Aktion "Bleibe" im Kunstmuseum Bonn
Verrückte Aktion : Besucher kommen mit eigenen Stühlen in Bonner Museum
Stand:
Egal ob Hocker, Stuhl oder Sitzmatte: Das Kunstmuseum Bonn hat zum internationalen Museumstag am Sonntag zu einer ungewöhnlichen Aktion eingeladen. Besucherinnen und Besucher konnten ihre eigenen Sitzmöbel mitbringen. Wer das tat, bekam freien Eintritt für zwei Personen.
Im Foyer des Museums stehen jetzt zum Beispiel ein Balkonstuhl aus Holz, ein alter Bürosessel und ein selbstgebauter Stuhl aus Aluminium-Platten. Eine Frau hat einen Yoga-Block als Sitzmöglichkeit mitgebracht, auch der zählt als Stuhl.
Uta hat sich für einen Balkon-Stuhl entschieden: "Ich fand die Idee unterschiedliche Möbel mitzubringen toll. Ich bin aus Bad Honnef mit der Straßenbahn gekommen, auch die Aktion war schon richtig witzig."
Uta hat einen Balkon-Stuhl mitgebracht.
Möbel der Besuchenden ersetzen Museumsmöbel
Bei der Aktion sollen die mitgebrachten Möbel zeigen, wie unterschiedlich Menschen sitzen, warten, reden oder Kunst anschauen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben dazu ausgewählte Werke aus der Sammlung vorgestellt.
Den Besucherinnen und Besuchern wurden mehrere Ausstellungsstücke gezeigt. Dabei konnten sie auf ihren Stühlen sitzenbleiben.
Nach der Aktion durften die Möbel wieder mit nach Hause. Wer möchte, kann sie aber auch sechs Wochen lang im Museum lassen. In dieser Zeit ersetzen die Lieblingsmöbel der Besucherinnen und Besucher die bisherigen Museumsmöbel.
Kunstmuseum Bonn will Mitmach-Ort werden
Langfristig soll im Foyer ein kostenlos zugänglicher Ort entstehen: ein Treffpunkt für Begegnungen, Projekte und Aktionen. Die Möbelaktion ist dafür der Auftakt - und eine Einladung, das Museum nicht nur als Ausstellungsort zu sehen. Das erklärt Lucy Degens, Kuratorin im Bonner Kunstmuseum: "Das ist eine Möglichkeit und das versuchen wir herauszufinden: Wie können Kunstraum und Sozialraum zusammenkommen?"
Renate Fröhlig-Striesow freut sich über den neuen Treffpunkt in ihrer Nachbarschaft.
Das überzeugt auch Renate Fröhlig-Striesow. Sie wohnt seit Jahren in Bonn-Kessenich, der direkten Nachbarschaft des Museums. Sie kam mit ihrem Klappstuhl zu Fuß her: "Das ist großartig! Genau diese Räume fehlen überall, wo Menschen zusammenkommen können." Sie will beim nächsten Mal wieder dabei sein. Das Kunstmuseum plant bis zum Herbst noch weitere Aktionen.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung des Kunstmuseums Bonn
- Telefoninterview mit dem Pressesprecher des Kunstmuseums Bonn
- Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern im Kunstmuseum Bonn
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Verrückte Aktion in Bonner Kunstmuseum, 17.05.2026, 05:02 Uhr.
