Kritik an Seilbahnprojekt in Herne

WDR 02:38 Min. Verfügbar bis 07.05.2028

Zahlen schön gerechnet? Kritik an Seilbahnprojekt in Herne

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"Die Zahl von 4.000 Arbeitsplätzen auf dem Gelände ist nicht realistisch. Das hat noch keine Stadt im Ruhrgebiet für ein einzelnes Projekt erreicht", sagt Klaus Müller-Pfannenstiel. Er ist Landschaftsplaner und einer der Sprecher der Herner "Bürgerinitiative für mehr Lebensqualität".

Von Rainer Kuka

Es geht um das Areal der ehemaligen Zeche General Blumenthal in Herne-Wanne. Die Zeche ist längst geschlossen. Inzwischen wachsen Bäume und Wiesen. Eine Kulisse für "hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht". Auf dieser Fläche möchte Herne in die Technologieliga vorstoßen.

Gutachter stützen Zahlen der Stadt

Mit dem Projekt sollen in der Stadt 4000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Vom benachbarten Hauptbahnhof soll eine Seilbahn über die Gleise der DB direkt zu den Firmen führen. Und das heißt, sie gelten auch alle als potentielle Passagiere für die Seilbahn.

Doch ist eine solche Menge an Jobs überhaupt machbar? "Wir haben Vergleichsquartiere unter die Lupe genommen. Ein renommiertes Architekturbüro hat ein Gutachten vorgelegt. Diese Zahl von 4000 Jobs ist realistisch." Das sagt Daniel Mühlenfeld, Sprecher der Stadt Herne.

Vergleiche mit Bochum und Dortmund

Doch mittlerweile kommt von der Herner "Bürgerinitiative für mehr Lebensqualität" Kritik. Die BI wird in der Stadt auch XXXL Bürgerinitiative genannt, weil sich dort verschiedene Gruppierungen zusammengeschlossen haben, um der Politik auf die Finger zu schauen.

Klaus Müller-Pfannenstiel sagt, es gebe Vergleiche: "Im Bochumer O-Werk und im Dortmunder Technologiezentrum wird so eine Zahl an Jobs auf vergleichbaren Grundstücksgrößen nicht erreicht." Die Kritiker rechnen so: Arbeitsplätze pro Hektar Fläche. Das ist bei solchen Projekten üblich. Die Anzahl der Beschäftigten, die dann auch Passagiere wären, steht im Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit der Seilbahn.

Initiative hat eigenes Konzept vorgestellt

Die Bürgerinitiave beruft sich auf eine offizielle Unterlage der Stadt über die geplante Zahl an täglichen Passagieren. Ihre Rechnung ist einfach: Stimmt die Anzahl der Jobs nicht, rechnet sich die Seilbahn nicht mehr. Das sieht die Stadt Herne anders. "Das Risiko," so Sprecher Mühlenfeld, "sei gering. Der Eigenanteil an der Investition von 30 Millionen Euro für das Verkehrsprojekt liegt bei knapp drei Millionen Euro."

Wer liegt nun richtig? Das wird sich vermutlich erst in einigen Jahren zeigen. Die Bürgerinitiative hat für das Blumenthal-Gelände auch einen eigenen Entwurf vorgelegt: Die bestehenden Gebäude bleiben erhalten, werden neu genutzt. Es gibt mehr Grün, einige Teiche und damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz.

Unsere Quellen:

  • Stadt Herne
  • Herner Bürgerinitiative für mehr Lebensqualität

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 07.05.2026, 19.30 Uhr

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