Normalerweise hätte die Nachricht in der Bonner Telekom-Zentrale für Hektik gesorgt, in diesem Fall herrscht eher Jubelstimmung. Neun Hacker sind erfolgreich in ein Mobilfunknetz eingedrungen und haben für einen Totalausfall gesorgt. Glück für die Telekom, dass es ihr eigener Wettbewerb war und das Mobilfunknetz ein Testsystem.
"Wir haben Manipulationen vornehmen können, den Service einmal lahmlegen können und geschafft, was wir machen sollen. Da sind wir stolz drauf." Alexander Pick, "ethischer" Hacker
Alexander Pick ist einer der neun sogenannten "ethischen Hacker". Diese stehlen keine Daten, sondern sie helfen Herstellern, Schwachstellen in ihren Systemen zu beheben.
Hacker-Angriff lief seit Montag
Hacker mit Ausrüstung und Energieriegeln
Seit Montag hatten die neun Spezialisten von drei Kontinenten gemeinsam das Industrie-Funknetz angegriffen und konnten die Anlage vorübergehend unbrauchbar machen. Vergleichbare Anlagen werden von Unternehmen genutzt, um auf ihren Firmengeländen Maschinen zu steuern oder Daten zu übertragen.
Telekom: Wettbewerb macht Mobilfunk sicherer
Das Preisgeld liegt bei mehreren hunderttausend Dollar, aus Sicht von Stefan Pütz, Leiter für technische Sicherheit bei der Deutschen Telekom, ist das Geld gut angelegt: "Ich bin mir sicher, dass wir den Aufwand, den wir hier reingesteckt haben, als Sicherheitsgewinn für unsere Netze wieder rausbekommen."
Welche Schwachstellen genau die Hacker gefunden haben, bleibt zunächst geheim, damit das Wissen nicht von anderen Angreifern genutzt werden kann. Dem Hersteller des Testsystems bleibt dadurch Zeit, bei seiner Anlage nachzubessern.
Transparenz-Hinweis:
In einer früheren Version hieß es, dass das Netz aus der Ferne unbrauchbar gemacht wurde. Der Hardware-Hersteller hat dieser ursprünglichen Angabe widersprochen Die Hacker hätten dazu physischen Zugang zu der Anlage gebraucht. Wir haben die Stellen entsprechend geändert.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Interviews mit teilnehmenden Hackern
- Deutsche Telekom