Der vierte Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist am 20. Mai über die Bühne gegangen. Davor gab es Transporte im Zwei-Wochen-Takt. Doch plötzlich ist Schluss damit. Viele Menschen in Ahaus fragen sich, warum?
Wenn es an offiziellen Infos fehlt, füllen Spekulationen den Raum. Doch damit räumt die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) jetzt auf.
Transporteur ist gerade ausgebucht
Als Auftraggeberin stellt sie klar: Der Transportdienstleister muss gerade ein anderes Großprojekt abwickeln. Nach WDR-Informationen geht es dabei um den Rücktransport von Atommüllbehältern vom britischen Sellafield ins Zwischenlager Brokdorf in Schleswig-Holstein.
Hier im Zwischenlager Ahaus sind bereits hunderte Behälter mit strahlendem Inhalt.
"Die Transportpause sei schon länger geplant gewesen", so JEN Jülich. Das Unternehmen ist für die strahlenden Hinterlassenschaften des ehemaligen Forschungsreaktors zuständig. Wann die Transporte weitergehen, ist unklar.
Misstrauen bezüglich Zeitplan
Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" hat nun große Zweifel am Zeitplan. 148 Behälter mit tennisballgroßen Kugelbrennelementen warten noch auf den Transport nach Ahaus.
Castorgegner auf dem Rathausplatz in Ahaus
Genehmigt sind die Transporte erst einmal nur bis August 2027. Nach Einschätzung der Gegner der Castor-Transporte ist das kaum noch zu schaffen. JEN Jülich hat aber die Möglichkeit, beim zuständigen Bundesamt eine Fristverlängerung zu beantragen.
Stadt Ahaus verzichtet auf Klage
Unterdessen verzichtet die Stadt Ahaus auch bezüglich anderer Castor-Transporte auf weitere Klagen. Dabei geht es um 21 Castorbehälter aus Garching bei München. Nach Einschätzung der Kommune wäre eine Klage gegen die Einlagerung aussichtlos. Daher will sie sich den Aufwand sparen.
Unsere Quellen:
- JEN Jülich
- Stadt Ahaus
- Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"
Sendung: WDR.de, Pause bei den Castor-Transporten nach Ahaus, 11.06.2026, 18.34 Uhr