CDU Krefeld

Skandalvideo 23-jähriger CDU-Mann will angeblich Muslime "vergasen"

Stand:

Die CDU in Krefeld hat ein Parteiausschlussverfahren gegen ein junges Mitglied eingeleitet. Ein Influencer hatte ein angebliches Video des jungen Mannes öffentlich gemacht, in dem er über das "Vergasen" von Muslimen spricht.

Von
Susi Makarewicz, Landespolitik
Susi Makarewicz
und Markus Gröters

Die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt inzwischen gegen den 23-Jährigen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Zuvor hatten zuerst der Staatsschutz und dann der Kreisverband der CDU in Krefeld wegen des Videos Strafanzeige erstattet. Der Kreisvorsitzende Christopher Schiffer nannte die Äußerungen "in jeder Hinsicht menschenverachtend". Sie stünden in "krassestem Widerspruch" zu den Grundwerten der Partei. "Wir sind geschockt und nehmen die Vorwürfe sehr ernst", betonte Schiffer in einem Statement. Auch die CDU-Landespartei äußerte sich fassungslos. "Wir verurteilen die ekelhaften und menschenverachtenden Aussagen eines Mitglieds auf das Schärfste", teile ein Sprecher mit.

Influencer Ali Demirelli machte Video öffentlich

Die Krefelder CDU war durch ein Posting des Influencers Ali Demirelli auf das Video aufmerksam geworden. Zu sehen ist laut Demirelli der junge Krefelder, der sowohl Mitglied in der CDU als auch in der Jungen Union ist. Dieser sagt deutlich hörbar: "Wenn ich weit oben bin, schiebe ich sie alle ab. Wobei eigentlich würde ich die lieber umbringen lassen. So vergasen oder so. […] Man sagt immer 'Fairness': Wir haben früher die Juden vergast und jetzt vergasen wir die Muslime."

Social-Media-Beitrag auf Instagram

Daraufhin fragt der junge Mann eine andere Person, die im Video zu sehen ist, was sie davon hält. Der zweite Mann entgegnet, er könne dazu "leider" keinen Kommentar abgeben. Der junge Mann antwortet: "Ich kann das. Scheißegal. Ich mache, was ich will". Die Authentizität des verpixelten Videos ist nicht bestätigt. Die CDU hat nach eigenen Aussagen ihr Parteimitglied noch nicht erreichen können.

Krefelder Muslime fühlen sich betrogen

Großes Entsetzen auch bei der muslimischen Community. Wie der Vositzende der Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld, Talha Işik, auf WDR-Anfrage erzählt, hatte das CDU-Mitglied eng mit den muslimischen Vereinen zusammengearbeitet. Er habe bei Veranstaltungen mitgeholfen und sich für multikulturelles Leben eingesetzt: "Wir sind einfach nur geschockt. Wir fühlen uns auch betrogen, weil wir nicht wissen, warum er die Nähe zu uns gesucht hat. War das vielleicht alles nur gespielt?"

Exmatrikulation möglich

Wie inzwischen bekannt wurde, hat auch die Universität Duisburg-Essen Strafanzeige gegen den Mann erstattet. Der Beschuldigte studiert dort Politikwissenschaften. Gegenüber dem WDR bestätigte eine Sprecherin, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgewartet würden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, sei es durchaus denkbar, dass der Krefelder exmatrikuliert werde.

Der 23-Jährige ist offenbar kein unbeschriebenes Blatt. Aus Parteikreisen erfuhr der WDR, er sei bereits früher auffällig geworden.

Parteiausschluss eingeleitet

Die CDU Krefeld kündigte an, vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Noch am Donnerstag sollen zudem alle erforderlichen parteirechtlichen Schritte zum Ausschluss des Mitglieds eingeleitet werden. Die CDU-Landespartei teilte mit, dass sie sowohl die strafrechtlichen Schritte als auch die Einleitung eines Ausschlussverfahrens unterstützt.

23-jähriger CDU-Mann will angeblich Muslime "vergasen"

WDR 20.06.2026 00:47 Min. Verfügbar bis 19.06.2028

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Unsere Quellen

  • CDU Kreisverband Krefeld
  • Instagram Ali Demirelli
  • CDU Landespartei
  • Staatsanwaltschaft Krefeld
  • Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld
  • Gespräche eines WDR-Reporters vor Ort
  • dpa
  • Eigene Recherchen

Sendung: WDR.de, Skandalvideo: 23-jähriger CDU-Mann will angeblich Muslime "vergasen", 19.06.2026, 15:46 Uhr

Hinweis der Redaktion, 19.6.2026, 8.57 Uhr:

In einer früheren Version haben wir den Namen von Ali Demirelli in den Quellenangaben falsch geschrieben. Dies haben wir korrigiert.

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