Eine Drohne fliegt vor einem startenden Flugzeug in der Nähe des Flughafens Leipzig/Halle

Mehr verdächtige Drohnen über NRW gesichtet

Stand:

Das NRW-Innenministerium hat eine "Drohnenbilanz 2025" vorgelegt. Demnach haben die Sichtungen um rund ein Drittel zugenommen.

Von Sabine Tenta

Verdächtige Drohnen über Deutschland - das Thema beschäftigt die Sicherheitsbehörden und den Landtag. Besonders betroffen ist NRW, das geht aus dem Bericht "Drohnenbilanz 2025" von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hervor. Der Grund sei, dass es in NRW neben der sonstigen kritischen Infrastruktur auch Firmensitze großer Rüstungsunternehmen gibt.

Die Sichtungen 2025

Laut Bericht ist die Zahl der Sichtungen von verdächtigen Drohnen über NRW von 232 im Jahr 2024 auf 351 im Jahr 2025 gestiegen. Diese Zahl bezieht sich auf die gesamte Landesfläche.

Darüber hinaus gibt es vom Bundeskriminalamt (BKA) eine Statistik zu verdächtigen Drohnenflügen über Orten, die zur kritischen Infrastruktur zählen. Das Innenministerium schreibt, dass es für NRW "eine niedrige dreistellige Zahl" von Sichtungen gegeben habe. Bundesweit sei es "eine niedrige vierstellige Zahl". Die Zahlen des BKA seien vorläufig.

Drohnensichtungen über NRW

WDR Studios NRW 21.01.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 21.01.2028 WDR Online

Zur kritischen Infrastruktur gehören unter anderem die Bereiche Energie, Wasser, Gesundheitswesen, IT, Telekommunikation, Behörden, Transport, Verteidigung und Medien. Und eben die Produktionsstätten und Firmensitze der bereits erwähnten Rüstungsindustrie.

Viel Geheimhaltung im Bericht

Aus Sicherheitsgründen hält sich der Bericht zur Drohnenbilanz mit Details zurück. Das Ministerium schreibt von "operativen Geheimhaltungserfordernissen". Darum gebe es keine Angaben zum jeweiligen Tatzeitpunkt und der konkreten Örtlichkeit. All das soll Rückschlüsse auf "polizeitaktische Vorgehensweisen und sicherheitsrelevante Örtlichkeiten" verhindern.

Aber eine Zahl aus einer weiteren Statistik liefert das Ministerium: Im Zusammenhang mit politisch motivierter Kriminalität werden 25 Einzelfälle gelistet. "In keinem der Fälle konnte ein Tatverdächtiger oder ein Drohnenführer festgestellt und die Tat aufgeklärt werden", heißt es im Bericht.

Wer steckt hinter den Drohnenflügen?

Diese Frage ist bislang ungeklärt. Das Ministerium kann lediglich sagen, dass bislang keine konkreten Erkenntnisse vorliegen, die eine eindeutige Zuschreibung "in Richtung ausländischer Staaten bzw. ihrer Nachrichtendienste" zulassen. Die Ermittlungen dauerten an. Teilweise handelt es sich laut Innenministerium um Trittbrettfahrer, die einen Polizeieinsatz auslösen wollten.

"Das Spektrum an Einsatzmöglichkeiten für Drohnen ist vielfältig - auch für kriminelle Zwecke", erklärte Reul. Die zunehmende Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit mache Drohen zu Tatmitteln zur Ausspähung oder Sabotage. "Darüber hinaus können Drohnensichtungen zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen", warnte der Innenminister.

FDP will mehr Polizeibefugnisse

Marcel Hafke, innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, sagte dem WDR: "Nordrhein-Westfalens kritische Infrastruktur darf nicht zum Flugplatz für Drohnen unbekannter Herkunft werden." Er forderte "endlich eine gesetzlich verankerte Drohnen-Strategie mit klaren Regeln für Einsatz, Kontrolle und Abwehr von Drohnen". Das NRW-Polizeigesetz müsse so angepasst werden, dass die Beamten auch ermächtigt werden, "Drohnen im Zweifelsfall abzuschießen". Hafke schlug zudem vor, "erprobte Laser-Abwehrsysteme israelischer Hersteller" zu nutzen.

Bislang sieht die Drohnenabwehr der NRW-Polizei das Abfangen von verdächtigen Drohnen vor, zum Beispiel mit Fangnetzen oder mit Störsendern, die die Steuerung blockieren.

Unsere Quellen:

  • Bericht des NRW-Innenministeriums zur Drohnenbilanz 2025
  • Eigene Berichterstattung

Sendung: WDR 5, Nachrichten/ Drohnensichtungen über NRW, 21.01.2026, 11:00 Uhr

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