Und plötzlich spielt ihr "Jupp" bei der Weltmeisterschaft. Am Samstag (20.06.2026) spielt Marokko sein zweites WM-Gruppenspiel, Gegner wird Schottland sein. Mit dabei: ein Fußballer aus dem Ruhrgebiet.
Bei der SpVgg Erkenschwick sind sie gerade ganz aus dem Häuschen, was die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko betrifft. Ganz genau schauen sie in der Ruhrgebiets-Stadt auf die Spiele der marokkanischen Mannschaft. Denn dort spielt ihr "Jupp" - der 21-jährige Ayoube Amaimouni-Echghouyab, der in den letzten Monaten eine regelrechte Raketen-Karriere hingelegt hat.
Noch vor zwei Jahren - in der Saison 2023/24 ging das Kind marokkanischer Einwanderer für den Oberligisten aus Erkenschwick auf Torejagd. Was ihm echt gut gelang. 18 Tore und sechs Vorlagen standen in seiner 30 Spiele umfassenden Saisonbilanz. Eine Quote, die eine ganze Reihe von Bundesliga-Scouts aufmerksam machte. Das Rennen machte die TSG Hoffenheim, die den jungen Angreifer vom Fleck weg verpflichtete.
Über Hoffenheim nach Frankfurt in die Bundesliga
In Hoffenheim reichte es für Amaimouni-Echghouyab noch nicht ganz fürs Profiteam, doch in der Drittligamannschaft der Hoffenheimer Reserve fand er einen Platz. Und trumpfte auch dort auf. In 18 Spielen der Drittliga-Hinrunde 2025/26 für die TSG erzielte er stolze neun Treffer, hinzu kamen sechs Vorlagen.
Das wiederum rief die Frankfurter Eintracht auf den Plan, die den jungen Dribbelkünstler für zwei Millionen Euro Ablöse aus Hoffenheim an den Main lotste. Und während ein Großteil der Frankfurter Bundesligamannschaft in der abgelaufenen Rückrunde regelrechte Wochen des Desasters erlebte, trumpfte der Ruhrgebiets-Junge groß auf. In 17 Einsätzen, bei denen er meist eingewechselt wurde, schaffte Amaimouni-Echghouyab zwei Bundesligatore und lieferte zusätzlich drei Torvorlagen.
Plötzlich Nationalspieler: Amaimouni bei der WM für Marokko bei der WM
Das hatte ihm niemand zugetraut, der Transferwert des Youngsters schoss regelrecht in die Höhe - wird heute auf mindestens zehn Millionen Euro geschätzt. Und er wird sich weiter erhöhen - da muss man kein Prophet sein. Denn der Himmelsstürmer wurde kurzerhand auch für Marokkos Nationalteam für die WM nominiert. Bei einem Schnupper-Lehrgang im Mai in Marokkos Hauptstadt Rabat begeisterte er die Trainer, die ihn nur allzu gern in die USA mitnahmen.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab im Trikot von Eintracht Frankfurt.
"Wir waren schon vor dem Trainingscamp sehr überrascht von seinem Niveau", erklärte Nationaltrainer Mohamed Ouahbi bei der Nominierung. "Er ist wirklich ein Spieler mit einem sehr interessanten Profil. Er ist jung, dynamisch, explosiv und versteht sehr schnell, was von ihm verlangt wird. Er hat es sich redlich verdient. Er hat bewiesen, dass er dazugehört."
Stolze Erkenschwicker: "Jupp" schreibt WM-Geschichte
Und zack - gleich im ersten WM-Spiel der Nordafrikaner feierte Amaimouni-Echghouyab auch gleich sein Debüt. Beim 1:1 gegen Topfavorit Brasilien wurde er in der 80. Minute eingewechselt. Was für eine Karriere!
Von der Oberliga zur Weltmeisterschaft in nur zwei Jahren - das begeisterte auch die SpVgg Erkenschwick, die in ihren Sozialen Medienkanälen postete: "Aktuell steht unser ehemaliger Spieler im Kader der marokkanischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA. Vom Stimberg über die 3. Liga bis in die Bundesliga und nun zur Weltmeisterschaft. Eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte, die uns als Verein mit Stolz erfüllt."
Mit zehn Jahren ins Ruhrgebiet: Amaimounis Weg nach Deutschland
Amaimouni wurde als Sohn marokkanischer Eltern nahe Barcelona in Vic geboren. Er ist das älteste von fünf Kindern und besitzt neben der marokkanischen auch die spanische Staatsangehörigkeit. Im Alter von zehn Jahren zog er mit seiner Familie nach Deutschland, weil sein Vater einen Job im Ruhrgebiet angenommen hatte.
In Erkenschwick war der dribbelstarke Rechtsaußen in der Saison 2023/24 zum Publikumsliebling geworden. Die Fans am Stimberg feierten ihn mit "Jupp, Jupp"-Rufen, nachdem er mit Tempo, Technik und Toren die Oberliga Westfalen aufgemischt hatte.
Den Spitznamen hat er behalten. In Frankfurt jubeln sie "Jupp" auch schon zu. Gut möglich, dass man "Jupp"-Rufe bald auch jenseits des Atlantiks hören kann.
Unsere Quellen:
- Transfermarkt.de
- Homepage Eintracht Frankfurt
- SID
- dpa
Sendung: WDR.de, "Ayoube Amaimouni aus Erkenschwick spielt bei der WM für Marokko", 18.06.2026 18:25 Uhr