Eine erhöhte Grundsteuer und Einschnitte, die die Stadt und ihr Bürgermeister eigentlich selbst nicht wollten - Dinslaken hat über Monate intensiv um einen genehmigungsfähigen Haushalt gerungen. Ende März verabschiedete der Stadtrat ein Haushaltssicherungskonzept mit Kürzungen in vielen Bereichen. Jetzt hat der Kreis Wesel als Aufsichtsbehörde grünes Licht für den Plan gegeben.
Erleichterung bei Bürgermeister Simon Panke
Bürgermeister Simon Panke, SPD, hatte in der Stadt um Verständnis für die Einschnitte geworben. Immer wieder hatte er betont, dass der Rat sonst gar keine eigenen finanziellen Entscheidungen mehr treffen könne. Jetzt äußert er sich erleichtert darüber, dass der Sparplan akzeptiert wurde.
"Wir sind froh, dass wir nach zweieinhalb Jahren der vorläufigen Haushaltsführung mit der Genehmigung des Kreises ein wichtiges Etappenziel für die Stadt erreicht haben." Simon Panke, SPD, Bürgermeister Dinslaken
Es drohte die Überschuldung
Eingereicht hatte die Stadt ein Haushaltssicherungskonzept bis 2033. Dieses wurde nötig, weil die Stadt sonst in die Überschuldung gerutscht wäre.
Bevor Dinslaken den Rotstift ansetzte, drohte ein Defizit von 40 Millionen Euro, das in den nächsten Jahren auf über 50 Millionen Euro angewachsen wäre. Mit Hilfe des nun genehmigten Haushaltssicherungskonzepts soll der städtische Etat bis zum Jahr 2033 laut Stadtverwaltung wieder "eine schwarze Null schreiben".
In Frage stehen Präventionsangebote und soziale Leistungen
Durch die Sparzwänge stand auch die Zukunft der Eishalle Dinslaken in Frage, der WDR berichtete dies damals exklusiv. Bedroht sind zudem Präventionsangebote und soziale Leistungen, etwa in der Jugendarbeit. Auch beim städtischen Personal soll gestrichen werden.
All das ist mit der Genehmigung des Haushalts noch nicht geschafft - Bürgermeister Panke macht deutlich, dass die Umsetzung der Sparpläne für die Stadt noch ein schwerer Weg wird.
"Neben der Freude darf nicht vergessen werden, dass mit der Umsetzung der einzelnen Haushaltssicherungsmaßnahmen noch ein langer und beschwerlicher Weg vor uns als Verwaltung und auch dem Rat liegt." Simon Panke, SPD, Bürgermeister Dinslaken
Die Stadt kann nun wieder Entscheidungen treffen
Wichtig für die Stadt ist aber: Sie kann nun wieder Geld für freiwillige Leistungen wie Kultur und Sport bewilligen und Investitionen beschließen. Stadtkämmerer Achim Thomae betont: dies sei entscheidend für die Stadtentwicklung - etwa für "die Entwicklung des ehemaligen Trabrennbahngeländes zu einem Wohngebiet".
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Unsere Quellen:
- Pressemeldung der Stadt Dinslaken
- Eigene WDR-Recherche
Sendung: WDR.de, Grünes Licht für Dinslakener Haushalt, 19.06.2026, 15:30 Uhr
