Mehr zivile Schutzräume: Neue Pläne für den Ernstfall beim BBK

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Deutschland braucht mehr Schutzräume für den Ernstfall. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn arbeitet dafür gerade an einem Konzept. Bis zum Jahr 2029 soll die Bundesrepublik wieder zivilschutzfähig sein.

Von Jörg Sauerwein

Die Bedrohungslage in Europa hat sich seit dem Ukraine-Krieg deutlich verändert. Deshalb will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn geeignete Schutzräume für die Zivilbevölkerung massiv ausbauen.

Dafür entwickeln die Fachleute in der Bonner Behörde momentan ein Konzept. Dabei geht es allerdings nicht darum, neue Bunker zu bauen.

Möglichst viele Schutzräume an vielen Stellen

Fahrt durch Kölns längste Tiefgarage

Tiefgaragen könnten Schutzräume werden

Tiefgaragen, U-Bahnen, Tunnel oder Keller in öffentlichen Gebäuden könnten zum Beispiel im Ernstfall guten Schutz bieten, davon ist man beim BBK überzeugt. Das zeigten zum Beispiel auch die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg.

Außerdem haben diese Räumlichkeiten den Vorteil, dass sie bereits dezentral an vielen Stellen vorhanden und für die Menschen schnell erreichbar sind.

Diese Räume sollten allerdings idealerweise noch entsprechend vorbereitet werden. Zum Beispiel benötigen Menschen in diesen Schutzräumen auch Toiletten und Hygieneeinrichtungen, wenn sie sich dort etwas länger aufhalten müssten. Auch das gilt es erst noch zu planen.

"Wir sehen seit dem russischem Angriffskrieg wieder einen Schutzraumbedarf in Deutschland, der leider in dieser Form nicht sofort umgesetzt werden kann, weil wir über keine nennenswerten Schutzräume mehr in Deutschland verfügen." Ralph Tiesler, BBK Präsident

Offizielle Schutzräume nicht einsatzfähig

Wegen der langen Friedensphase hatte man sich allerdings schon vor knapp 20 Jahren entschieden, die Schutzräume nicht weiter zu erhalten und zu investieren. Deshalb lautet das Fazit beim BBK: "Keine dieser dem Zivilschutz gewidmeten Anlagen sind jedoch funktions- oder einsatzbereit."

Schutz auch im eigenen Keller

Um angesichts der veränderten Bedrohungslage einen möglichst schnellen Schutz zu ermöglichen, will das BBK im Laufe des Jahres bereits Informationen mit Broschüren und im Internet herausgeben. Darin wollen die Experten unter anderem erläutern, wie auch der eigene Keller mit geringem Aufwand zu einem Schutzraum werden kann.

Deutschland soll 2029 zivilschutzfähig sein

Das gesamte Konzept inklusive Ausbau von öffentlichen Schutzräumen dürfte das BBK wohl im kommenden Jahr vorstellen. Denn die Zeit drängt: Bis zum Jahr 2029 soll die Bundesrepublik wieder zivilschutzfähig sein.

Dann sollen Menschen im Ernstfall zum Beispiel auch über eine App einfach und schnell die Schutzräume in ihrer direkten Nähe finden können. BBK-Präsident Tiesler rechnet für die Umsetzung allein in den kommenden vier Jahren mit Kosten von rund zehn Milliarden Euro.

BBK will mehr Schutzräume schaffen

ARD Studios NRW 06.06.2025 00:59 Min. Verfügbar bis 06.06.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
  • WDR-Reporter

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