritisch hinterfragen, bevor Milliarden in ein Event gesteckt werden und die Bevölkerung vielleicht nicht so euphorisch mitfeiert, wie man es sich dann wünscht.
Antwort von Harry , geschrieben am 21.04.2026, 19:54 Uhr :
Es ist eine üble Marketinglüge von Leuten, die sich von Olympia noch mehr steuerfinanzierte Privatgewinne erhoffen, aus einer Ablehnung durch 75 Prozent der Wahlberechtigten eine Zustimmung heraus zu lesen...
Kommentar 51: jupp schreibt am 21.04.2026, 16:12 Uhr :
das jubelgeschrei über das ergebnis ist höchst vewunderlich, verlogen. wenn man aus der wahlbeteiligung und den ja-stimmen das produkt bildet, haben ca. 22% der wahlberechtigten zugestimmt, also nur einer von fünfen.
Kommentar 50: Bert schreibt am 21.04.2026, 11:18 Uhr :
Hier standen noch gestern Abend knapp 50 Kommentare. Auf meinem Gerät sind die nicht mehr sichtbar.
Antwort von WDR.de , geschrieben am 21.04.2026, 16:01 Uhr :
Eigentlich müsste alles zu sehen sein.Vielleicht nochmal aktualisieren?!
Antwort von Johann Moritz , geschrieben am 21.04.2026, 17:41 Uhr :
Ich sehe auch nur 2 Kommentare. Sind die übrigen Opfer des neuen Designs geworden?
Antwort von WDR.de , geschrieben am 21.04.2026, 20:16 Uhr :
Wir checken woran das liegen könnte.
Kommentar 49: Hildegard Eigemeier schreibt am 20.04.2026, 21:40 Uhr :
Nicht NRW hat abgestimmt, es wurde nur in den Städten befragt, wo Veranstaltungen stattfinden sollen. Ich weiß nicht, wie ich abgestimmt hätte, ich halte den olympischen Gedanken für wichtig, aber ich fürchte auch, dass überall notwendige Infrastrukturmaßnahmen sich im Falle , dass die Spiele tatsächlich nach NRW vergeben werden, sich auf eben diese Städte konzentrieren werden. Und nicht nur im kommunalen Bereich, sondern auch Aufgaben betroffener Kreise, des Landes und des Bunds.
Kommentar 48: Pax & Poritz schreibt am 20.04.2026, 20:55 Uhr :
Wüst hat auch die Fähigkeit zu mauern und mit Halbinfos zu arbeiten. Beim Anschlag von Solingen hat er so agiert. Letztens durften Schulkinder über ihr Klopapier an der Schule abstimmen. Das hätte auch bei Olympia geklappt. Liebe Kinder, wenn ihr Olympia wollt, dann werden Gebühren erhöht und Papa und Mama müssen höhere Grundsteuern bezahlen und wir können nicht mehr in Urlaub fahren. Dieses Wahlergebnis wäre aufrichtig. Jetzt sonnen sich Politiker im Pseudoglanz von Olympia und auch der WDR macht natürlich mit. Aufgeblasene Berichterstattung müssen wir jetzt schon fürchten.
Kommentar 47: Knut Israel schreibt am 20.04.2026, 19:39 Uhr :
Und wieder geht ein Ratsbegehren positiv für die Olympiawilligen aus. Was haben die Bürgerinnen und Bürger abgestimmt? Haben sie sich für öffentliche Ausgaben in Höhe von 6,6 Milliarden € (siehe Paris 2024) entschieden? Haben sie sich für 3 Millionen Tonnen CO² Ausstoß entschieden? Oder will man z.B. den 15% Arbeitslosen in Gelsenkirchen mal ein Abwechslung bieten. Arbeiten und Steuern zahlen wäre eine bessere Alternative. Von diesen 66% Zustimmern sollte in den nächsten Jahren keiner meckern, wenn Gesundheitskosten und Pflegekosten steigen und die Nettorenten sinken. Es sollte keiner meckern, wenn daß "Sondervermögen" für diesen Unfug verschwendet wird.
Antwort von T. Köhler , geschrieben am 20.04.2026, 21:23 Uhr :
Naja, die "Olympiawilligen" -wie Sie jene nennen- sehen in der NRW-Pro-Kopf-Verschuldung offensichtlich noch ganz viel Luft nach oben (z.B. Köln und Oberhausen mit je >EUR 10000/Kopf). Diese "Olympiawilligen" scheinen lieber den Kopf in den Sand zu stecken, um sich irgendwann zu wundern, wenn sie irgendwann selbst mit den versandeten Zähnen knirschen müssen, weil das Land NRW auf dem Zahnfleisch geht. 50 Milliarden Investitionsrückstände sowie explodierende Firmenpleiten sprechen bereits heute Bände, wie rosig die Zukunft noch wird. „Die Finanzlage der Städte und Gemeinden in NRW ist katastrophal. Und zwar flächendeckend.", zitiert aus der Presseerklärung von Städtetag und Städte- und Gemeindebund NRW (27.10.2025). Aber was kümmert's, Hauptsache: "Wir sind Olympi(j)aaaaaaa!" - jubelt eine unkritische Medienlandschaft euphorisch (vgl. z.B. WDR-Kommentar "Zweite Luft für Olympia in NRW". Nur weiter so und mit Vollgas in die Schuldenfalle ... dann wird NRW 2036 schon längst pleite sein.
Kommentar 46: Bruno Kuisat schreibt am 20.04.2026, 18:23 Uhr :
Ich bin ein wenig irritiert das Mülheim an der Ruhr sich nicht beteiligt hat.
