Ideen für Alternativen nach Badeverbot im Düsseldorfer Rhein
Lokalzeit aus Düsseldorf. 15.08.2025. 02:27 Min.. Verfügbar bis 15.08.2027. WDR. Von Joscha Weidenfeld.
Nach dem neu eingeführten Badeverbot im Düsseldorfer Rhein gibt es auch Ideen für Badealternativen in der Stadt. Ein Düsseldorfer Architektenteam hat bereits einen Entwurf für den Medienhafen erarbeitet.
Auch die Düsseldorfer FDP fordert Alternativen. Im Norden der Stadt gibt es Ideen eines Grünen-Politiker, der über einen neu angelegten Rheinarm einen künstlichen Badesee im Deichvorland ins Spiel bringt.
Entwurf für Badeinsel im Medienhafen
Architekt Paul Raphael Schägner
"Die Wasserflächen im Medienhafen sind bisher ungenutzt. Dort würden wir gern ein Schwimmbad errichten, in Form einer Schwimmlandschaft aus verschiedenen Flößen mit verschiedenen Aktivitäten", erläutert Architekt Paul Raphael Schägner. Er kenne etwa Saunaflöße vor der Oper in Oslo oder Flussfreibäder in Kopenhagen, in denen man in die Ostsee springen könne.
Gastronomie, Schwimm- oder Saunabereiche, vielleicht ein kleiner Park - all das kann sich Schägner vorstellen. Jedes Floß mit seperater Nutzung könne zu- oder abgeschaltet werden, das wäre auch eine ökonomische und nachhaltige Nutzung, betont der Architekt.
FDP fordert für Alternativen "groß zu denken"
FDP-Vertreter Mirko Rohloff
Die FDP ist gegen das generelle Badeverbot im Rhein, weil sie es für nicht kontrollierbar und damit für wirkungslos hält. Man wolle im nächsten Rat beantragen, für Alternativen einmal "groß zu denken", sagt der Fraktionsvorsitzende Mirko Rohloff: "Wir kennen es aus Zürich, Berlin, Paris - Badeschiffe, Badeinseln oder auch abgegrenzte, gesicherte Badestellen. Das würde ich mir auch für Düsseldorf wünschen."
Man müsse sichere Alternativen zum Rhein bieten, so Rohloff, auch weil im Sommer viele Düsseldorfer Freibäder an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen würden. Er wolle einen "Wettbewerb der Ideen" initiieren, Denkverbote soll es dabei ausdrücklich nicht geben.
Künstlicher Badesee im Norden?
Neben einer Badeinsel im Medienhafen hat Ulrich Dorprigter eine weitere Badealternative im Norden der Stadt ins Spiel gebracht. Er sitzt für die Grünen in der örtlichen Bezirksvertretung. Seine Idee: Im Zuge der in einigen Jahren anstehenden Rheindeichsanierung im Stadtteil Lohausen einen künstlichen Kanal im Deichvorland anlegen und dort einen künstlichen Badesee mit Rheinwasser anzulegen.
Ulrich Dorprigter von den Grünen
Dorprigter hat nach eigenen Angaben Kontakt mit dem Institut für Wasserwirtschaft der Universität Wuppertal aufgenommen. Dort sehe man laut Dorprigter durchaus Möglichkeiten für die Umsetzung seiner Idee. "In einer Bachelor- oder Masterarbeit könnte die Idee und die nötigen Voraussetzungen einmal genauer untersucht werden", so der Lokalpolitiker.
Die weiten Flächen seien für eine mögliche Badestelle gut geeignet, auch weil sie über den Messeparkplatz und für Fußgänger und Radfahrer über den asphaltierten Deich gut erreichbar seien.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Architekt Paul Raphael Schägner
- WDR-Interview mit Mirko Rohloff, FDP Düsseldorf
- WDR-Interview mit Ulrich Dorprigter, Grüne Düsseldorf
Über das Thema berichten wir am 15.08.2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Düsseldorf, 19.30 Uhr.
