Katze wurde Opfer von Tierquälerei
WDR. 00:42 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Der 51-Jährige bestritt bis zuletzt, dass er die Katze lebend in einen Ofen geworfen hat. Das Tier sei bereits tot gewesen. Doch Video- und auch Tonaufnahmen, die bei der Verhandlung im Paderborner Amtsgericht abgespielt wurden, belegen das Gegenteil. Es ist sogar zu hören, wie der Angeklagte offenbar Spaß dabei hatte.
"Es ist bösartig und niederträchtig, sich so zu freuen. Wie kann man so empathielos gegen ein Tier sein?" Michael Böger, Richter am Amtsgericht Paderborn
Bestialische Tierquälerei im Kreis Höxter
Sowohl der Vorsitzende Richter als auch die Staatsanwältin bezeichneten die Tat als bestialisch und grausam. Die Staatsanwältin hatte sogar eine Haftstrafe von zwei Jahren zur Bewährung gefordert. Der Verteidiger sah dies ganz anders. Aus seiner Sicht würden keine objektiven Beweise vorliegen. Er plädierte auf Freispruch. Doch Richter Böger bezeichnete die Aussagen des Angeklagten als Märchen. Ein wirkliches Motiv für die Tat konnte im Prozess nicht herausgefunden werden.
Angeklagter und Bekannter fingen Katze ein
Der 51-jährige Angeklagte handelte nicht ganz allein. Ein 21-jähriger Bekannter hatte teilweise geholfen. Er hatte die Katze in einem Stall eines Bauernhofes in Borgentreich im Kreis Höxter Anfang Februar 2026 eingefangen. Auf Anweisung des 51-Jährigen. Das ist auf dem Video einer Überwachungskamera zu hören. Danach schnappte sich der 51-Jährige das Tier und brachte es zum Ofen.
Verfahren gegen zweiten Angeklagten eingestellt
Der 21-jährige Mitangeklagte räumte seine Beteiligung ein. Er habe aber nicht geahnt, was der 51-Jährige mit der Katze vorhatte. Neben den Video- und Tonaufnahmen trug seine Aussage zur Aufklärung bei; bei der eigentlichen Tat war er jedoch nicht anwesend. Das Verfahren wird nun eingestellt. Vorausgesetzt, er zahlt eine Geldauflage von 2.000 Euro ebenfalls an das Paderborner Tierheim.
Die Angeklagten bei der Verhandlung
Landwirt fand Katze im Ofen
Mit dem Ofen werden Ställe auf dem Hof geheizt. Als der Landwirt, dem die Katze gehört, Holzpellets nachlegen wollte, entdeckte er die Überreste des Tieres in dem Ofen. Daraufhin habe er den 21-Jährigen, der auch auf dem Hof lebt, zur Rede gestellt, sagte er als Zeuge vor Gericht. Der habe ihm alles gestanden.
Auf der Videoüberwachung seines Hofes erkannte er dann auch den 51-jährigen Angeklagten, der im Vorfeld des Prozesse vom Gericht irrtümlich als Schwager des Landwirts bezeichnet worden war. Stattdessen handelt es sich um einen Nachbarn, der gelegentlich auf dem Hof mitgeholfen hatte. Der Landwirt erstattete Strafanzeige gegen den Nachbarn.
Urteil noch nicht rechtskräftig
Der 51-jährige Angeklagte bestritt in seinem letzten Wort die Tat immer noch vehement. Nun hat er eine Woche Zeit, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. Gut möglich also, dass sich in einigen Monaten eine höhere Instanz noch einmal mit dem Fall beschäftigen muss.
Unsere Quellen:
- Amtsgericht Paderborn auf WDR-Nachfrage
- Prozessbeobachtung des WDR-Reporters
Sendung: WDR.de, Katze lebendig im Ofen verbrannt, 16.06.2026, 16:31 Uhr
