Pferdezüchter Thomas Graßhoff nach Vorfall geschockt

WDR 02:25 Min. Verfügbar bis 15.06.2028

Tierquälerei in Marienmünster Wer hat ein Pferd grausam verstümmelt?

Stand:

Unbekannte Täter haben in Marienmünster-Altenbergen die Hinterläufe eines jungen Pferdes zerschnitten. Es musste eingeschläfert werden.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Mischa Dallmann

Familie Graßhoff steht immer noch unter Schock. Was einem ihrer Pinto-Pferde in der vergangenen Woche passiert ist, werden sie erstmal nicht vergessen. Auf einer Weide außerhalb des Dorfes Altenbergen in der Stadt Marienmünster ist ihr Einjähriges (Bezeichnung für ein Pferd, das ein Jahr alt ist) tödlich verletzt worden.

Seit 40 Jahren züchtet die Familie Graßhoff Pinto-Pferde, die besonders für ihr scheckiges Aussehen bekannt sind. Die Pferde sind zutraulich und menschbezogen. Das wurde dem Tier in diesem Fall zum Verhängnis, sagt Pferdezüchter Thomas Graßhoff.

Gebrochene Knochen und zerschnittene Muskeln

Das Pferd auf der Weide hinter der Kirche in Altenbergen hatte an beiden Hinterläufen tiefe Wunden. Sie waren scheinbar mit einem scharfen Gegenstand durchtrennt worden: Knochen waren gebrochen und Muskeln zerschnitten. Das Pferd konnte sich nur noch mit den Vorderbeinen bewegen. Der Vater von Thomas Graßhoff war der erste, der die junge Stute schwer verletzt auf der Weide vorfand.

"Sie wurde maximal misshandelt. Man sieht ein Pferd, was sich quält. Ich hatte sofort Tränen in den Augen. Man fragt sich einfach: Warum?" Thomas Graßhoff, Pferdezüchter
Zwei Fohlen, die von ihrem Besitzer gehalten werden

Thomas Graßhoff züchtet in Marienmünster-Altenbergen Pinto-Pferde.

Polizei Höxter ermittelt nach Tierquälerei in Altenbergen

Die Polizei und der zuständige Jäger suchten die Koppel nach Spuren ab, um die Tat nachzuvollziehen. Der Schweißhund des Jägers konnte, laut Graßhoff, keine Blutspuren, zum Beispiel an einem Zaun finden. Nur an der Stelle, an der das junge Pferd gefunden wurde, konnte der Hund Blut erschnüffeln. Das Einjährige habe sich also nicht an einem Zaun oder Ähnlichem selbst verletzt, demnach sei ein Eigenverschulden auszuschließen.

Die Polizei Höxter hat eine Anzeige gegen Unbekannt aufgenommen. Thomas Graßhoff vermutet, dass es jemand gewesen sein muss, der ihm oder seiner Familie gezielt schaden will und das Pferd "nur" Mittel zum Zweck war.

"Es können nur Personen sein, die maximalen Frust auf uns Menschen haben und sich dann an den Tieren vergreifen." Thomas Graßhoff, Pferdezüchter

Überwachungskameras gegen Tierquäler

Die Familie arbeitet auf Teilen ihres Geländes bereits mit Wildtierkameras. Diese Kameras sollen jetzt gegen welche mit Livebildfunktion ausgetauscht werden. Bis die Überwachungskameras installiert sind, sollen die Tiere nach Angaben der Familie trotz allem nicht in den Stall und zu jeder Zeit auf der Weide bleiben können.

Die betroffene Familie und auch der Jäger gehen davon aus, dass das Pferd vom 8. auf den 9. Juni oder am Tag des 9. Juni von mindestens zwei Personen verletzt wurde. Hinweise auf mutmaßliche Täter gibt es bisher allerdings noch nicht. Die Familie Graßhoff hat insgesamt 8000 Euro für Hinweise versprochen, die zielführend zum Täter führen.

Außerdem weist die Polizei darauf hin, dass aktuell Gerüchte umgehen, es gäbe mehrere Fälle dieser Art in der Gegend. Ihr selbst sind aber keine weiteren bekannt.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
  • Interview mit Pferdezüchter Thomas Graßhoff
  • Polizei Höxter

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 15.06.2026, 19:30 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Kreis Höxter

1 / 2