Enge Radwege in Bonn | Aktuelle Stunde
WDR. 01:54 Min.. Verfügbar bis 09.06.2028.
Wer in Bonn derzeit von A nach B will, braucht Geduld. Denn wegen der Sperrung der Nordbrücke staut sich der Verkehr an allen Ecken und Enden. Wer sicher sein will, halbwegs pünktlich anzukommen, fährt lieber mit dem Rad.
Das setzt an einigen Stellen aber auch eine gewisse Portion Mut voraus, zum Beispiel auf der Sankt-Augustiner-Straße im Bonner Stadtteil Beuel. Hier endet der separate Radweg auf einmal, Radfahrer müssen auf die Straße wechseln - und finden sich dort auf einer aufgemalten Radspur wieder. Eingekeilt zwischen 40-Tonnern und dem Bordstein.
Trotzdem ist für viele das Rad gerade die einzig brauchbare Alternative zum Auto. So wie für eine Frau, die Dienstagvormittag von der Kennedybrücke gefahren kommt: "Ich habe einen Termin um zwölf Uhr in der Innenstadt. Ich komme aus Niederkassel und da habe ich mich lieber auf das Fahrrad gesetzt, als mit dem Auto im Stau zu stehen."
Wolfgang Uthes, Verkehrspolitischer Sprecher des AFDC Bonn
So wie sie machen es anscheinend auch viele Bonnerinnen und Bonner. Laut ADFC hat der Radverkehr auf der Kennedybrücke im Vergleich zum Zeitraum vor der Brückensperrung um mehr als 70 Prozent zugenommen. Gerade deshalb kann Wolfgang Uthes, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC in Bonn, die Überlegungen der Stadtverwaltung nicht nachvollziehen, die Fahrradspuren in der Innenstadt und auf der Adenauerallee wieder für Autos zu öffnen.
Wir müssen den Verkehr von den Autos auf den ÖPNV und auch auf das Rad verlagern. Busse fahren auch auf der Umweltspur - wenn wir die für den Verkehr freigeben, dann stehen die wie die Autos im Stau und kommen ebenfalls nicht an. Wolfgang Uthes, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC
Stattdessen kann sich Uthes damit anfreunden, etwa an der Sankt Augustiner Straße die Radspur für Autos freizugeben und für den Radverkehr sinnvolle Umleitungen auszuschildern.
Damit würde auch das Sicherheitsgefühl von jenen steigen, die gerade auf das Rad setzen - in der Hoffnung, schneller, aber auch heil an ihr Ziel zu kommen.
Unsere Quellen
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Pressemitteilung des AFDC
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 09.06.2026, 18.45 Uhr
