Vierter Castor-Transport in Ahaus eingetroffen | WDR aktuell
WDR. 00:29 Min.. Verfügbar bis 21.05.2028.
In der Nacht zum Donnerstag gegen 1 Uhr kam erneut ein Castor-Transport im Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus an. Gestartet war er in Jülich, neben einem Dutzend Protestierenden, gegen 21:45 Uhr. Empfangen wurde er am Ziel von rund vierzig Demonstranten mit Trillerpfeifen und Buh-Rufen.
Bürgerinitiativen protestieren erneut
Bei der Mahnwache ist Geduld gefragt.
Am Dienstag waren die Gegner der Transporte terminlich noch auf dem falschen Fuß erwischt worden. Sie zogen ihre Demos trotzdem durch. Am Mittwochabend starteten nun erneut Mahnwachen mit mehreren Dutzend Menschen in Jülich und Ahaus, direkt an der Transportroute.
Die Polizei bezog unterdessen entlang der gesamten Transportroute Stellung. Sie sicherte beispielsweise Autobahnbrücken, sperrte Kreuzungen und beobachtete auch die Protest-Aktionen der Castor-Gegner. Hierzu hatte wieder ein Bündnis von Bürgerinitiativen aufgerufen.
Kritik an der Polizei nach dem letzten Castor-Transport
Laut der Polizei Münster verlief der Transport nach Plan, Störungen habe es keine gegeben. Der nächste Castor-Behälter könnte möglicherweise im Juni rollen.
Nach dem letzten Castor-Transport vor zwei Wochen hatten die Bürgerinitiativen die Polizei kritisiert. Sie unterstellten ihr ein mangelhaftes Sicherheitskonzept. Aktivisten seien unbemerkt auf zwei unbewachte Autobahnbrücken gelangt, unter denen der Castor-Lkw hergefahren sei.
Transport verlief reibungslos
Nach Polizeiangaben aber verlief der Transport ohne Zwischenfälle und Störungen. Lediglich vereinzelt habe man Personalien von Demonstrierenden festgestellt. Mit wie vielen Einsatzkräften sie inzwischen die Castor-Transporte absichert, sagt die zuständige Polizei Münster nicht. Nach WDR-Informationen waren es anfänglich mehr als 2.000.
Es geht um insgesamt 152 Atommüllbehälter mit ausgedienten Kugelbrennelementen aus dem Forschungszentrum Jülich. Sie sollen bis Sommer 2027 ins Brennelemente-Zwischenlager Ahaus gebracht werden. So hat es das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung genehmigt.
Unsere Quellen:
- Recherchen des WDR-Reporters
- BI "Kein Atommüll in Ahaus"
- Aktionsbündnis "Stopp Westcastor" Jülich
- Polizei Münster
Sendung: WDR 2, Vierter Castor-Transport aus Jülich in Ahaus angekommen, 21.05.2026, 2:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 21.05.2026, 12:45 Uhr