Junge Vögel, Hasenbabys, Rehkitze oder kleine Eichhörnchen sollte man nicht übereilt mitnehmen und 'retten'. Meist sind ihre Eltern noch in der Nähe und zeigen sich nur nicht, weil sie Angst vor uns Menschen haben. Bei vielen Vogelarten hüpfen die Jungtiere zuerst am Boden oder in den Ästen herum, bevor sie fliegen lernen. Diese so genannten 'Ästlinge' werden aber weiter von ihren Eltern gefüttert, sind also kein Notfall. Am besten also das Tierkind erst mal eine Weile beobachten und warten, ob die Elterntiere auftauchen.
Unsere Hilfe brauchen Jungtiere aber dann, wenn sie zum Beispiel eindeutig verletzt oder noch komplett nackt sind oder ein totes Elterntier neben ihnen liegt. Oder wenn sie in Gefahr sind, weil sie etwa neben einer stark befahrenen Straße sitzen.
Bevor man eingreift, sollte man, wenn möglich, zuerst Fachleute fragen: eine Auffangstation, Tierärzte, einen Tierschutzverein, das örtliche Tierheim oder die Admins einer Facebook-Gruppe. Am besten schickt man ihnen ein Foto und hält dann telefonisch Rücksprache. Denn diese Experten können die Situation einschätzen, auch weil sie die Tierart erkennen. Ein klarer Notfall sind etwa Jungvögel, die noch keine Federn haben, oder Mauersegler am Boden.
In solchen Fällen sollte man das Tier mitnehmen und es zu einer passenden Wildtier-Auffangstation bringen. Solche Stationen werden meist von Ehrenamtlern geführt. Kontakte erhält man z.B. über örtliche Tierschutzvereine oder das Tierheim. In manchen Städten kümmert sich auch die Feuerwehr um Wildtiere in Not.
Unsere Studioexpertin Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund hat eine Liste von Webseiten, Organisationen und Ansprechpartnern zusammengestellt, die weiterhelfen können:
Quelle: Lea Schmitz, Pressesprecherin Deutscher Tierschutzbund
Sendung: WDR 4 Mittendrin mit Alix Gabele, 12.04.2026, 6 Uhr.