Castor-Transport in Ahaus angekommen: So verlief die Atommüllreise

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Brennelement-Kugeln aus einem alten Versuchsreaktor in Jülich wurden in ein Zwischenlager in Ahaus gebracht. In Jülich, Duisburg und Ahaus fanden Demos von Anti-Atom-Initiativen statt.

Um kurz nach 2 Uhr in der Nacht ist der erste von 152 geplanten Castor-Transporten im Zwischenlager in Ahaus im Münsterland angekommen. Die Castoren reisten einmal quer durch NRW. Mehrere tausend Polizisten waren im Einsatz, verschiedene Initiativen protestierten gegen den Transport. Laut Polizei verlief der Transport ohne besondere Zwischenfälle.

Castor-Transport setzt sich in Bewegung

Hier im Ticker findet ihr alle wichtigen Entwicklungen rund um den ersten Castor-Transport aus Jülich zum Nachlesen.

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WDR
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Ahaus am Morgen danach

Auch am Morgen nach dem ersten Atommüll-Transport ist es ruhig in Ahaus im Münsterland. "Der Verkehr rollt, die Straßen sind wieder frei. Die Menschen fahren zur Arbeit. Von den Protesten sind nur noch die Plakate am Straßenrand zu sehen", sagt WDR-Reporter Philipp Jahn, der noch vor Ort ist. In der Nacht gegen 2 Uhr war der erste Castor im Zwischenlager angekommen – er ist der erste Transport seit 15 Jahren. Insgesamt lagern in Jülich 152 Castoren mit teils hochradioaktivem Abfall.

In den nächsten anderthalb Jahren, bis August 2027, sollen alle nach Ahaus gebracht werden. Bis dahin gilt die Genehmigung für den Transport der Castor-Behälter. Maximal drei Castoren können auf einmal transportiert werden – das macht etwa 50 Transporte, im Schnitt drei pro Monat. Ob das in der Zeit zu schaffen ist oder ob die Genehmigung verlängert werden muss, werde sich zeigen.
WDR
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Polizei: Keine Probleme bei Transport

Laut der Polizei verlief der erste Transport ohne besondere Zwischenfälle. Die Behörden zählten ihn Jülich 27 und in Ahaus rund 380 Demonstrierende. In Duisburg sollen 15 Menschen bei einer Versammlung teilgenommen haben. Alle Demonstrationen verliefen nach Angaben der Polizei friedlich. 
Helen Erdbrügge

Castor in Ahaus angekommen

Um Punkt 2 Uhr rollt der Castor-Behälter auf das Gelände des Brennelemente-Zwischenlagers in Ahaus.
Der erste Castor-Behälter aus Jülich ist in Ahaus angekommen. Helen Erdbrügge/WDR
Helen Erdbrügge

Trommeln gegen Atommüll

Ungefähr 30 Atomkraftgegner warten auf Einfahrt des Castors.
Die Atomkraftgegner warten auf Einfahrt des Castors. Markus Wollnik
Helen Erdbrügge

Castor soll gleich in Ahaus ankommen

Gerüchten zufolge soll der Castor-Behälter innerhalb der nächsten 20 Minuten in Ahaus ankommen.
Protestierende in Ahaus
Protestierende in Ahaus. Helen Erdbrügge/WDR
Dennis Burk
Dennis Burk

Castor-Transport hat das Münsterland erreicht

Der Konvoi ist auf der A31 unterwegs. Vor wenigen Augenblicken passierte er die Höhe "Reken/Heiden". Im Normalfall würde eine Fahrt bis zum BZA noch rund 30 Minuten dauern.  
Konvoi auf der A31. Dennis Burk/WDR
Helen Erdbrügge

Mahnwache von Atomgegnern in Ahaus

Der eiserne Kern der Atomkraftgegner in Ahaus will trotz Wind und Wetter durchhalten, bis der Castor einrollt. Mit mittlerweile nur noch 30 Leuten halten sie eine Mahnwache vor dem Brennelemente-Zwischenlager mit Lagerfeuer, Musik und Tee.
Atomkraftgegner bei der Mahnwache in Ahaus
Atomkraftgegner bei der Mahnwache in Ahaus. Helen Erdbrügge/WDR
Fritz Sprengart

