Missbrauchsstudie: Paderborner Erzbischof Bentz bittet um Verzeihung
Lokalzeit OWL. 13.03.2026. 09:03 Min.. Verfügbar bis 13.03.2028. WDR. Von Oliver Köhler.
Er wisse, dass das nicht ungeschehen machen könne, was passiert ist, sagte Bentz. Gleichzeitig rief er weitere Betroffene auf, sich zu melden. Hinweise würden konsequent verfolgt, Betroffene unterstützt und begleitet, so der Erzbischof.
Aufarbeitung noch nicht am Ende
Reinhold Harnisch, Sprecher der Betroffenenvertretung im Erzbistum Paderborn berichtete, dass sich seit gestern bereits zwei Betroffene gemeldet hätten.
Von links nach rechts: Thomas Wendland, Interventionsbeauftragter im Erzbistum Paderborn; Erzbischof Udo Markus Bentz; Reinhold Harnisch, Sprecher der Betroffenenvertretung
Nach der Veröffentlichung der Studie hätten sie nun den Mut gehabt, aus dem "Dunkelfeld" herauszutreten. Es sei noch viel zu tun, die Aufarbeitung sei mit der Studie nicht am Ende, sagte er mit brüchiger Stimme.
Neue Studie findet deutlich mehr Täter und Opfer als bisher bekannt
Das Erzbistum und die Betroffenenvertretung in Paderborn reagierten damit auf die neue Studie der Universität Paderborn. Forschende der Universität hatten die Studie gestern (12.3.2026) vorgestellt.
Die Studie deckt Fälle aus der Zeit zwischen den Jahren 1941 bis 2002 auf. Für diesen Zeitraum haben sie Hinweise auf 210 Geistliche gefunden, die sich an Kindern und Jugendlichen vergangen haben. 489 Missbrauchsopfer konnte die Studie ausmachen.
Die Zahlen der Betroffenen und der Täter sind damit deutlich höher als bisher angenommen. Ein zweiter Teil der Studie, der die Amtszeit von Erzbischof Hans-Josef Becker von 2003 bis 2023 abbildet, soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden.
Unsere Quelle:
- Pressekonferenz des Erzbistums Paderborn am 13.03.2026
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 13.03.2026, 12:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 13.03.2026, 19.30 Uhr