Millionen-Investitionen : Radarstation Brakel-Auenhausen wird modernisiert
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In einem 120-Einwohner-Dorf im Kreis Höxter steht eine Radarstation, die den Luftraum in der Mitte Deutschlands überwacht - rund 400 Kilometer weit. Die Bundeswehr investiert hier in Unterkunft, Bewaffnung, Versorgung und Verpflegung.
Was hinter den Stacheldrahtzäunen auf dem Gelände der Radarstation Auenhausen passiert, bekommen Außenstehende eigentlich nicht mit. Durch den Zaun kann man zwar auf das Gelände schauen, was dahinter passiert, bleibt aber meist im Verborgenen.
Das wird sich bald ändern, wenn ab April 2027 Bagger an der Nordseite des Geländes arbeiten sollen. Denn in den Standort Auenhausen, einen Teil der Luftwaffe, soll investiert werden, sagt Oberst Jens Dobrindt. Allein ein zweistelliger Millionbetrag in ein neues Multifunktionsgebäude.
Auf diesem Gelände der Radarstation sollen zwei neue Gebäude gebaut werden.
Kraftraum für die Beschäftigten
Bislang trainieren die Soldatinnen und Soldaten in einem Fitnessstudio in Brakel oder draußen an einer Calisthenics-Anlage vor dem Radargebäude. Im neuen Gebäude soll es einen richtigen Kraftraum geben.
An dieser Anlage trainieren die Soldaten bislang.
Außerdem soll dort Platz für die Austeilküche und Büros sein. Das bisherige Gebäude sei so veraltet, dass sich die Sanierung nicht lohne, erklärt die Bundeswehr auf WDR-Nachfrage.
Ein weiteres Gebäude ist für die neuen Mitarbeiter vorgesehen, teilt die Bundeswehr mit. Die Pläne hierfür sind aber noch unkonkret, weder Entwürfe noch Baustart gibt es bislang. Fest steht nur: Hier sollen künftig Reservisten untergebracht werden.
100 Reservisten-Stellen vorgesehen
Die Radarstation braucht im Ernstfall zusätzlichen Schutz durch Reservisten, also ehemalige Soldatinnen und Soldaten, die nach ihrer aktiven Dienstzeit bei Bedarf zur Verfügung stehen. 100 Stellen würden im Verteidigungsfall benötigt, um die Anlage zu sichern und zu verteidigen, heißt es von der Bundeswehr. Aktuell arbeiten 30 Personen an der Radarstation.
"Damit die Reservisten ihren Auftrag erfüllen können, müssen sie bereits im Frieden üben und sich mit Gelände und den Besonderheiten der Radarstellung auskennen. Dies geschieht derzeitig freiwillig, so dass wir realistisch mit etwa 30 bis maximal 40 zusätzlichen Personen rechnen, die an ausgewählten Tagen üben werden." Oberst Jens Dobrindt
Analyse des Radarbilds nicht mehr vor Ort
Die Radarstation Auenhausen überwacht den Luftraum über Zentral‑ und Westdeutschland. Ihr Radarsystem erkennt Flugbewegungen in einem Radius von 400 bis 480 Kilometern – etwa bis Leipzig im Osten und bis Düsseldorf oder Köln im Westen. Sie ist eine von insgesamt 18 militärischen Radarstationen in Deutschland.
Die Daten werden heute nur noch vor Ort erfasst. Das bedeutet, dass vor allem Techniker an der Radarstation arbeiten. Sie kümmern sich unter anderem darum, dass der Radarschirm funktioniert. Die eigentliche Analyse übernehmen Bundeswehr-Kollegen in Erndtebrück, im Kreis Siegen-Wittgenstein.
Im Kalten Krieg haben Soldaten in Auenhausen zehn Meter unter der Erde Radarbilder beobachtet und ausgewertet.
Im Kalten Krieg werteten Soldaten in Auenhausen noch selbst die Radarbilder aus - in einem "Operation Centre", einem Bunker zehn Meter unter der Erde. Damals arbeiteten noch rund 100 Menschen an der Station.
Die Britische Royal Air Force hat die Radarstation 1955 gebaut, auch den Bunker zehn Meter unter der Erde, in dem Mitarbeiter der Bundeswehr Radarbilder beobachtet und ausgewertet haben.
Gebaut wurde die Radarstation 1955 von der Royal Air Force der Briten. Vier Jahre später wurde sie an die Bundeswehr übergeben.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Hauptmann Daniel Walther
- Gespräche mit Oberstleutnant Alexander Feja
- Gespräche mit Oberst Jens Dobrindt
- Gespräche mit Einwohnern aus Auenhausen
- Website der geschlossenen Desenberg-Kaserne-Borgentreich
- Beobachtungen der WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 26.05.2026, 09:31 Uhr