Neue Erkenntnisse im Hildener Cold Case nach DNA-Abgleich
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Vier Jahrzehnte blieb der Mordfall ungelöst. Neue DNA-Technik führte zu einem Verdächtigen. Doch ein vom Landgericht angeordneter Vergleich der DNA eines Zeugen mit Spuren vom Tatort bringt keine neuen Hinweise. Der Angeklagte weist die Vorwürfe zurück.
In dem Düsseldorfer Prozess um den Mord an einem Professor aus Hilden vor 42 Jahren hat die Speichelprobe eines Zeugen keine neuen Erkenntnisse gebracht. Dessen DNA stimme nicht mit den 1984 am Tatort gefundenen DNA-Spuren überein, teilte das Landgericht am Dienstag mit. Die Probe war vom Rechtsmedizinischen Institut in Düsseldorf untersucht worden.
Zeuge soll von Mord erzählt haben
Die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rainer Drees hatte die DNA-Probe in der Vorwoche angeordnet, weil der heute 62-jährige Mann aus Bottrop vor über 40 Jahren erzählt haben soll, er habe den Professor getötet. Basis dafür ist die Aussage einer Zeugin.
Sie hatte Anfang Mai 1984 bei der Polizei behauptet, der Mann aus Bottrop habe ihrem Bruder erzählt, er habe den Professor mit neun Messerstichen getötet. Der 62-Jährige aus Bottrop war damals genauso wie der Angeklagte als Sexarbeiter tätig.
Neue Spur nach Jahrzehnten
Der Angeklagte war bereits damals ins Visier der Mordkommission geraten: Sein Fingerabdruck war an einem Teller in der Küche des 49-jährigen Professors entdeckt worden. Dort soll der Wissenschaftler seinen späteren Mörder bewirtet haben.
Deswegen wurde dem Mann, der inzwischen in Italien lebte, Jahrzehnte später eine DNA-Probe abverlangt. Sie passt laut den Ermittlungen zu einer DNA-Spur an der Leiche des Professors und an einem Tuch im Schlafzimmer. Damals hatten diese Spuren noch nicht entschlüsselt und ausgewertet werden können. Außerdem soll der Italiener damals gegenüber einem inzwischen verstorben Zeugen das Tötungsdelikt zugegeben haben.
Verteidigerin Hannah Piel hatte beim Prozessauftakt gesagt, ihr Mandant beteuere seine Unschuld. An der Leiche des Professors sei DNA von vier verschiedenen Männern entdeckt worden.
Gericht spricht von Unbehagen
Der Vorsitzende Richter Rainer Drees forderte am Dienstag die Verteidigerin auf, mit ihrem Mandanten über eine mögliche Einlassung zu reden. "Dabei geht es uns nicht darum, ihn ins Messer laufen zu lassen", betonte der Richter. Vielmehr könne das dem Gericht bei der Entscheidung helfen.
Zuvor hatte Drees von dem Unbehagen der Strafkammer gesprochen, "auf Basis von nur drei Beweisanzeichen und nahezu ausschließlicher auf Aktenlage eine so weit reichende Entscheidung zu treffen". Rainer Drees betonte: "Wir haben kein Interesse, [den Angeklagten] um jeden Preis zu verurteilen."
In der Vorwoche hatte der vorsitzende Richter erklärt, es sei "eher unwahrscheinlich, dass ein anderer als der Angeklagte die Tat begangen habe". Der Angeklagte habe seine Fingerabdrücke und DNA-Spuren am Tatort "tatzeitnah" hinterlassen und die Tat einem Zeugen zufolge später eingeräumt. Der Prozess wird am 13. April fortgesetzt.
Unsere Quellen:
- Landgericht Düsseldorf
- Aussagen im Gerichtssaal
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendehinweis: WDR.de, Neue Erkenntnisse im Hildener Cold Case nach DNA-Abgleich, 24.03.2026, 15:55h