gelbe und blaue Castor-Behälter in einer Halle

Atommüll durch NRW: Fakten zum geplanten Castor-Transport nach Ahaus

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Viele Jahre gab es erbitterte Proteste, jetzt rollen sie an: Die sogenannten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus. Darum geht es dabei.

Von Nina Magoley

Die Polizei in NRW erwartet in diesen Tagen einen Großeinsatz: Der erste Castor-Schwerlasttransport macht sich aus Jülich auf den Weg ins Zwischenlager Ahaus. Geladen sind ausgediente, radioaktive Brennelemente aus dem 1988 stillgelegten Versuchsreaktor Jülich. Insgesamt lagern in Jülich 152 Castoren, die nach Ahaus sollen.

Sowohl Transport als auch Zwischenlager sind seit Jahrzehnten heftig umstritten. Eine endgültige Lösung für die Lagerung des radioaktiven Abfalls gibt es noch immer nicht. Auch für das Lager in Jülich ist die Aufbewahrungsgenehmigung schon seit 2013 abgelaufen.

Castor-Behälter sind eigens entwickelte, schwere Stahltonnen zur Lagerung von ausgedienten, radioaktiven Brennelementen. Der Begriff "Castor-Behälter" hat sich als Bezeichnung für die Aufbewahrung von radioaktivem Abfall eingebürgert. Genau genommen ist es aber ein geschützter Begriff, denn "Castor" ist eine Erfindung des Herstellers - der Gesellschaft für Nuklear‑Service (GNS ) aus Essen. Der Begriff steht für CAsk for Storage and Transport of Radioactive Material - übersetzt "Fass für Lagerung und Transport von radioaktivem Material".

Es gibt verschiedene Typen - zum Beispiel blaue oder gelbe -, die abhängig von der Gefährlichkeit des Inhalts zum Einsatz kommen. Die Castor-Behälter, in denen jetzt der Atommüll von Jülich nach Ahaus transportiert werden soll, sind gelb, etwa 2,50 Meter hoch und wiegen rund 25 Tonnen.

Der 30 Meter lange Schwerlasttransporter, bei dem die Zugmaschine alleine vier Achsen und der Auflieger neun Achsen hat, wiegt nach Angaben der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) inklusive Castorbehälter rund 130 Tonnen.

Etwa 170 Kilometer sind es von Jülich bis Ahaus. Bis vor wenigen Tagen war die genaue Route der 30 Meter langen, drei Meter breiten und 130 Tonnen schweren Spezial-Laster geheim. Nun aber hat das Bundesverkehrsministerium auf der "Digitalen Plattform Unbemannte Luftfahrt" eine Flugverbotszone für Drohnen veröffentlicht, die sich entlang der Autobahnen von Jülich nach Ahaus erstreckt. Sie gelte bis Freitag, 27. März, heißt es dort - "wegen eines polizeilichen Einsatzes in Nordrhein-Westfalen".

Die beschriebene Strecke führt von Jülich aus über die Autobahnen A44 und A46 und weiter vorbei an Neuss, Düsseldorf und Krefeld. Ab dem Kreuz Meerbusch geht es über A57 und A42 vorbei an Moers, Duisburg und Oberhausen. Von dort weiter über die A3 bis zum Kreuz Bottrop und dort auf die A31 bis Ahaus.

Für einen früher mal angedachten Transport per Eisenbahn gibt es derzeit nach WDR-Informationen keine Genehmigung.

152 Behälter müssen von Jülich ins Zwischenlager Ahaus gelangen. Geeignete Transporter gibt es nach WDR-Informationen bundesweit nur vier. Auf jedem findet ein Castor-Behälter Platz. Wie viele Castoren beim ersten Transport unterwegs sein werden, ist offiziell nicht bekannt. Laut einer Info der Nachrichtenagentur epd, soll heute nur ein Castor-Behälter transportiert werden. Laut Vorschriften können bis zu drei Castor-Behälter im Einsatz sein. Einer muss als Reserve vorgehalten werden.

Die Grafik zeigt zwei beladene und zwei unbeladene Lkw sowie eine Reihe an Tonnen mit einem Symbol für Radioaktivität

Der Konvoi wird außer dem Schwerlasttransporter noch etliche weitere Fahrzeuge umfassen. Dazu soll ein großes Polizeiaufgebot in ganz NRW die Sicherheit des Transports gewährleisten. Nach einer Schätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) werden bis zu 4.500 Polizisten im Einsatz sein.

Um alle 152 Castor-Behälter auf der Straße nach Ahaus zu transportieren, braucht es also viele Fahrten. Unklar ist, wie viele es schlussendlich werden. Die aktuelle Transportgenehmigung ist allerdings bis August 2027 befristet.

Atommüll durch NRW: Fakten zum geplanten Castor-Transport

WDR 24.03.2026 01:05 Min. Verfügbar bis 23.03.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 24.03.2026, 10:00 Uhr

Hinweis der Redaktion, 26.03.2026, 18 Uhr:
In einer früheren Version des Textes hieß es, bei dem ersten transportierten Castorbehälter habe es sich um einen sechs Meter langen, blauen Typ gehandelt. Tatsächlich hat der Schwertransporter aber eine kleineren, gelben Container transportiert. Wir haben das entprechend geändert.

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