Der French-Open-Sieger behielt gegen den belgischen Qualifikanten Raphael Collignon kühlen Kopf und gewann 7:6 (12:10), 7:6 (7:2). Bei Temperaturen jenseits von 30 Grad Celsius verwandelte Zverev nach zwei Stunden seinen zweiten Matchball. "Es war ein wahnsinniges Match, von beiden Spielern ein hohes Niveau", sagte Zverev nach der Partie. "Es hätte auch zwei Sätze in die andere Richtung gehen können."
Nun gegen "Angstgegner" Fritz
Am Samstag wartet auf den 29-Jährigen die bislang größte Herausforderung seiner Vorbereitung auf Wimbledon (ab 29. Juni). Im Kampf um den Einzug ins Endspiel, das Zverev bereits 2016 und 2017 erreicht hatte, trifft er auf US-Profi Taylor Fritz, gegen den er zuletzt nie besonders gut aussah. Seit zwei Jahren wartet Zverev auf einen Sieg, sechsmal nacheinander verlor er.
Fritz brauchte in der ostwestfälischen Mittagshitze für seinen Halbfinaleinzug am Freitag sogar 2:45 Stunden. In einem weiteren Tiebreak-Krimi ohne ein einziges Break bezwang er seinen Landsmann Ben Shelton 6:7 (5:7), 7:6 (10:8), 7:6 (7:3). Dabei wehrte er einen Matchball ab, kam dank 24 Assen aber letztlich verdient weiter.
Im zweiten Halbfinale trifft der Kempener Daniel Altmaier auf den kanadischen Weltranglistenvierten Félix Auger-Aliassime oder den US-Amerikaner Frances Tiafoe.
Zverev nutzt Collignons Geschenk
Zverev gewann sein erstes Aufschlagspiel souverän und hatte anschließend seinen ersten Breakball, den Collignon mit einem Ass abwehrte. Während Zverev sich weiter auf seinen starken ersten Aufschlag verlassen konnte und seine Spiele zügig durchbrachte, landeten bei Collignon zunächst nur etwa die Hälfte aller ersten Aufschläge im Feld. Doch der Belgier konnte sich im Laufe des ersten Satzes steigern und kämpfte sich bis in den Tiebreak durch.
In diesem führte Zverev schnell mit 4:1, aber Collignon kam zurück und setzte Zverev mit präzisen Schlägen von der Grundlinie unter Druck. Collignon erspielte sich drei Satzbälle, doch Zverev servierte zu gut. Beim Stand von 11:10 bekam Zverev seinen Return gerade noch so ins Feld, als Collignon sich für die falsche Ecke entschied und Zverev den Ball direkt in den Schläger spielte. Der gebürtige Hamburger nahm das Geschenk an und entschied den ersten Durchgang nach 61 Minuten für sich.
Zverev zeigt immer wieder Nervenstärke
Zu Beginn des zweiten Satzes servierte Zverev, der insgesamt 14 Asse schlug, weiter zuverlässig und machte bei erstem Aufschlag mehr als 90 Prozent der Punkte, doch auch Collignon ließ keine Breakchancen zu. Beim Stand von 4:3 für Collignon führte Zverev bei eigenem Service bereits 40:0, als dem Belgier vier Punkte in Folge gelangen und er damit einen Breakball hatte. Zverev zeigte im entscheidenden Moment erneut Nervenstärke und gewann das Spiel mit drei kaum zu retournierenden Aufschlägen in Folge.
Mit zunehmender Spieldauer und bei großer Hitze auf dem Center Court machte auch Zverev mehr Fehler. Immer wieder haderte er mit seinem Return, den er meist weit hinter der Grundlinie spielte. So ließ Zverev zwar kein Break zu, kam aber auch beim Aufschlag des Außenseiters kaum zu Chancen. Collignon blieb stabil und es ging erneut in den Tiebreak.
Im Tiebreak war Zverev wieder voll fokussiert. Beim ersten Ballwechsel rückte er ans Netz vor, erspielte sich ein "Mini-Break" und gewann auch die folgenden zwei Punkte bei eigenem Aufschlag. Zverev baute die Führung auf 6:1 aus und verwandelte den zweiten Matchball nach insgesamt zwei Stunden mit einer krachenden Vorhand.
Unsere Quellen:
- Spiel zwischen Alexander Zverev und Raphael Collignon am 19.06.2026
- Nachrichtenagenturen sid + dpa
- Internetauftritt der Terra Wortmann Open
Sendung: WDR.de, "Alexander Zverev zieht gegen Collignon ins Halbfinale ein", 19.06.2026, 17:20 Uhr