WDR 5 Tagesgespräch : Schwimmen in öffentlichen Gewässern – brauchen wir strengere Regeln?
Wer in Düsseldorf im Rhein badet, muss künftig bis zu 1.000 Euro Strafe zahlen. So will die Stadt die Zahl der Badeunfälle senken. Sind Verbote der richtige Weg? Was ist mit Eigenverantwortung? Diskutieren Sie mit Julia Schöning und Till Siebel vom DLRG im WDR 5 Tagesgespräch!
Düsseldorf hat vorgelegt, in Köln wird darüber diskutiert: Ein Badeverbot im Rhein – so sollen weniger Menschen ertrinken. Erst Anfang der Woche ist wieder ein Mann im Rhein in Köln verunglückt und gestorben. Viele weitere Städte entlang des Rheins erwägen ein Badeverbot. Es gibt in NRW noch viele weitere öffentliche Gewässer, in denen das Schwimmen gefährlich ist und in denen immer wieder Menschen bei Badeunfällen ertrinken: Insgesamt 34 waren es bis zum 31. Juli.
Die Gefahren beim Schwimmen in Flüssen und Seen variieren je nach Gewässer: In Flüssen wie Rhein oder Ruhr sind es vor allem die Unterströmung und der Schiffsverkehr, in Seen steile Abbruchkanten oder Temperaturunterschiede im Wasser. Viele unterschätzen die Gewässer, können nicht gut genug schwimmen oder sind alkoholisiert.
Die Gründe, warum Menschen trotz möglicher Risiken in bestimmten Flüssen und Seen schwimmen, sind unterschiedlich: In Ballungsbieten sind Freibäder oft Mangelware, überfüllt oder teurer geworden. Viele zieht es auch eher in die Natur als ins Schwimmbecken. Gleichzeitig können immer weniger Leute, vor allem Kinder, schwimmen.
Auch wenn das Schwimmen in Seen und Flüssen gefährlich sein kann, gibt es nicht überall explizit Verbote – oft setzen Städte und Kommunen auf die Eigenverantwortung der Menschen und appellieren an die Vernunft. Dabei geht es auch darum, ob Verbote wie jetzt in Düsseldorf durch die Behörden kontrolliert werden können – und ob sie wirklich Menschen vom Schwimmen abhalten.
Was halten Sie von strengeren Regeln beim Schwimmen in öffentlichen Gewässern? Glauben Sie, dass Verbote wie am Rhein etwas bewirken? Oder braucht es andere Maßnahmen? Welche Rolle spielt, dass immer weniger Menschen schwimmen können? Können Sie verstehen, warum Menschen trotz der Gefahren in öffentlichen Gewässern schwimmen gehen?
Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).
Gast: Till Siebel, Vizepräsident beim DLRG-Jugend Landesverband Nordhein e.V.
Redaktion: Jonas Klüter und Monika Kophal