Gutachten belegt zahlreiche Missbrauchsfälle in Reken.
Studie zu Missbrauch in Maria Veen : Betroffene fordern Aufklärung
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Betroffene von sexuellem Missbrauch im Orden der Mariannhiller Missionare in Maria Veen fordern weitere Aufklärung und Prävention. Gestern wurde ein Rechtsgutachten zu Missbrauch und Gewalt durch Ordensleute in Reken vorgestellt.
In den 1960er bis in die 80er Jahre hinein, sind mindestens 18 Kinder und Jugendliche in Maria Veen Opfer sexueller Gewalt geworden. Ordensmitglieder der Mariannhiller Missionare hatten sich an ihnen etwa in der Schule oder bei der Jugendarbeit vergangen. Es sollen 14 oder 15 Täter gewesen sein, teilten die Kölner Rechtsanwältinnen Petra Ladenburger und Martina Lörsch am Donnerstag in Reken mit.
Betroffene fordern Schutzkonzept
Jetzt fordern die Betroffenen mehr Aufarbeitung, außerdem ein Schutzkonzept für den Ordensalltag. Das sagte Martin Schmitz, ein Betroffener von sexuellem Missbrauch in der Kirche, dem WDR. Er hat mit Betroffenen in Reken gesprochen und gründete die dortige Selbsthilfe. Die Taten sollen im vom Orden gegründeten Gymnasium mit Internat, sowie in der Pfarrei Maria Veen passiert sein.
Kein Sanktionswille
Viele Fälle seien strafbar, so die Rechtsanwältinnen. Es habe jedoch an Sanktionswillen gemangelt. Sattdessen seien Beschuldigte versetzt und wichtige Informationen nicht weitergegeben worden.
Missionare bedauern Ausmaß der Taten
Die Missionare von Mariannhill haben in einer Stellungnahme erklärt, man habe bei allem, was mit dem Thema Missbrauch zusammenhängt ein Vier-Augen-Prinzip eingeführt und den Gutachterinnen alle nötigen Aktenzugriffe ermöglicht. Man bedauere das erschreckende Ausmaß der Taten und wolle Verantwortung übernehmen.
Der Orden plant noch vor den Sommerferien eine Schulkonferenz mit Lehrkräften, Schüler- und Elternvertretung, bei der ein Präventionskonzept beschlossen werden soll. Christoph Eisentraut, Provinzial des Ordens, zeigt sich zuversichtlich: "Da bin ich überzeugt, dass das klappt."
Wenn es nach dem Provinzial ginge, sollten alle damaligen Versetzungen überprüft werden, bei denen es um Beschuldigte geht und eine Vertuschung im Raum steht.
Unsere Quellen:
- Martin Schmitz, Missbrauchsbetroffener und Gründer der Selbsthilfe Reken
- KNA
- Stellungnahme der Missionare von Mariannhill
Sendung: WDR.de, Nach Studie zu Missbrauch in Maria Veen: Betroffene fordern Aufklärung, 19.06.2026, 13.35 Uhr
