Hacker sollen Telekom-Netz knacken
Lokalzeit aus Bonn. 06.10.2025. 02:40 Min.. Verfügbar bis 06.10.2027. WDR. Von Sebastian Tittelbach.
In dem Konferenzraum findet man einige Klischees über Hacker bestätigt: Die meisten tragen schwarze Klamotten, im Kühlschrank stehen Energiedrinks und einige haben sich sonderbare Namen zugelegt. "Busescanfly" ist ein 24-jähriger Hacker aus den USA und für den Wettbewerb nach Bonn gekommen. Ob er ein Nerd sei? „Definitiv bin ich ein richtiger Nerd und ich liebe das.“
Neun "ethische Hacker" greifen Mobilfunknetz an
Die Aufgabe der neun sogenannten „ethischen Hacker“: Im Konferenzraum steht ein schwarzer Technik-Turm mit einer Antenne, der ein kleines Mobilfunknetz erzeugt. Dort sollen sie mit ihren Laptops eindringen. Ganz offiziell von der Telekom gewollt, erklärt Stefan Pütz, Leiter für technische Sicherheit bei der Deutschen Telekom: „Natürlich haben wir unsere eigenen Experten, die regelmäßig solche Tests machen. Aber hier versuchen wir daran teilzuhaben, dass es weltweit solche Gruppen mit so viel Erfahrung gibt.“
Internationales Teilnehmerfeld
In diesen Technikturm sollen die Hacker eindringen
Die Teilnehmer des Wettbewerbs kommen aus Australien, den USA, den Niederlanden oder Großbritannien. Alexander Pick ist Sicherheitsexperte aus Norddeutschland, der das Kreative am Hacken liebt: „Man kann viel machen, wenn man kreativ ist, und dann sucht man sich das Handwerkzeug, was dazu passt.“
Prämien von bis zu 100.000 Euro pro entdeckter Schwachstelle
Auch die "ethischen" Hacker wollen am Ende Geld verdienen, nur mit anderen Mitteln als ihre kriminellen Kollegen. Dazu lösen sie bei dem Wettbewerb Aufgaben, ob es ihnen zum Beispiel gelingt, fremde Telefongespräche zu unterbrechen.
Hacker beraten sich während des Wettbewerbs
Wenn jemand an Kundendaten gelangt, gibt es 100.000 Euro Preisgeld. Echte Gespräche und Daten werden nicht gehackt, denn das Mobilfunknetz, das die Hacker angreifen, ist nicht mit dem richtigen Telekom-Netz verbunden.
"Wir versuchen hier zu helfen“, erklärt „Busescanfly“, „Wir nutzen unsere Fähigkeiten und unsere Begeisterung, um gemeinsam daran zu arbeiten, dass Schwachstellen entdeckt und geschlossen werden."
Ende dieser Woche zeigt sich, wer mehr drauf hat: Neun ehrliche Hacker oder der schwarze Kasten mit der Antenne.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Interviews mit teilnehmenden Hackern
- Deutsche Telekom