Bislang keine Störungen

Der Transport ist gerade auf der A31, kurz vor Dorsten, und geht auf die Zielgerade zu. Bislang gab es keine Störungen.
WDR
WDR

Transport passiert etwa 200 Brückenbauwerke 

Auf seinem Weg passiert der Castor-Transport etwa 200 Brückenbauwerke. Einige davon sind so marode, dass der rund 130 Tonnen schwere Sattelschlepper nur im Schneckentempo von fünf km/h fahren darf. 
Christoph Wegener
Christoph Wegener

Transport passiert Neuss 

Die lange Fahrzeugschlange des Castor-Transports hat die A46 bei Neuss passiert und fährt weiter Richtung Krefeld. 
Der Transport unterwegs in Richtung Krefeld. Christoph Wegener/WDR
Christoph Wegener
Christoph Wegener

Autobahn liegt im Dunkeln

Ein ungewohntes Bild: Während auf der einen Seite auf der A46 nahe Neuss der Verkehr vorbeirauscht, liegt die Autobahn in Fahrtrichtung Neuss komplett im Dunkeln. 
Auf der A46 nahe Neuss fließt der Verkehr nur noch in eine Richtung. Christoph Wegener/WDR
Frank Mühlenbrock

Symbolische Sitzblockade in Ahaus

In Absprache mit der Polizei machen die Demonstrierenden eine symbolische Sitzblockade vor dem Atommüll-Zwischenlager in Ahaus. Von den etwa 100 Demonstrierenden zu Beginn der Mahnwache sind jetzt noch rund 50 da. 
Symbolische Sitzblockade der Demonstranten in Ahaus
Symbolische Sitzblockade der Demonstranten in Ahaus. Frank Mühlenbrock / WDR
Vanessa Wiebe

Transport durch das Ruhrgebiet „unverantwortlich“

„Früher waren zum Besipiel Drohnenangriffe noch absurd, aber jetzt sind sie Realität,“ meint Kerstin Ciesla vom BUND bei der Mahnwache in Duisburg. Nicht unbedingt wahrscheinlich, aber Terrorangriffe sind möglich, kritisieren die restlichen 20 Teilnehmenden. Auch könnten Straßen absacken. Das Sicherheitsrisiko sei insgesamt zu hoch, um Atommüll durch ein so dicht besiedeltes Gebiet zu fahren, findet Ciesla. Der BUND fordert eine Endlager-Lösung in Jülich, um weitere Transporte zu vermeiden. 

In etwa 2 Stunden könnte der Castor über die A42 in Duisburg rollen. 
Mahnwache in Duisburg mit zwischenzeitlich 50 Teilnehmenden
Mahnwache in Duisburg mit zwischenzeitlich 50 Teilnehmenden. Vanessa Wiebe / WDR
Christoph Wegener
Christoph Wegener

Polizeihubschrauber über Transportstrecke

In Neuss Holzheim hat die Polizei bereits die Auffahrt zur A46 Richtung Düsseldorf gesperrt. Auf der Autobahn selbst sind keine Fahrzeuge mehr zu sehen. Ein Polizeihubschrauber fliegt die Strecke ab. 
Ein Polizeifahrzeug sperrt in Neuss die Auffahrt zur Autobahn.
Ein Polizeifahrzeug sperrt in Neuss die Auffahrt zur Autobahn. Christoph Wegener/WDR
WDR
WDR

Verkehrsbehinderungen möglich

Insgesamt umfasst der Begleitzug des Castor-Transports rund 100 Fahrzeuge, die Kolonne ist bis zu vier Kilometer lang. Die 170 Kilometer lange Strecke nach Ahaus wird der Castor-Transport größtenteils auf der Autobahn zurücklegen. Dadurch kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen: Dort, wo er entlangfährt, werden kurzzeitig alle Auf- und Abfahrten der Autobahn gesperrt. Das gleiche gilt für manche Brücken, die die Fahrbahn kreuzen. Stellenweise wird auch der Gegenverkehr von der Autobahn heruntergeführt. 

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