Es ist eine der größten britischen Militärübungen der jüngeren Zeit, die seit dieser Woche durch Ostwestfalen-Lippe rollt. Unter dem Namen "Exercise RHINO STORM" hat die britische Armee rund 3.500 Soldatinnen und Soldaten sowie etwa 1.000 Fahrzeuge nach Deutschland verlegt.
NATO-Brigade übt Einsatzbereitschaft
Das 7th Light Mechanised Brigade Combat Team wurde dafür aus verschiedenen Standorten im Vereinigten Königreich nach Deutschland gebracht – per Schiff, Lastwagen und Flugzeug. Die Brigade gehört zur NATO Advanced Readiness Force und ist auf schnelle Einsatzbereitschaft ausgelegt.
Schweres Gerät wie Kampfpanzer ist bei der Übung nicht im Einsatz. Übungsgebiete sind neben dem Truppenübungsplatz Sennelager auch bereits genehmigte Standorte im Raum Gütersloh, Bielefeld und im Landkreis Paderborn, sowie Hameln in Niedersachsen, wo Brückenschläge über die Weser geplant sind.
Gütersloh: Rückkehr in die alte Kaserne
Ein besonderer Schauplatz der Übung ist Gütersloh. Seit Montag, 11. Mai, nutzt die britische Armee die ehemalige Princess-Royal-Kaserne an der Marienfelder Straße – und das bis zum 8. Juni. Den Auftakt macht eine rund 500 Einsatzkräfte starke Infanterieeinheit, die ausgewählte Gebäude auf dem Kasernengelände erobert, bevor sie diese an eine Logistikformation übergibt.
Die Princess Royal Barracks wurden zwischenzeitlich auch als Geflüchtetenunterkünfte genutzt.
Für Gütersloh hat der Besuch eine besondere Bedeutung: Vor knapp sieben Jahren hatten sich die britischen Streitkräfte mit einer emotionalen Parade durch die Innenstadt der Kreisstadt verabschiedet. Damals zogen sie endgültig ab, die Princess-Royal-Kaserne sowie die Mansergh-Kaserne gingen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über.
Jetzt, zumindest vorübergehend, sind die Briten zurück. Im Vorfeld der Übung empfing die Stadt Gütersloh eine britische Delegation im Rathaus, um die Soldaten aus alter Verbundenheit willkommen zu heißen.
Militärkonvois im Straßenverkehr – Autofahrer aufgepasst
Wer in den kommenden Wochen in der Region unterwegs ist, muss mit Militärkonvois auf öffentlichen Straßen rechnen, auch nachts. Die Konvois fahren in zeitversetzten Gruppen; genaue Strecken werden aus Sicherheitsgründen nicht vorab bekannt gegeben. Die britische Armee bittet Autofahrerinnen und Autofahrer, ausreichend Abstand zu den Fahrzeuggruppen zu halten und sich nicht zwischen einzelne Fahrzeuge eines Konvois zu drängen.
Symbol für kollektive Verteidigung
Die britische Armee betont den politischen Hintergrund der Übung: Einsatzbereite Streitkräfte seien Voraussetzung für glaubwürdige Abschreckung. Die rasche Verlegung von Truppen und Material über Wasser-, Land- und Luftwege nach Deutschland solle die Bündnisfähigkeit der britischen Armee unter Beweis stellen und sei ein konkreter Beitrag zur kollektiven Sicherheit Europas.
Unsere Quellen:
- Britische Armee
- Stadt Gütersloh
Sendung: WDR.de, Britische Armee übt in OWL: 3.500 Soldaten bei "Rhino Storm", 12.05.2026, 05:02 Uhr