Sicherheitskonferenz in OWL: Die äußere Bedrohungslage sei erheblich
03:27 Min.. Verfügbar bis 09.01.2028.
Sicherheitskonferenz in OWL: Die äußere Bedrohungslage sei erheblich
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"Die Verteidigung muss aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden", sagte NRW-Innenminister Reul bei einer Sicherheitskonferenz im lippischen Augustdorf. In der Generalfeldmarschall Rommel Kaserne haben Experten diskutiert, ob Westfalen auf den Ernstfall vorbereitet ist.
Mit drastischen Worten hat NRW-Innenminister Herbert Reul am Donnerstag die sicherheitspolitische Lage beschreiben. "Die Hütte brennt - und jetzt ist es jedem klar", sagte er in seinem Impulsreferat. "Europa, Deutschland und Westfalen werden durch Russland bedroht. Unsere Sicherheit ist die Basis für den Wohlstand unseres Lebens und die ist jetzt in Gefahr. Die Verteidigung muss aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden", so Reul.
Dafür gebe es jetzt auch finanzielle Mittel und es müsse entschieden werden, wofür das Geld eingesetzt wird.
Der Krieg in der Ukraine zeige die Gefahr
Wie ernst die Lage ist, machte Brigadegeneral Marco Eggert deutlich, Kommandeur der Panzerbrigade 21 in Augustdorf: "Wir haben keine Zeit. Die äußere Bedrohungslage ist so erheblich, wie sie in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gewesen ist!“ Die Bundeswehr müsse wachsen, um glaubwürdige Abschreckung zu gewährleisten.
"Es geht um Abschreckung. Russland muss erkennen, dass eine Operation gegen die NATO nicht möglich ist." Brigadegeneral Marco Eggert
Deshalb soll die Bundeswehr auf 260.000 Soldaten vergrößert werden, aktuell fehlen aber noch etwa 80.000 Soldaten. Das sei nicht nur ein Problem des Staates, jeder sei gefordert.
Auch der Kommandeur des Landeskommando NRW, Brigadegeneral Hans-Dieter Müller, fand am Donnerstag deutliche Worte zur aktuellen Situation: "Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht im Frieden." So hatte sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz im September in Düsseldorf geäußert.
Zivile Verteidigung sei entscheidend
Neben der militärischen sei auch die zivile Verteidigung entscheidend. Laut Experten ist nur etwa jeder vierte Einwohner auf einen Ernstfall vorbereitet. Empfohlen werden zum Beispiel Vorräte an Lebensmitteln und Wasser für 14 Tage, ein nicht elektrisches Kurbelradio für den Empfang von Nachrichten. Auch Kerzen, Decken und Medikamente sollten im Haushalt für Notfälle vorhanden sein.
Uwe Krischer vom DRK fordert als Landesbeauftragter für den Bevölkerungsschutz mehr Geld. Einige Ausstattungen werden mittlerweile aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert - ein Zustand, der aus seiner Sicht nicht tragbar ist. Auch Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling sieht "klaren Nachholbedarf in der Sicherung."
Konferenz auch mit Ärzten und Ehrenamtlern
Rund 150 Expertinnen und Experten nahmen an der Fachkonferenz "Zivile und militärische Verteidigung - ist Westfalen vorbereitet?" teil. Neben Polizei, Feuerwehr und Rettungsorganisationen waren auch Politiker, Ärzte und Ehrenamtliche vertreten. Eingeladen hatte auch die Bezirksregierung Detmold.
Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling erklärte, beide Säulen müssten gestärkt werden: Die militärische Verteidigung, weil sie das Land vor äußerer Bedrohung schützt und die Souveränität des Staates sichert.
Außerdem müsse die zivile Verteidigung gestärkt werden, weil sie vor Cyberangriffen und Anschlägen gegen die Infrastruktur schützt und die Menschen im Ernstfall versorgt. Zum Beispiel, um auf mögliche Anschläge wie in Berlin vorbereitet zu sein.
Unsere Quelle:
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 08.01.2026, 14.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 08.01.2026, 19:30 Uhr