Pilger am Berg Arafat während der Hadsch
Hadsch in Mekka : Hohe Flugpreise erschweren Muslimen die Pilgerreise
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Die Hadsch, arabisch für Pilgerfahrt, ist ein zentrales Fundament im Islam und findet einmal im Jahr statt. Gläubige, die gesund sind und es sich leisten können, sind verpflichtet, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern. Doch die Preise steigen.
Viele Muslime sparen jahrelang auf die mehrtägige Reise, die in diesem Jahr auf Ende Mail fällt. Und auch, wenn der konkrete Preis von Flug und Hotel abhänge, koste eine Hadsch mittlerweile um die 10.000 Euro, sagt Imam Shakeel Ahmad Umar von der Ahmadiyya-Gemeinde in Köln.
Beginn des Opferfestes
Mazen, ein Deutsch-Syrer aus Herne, erzählt, dass manche Pilgerinnen und Pilger deshalb zunächst in ihre Herkunftsländer reisen, um von dort aus nach Mekka aufzubrechen. Mazen hat das im vergangenen Jahr so gemacht. Denn von Syrien aus sei eine Hadsch fast um die Hälfte günstiger. Dennoch - viele aus seinem Bekanntenkreis würden die Reise inzwischen aufschieben.
Kerosinmangel macht Flüge nach Mekka teurer
Flüge, Hotels und Verpflegung machen einen großen Teil der Kosten aus. Besonders in diesem Jahr seien die Flugpreise hoch, vor allem durch den Kerosinmangel, sagt Amira, die in Berlin eine Agentur für Mekka-Reisen betreibt und auch Pilger aus NRW betreut.
Pilger an der Namirah-Moschee
Trotzdem bleibt die Nachfrage groß. Die US-Botschaft in Riad hatte ihren Bürgerinnen und Bürgern wegen der unsicheren Lage allerdings geraten, nicht an der Pilgerfahrt teilzunehmen. Die Zahl der angereisten Gläubigen soll dennoch laut den saudi-arabischen Behörden die aus dem letzten Jahr noch übertreffen.
Saudi-Arabien entscheidet, wer die Hadsch begehen darf
Um den Andrang zu regulieren, hat Saudi-Arabien feste Länder-Kontingente und ein strengeres Vergabesystem eingeführt. Wer die Hadsch begehen darf, entscheidet das saudi-arabische Hadsch-Ministerium.
Vor ein paar Jahren hat das Ministerium die Nusuk-Plattform eingeführt. Über die müssen sich Pilger registrieren, erhalten ein Visum und können dann verschiedene Reisepakete buchen. Der saudische Staat verspricht dadurch mehr Sicherheit und Transparenz, vor allem bei den Preisen. Kritik gibt es dennoch – auch von Imam Shakeel Ahmad Umar.
"Man muss auch sagen, dass die saudische Regierung etwas Business treibt. Anstatt auf die Einfachheit und das Wohl der Menschen zu schauen, versucht sie Geld zu verdienen." Imam Shakeel Ahmad Umar von der Ahmadiyya-Gemeinde in Köln
Für viele Muslime ist die spirituell wichtigste Reise inzwischen einfach zu teuer.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Imam Shakeel Ahmad Umar
- WDR-Gespräch mit Al Amira Travel, Berlin
- WDR-Gespräch mit Mazen Alaghawani
- Ministerium für Hadsch und Umrah, Saudi Arabien
Sendung: WDR.de, Hadsch: Die islamische Pilgerfahrt nach Mekka wird immer teurer, 26.05.2026, 21.54 Uhr