Nach drei Jahren Stillstand gibt es einen neuen Anlauf für ein Bauprojekt in Bonn-Beuel
WDR. 02:41 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Im Rathaus Beuel in einem Besprechungsraum kam nach Pfingsten eine kleine Runde vertraulich zusammen. Mit dabei waren Politiker aus Rat und Bezirksvertretung der Kooperation (CDU, SPD und FDP) und die beiden Führungspersonen des Investors "Sahle Wohnen" aus Greven.
Auch der Beueler Bezirksbürgermeister Marco Rudolph (CDU) war mit dabei. Er hatte eingeladen mit dem Ziel, einen Neuanlauf für die Bebauung der Landwirtschaftskammer in Roleber zu machen.
Neues Stadtviertel in Beuel
Wichtig sei, dass überhaupt wieder Politik und Investor zusammen an einem Tisch sitzen würden, erklärte Rudolph auf WDR-Anfrage. Es gehe schließlich um rund 500 Wohneinheiten. Durch die Bebauung würde ein komplett neues Stadtviertel entstehen.
Seit mehr als zehn Jahren wird geplant, geprüft und vor allem gestritten darüber, wie das 8,6 Hektar große Gelände bebaut werden soll. 2017 kaufte der Investor das Gelände und trieb seine Planungen für die Bebauung voran. Es gab sogar einen Architektenwettbewerb und einen Siegerentwurf.
Kritik an Neubau-Plänen
Doch der Bebauungsplan war umstritten. Vor allem die Grünen sprachen sich dagegen aus, weil zu viel Fläche bebaut werde. Die behindere die Frischluftversorgung der Stadt. Außerdem sei zu viel Flächenversiegelung durch eine Neubebauung nicht gut fürs Klima.
Als die Partei bei der Kommunalwahl 2020 stärkste Partei wurde, setzte sie 2023 mit neuer Koalition durch, dass die bebaubare Fläche halbiert wurde.
Mit dem geplanten Wohnungsbau gehen massive Baumaßnahmen einher
Die lehnte aber der Investor "Sahle Wohnen" ab. Er wollte an seinen Planungen festhalten. ein Kompromiss war offenbar nicht möglich. Auch ein Verkauf an die städtische Wohnungsbaugesellschaft Vebowag kam nicht zustande. Deshalb herrscht seitdem Stillstand.
Rollen bald die Bagger?
Jetzt wollen Politik und Investor einen neuen Anlauf nehmen. Basis des Vorstoßes sollen die Pläne von 2020 sein. Die sollen überarbeitet und an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Schließlich seien diese sechs Jahre alt, erklärt Rudolph.
Er hofft aber, dass in dieser Legislaturperiode noch die Bagger rollen. Entstehen sollen rund 500 neue Wohneinheiten. Die Hälfte davon soll geförderter Wohnraum sein, also Sozialwohnungen. Vor allem die werden in Bonn dringend benötigt, weil in den kommenden Jahren viele wegfallen werden.
Unsere Quellen:
- Marco Rudolph (CDU)
- Friedrike Dietsch (Die Grünen)
- Peter Kox (SPD)
- Sahle Wohnen
Sendung: WDR.de, Nach drei Jahren Stillstand gibt es einen neuen Anlauf für ein Bauprojekt in Bonn-Beuel, 28.05.2026, 19.22 Uhr