Kommentar 45: Brigitta S. schreibt am 20.04.2026, 17:55 Uhr :
NRW hat bei der Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele eine klare Mehrheit erzielt. Es hat der Konkurrenz anderer Städte, die Stirn geboten. Keine Kosten und Mühe gescheut, trotz mancher Kritik und Einwände. Mag es NRW gelingen die Spiele zubekommen. Die Nein- Sager, sollten es mit Respekt akzeptieren. Positiv denken ist immer besser, als mit Schwarzmalerei zu glauben, NRW wir es nicht schaffen. Starkes Vertrauen zu haben, kann auch viel aufbauen. Viel Glück NRW!
Antwort von otto , geschrieben am 20.04.2026, 18:55 Uhr :
NRW hat eine Mehrheit erzielt? Die Zahlen sagen etwas ganz anderes! Rechnen Sie noch einmal nach, es konnten ja nur 1/4 der BürgerInnen teilnehmen. und von denen haben auch viele nicht oder mit "Nein" abgestimmt. Das ist keine Mehrheit für NRW!
Antwort von WDR.de , geschrieben am 20.04.2026, 18:59 Uhr :
Die Menschen, die abgestimmt haben, haben mehrheitlich für eine Kandidatur der Region "KölnRheinRuhr" gestimmt. So steht es auch im Artikel.
Antwort von otto , geschrieben am 20.04.2026, 19:26 Uhr :
@WDR.de. "Die Menschen, die abgestimmt haben, haben mehrheitlich für..." Das stimmt. Allerdings hat nicht "NRW" abgestimmt, sondern nur die EinwohnerInnen in lediglich 17 Städten. Die Mehrheit NRW´s hatte gar nicht die Möglichkeit abzustimmen. Von daher sollte das Abstimmungergebnis immer nur auf die 16 Kommunen bezogen werden, nicht auf ganz NRW.
Antwort von Vera Aloe Spüli , geschrieben am 20.04.2026, 19:45 Uhr :
@WDR. Eine Region KölnRheinRuhr gibt es nicht. Das ist ein Konstrukt. Bielefeld gibt es.
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 20.04.2026, 19:58 Uhr :
@Otto 19:26, ich hatte es anfangs auch nicht ganz kapiert, aber jetzt hat es mir gedämmert. In und um Städte wird Olympia ausgetragen mit ihren teils schon großen Sportstätten. Das Land außerhalb, die kleinen Städte und Orte könnten eine Olympia gar nicht stemmen bzw. dazu noch neue Bauten und Sportstätten. Somit wurden die Bürger der Städte aufgefordert zu wählen, es ist ihr zuhause. Herten hat das Quorum nicht erreicht, dass können Sie selbst nachlesen, warum!
Kommentar 44: O.Mondorf schreibt am 20.04.2026, 17:45 Uhr :
"Brot & Spiel"- eine Propaganda-Show des WDR in Zusammenarbeit mit dem "Kanzlerkandidat" Wüst...denn das Konsumproletaritat s. PP-Pasolini freut sich, aber es wird die Ablenkungsshow auch teuer bezahlen müssen. Hurra...alles wird super!!!! Frage: Wie groß ist der Bevölkerungsanteil, der nicht gefragt wurde im Verhältnis zu den präsentierten JA-ich-will-Stimmen?? Wir haben ja sonst keine Probleme. Aber, dass haben die Herrscher Roms auch schon verstanden. Das Volk ablenken.....und bezahlen lassen!!
Antwort von Pax & Poritz , geschrieben am 20.04.2026, 21:05 Uhr :
RheinRuhr kommt international nicht gut. Deswegen wurde der Kölner Dom als Schleifchen auf das Paket gebunden. Den Schlossturm kennt keine S.. ! Der Dom war auch Zeuge der Silvesternacht und muss auch sein Image wieder aufpolieren, denn immer noch lungern skurrile Gestalten an den Abgängen der Domplatte. Jede Handtasche, die von Besucherinnen der Philharmonie gesichtet wird, wird argwöhnisch taxiert.
Kommentar 43: Kevko schreibt am 20.04.2026, 15:28 Uhr :
Schön zu sehen das Köln immer noch stabil ist. Liebe Grüße von einem Fest und Flauschig Hörer 😉
Antwort von Silke Grobhahn , geschrieben am 20.04.2026, 17:37 Uhr :
Ich finde, dass Köln eher selbst besoffen und gleichgültig ist. Stabil ist hier nichts, wie man am Ergebnis und auch an der Wahlbeteiligung sehen kann.
Antwort von Tünnes , geschrieben am 20.04.2026, 21:39 Uhr :
Doch, doch @Silke: die Kölner Schulden von über 5 Milliarden Euro sind sogar sehr, sehr stabil und werden sogar immer größer. Spaß beiseite: wer Karneval und CSD "kann", der lacht geradezu über Olympia, sofern man (und das muss man bei Köln zwingend tun) provinzielle und nicht großstädtische Maßstäbe anlegt. ;-)
Kommentar 42: Silke Grobhahn schreibt am 20.04.2026, 15:19 Uhr :
Die Fallhöhe des Olympia-Votums ist hoch. Kommt Olympia, dann kann NRW kämpfen. Wir werden auf Werbetafeln sportlich leicht bekleidete u. selbstbewusste Frauen sehen. Kommt Olympia nicht, dann gehen wir vielleicht weiter den Weg der Bedeckung und Verhüllung in die Steinzeit zurück. Die beleuchtete Hohenzollernbrücke in Köln sieht schön aus. Die Olympia-Farben erinnern farblich auch an Frieden und die Queerbewegung. Lassen wir uns die Freiheit nicht nehmen. Eine bedrohliche, ideologische, religiöse Tendenz ist nämlich deutlich wahrzunehmen.