Denkmalschutz: 60 Freiwillige campen und arbeiten im Park der Burg Lede

WDR 03:16 Min. Verfügbar bis 22.05.2038

Freiwillige auf Burg Lede Jugendliche helfen in der Denkmalpflege

Stand:

Jugendliche, die ein freiwilliges soziales Jahr leisten, arbeiten eine Woche lang im Park der Burg Lede.

Von Franca Bachus-Schön

Rund 800 Jahre ist die Burg Lede in Bonn-Vilich alt. An jeder Ecke gibt es was zu tun, um sie vor dem Verfall zu bewahren. 60 Jugendliche, die gerade ein freiwilliges Jahr ableisten, helfen eine Woche lang dabei. Aber, einfach „mal machen“ geht nicht, denn die Burg steht unter Denkmalschutz. Alles muss originalgetreu repariert, restauriert oder neu gebaut werden. Eine Mammutaufgabe für die Besitzer der Burg Sandro Parotta und Birgit Kulmer.

Alles soll originalgetreu bleiben

Mit Stemmeisen und Holzknüppel wuchten die 18-jährige Franziska Schoop und ihr Team meterlange Steinplatten zur Seite. Viele Jahre waren sie die Begrenzung eines Teichs im Garten der Burg. Und – soviel steht schon mal fest – sie sollen in ein paar Tagen zurück an ihren Platz. Vorher muss die gesamte Teichumrandung neu befestigt werden. Aber nicht irgendwie, sondern originalgetreu. „Wir wussten gar nicht, was drunter ist, als wir die erste Schicht aus Holzplanken entfernt haben. Drunter haben wir die riesigen Steinplatten gefunden“, erzählt Franziska Schoop, „die sind schon schwerer, als man denkt.

Nach dem Schulabschluss ein Jahr Freiwilligendienst

Zwei der jungen Freiwilligen während den Arbeiten der Restauration.

Junge Freiwillige restaurieren den Garten der Burg Lede

Eigentlich macht die 18-Jährige ein freiwilliges soziales Jahr im politischen Bereich, bei der Akademie des Bistums Aachen. Da sitzt sie viel am Schreibtisch und organisiert Veranstaltungen. Wie für fast alle, die im Park der Burg Lede in dieser Woche arbeiten, ist auch für Franziska Schoop die körperliche Arbeit im Freien etwas ganz Neues.

Jugendliche campen im Garten der Burg

Zum Freiwilligenjahr gehören auch Seminarwochen und Projekte außerhalb der eigentlichen Einrichtung dazu. Das Denkmalschutzprojekt an der Burg Lede ist dabei einzigartig: 60 Jugendliche und junge Erwachsene haben im Burggarten ihr Camp aufgeschlagen. Eine Woche lang arbeiten sie nicht nur hier, sie wohnen in großen Zelten, versorgen sich selbst, kochen, leben und arbeiten zusammen. Am Teich, an einer alten Mauer, im Garten. Eine Gruppe beschäftigt sich mit der Geschichte der Burg und versorgt die anderen mit Infos und Plänen.

Denkmalpflege als Gemeinschaftsprojekt

Mehrere Jugendliche sitzen an Tischen im Garten und essen etwas

60 jugendliche Freiwillige sind dabei

Die Idee zu dieser Projektwoche hatte einer der Besitzer der Burg, Sandro Parotta. Zusammen mit der Jugendbauhütte, dem internationalen Jugendgemeinschaftsdienst und der Stiftung Denkmalschutz hat er sie auf die Beine gestellt – und die 60 Plätze waren schnell ausgebucht.

Begeisterung für den Denkmalschutz wecken

Neben der Teichumrandung arbeiten die Freiwilligen auch an einer alten Mauer, bauen eine neue Pergola nach altem Vorbild, pflanzen Bäume und pflegen die riesige Gartenanlage. Für Marlena Agethen vom Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst geht es darum, den jungen Freiwilligen eine Abwechslung zu bieten und die Begeisterung für Denkmäler zu wecken. Gerade für junge Menschen sei es spannend, durch eigene körperliche Arbeit etwas zu leisten und einen Teil der Geschichte zu erhalten.

Unsere Quellen:

  • Internationaler Jugendgemeinschaftsdienst
  • WDR-Gespräch mit Sandro Parotta, Besitzer der Burg Lede
  • WDR-Gespräch mit Franziska Schoop

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 22.05.2026, 19:30 Uhr

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