Moderner Pflanzenschutz

WDR 02:34 Min. Verfügbar bis 19.05.2028

Neue Technik in der Landwirtschaft Pflanzenschutz per Drohne

Stand:

Die Landwirte vom Arbeitskreis Drüber und Drunter aus Köln und Niederkassel wollen weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen. Dafür haben sie eine neue Methode entwickelt, die die gleiche Wirkung für ihre Pflanzen im Feld erzielen soll. Am Dienstag haben sie sie vorgestellt.

Von Anette Flentge

Wenn die Drohne abhebt, soll das Unkraut im Feld nichts mehr zu lachen haben. An der Technik hat Jona Hinze mitgewirkt. Er ist Produktspezialist für Präzisionslandwirtschaft bei der Firma Greving.

Ein Kollege fliegt eine Drohne über das Maisfeld und nimmt Bilder auf. Dann werten sie das Material aus und erstellen daraus eine Karte, auf der man die Unkrautnester sieht. Das Bildmaterial stellen sie dann dem Landwirt zur Verfügung.

Erster Versuch nur mit mäßigem Ergebnis

Eine Spezialspritze öffnet ihre Düsen unmittelbar über den Unkrautstellen. Landwirt Georg Capellmann hatte ein solches System schon vor ein paar Monaten getestet und war damals nicht so begeistert.

Eine Drohen auf einem Landefeld

Die Drohne soll gezielt Unkraut vernichten

"Als wir dann eine Kontrolle gemacht haben und durchs Feld gegangen sind, haben wir gesehen, dass ungefähr 60 Prozent der Pflanzen nur erkannt worden sind." Das hat er dem Hersteller des Systems rückgemeldet.

Herbizide nur da, wo wirklich Unkraut wächst

Jetzt also ein neuer Versuch mit Drohne und KI im Maisfeld. Die Drohne hat das Unkraut ausfindig gemacht und an die Spritze übermittelt. Georg Capellmann kann jetzt mit seinem vom Traktor gezogenen 150.000 Euro teuren Spezial-Gerät über das Feld fahren. Und die Düsen spritzen automatisch nur da, wo das Unkraut wächst.

Gutes Ergebnis beim Test

Und dieses Mal ist er zufrieden. Die Düsen an der Spritze haben sich nur direkt über dem Unkraut geöffnet. Wie gut das tatsächlich getroffen wurde, zeigt sich in ein paar Tagen, wenn sich das Unkraut gelblich verfärbt.

Etwa 25 Euro pro Hektar kostet die Nutzung des Systems. So braucht der Landwirt aber weniger Unkrautvernichtungsmittel.

Weniger Kosten, weniger Belastung des Bodens

Zwei Männer stehen neben einer landwirtschaftlichen maschine auf einem Feld

Mit einer Drohne wollen Landwirte Unkraut gezielt bekämpfen

Am Ende erhoffen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Drüber und Drunter dadurch aber nicht nur eine finanzielle Einsparung, weil es schneller geht und er weniger Geld für Unkrautvernichtungsmittel kostet, sondern auch weniger Belastung des Bodens. Wie gut das dem Mais tut, wird sich spätestens bei der Ernte zeigen. Wie viel weniger es den Boden belastet, erst in ein paar Jahren.

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Jona Hinze, Produktspezialist für Präzisionslandwirtschaft (Firma Greving)
  • WDR-Interview mit Gerog Capellmann, Landwirt
  • WDR-Interview mit Bernd Bulich, Arbeitsgemeinschaft Drüber und Drunter
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 19.05.2026,19:30 Uhr

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