Die Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen werden nicht mehr in diesem Jahr stattfinden. Unter anderem, weil das zuständige Verwaltungsgericht in Berlin noch nicht über einen Eilantrag des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen den sofortigen Vollzug der Transportgenehmigung entschieden hat.
Nach Angaben des Verwaltungsgerichts soll diese Entscheidung erst Ende Dezember oder Anfang Januar 2026 getroffen werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA.
JEN bestätigt Verzögerung
Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) hatte Anfang Dezember bereits mitgeteilt, nicht mit den Castor-Transporten zu beginnen, so lange es keine gerichtliche Entscheidung über den Eilantrag gebe. Das hatte auch die Atom-Transportfirma Orano dem Gericht zugesagt.
Mitte Dezember hatten mehrere hundert Menschen gegen die Atommüll-Transporte demonstriert.
Seit Monaten Spekulationen über Transportbeginn
152 Castor-Behälter mit radioaktivem Abfall sollen vom rheinischen Jülich ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland gebracht werden. Seitdem im August die Transportgenehmigung erteilt wurde, gibt es immer wieder Spekulationen über einen baldigen Start der Castor-Transporte. Denn die Zeit drängt: Die Genehmigung ist bis Ende August 2027 auf zwei Jahre befristet.
Ende August hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die umstrittenen Transporte ins 170 Kilometer entfernte Zwischenlager Ahaus genehmigt. Sie sollen auf der Straße erfolgen. Bei dem Atommüll handelt es sich um Brennelemente aus einem 1988 abgeschalteten Versuchsreaktor. Sie befinden sich in sogenannten Castoren – speziellen Schutzbehältern, die die gefährliche Strahlung weitgehend abschirmen. In Jülich dürfen die Castoren nicht mehr lagern.
Sendung: WDR.de, NRW-Castor-Transporte wohl nicht mehr in diesem Jahr, 03.12.2025, 12:45 Uhr
Sendung: WDR 2, Nachrichten "WDR aktuell", 03.12.2025, 15:00 Uhr
Unsere Quellen:
- BUND
- JEN
- Verwaltungsgericht Berlin
- eigene Recherche
- Nachrichtenagentur DPA