Viele Schülerinnen und Schüler weichen auf das Fahrrad oder die Fähre aus
WDR. 03:19 Min.. Verfügbar bis 10.06.2028.
Wo bleiben die Schüler? : Längere Schulwege durch Nordbrücken-Sperrung
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Die Sperrung der Bonner Nordbrücke hat auch Auswirkungen auf die Schulen in der Region. Viele Schülerinnen und Schüler kommen zu spät zum Unterricht. Im Heinrich-Hertz-Europakolleg wurden einige deshalb in dieser Woche online unterrichtet.
Etwa ein Drittel der Schülerinnen und Schüler, schätzt Oberstudiendirektor Markus Klasmeier, kommt morgens deutlich zu spät zum Unterricht. Er leitet das Heinrich-Hertz-Europakolleg in Bonn-Graurheindorf, kaum 100 Meter von der Nordbrücke entfernt. Das Einzugsgebiet der Schule reicht bis weit über Bonn und die Region hinaus.
Massive Verspätungen: Schule reagiert mit Online-Unterricht
Schulleiter Markus Klasmeier lässt einige Schülerinnen und Schüler online unterrichten
Für diese Schülerinnen und Schülerin hatte es in dieser Woche erstmals auch Online-Unterricht gegeben. "Nach wie vor steht der Präsenzunterricht für uns natürlich an erster Stelle, aber wenn die Sperrung länger dauert, müssen wir uns darüber Gedanken machen", sagt Markus Klasmeier.
Mehrere Schülerinnen und Schülerinnen berichten dem WDR, dass sie morgens zum Teil mehr als zwei Stunden unterwegs sind. Egal ob mit dem Auto oder mit Bussen und Bahnen.
Laut Kölner Bezirksregierung können Schulen in "Ausnahmefällen" selbst entscheiden, ob sie "vorübergehend Distanz-Unterricht" anbieten. Voraussetzung dafür sei, dass es keine andere Möglichkeit für den Unterricht in der Schule gebe.
Mondorfer Fähre transportiert hunderte Schülerinnen und Schüler
Rushhour auf der Mondorfer Fähre - Hunderte Schüler und Schülerinnen nutzen morgen die Fähre
Für die Schülerinnen und Schüler, die auf der rechtsrheinischen Seite zuhause sind, hat sich inzwischen die Fahrt mit der Mondorfer Fähre als beste Alternative erwiesen. "Gestern hatten wir eine ganze Fähre voll mit Schülerinnen und Schülern. Das waren bestimmt 400", berichtet Fährkapitän Ansgar.
Zu ihnen gehört auch Max Reinhardt. Der Zehnjährige geht im Collegium Josephinum in Bonn-Auerberg zur Schule. Mit dem Bus brauchte er vor der Sperrung eine gute halbe Stunde, mit der Fähre dauert es 15 Minuten länger.
Viele steigen auf Fahrrad und Fähre um
Vom Bus aufs Fahrrad - Moritz Reinhardt und sein Vater Jochen sind umgestiegen
Trotzdem findet er den Umstieg aufs Rad "eigentlich ganz cool". Heute begleitet ihn sein Vater Jochen, der auch ins Büro muss und die Fähre mal ausprobieren will: "Das geht eigentlich ganz gut."
Aber er will nicht daran denken, wie das wird, wenn die Brücke länger gesperrt bleibt. Jetzt sei Sommer, aber im Herbst und Winter sei es auf dem Rad vermutlich nicht so prall. "Muss man sich halt richtig anziehen", ergänzt Moritz. Pragmatismus ist gefragt, in diesen Tagen.
Auch das gibt es: Pünktliche Schulbusse
Am Ende kommen er und seine Kumpels überpünktlich an der Schule an. Und jetzt? "Mal schauen, vielleicht spielen wir noch eine Runde Tischtennis." Aber auch die Schulbusse sind an diesem Morgen pünktlich. "Ein guter Tag", ruft ein Busfahrer an der Haltestelle vor dem Collegium Josephinum, bevor sich die Türen schließen. Zumindest auf seiner Strecke.
Unsere Quellen
- Fährbetrieb Mondorf
- Heinrich-Hertz-Europakolleg
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Längere Schulwege durch Nordbrücken-Sperrung, 10.06.2026, 15:18 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 10.06.2026, 19:30 Uhr
