Auf dem Foto ist die U76 mit dem Ziel Heerdt. Davor ist ein zertrümmerter schwarzer Audi.

Mehr Unfälle als früher So soll der Straßenbahn-Verkehr sicherer werden

Stand:

Mehrere Verkehrsbetriebe in NRW warnen: In den letzten Jahren gab es mehr Unfälle mit Straßenbahnen als früher. Schuld seien aber oft andere Verkehrsteilnehmer. Jetzt wollen sie Maßnahmen dagegen ergreifen.

"Wir beobachten die Unfallentwicklung mit Sorge", sagt ein Sprecher der Kölner Verkehrsbetriebe KVB der Deutschen Presse-Agentur - denn jedes Jahr würden bei Unfällen etwa 25 Bahnen schwer beschädigt. Diese fielen dann über Wochen aus.

Auch die Düsseldorfer Rheinbahn meldet, dass aktuell 15 Bahnen in Reparatur sind. Und sie sieht die Schuld vor allem bei Autofahrerinnen und -fahrern, die Verkehrsregeln missachten.

Auf der Kreuzung zu früh eingeordnet

Das Hauptproblem: Wer auf einer Kreuzung links abbiegen möchte, fährt mit seinem Auto normalerweise in die Mitte der Kreuzung, um da den Gegenverkehr durchzulassen. In der Straßenverkehrsordnung steht aber: Das ist nur erlaubt, wenn dabei kein Schienenfahrzeug behindert wird.

Sprich: Kommt zum Beispiel von hinten eine Straßenbahn, dürfen sich Autofahrer nicht links einordnen und so die Schienen blockieren. Mehrere Nahverkehrsbetriebe in NRW sagen, dass so häufig Unfälle entstehen.

Neue Ampelschaltung und Signalfarbe

In Bielefeld wollen die Stadtwerke das Problem durch bessere Ampelschaltungen lösen. An kritischen Punkten seien die schon angepasst worden. Ein Sprecher sagt der dpa: "Die Unfallzahlen durch abbiegende PKW konnte dadurch stark gesenkt werden".

In Düsseldorf und Köln gibt es außerdem schon Straßenbahnen im Einsatz, die ein Assistenz-System verbaut haben. Das soll Hindernisse frühzeitig erkennen und den Straßenbahnfahrer oder die -fahrerin warnen. Die Rheinbahn will außerdem die Fronten von allen Zügen rot lackieren, damit sie besser erkannt werden. Einige dieser Züge sind schon unterwegs.

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Ob das die erhoffte Wirkung zeigt, müssen die Düsseldorfer abwarten. In Köln etwa sind die Bahnen schon länger vorne rot - Unfälle passieren trotzdem.

Auch technische Pannen verursachen Unfälle

Die Bogestra, die die Stadtbahnen unter anderem in Gelsenkirchen, Bochum und Herne betreibt, warnt aber auch vor unaufmerksamen Fußgängern, die auf ihr Handy schauen: "Viele Unfälle sind durch unsere Fahrer verhindert worden".

Und die KVB mahnt, dass sie Passagiere in den Bahnen nicht richtig festhalten. Das sei gefährlich, wenn ein Zug stark bremsen muss - etwa, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Die Rheinbahn hat in den vergangenen Monaten aber auch mit eigenen technischen Problemen zu kämpfen: Mehrere Unfälle passierten, weil etwa Weichen falsch gestellt waren. Um das aufzuklären, hat vorübergehend der stellvertretende Betriebsleiter die Führung übernommen.

Unsere Quellen:

Maßnahmen gegen steigende Zahl von Straßenbahnunfällen

WDR 07.06.2026 00:55 Min. Verfügbar bis 06.06.2028 WDR Online

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Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 07.06.2026, 13:00 Uhr

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