Lange Kundenschlangen 1997 vor Aldi-Supermarktfilialen - der Grund: Für damals günstige 1.800 D-Mark (rund 920 Euro) wurde ein Computer des Herstellers Medion angeboten.
Genau so ein Gerät zeigt bereits ab nächster Woche das Haus der Geschichte in Bonn. Das Museum ist zur Zeit in weiten Teilen geschlossen - es überarbeitet gerade seine Dauerausstellung.
Startschuss für den PC-Boom
Der Discounter hatte schon 1995 erste Computer im Sortiment, doch richtig durchgestartet ist der Boom erst mit dem Medion-PC von 1997. Ausgestattet mit einem Intel Pentium 166-Prozessor und einem 15-Zoll-Monitor.
Für den PC beim Discounter standen die Menschen Schlange
Die Nachfrage war riesig: Menschen standen oft stundenlang vor den Supermarkttüren, um einen der Rechner zu ergattern. Für viele war das der erste Schritt in die digitale Welt. Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen.
Erschwinglicher PC für jedermann
Der Medion-PC steht für einen großen Wandel: Computer wurden Ende der 1990er Jahre erschwinglicher und hielten Einzug in den Alltag. "Der Aldi-PC entwickelte sich dank des relativ geringen Preises und einer wettbewerbsfähigen Ausstattung zu einer Art 'Volks-PC', denn er ermöglichte nahezu allen sozialen Schichten den Einstieg ins Informations- und Internetzeitalter", erklärt Manfred Wichmann, der Sammlungsdirektor vom Bonner Haus der Geschichte.
Erster Teil von neuer Dauerausstellung
Am 23.09.2025 eröffnet das Museum mit diesem PC einen ersten Teil der neuen Dauerausstellung, die an dieses wichtige Kapitel der Technikgeschichte erinnert. Ende des Jahres wird dann die gesamte, neue Dauerausstellung im Haus der Geschichte offiziell eröffnet.
Unsere Quellen:
- Aldi Nord
- Haus der Geschichte Bonn
Über dieses Thema berichtet der WDR auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Bonn, 19.30 Uhr.