Ideen für Alternativen nach Badeverbot im Düsseldorfer Rhein
Lokalzeit aus Düsseldorf. 15.08.2025. 02:27 Min.. Verfügbar bis 15.08.2027. WDR. Von Joscha Weidenfeld.
Bisher mussten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes eher aufklären, als kontrollieren. Der Düsseldorfer Ordnungsdezernent Christian Zaum ist zufrieden. Er ist am Freitagmittag zum Paradiesstrand gekommen, um selbst mit seinen Ordnungsdienstmitarbeitern zu sprechen und eine erste Bilanz zu ziehen.
Düsseldorfs Ordnungsdezernent Christian Zaum am Paradiesstrand.
„Es gab 150 Gefährderansprachen.“ Das klingt im Amtsdeutsch schlimmer als es war. „Darunter fallen auch Hinweise an Familienväter, die an der Wasserkante planschen oder Aufforderungen an Schwimmer, die bis zum Knie im Wasser stehen“, fasst Zaum zusammen.
Bußgeld und Einsatzkosten für einen Schwimmer
Fast alle Angesprochenen hätten verständnisvoll reagiert. Nur für einen wird es teuer. Weil ein Mann unterhalb der Rheinkniebrücke schwamm und so einen Rettungseinsatz auslöste, wurde gegen ihn ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeführt. Die Strafe: „Mindestens 180 Euro, wahrscheinlich mehr“, so Zaum.
Allerdings dürfte auch noch eine Rechnung für den Rettungseinsatz kommen. Zwei Feuerwehrboote, ein Polizeiboot, ein Rettungswagen, mehrere Mitarbeiter. Obwohl der Schwimmer nicht in Not war und alleine an Land schwamm, kommt da eine hohe Summe zusammen. „Diese Kosten können wir den Geretteten durch das Verbot in Rechnung stellen“, sagt Christian Zaum.
Ordnungsamt auch am Wochenende unterwegs
Auch am Wochenende wird dass Ordnungsamt an den drei beliebtesten Stränden in Düsseldorf kontrollieren, damit am Paradiesstrand, in Himmelgeist und Hamm niemand im Rhein schwimmt. Zaum: „Denn jeder gefährdet nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das anderer Menschen, etwa von Augenzeugen, die versuchen zu helfen oder von Mitarbeitern der Feuerwehr, die sich bei der Rettung ebenfalls in Gefahr bringen.“
Um dafür zu sensibilisieren, soll das Ordnungsamt in den nächsten Tagen auch eher über das Badeverbot aufklären, als sofort zu bestrafen. „Wer einsichtig ist, muss nicht direkt zahlen, wenn aber jemand vorsätzlich handelt, dann bin ich auch dafür, an die 1000-Euro-Grenze zu gehen.“
Auch Meerbusch prüft Badeverbot
Nach Düsseldorf und Neuss steht jetzt auch ein Badeverbot am Rhein in Meerbusch unmittelbar bevor. Das Verbot für die gesamten rund elf Kilometer Rheinufer in Meerbusch werde per Dringlichkeitsentscheidung erlassen.
Das Verbot wird voraussichtlich in der kommenden Woche in Kraft treten. Derzeit arbeite die Verwaltung noch an letzten redaktionellen Formulierungen, heißt es.
Unsere Quellen:
- Ordnungsamt Düsseldorf
- Reporter vor Ort
Über dieses Thema berichten wir am 15.08.2025 auch im WDR-Fernsehen: Lokalzeit aus Düsseldorf, 19:30 Uhr.