Nach Düsseldorf und Neuss verhängt jetzt auch die Stadt Meerbusch ab heute ein Badeverbot im Rhein. Das Verbot gilt für die gesamten gut elf Kilometer Rheinufer auf dem Stadtgebiet.
Die entsprechende, per Dringlichkeitsbeschluss erlassene Verordnung wurde am Montag veröffentlicht. Das Verbot ist in enger Anlehnung an das Düsseldorfer Regelwerk formuliert.
Stadt: Einheitliche Regeln wichtig für Klarheit
Parallel dazu hofft die Stadt, mit dem Verbot auch die Meerbuscher Rettungskräfte zu entlasten. Hintergrund: Allein von Januar 2024 bis einschließlich Juli 2025 musste die Feuerwehr Meerbusch laut Stadt 25 Mal mit dem Alarmierungsgrund "Person im Rhein" zum Ufer ausrücken – und noch sei der Sommer nicht zu Ende.
DLRG warnt vor Gefahren
Dazu kommt, dass im Rhein in Nordrhein-Westfalen insgesamt laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in diesem Jahr bis Ende Juli bereits zehn Todesfälle zu beklagen seien . "Der Rhein ist für Schwimmer eines der gefährlichsten Gewässer, die wir in Deutschland haben. Diese Gefährlichkeit wird leider nach wie vor allzu oft unterschätzt oder gar bewusst ignoriert", so ein DLRG-Sprecher.
Seitdem dürften weitere Fälle hinzugekommen sein. In Voerde im Kreis Wesel wurde am 13. August ein toter Mann entdeckt, der zwei Tage zuvor in Köln im Rhein baden gegangen und dort in eine Strömung geraten war.
Meerbuscher Ordnungsamt zeigt Präsenz
Die DLRG erklärt, dass Mitarbeiter des Meerbuscher Ordnungsamtes aktuell bereits verstärkt am Rheinufer präsent seien und die Menschen vor Ort über potentielle Gefahren aufklärten. Währenddessen bereiten weitere Städte entlang des Rheins ein Badeverbot vor.
Krefeld bereitet ebenfalls Verbot vor
Krefelds OB Frank Meyer
So hat Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) die Verwaltung beauftragt, ein Badeverbot für den Krefelder Bereich des Rheins verwaltungsintern abzustimmen und entsprechend umzusetzen. Ein konkreter Zeitpunkt, wann dort ein Verbot in Kraft treten soll, ist bisher nicht bekannt. Für einen Teil des Krefelder Rheinufers gilt bereits über eine Regelung des Bundes ein Badeverbot.
Monheim sieht keinen Bedarf - Ratsentscheidung in Köln
Anders als die genannten Anrainerstädte plant die Stadt Monheim kein offizielles Badeverbot im Rhein. Es gebe ausreichend andere Bademöglichkeiten, wie das Erlebnisbad Mona Mare und zwei Badeseen in der Nähe, teilte ein Stadtsprecher dem WDR am Montag mit.
In Düsseldorf gab es bereits Schwerpunktkontrollen am Rhein
Außerdem liege die Sicherheit am Rhein primär in der Zuständigkeit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Deshalb bestehe in Monheim derzeit kein Bedarf nach einem Badeverbot, so der Sprecher. In Köln will die Verwaltung den Stadtrat am 4. September über ein Badeverbot entscheiden lassen und bereitet dafür eine entsprechende Beschlussvorlage vor.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Stadt Meerbusch
- Stadt Monheim
- Stadt Krefeld
- Stadt Köln
