Erzbistum Paderborn. Zwei Männer stehen auf der linken Seite hinter einem Rednerpult. Auf der rechten Seite befindet sich ebenfalls ein Rednerpult mit drei Männern. Vorne sitzt das Publikum.

Missbrauchsstudie: Erzbistum Paderborn stellt sich der Öffentlichkeit

Stand:

Das Erzbistum Paderborn hat sich in drei Dialogveranstaltungen den Fragen der Öffentlichkeit zur neuen Missbrauchsstudie gestellt.

Von Tim Belke

Es wird still im kleinen Saal des A2-Forums in Rheda-Wiedenbrück als Generalvikar Michael Bredeck das Wort ergreift. Noch ein Mal fasst er die Ergebnisse der unabhängigen Studie der Universität Paderborn zusammen.

Die hatte ergeben, dass weit mehr Kindern im Erzbistum sexualisierte Gewalt von Geistlichen angetan wurde, als bisher bekannt. Erneut spricht der Generalvikar von „strukturellem Versagen“ in der katholischen Kirche.

Erst lange Statements, dann Fragen

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Reinhold Harnisch ist als Kind missbraucht worden

Es folgen längere Statement von Erzbischof Udo Markus Bentz und Reinhold Harnisch, dem Sprecher der Betroffenenvertretung im Erzbistum Paderborn. Eindrucksvoll und sehr persönlich schildert er, wie sehr nicht nur der Missbrauch selbst, sondern auch der Umgang der katholischen Kirche damit ihn belastet hat. Immer wieder gibt es spontanen Applaus für seine Worte.

„Die Traumata bei vielen halten bis heute an.“ Reinhold Harnisch, Sprecher der Paderborner Betroffenenvertretung

Fragen zu Prävention und Anonymisierung

Als der Moderator des Abends die Fragerunde schließlich eröffnet, sind schon 90 Minuten vergangen, es ist bereits halb zehn.

Was die katholische Kirche mittlerweile für Prävention und Kinderschutz tut, wollen einige wissen. Was heute mit den Kirchenmitarbeitern ist, die in der Vergangenheit mutmaßlich vertuscht haben, fragt ein anderer. Warum Beschuldigte nicht beim Namen genannt, sondern in der Studie meist anonymisiert werden, will jemand wissen.

Gast findet Antworten zu lang

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Rund 150 Menschen sind gekommen

Ausführlich antworten Erzbischof, Generalvikar und Interventionsbeauftragter des Bistums und der Sprecher der Betroffenenvertretung auf die verschiedenen Fragen. So ausführlich, dass einem Mann in der letzten Reihe schließlich der Kragen platzt. Eine Hinhaltetaktik und weitere Vertuschung durch zu lange Antworten, wirft er den Herren auf dem Podium vor.

Ansonsten ist die Stimmung in Rheda-Wiedenbrück überwiegend wohlwollend. Dass die Kirche endlich in den Dialog geht, schätzen viele im Publikum, auch wenn nach einer Stunde Fragerunde längst nicht alle Fragen beantwortet sind.

Missbrauchsstudie: Erzbistum Paderborn stellt sich der Öffentlichkeit

WDR Studios NRW 18.03.2026 00:49 Min. Verfügbar bis 17.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 18.03.2026, 06:31 Uhr

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