Gedenkstele als Erinnerung an den zu Tode gekommenen Niklas Pöhler
Gedenkstele für Niklas Pöhler : Dauerhaftes Mahnmal in Bonn eingeweiht
Stand:
Die Stadt Bonn hat für Niklas Pöhler eine Stele anfertigen lassen. Sie zeigt sein Gesicht und ist mit 1,86 Metern genauso groß wie er war. 6.000 Euro hat die Säule gekostet. Sie soll dauerhaft an Niklas erinnern, der vor 10 Jahren hier ums Leben kam, ein klares Zeichen gegen jegliche Form von Gewalt setzen und zu Zivilcourage aufrufen.
Es war ein bewegender Moment, als die Mutter von Niklas Pöhler am Samstag gemeinsam mit Bonns Oberbürgermeister Guido Déus (CDU) und der Bezirksbürgermeisterin von Bad Godesberg Feyza Yildiz (CDU) Blumen an der Gedenksäule ablegten. Unter den rund 70 Gästen, die an der Einweihungsfeier teilnahmen, war auch Bonns Polizeipräsident Frank Hoever.
Niklas' Mutter ließ weiße Luftballons aufsteigen.
"Ich hoffe, dass dieses Denkmal viele zum Nachdenken anregt und etwas verändert in der Gesellschaft. Das ist mein Wunsch." Denise Pöhler, Mutter von Niklas
Gedenkstele für Niklas Pöhler: Aufruf an Zivilgesellschaft
In die Stele ist folgender Text eingearbeitet. Niklas Familie hat ihn gemeinsam mit der Stadt entworfen. Es ist ein Aufruf an die Zivilgesellschaft, zu schauen und zu handeln:
"In Gedenken an Niklas Pöhler, der hier am 6. Mai 2016 im Alter von 17 Jahren brutal angegriffen wurde. Er verstarb 6 Tage später. Sein tragisches Schicksal sei uns allen eine Mahnung, Gewalt in jeglicher Form zu ächten und nicht untätig wegzusehen, wenn unsere Mitmenschen ohne Skrupel angegriffen werden. Wir alle tragen Verantwortung für Respekt, Rücksicht und ein friedliches Miteinander. Was kannst Du tun, um Gewalt zu verhindern?" Text auf der Gedenkstele
Was ist am 6. Mai 2016 passiert?
Am Abend des 6. Mai 2016, einen Tag vor der Veranstaltung "Rhein in Flammen", war Niklas mit Freunden auf einem Konzert. Auf dem Weg nach Hause griffen ihn drei Männer an der Straßenecke Rheinallee/Rüngsdorfer Straße in Bonn-Bad Godesberg brutal an. Sie traten ihm mehrfach gegen Kopf und Körper. Sechs Tage danach verstarb er im Krankenhaus an den Folgen der Verletzungen.
Bei der Einweihung legten Niklas' Mutter, der Bonner Oberbürgermeister und die Bezirksbürgermeisterin Blumen nieder.
Bei der Obduktion entdeckten die Ärzte ein Blutgerinnsel in Niklas Kopf, eine Vorerkrankung. Durch einen einzigen Schlag platzte eine Arterie, der damals 17-Jährige fiel ins Koma und starb sechs Tage später. Aufgrund dieser Tatsache änderte die Staatsanwalt die Anklage von Totschlag auf Körperverletzung mit Todesfolge.
Freispruch aus Mangel an Beweisen
Der Hauptverdächtige Walid S. stritt die Tat immer wieder ab. Zeugen verstrickten sich in Widersprüchen. Am Ende konnte die Staatsanwaltschaft schließlich niemandem nachweisen, Niklas Pöhler geschlagen zu haben. Der damalige Vorsitzender der Kammer sagte:
"Der Nachweis einer massiven Gewalteinwirkung lässt sich nicht führen." Volker Kunkel, Vorsitzender Jugendschwurgericht Bonn
Täter immer noch auf freien Fuß
Nach Niklas' Tod kam es zu zahlreichen Demonstration und Mahnwachen. Die Menschen fühlten sich in Bad Godesberg nicht mehr sicher. Die Polizei verstärkte darauf ihre Präsenz, setzte vermehrt Streifen ein - und sie entwickelte ein Sicherheitskonzept für Bad Godesberg. Bonns Polizeipräsident Frank Hoever hofft:
"Ich glaube, dass es den ein oder anderen gibt, der schwer trägt, weil er eben mit dieser Last leben muss, was damals passiert ist und mit der Wahrheit hinterm Berg gehalten hat." Frank Hoever, Polizeipräsident Bonn
Die Akte ist geschlossen, könnte aber durch neue Hinweise wieder geöffnet werden.
Unsere Quellen:
- Presseamt der Stadt Bonn
- Guido Déus (CDU), Oberbürgermeister Stadt Bonn
- Denise Pöhler, Mutter von Niklas Pöhler
- Frank Hoever, Polizeipräsident Bonn
Sendung: WDR 2 Rheinland, WDR aktuell, 09.05.2026, 15:00 Uhr.